Nicht KI ist das grösste Risiko, sondern ihre Identitäten
KI-Modelle, die unkontrolliert auf Echtdaten zugreifen – das ist kein Science-Fiction-Szenario, sondern Realität. Elmar Eperiesi-Beck, CEO bei Bare.ID, kommentiert, warum nicht-menschliche Identitäten zum unterschätzten Sicherheitsrisiko geworden sind und was Unternehmen dagegen tun können.
Aus einer Testumgebung heraus erlangten KI-Modelle von Anthropic unautorisierten Zugriff auf Echtdaten realer Systeme von Organisationen. Das Eklatante daran: Im Rahmen einer Sicherheitsanalyse zeigte sich, dass über unzureichend abgesicherte Identitäten Zugriffe auf produktive Systeme möglich waren und diese auf diesem Weg kompromittiert wurden.
Von IoT zu KI: Das Prinzip bleibt dasselbe
Noch vor wenigen Jahren achteten Unternehmen peinlichst genau darauf, dass schwer zu sichernde Maschinen oder Geräte – wie etwa IoT-Systeme – nicht mit dem Netzwerk und erst recht nicht mit dem Internet verbunden waren. Heute dagegen entsteht insbesondere durch die Expansion der künstlichen Intelligenz und nicht-menschlicher digitaler Identitäten ein rasanter und unkontrollierter Wildwuchs an potenziell gefährlichen Situationen. Was Unternehmen früher für ihre IoT-Systeme noch als gefährlich einstuften, interessiert bei der wachsenden Anzahl nicht-menschlicher Identitäten heute nur wenige. Die Vorzüge der KI scheinen die Risiken neuer Technologien in den Hintergrund zu drängen.
«Ob klassisches IoT oder KI mit nicht-menschlichen Identitäten – das Prinzip bleibt das gleiche. Digitale Identitäten jeglicher Art müssen sorgfältig geprüft, mit möglichst restriktiven Rechten ausgestattet oder im Netz komplett eingeschränkt werden», so Eperiesi-Beck.
Manuelle Verwaltung stösst an ihre Grenzen
Die schiere Menge an Identitäten lässt für Organisationen keine manuelle Erfassung und Verwaltung mehr zu. Ein modernes Identity-Access-Management (IAM) kann an dieser Stelle die entscheidende Hilfe bieten: Es erfasst alle Identitäten, pflegt deren Rechte und unterbindet bei unbekannten oder gefährdeten Identitäten jeden Zugriff vollständig.
«Wenn selbst Unternehmen wie Anthropic, denen man unterstellen kann, dass sie die potenziellen Risiken digitaler Identitäten bestens kennen, derartige Fehler unterlaufen – wie soll es dann ein klassisches Wirtschaftsunternehmen, dessen Kernaufgabe nicht die KI ist, besser machen?», fragt Eperiesi-Beck und gibt die Antwort gleich selbst: «Ganz einfach. Indem es ein erprobtes und im Idealfall sogar souveränes IAM implementiert, welches Risiken durch unidentifizierte und schlecht verwaltete Zugangspfade verringert, und durch die konsequente Nutzung bestehender Standards zu KI- und IoT-Identitätsmanagement, die ja bereits existieren.»
Quelle und weitere Informationen: www.bare.id
Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/nicht-ki-ist-das-groesste-risiko-sondern-ihre-identitaeten/
