Einbrüche in der Schweiz: Mehr Fälle, höhere Schäden
Die AXA verzeichnete 2025 vier Prozent mehr Einbruchdiebstähle und neun Prozent höhere Schadenzahlungen als im Vorjahr. Besonders betroffen sind die Westschweiz sowie die Wintermonate November und Dezember. Die grösste Schweizer Schadenversicherung ordnet die Entwicklung ein und gibt Präventionstipps.

Mit der Zeitumstellung am kommenden Wochenende wird es abends wieder früher dunkel – und damit beginnt für Einbrecher die Hochsaison. Wie die AXA Schweiz, die grösste Schadenversicherung des Landes, mitteilt, verzeichnete sie 2025 vier Prozent mehr Einbruchdiebstähle pro Anzahl Versicherte als im Vorjahr. Der dafür bezahlte Schadenaufwand stieg um neun Prozent, verglichen mit 2022 gar um 60 Prozent. Nicht alle Regionen und Monate sind dabei gleich stark betroffen: Das höchste Risiko bestand im Kanton Genf sowie in den Monaten November und Dezember.
Von Oktober bis März registriert die AXA 45 Prozent mehr Einbrüche als im Sommerhalbjahr. Am beliebtesten bei Einbrechern ist der Dezember, gefolgt vom November. Am 24. und 31. Dezember stellt die Versicherung sogar mehr als doppelt so viele Einbrüche fest wie an gewöhnlichen Tagen. «Während der Feiertage, wenn viele in den Ferien oder bei Verwandten sind, haben Einbrecher leichteres Spiel», sagt Stefan Müller, Leiter Schaden Sachversicherungen bei der AXA. Am seltensten kommt es zwischen April und Juni zu Einbrüchen.
Westschweiz besonders betroffen
Das Einbruchsrisiko hängt nicht nur von der Jahreszeit, sondern auch vom Wohnort ab. Im Zeitraum von 2019 bis 2025 war das Risiko im Kanton Genf über doppelt so hoch wie im Schweizer Durchschnitt: Pro Jahr und pro 1000 Haushalte kam es dort zu 8,4 Einbrüchen. Auch die Kantone Waadt, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Jura, Solothurn und Neuenburg waren überdurchschnittlich oft betroffen. Deutlich sicherer ist es in der Inner- und Südostschweiz: In Uri und Graubünden registrierte die AXA seit 2019 pro Jahr und pro 1000 Haushalte nur jeweils einen Einbruch, in Glarus waren es 1,2. Der Schweizer Schnitt liegt bei 3,3.

22 Millionen Franken Schaden
Seit 2020 nehmen die Einbrüche pro Anzahl versicherte Haushalte von Jahr zu Jahr zu. 2025 waren es vier Prozent mehr als im Vorjahr und 15 Prozent mehr als 2022. «Wieso Einbrüche zugenommen haben, zeigen unsere Daten nicht», sagt Stefan Müller. Noch deutlicher gestiegen ist der durchschnittliche Schaden und damit der gesamte Schadenaufwand: Letztes Jahr zahlte die AXA mehr als 22 Millionen Franken für Einbruchdiebstähle aus, neun Prozent mehr als im Vorjahr und 60 Prozent mehr als drei Jahre zuvor.
Rekordhoher Schadendurchschnitt
Der einzelne Fall kostete 2025 im Schnitt über 7000 Franken – 30 Prozent mehr als drei Jahre zuvor und so viel wie noch nie. Dieser Entwicklung dürften mehrere Faktoren zugrunde liegen, erklärt Stefan Müller: «Erstens sind viele Personen im Besitz von immer teureren Wertgegenständen wie Smartphones, Laptops oder E-Bikes. Zweitens ist aufgrund der höheren Preise dieselbe Sache heute teurer als früher. Und drittens beobachten wir deutlich mehr Grossschäden.» Als Grossschäden gelten Fälle mit Kosten von über 30’000 Franken. Seit 2023 verzeichnet die AXA rund doppelt so viele solche Fälle pro Jahr wie in den Jahren davor. «Solch komplexe Delikte deuten auf organisierte Strukturen hin. Wir gehen davon aus, dass professionell durchgeführte Einbrüche und damit die organisierte Kriminalität deutlich zugenommen haben», sagt Stefan Müller.
Tipps zur Prävention
Gerade Einschleichdiebstähle – Delikte, bei denen Diebe ohne Gewaltanwendung an Wertsachen gelangen, etwa durch eine offene Türe oder ein gekipptes Fenster – lassen sich mit einfachen Massnahmen vermeiden. «Türen sollten auch bei kurzen Abwesenheiten stets mit dem Schlüssel abgeschlossen und alle Fenster geschlossen werden – auch nachts», empfiehlt Stefan Müller. Aufmerksame Nachbarinnen und Nachbarn sind für die Einbruchsprävention ebenfalls wesentlich. Günstig und effektiv sind zudem Zeitschaltuhren, welche die Beleuchtung im Gebäude regeln und die Anwesenheit der Bewohnerinnen und Bewohner vortäuschen.
Quelle und weitere Informationen: https://www.axa.ch
