Elektroautos: Schweizer:innen verlieren die Reichweitenangst
Eine neue Studie von AutoScout24 und YouGov zeigt: Elektroautos werden für Schweizer:innen zunehmend auch für längere Ferienfahrten attraktiv. Die Mehrheit akzeptiert auf solchen Strecken ein bis zwei Ladestopps. Die Nachfrage auf AutoScout24 bestätigt den Trend: Suchanfragen stiegen um 35 %, Kontaktanfragen um 40 % und Verkäufe um 16 %.

Eine repräsentative Studie von AutoScout24 und YouGov zeigt: Immer mehr Schweizer:innen betrachten das Elektroauto nicht mehr nur als Stadtfahrzeug, sondern zunehmend als alltagstaugliche Option für längere Ferienreisen. Sinkende Fahrzeugpreise, tiefere Betriebskosten und eine wachsende Ladeinfrastruktur verändern die Wahrnehmung spürbar – und das schlägt sich direkt in den Marktdaten nieder.
Das Auto bleibt Ferienfavorit
Für Ferienreisen setzen Schweizer:innen weiterhin gerne auf das eigene Auto. Besonders geschätzt werden die hohe Flexibilität vor Ort (63 %), der einfache Transport von Gepäck (50 %) sowie die Unabhängigkeit bei der Reiseplanung (48 %). Auch wenn auf der diesjährigen Fahrt ans Meer mehrheitlich noch Fahrzeuge mit klassischen Antrieben zum Einsatz kommen, gewinnt das Elektroauto bei der nächsten Fahrzeuganschaffung zunehmend an Attraktivität.
Reichweitenangst verliert an Bedeutung
Für längere Ferienfahrten erwarten die Befragten von einem Elektroauto eine Mindestreichweite von durchschnittlich rund 630 Kilometern. Deutlich aufgeschlossener zeigen sich jedoch Personen, die einem Elektroauto bei einem künftigen Kauf grundsätzlich offen gegenüberstehen: Sie geben sich bereits mit einer durchschnittlichen Reichweite von knapp 530 Kilometern zufrieden. Gleichzeitig ist die Bereitschaft zum Laden unterwegs hoch. Die Mehrheit der Befragten würde auf einer rund 600 Kilometer langen Fahrt ans Meer ein bis zwei Ladestopps problemlos akzeptieren.
«Die Diskussion rund um die Reichweite hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Viele Menschen betrachten das Laden unterwegs heute als normalen Bestandteil einer längeren Reise. Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Elektroauto zunehmend auch für Ferienfahrten als alltagstauglich wahrgenommen wird», sagt Alberto Sanz de Lama, Managing Director Automotive der SMG Swiss Marketplace Group.
Kosten und Umwelt bleiben die wichtigsten Kaufgründe
Als wichtigste Argumente für den Kauf eines Elektroautos nennen die Befragten die tieferen Betriebskosten und den Umwelt- und Klimaschutz (jeweils 55 %). Fast jede zweite Person sieht zudem die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen als wichtigen Vorteil (46 %). Das durchschnittliche Budget für ein Elektroauto liegt aktuell bei rund CHF 39’000.
Eine der grössten Hürden beim Kauf gebrauchter Elektrofahrzeuge bleibt die Unsicherheit bezüglich der Batterielebensdauer. Die Studie zeigt jedoch auch eine mögliche Lösung: Ein Batteriezertifikat erhöht die Bereitschaft zum Kauf einer Elektro-Occasion spürbar. Als Vorreiter im Schweizer Markt ermöglicht AutoScout24 bereits heute die Ergänzung von E-Occasionen-Inseraten mit einem standardisierten Batteriezertifikat. Dieses weist den Gesundheitszustand der Batterie («State of Health») transparent aus und schafft damit mehr Vertrauen beim Kauf gebrauchter Elektrofahrzeuge.
AutoScout24-Daten bestätigen den Wandel
Die steigende Offenheit gegenüber der Elektromobilität spiegelt sich auch auf dem Fahrzeugmarkt wider. Vergleicht man die Phase unmittelbar vor den Sommerferien (15. Mai bis 15. Juni 2026) mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum, stiegen die täglichen Suchanfragen nach Elektroautos auf AutoScout24 um 35 Prozent. Noch stärker fiel das Wachstum bei konkreten Kaufabsichten aus: Die Kontaktanfragen an Verkäufer:innen legten um 40 % zu. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der erfolgreichen Verkäufe – gemessen an den gelöschten Inseraten – um 16 %.
Ein wichtiger Treiber dürfte die Preisentwicklung sein. Neue Elektrofahrzeuge wurden innerhalb eines Jahres deutlich günstiger. Der durchschnittliche Angebotspreis sank von rund CHF 57’200 im Juni 2025 auf rund CHF 51’700 im Juni 2026 – ein Rückgang von fast 10 %. Auch gebrauchte Elektroautos wurden leicht günstiger und kosteten im Durchschnitt noch rund CHF 42’100, gegenüber CHF 43’300 im Vorjahr.
«Wir beobachten derzeit einen Wendepunkt in der Wahrnehmung von Elektroautos. Das Interesse wächst nicht nur in der Theorie, sondern zeigt sich ganz konkret in Suchanfragen, Kaufkontakten und Verkäufen. Sinkende Preise und eine höhere Akzeptanz der Technologie sorgen für zusätzlichen Aufwind», sagt Matthias Bischof, Director Customer Business von AutoScout24.
Tesla in Zürich, Volvo in Bern: Die Schweiz fährt elektrisch – aber unterschiedlich
Trotz des schweizweiten Nachfragebooms zeigen die Daten auf AutoScout24 deutliche regionale Unterschiede bei den beliebtesten Modellen. Gesamtschweizerisch gehören das Tesla Model 3, der Skoda Enyaq iV und der Audi Q4 e-tron zu den erfolgreichsten Elektrofahrzeugen. Ein Blick in die Kantone offenbart dabei unterschiedliche Vorlieben: In Zürich ist das Tesla Model 3 der klare Spitzenreiter bei den Verkäufen, während in Bern der Volvo EX30 die Rangliste anführt. In Zug und Genf schaffen es Premium-Modelle wie der Porsche Taycan regelmässig auf die vorderen Plätze. In der Romandie – etwa in Neuenburg – dominieren europäische Modelle wie der Audi Q4 e-tron oder der VW ID.3. Die Analyse zeigt: Die Elektromobilität etabliert sich zwar schweizweit, die Modellpräferenzen bleiben jedoch regional geprägt.
Quelle: www.autoscout24.ch
