Achte Staffel von «Die Höhle der Löwen Schweiz» gestartet

Der Schweizer TV-Privatsender 3+ hat die achte Staffel von «Die Höhle der Löwen Schweiz» lanciert. In sieben Folgen stellen sich 36 Startups dem kritischen Urteil von Investorinnen und Investoren. Am 3. November 2026 wurde die erste Sendung ausgestrahlt.

Das Investor:innen-Team der achten Staffel von «Die Höhle der Löwen Schweiz» (v.l.n.r.): Jürg Schwarzenbach, Philippe Sahli, Lars Mangelsdorf, Anja Graf, Roland Brack, Bettina Hein, Alexandra Lüönd, Lukas Speiser, Tom Zimmermann. (Bild: CH Media / 3plus)

Die neue Staffel wartet mit gleich drei neuen «Löwen» auf: Alexandra Lüönd, Gründerin des Beauty-Imperiums Beauty2Go, sowie Philippe Sahli und Lars Mangelsdorf, die Mitgründer des Zürcher FinTech-Unternehmens Yokoy. Sie ergänzen das bisherige Investor:innen-Team mit Onlinehandel-Experte und brack.ch-Gründer Roland Brack, Business-Apartment-Pionierin Anja Graf, Tech-Unternehmerin Bettina Hein, Amorana-Mitgründer und CEO Lukas Speiser, Investmentfirma-Inhaber Jürg Schwarzenbach sowie IT-Unternehmer Tom Zimmermann.

Körperpflege aus der Duftkerze

Im Kampf um ein Investment traten in der ersten Folge der achten Staffel fünf Jungunternehmen auf, um die Löwen von ihren Business-Ideen zu überzeugen. Das gelang – wie man es von den bisherigen Staffeln kannte – nicht immer gleich gut. So auch Maikai mit Gründer Altaj Asan. Der studierte Logistik-Manager hat Duftkerzen entwickelt, deren Wachs auch zur Körperpflege verwendet werden kann. Sie kommen gänzlich ohne chemische Zusatzstoffe aus und verwenden hochwertige Pflanzenöle wie z.B. Yoyoba oder Argan. Um sein Unternehmen vorwärts zu bringen, bot Altaj 20 Prozent seiner Firma gegen ein Investment von 75’000 Franken an. Alle Löwen und vor allem auch die Löwin Alexandra, die das Produkt gleich als erste testete, zeigten sich angetan von Aufmachung und Qualität. Doch zu einem Deal kam es letztlich nicht. Zu wenig ausgereift seien die Vertriebskanäle, und auch unternehmerisch müsse die Firma noch wachsen, um für ein Investment interessant zu sein, so das Fazit.

Endlich einfacher die Krankenkasse wechseln?

Mehr Glück hatten Cédric Escher und Thomas Stehle mit ihrer Firma SnapCheck. Unter diesem Namen haben sie eine Plattform für Krankenkassen-Vergleiche entwickelt. Im Unterschied zu anderen Vergleichsplattformen will SnapCheck durch höhere Benutzerfreundlichkeit aufwarten: Einfach aktuelle Police hochladen, und die Krankenkassen liefern dann eine Offerte. Das Geschäftsmodell von SnapCheck besteht also darin, dass sie den Versicherern Leads verkaufen. Mit 20 Franken pro Lead setzten Cédric und Thomas den Verdienst aber viel zu niedrig an, wie die Löwen Lars Mangelsdorf und Philippe Sahli bemängelten. Mit ihrer Forderung von 300’000 Franken gegen 5 Prozent stellten sie in ihren Augen zudem eine viel zu hohe Firmenbewertung in den Raum. Tom Zimmermann, Roland Brack und Jürg Schwarzenbach zeigten sich aber interessiert, denn sie sahen das Geschäftspotenzial. Sie machten deshalb ein Angebot: 300’000 Franken gegen 21 Prozent Firmenanteile. Sollte ein Umsatzziel von 600’000 Franken erreicht werden, würden sie auf 15 Prozent runtergehen. Dieses Angebot überzeugte die beiden Firmengründer, und sie nahmen es dankend an.

