Infomaniak gewinnt Green Business Award für sein Genfer Rechenzentrum D4
Das Genfer Rechenzentrum D4 von Infomaniak heizt im Winter bis zu 6’000 Haushalte mit der Abwärme seiner Server. Dafür wurde das Unternehmen mit dem Green Business Award in der Kategorie KMU / Corporates ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 3. September 2026 am Maillot Vert Sommerfest in Luzern statt.

Das vollständig unterirdische Rechenzentrum D4 von Infomaniak in Genf nutzt die gesamte beim Serverbetrieb entstehende Wärme und speist sie ins städtische Fernwärmenetz ein. Im Winter können damit bis zu 6’000 Haushalte beheizt werden – ganz ohne herkömmliche Klimatisierung und ohne externe Wasserversorgung. Für dieses Konzept wurde Infomaniak am 3. September 2026 mit dem Green Business Award in der Kategorie KMU / Corporates ausgezeichnet.
Vom Energieverbraucher zum Energielieferanten
Server erzeugen im Betrieb kontinuierlich Wärme. In herkömmlichen Rechenzentren muss diese mit Kühlsystemen abgeführt werden. D4 nutzt sie stattdessen als Energiequelle für die Umgebung: Der Strom versorgt zunächst die Server, die dabei entstehende Wärme fliesst anschliessend ins Fernwärmenetz.
D4 arbeitet mit drei geschlossenen Luft- und Wasserkreisläufen und benötigt dadurch keine externe Wasserversorgung für die Kühlung. Infomaniak speist die Wärme in das Fernwärmenetz ein und verkauft sie während 20 Jahren zum Selbstkostenpreis. Nach Berechnungen des Enterprise for Society Center (E4S) kann D4 bei voller Auslastung jährlich 3’600 Tonnen CO₂-Äquivalente gegenüber einer Erdgasheizung und 5’500 Tonnen gegenüber einer Holzpelletheizung vermeiden.
«Mit D4 wird digitale Infrastruktur Teil der lokalen Energieversorgung. Die Wärme entsteht beim Betrieb ohnehin – Infomaniak macht sie für die Bevölkerung nutzbar. Das zeigt sehr konkret, wie sich eine ökologische Herausforderung in einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert verwandeln lässt», sagt Cédric Habermacher, Direktor von Green Business Switzerland.
Open Source als Grundsatz
Die vollständige Dokumentation des Rechenzentrums ist als Open Source auf d4project.org verfügbar. Damit können andere Unternehmen und Betreiber auf das Konzept zugreifen und dessen technische Ansätze für weitere Rechenzentren nutzen.
«D4 löst eine zentrale Aufgabe digitaler Infrastruktur auf überzeugende Weise: Die beim Betrieb entstehende Wärme wird vollständig wiederverwertet und in ein öffentliches Energienetz eingespeist. Gleichzeitig macht Infomaniak das Konzept frei zugänglich. Diese Verbindung von ökologischer Wirkung, wirtschaftlichem Nutzen und Übertragbarkeit hat die Jury überzeugt», sagt Doris Leuthard, Alt-Bundesrätin und Präsidentin der Jury.
Infomaniak setzt sich im Finale durch
Am 3. September 2026 präsentierte Infomaniak das Rechenzentrum D4 vor der Hauptjury unter dem Vorsitz von Doris Leuthard. Das Unternehmen setzte sich gegen die Belimo Automation mit der datenbasierten Optimierungslösung RetroFIT+ sowie die Vögeli Marketingproduktion & Druck mit kreislauffähigen Druck- und Verpackungslösungen durch. Die Auszeichnung wurde anschliessend am Maillot Vert Sommerfest in Luzern überreicht.
«Diese Auszeichnung ist ein Signal, dass wir im Angesicht der Umweltkrise und des KI-Booms mutig neue Wege gehen müssen. Sie bestätigt: Rechenzentren dürfen nicht nur Energie verbrauchen, sie müssen der Allgemeinheit dienen. Der wahre Wert von D4 liegt in seiner Kopierbarkeit, und genau dabei hilft uns dieser Preis. Wir haben alle Pläne offengelegt, damit andere folgen können, und danken allen, die an diese notwendige Transformation geglaubt haben», sagt Boris Siegenthaler, Gründer und Chief Strategy Officer von Infomaniak.
Der Green Business Award wird seit 2019 jährlich vergeben und zeichnet Schweizer Unternehmen aus, die ökologischen Impact mit ökonomischem Erfolg verbinden. In der Kategorie Scale-ups stehen AgroSustain, OceanSafe und Meteomatics im Finale; der Gewinner wird am 12. Februar 2027 am Impact Circle Event in Gstaad bekanntgegeben.
Quelle: Green Business Award
