Fast 90 Prozent der Suva-Versicherten kehren nach Unfall in den Beruf zurück

Die Suva hat im vergangenen Jahr nahezu 480 000 Unfälle anerkannt. Dank professioneller Begleitung, erfolgreicher medizinischer Behandlung und einem unterstützenden Umfeld konnten 88 Prozent der Verunfallten wieder ins Berufsleben zurückkehren. Eine frühzeitige Wiedereingliederung ist dabei entscheidend.

Fast 90 Prozent der Unfallopfer arbeiten wieder im Beruf. (Bild: Getty Images / zVg von Suva)

Ein kurzer Moment genügt: Ein Stolpern, ein Moment der Ablenkung oder ein unvorhersehbares Ereignis – und schon ist ein Unfall passiert. Der Weg zurück in den Alltag und ins Berufsleben kann lang und beschwerlich sein. Studien zeigen, dass sich die Chancen auf eine Rückkehr an den Arbeitsplatz nach sechs Monaten Arbeitsunfähigkeit halbieren. Eine frühzeitige Wiedereingliederung ist deshalb entscheidend.

Fast jeder zweite Unfall führt zu einem Arbeitsausfall

Im vergangenen Jahr anerkannte die Suva nahezu 480 000 Unfälle. Fast jeder zweite Unfall hatte eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen zur Folge. Die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit betrug 44 Tage. Rund 78 Prozent der Verunfallten konnten innert drei Monaten in den Berufsalltag zurückkehren. 29 000 Menschen – das entspricht 6 Prozent – verunfallten so schwer, dass sie drei Monate oder länger nicht arbeiten konnten. Besonders häufig waren Stolper- und Sturzunfälle mit Verletzungen an Knien, Schultern, Fussgelenken oder dem Rücken.

Frühzeitige und umfassende Unterstützung

Die Suva setzt sich mit verschiedenen Massnahmen dafür ein, dass verunfallte Menschen in den Alltag und ins Berufsleben zurückkehren können. Bei schweren Verletzungen, einem längeren Arbeitsausfall und einer ungewissen beruflichen Zukunft wird das Case Management der Suva aktiv: Die Case Manager:innen koordinieren während des gesamten Heilungsverlaufs die medizinische Behandlung, die notwendigen Schritte für die Rückkehr an den Arbeitsplatz sowie die Zusammenarbeit mit behandelnden Ärzt:innen, Arbeitgebenden und anderen Sozialversicherungen. Insgesamt wurden im letzten Jahr 2400 Personen durch das Case Management betreut. Einen wichtigen Beitrag leisten zudem die Suva-Kliniken in Bellikon und Sion, die auf die Rehabilitation nach schweren Unfällen und berufliche Wiedereingliederung spezialisiert sind.

Die Rückkehr ins Berufsleben gelang in der überwiegenden Mehrheit der Fälle: 88 Prozent der Suva-Versicherten konnten nach einem schweren Unfall ins Berufsleben zurückkehren. Die Wiedereingliederungsrate bleibt seit Jahren konstant hoch.

Zurück am Arbeitsplatz – ein Gewinn für alle

«Neben der Präventionsarbeit und dem Versicherungsgeschäft ist die Wiedereingliederung von verunfallten Menschen in den Arbeitsprozess ein zentrales Anliegen der Suva», sagt Barbara Ingold, Leiterin Schadenabwicklung bei der Suva. «Eine erfolgreiche Wiedereingliederung ist ein Gewinn für alle: Die Betroffenen erhalten Lebensqualität und finanzielle Sicherheit zurück, Unternehmen behalten ihre Mitarbeitenden und tiefere Taggeld- und Rentenkosten entlasten das Prämiensystem – davon profitieren letztlich alle Versicherten.» Als erfolgreich wiedereingegliedert gelten Personen, die an ihren bisherigen oder einen neuen Arbeitsplatz zurückkehren und keine oder nur eine kleine Invalidenrente unter 20 Prozent benötigen.

Das persönliche Umfeld fördert den Heilungsprozess

Neben einer erfolgreichen medizinischen Behandlung und einer professionellen Begleitung ist auch die Unterstützung durch Familie, Freunde sowie Arbeitgebende und Arbeitskolleg:innen entscheidend für den Heilungsprozess. Anrufe, Besuche, Verständnis im Arbeitsalltag und positive Gespräche geben den Betroffenen Kraft und Zuversicht.

Wie wichtig diese Unterstützung nach einem schweren Unfall ist, weiss der ehemalige Profisportler und Bobfahrer Sandro Michel aus eigener Erfahrung. Nach einem Trainingssturz im Eiskanal im Februar 2024 hing sein Leben an einem seidenen Faden. Mehrere Notoperationen retteten ihm das Leben, danach folgte ein langer Weg zurück in den privaten und beruflichen Alltag. Während dieser schweren Zeit konnte er stets auf seine Familie, Freunde, seinen Arbeitgeber und die Suva zählen. «Für die Unterstützung meines gesamten Umfelds bin ich unglaublich dankbar. Ohne all diese Menschen wäre ich heute nicht dort, wo ich bin», ist Sandro Michel überzeugt.

«Da sein hilft. Egal wie.»

Die Geschichte von Sandro Michel ist Teil der aktuellen Wiedereingliederungskampagne der Suva «Da sein hilft. Egal wie.». Sie zeigt, wie Angehörige, Arbeitgebende und Arbeitskolleg:innen verunfallte Menschen auf ihrem Weg zurück in den Alltag und ins Berufsleben unterstützen können. Die Kampagne läuft bis Ende September im TV, in Print- und Online-Medien und auf Social Media.

Quelle: www.suva.ch

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