Bauprojekte virtuell begehen

Das Ehepaar Urs und Isabelle Tresch gingen mit ihrer Firma «Mister Beam» an den Start. Ihre Lösung: Aufgrund von Umrissplänen die zukünftige Ausstattung von Räumen oder ganzen Wohnungen besser visualisieren zu können. Zu diesem Zweck projizieren sie in einer Halle die Pläne im Massstab 1:1 auf den Boden und machen so Bauprojekte schon vor der Fertigstellung begehbar. Mit 150’000 Franken gegen 10 Prozent Firmenanteile stiegen die beiden in die Höhle der Löwen. Auch wenn der Nutzen der Lösung von allen Löwinnen und Löwen anerkannt wurde, kam es zu keinem Deal. Zu wenig ausgereift sei das Geschäftsmodell und infolge des Platzbedarfs schwer zu skalieren, so die Begründungen.

Lauren Wildbolz von MISS LIQUID serviert der Löwin Bettina Hein einen ihrer Protein-Shakes. (Bild: CH Media / 3plus)

Mit Protein-Shakes zur Franchise

Hoch hinaus will Lauren Wildbolz mit ihrer Firma MISS LIQUID. Nichts weniger als ein Franchise-System für pflanzliche Protein-Shakes hat die erfahrene Gastronomin sich zum Ziel gesetzt. Ihre Shakes – eigentlich komplette Fertigmahlzeiten in flüssiger Form – kommen frisch auf Bestellung: in unter einer Minute, ohne Küche, zum Mitnehmen. Seit August 2024 hat die Marke das Konzept an 17 Pop-up-Standorten im Raum Zürich getestet. Laurens Auftritt – sie wollte 150’000 Franken gegen 7 Prozent – kam überzeugend daher, auch wenn die Shakes nicht allen Löwinnen und Löwen gleich gut mundeten. Lars Mangelsdorf und Philippe Sahli liessen sich aber begeistern und waren bereit, 150’000 Franken gegen 15 Prozent Firmenanteile zu investieren – ein Angebot, das Lauren gerne annahm.

Gepäck-Tracker mit Mehrwert

Den Schlusspunkt setzte ClaimTagg mit den Gründern Roman, Roger, Jürg und Ratnesh. Sie haben einen Gepäck-Tracker entwickelt, der mehr als nur den Standort anzeigen kann. Sensoren zeichnen auch unberechtigte Gepäcköffnungen und andere Einflüsse, die während eines Flugs passieren können, auf. Damit sollen sich Diskussionen mit Lost&Found, Versicherungen und dergleichen vereinfachen lassen. Mit 400’000 Franken gegen 6 Prozent Firmenanteile wollten die vier die Lösung zum Fliegen bringen. Doch die Löwinnen und Löwen zeigten sich kritisch, das Produkt sei «over-engineered». Anja Graf bezweifelte die Praktikabilität und Alexandra Lüönd vermisste den Proof of Concept und befand die Bewertung zu hoch. Schliesslich kam es zu keinem Deal; dennoch wurde der Lösung am Schluss doch noch Potenzial attestiert, etwa für den Logistikbereich. Dies hätten die vier Gründer vielleicht schon am Anfang ins Spiel bringen sollen.

Fazit des Beginns der neuen Staffel: Viel Gewohntes (Firmenbewertungen, die häufig auf zukünftigen und nicht realen Assets beruhen), wenig Überraschendes (Food, Körperpflege, Fintech, Gadgets sind beliebte Bereiche bei Gründerinnen und Gründern), aber dennoch wiederum gute Beispiele für unternehmerischen Mut.

Weitere Informationen

(Visited 1 times, 1 visits today)

Weitere Beiträge zum Thema