Unternehmerinnen in der Nachfolge – erfolgreich, motivierend und unterrepräsentiert
«Unternehmerinnen in der Nachfolge» lautete das Fokusthema des Rahmenprogramms der dritten Mitgliederversammlung des Schweizer Dachverbands für Unternehmensnachfolge – CHDU am 3. September 2025. Im Zentrum standen Best Practices aus familieninterner und externer Perspektive.

Best Practices aus familieninterner und externer Perspektive standen im Zentrum der diesjährigen Mitgliederversammlung des CHDU. Mit Anita und Svenja Stebler, Kehrer Stebler AG (s: stebler), sowie Carmen Alvarez und Nadine Zdych, Alemania Deutschschule AG, präsentierte der Schweizerische Dachverband für Unternehmensnachfolge erfolgreiche Unternehmerinnen aus beiden Nachfolgeszenarien. Ergänzt wurde die Runde durch Andreas Camenzind, Investment Director der Renaissance Anlagestiftung, die die Nachfolge von Schweizer KMU mit einem einzigartigen Investitionsmodell sicherstellt. Im Fazit der von CHDU-Vizepräsidentin Carla Kaufmann moderierten Interviews und des Panels zeigte sich klar: Nachfolgelösungen sind eine attraktive Alternative zur Gründung – das haben verschiedene Unternehmerinnen erkannt und erfolgreich umgesetzt. Noch sind ihre Geschichten zu wenig bekannt. Umso wichtiger ist es, ihre Vorbildfunktion und Anziehungskraft im Schweizer Nachfolgemarkt weiter zu stärken, wofür sich der CHDU einsetzt.
Niemals «Müssen müssen»
«Absolute Freiwilligkeit war von Beginn an die entscheidende Basis unseres Nachfolgeprozesses. Es war uns wichtig, dass unsere Tochter Svenja ihren beruflichen Weg frei von Erwartungen wählen konnte», betont Anita Stebler, CIO & CFO der Kehrer Stebler AG. Nach Erfahrungen in anderen Unternehmen hat sich Svenja Stebler bewusst für die Nachfolge entschieden. Heute verantwortet sie Digitalisierungsprojekte und ist VR-Delegierte der Kehrer Stebler AG. «Nachfolge ist nicht nur eine unternehmerische, sondern auch eine gesamtwirtschaftliche Aufgabe. Wenn wir heute klug handeln, sichern wir morgen Arbeitsplätze, Innovation und Standortqualität. Umso schöner, dass Svenja sich in diesem Kontext als Mitgestalterin einbringt», so Anita Stebler.
Lieber nachfolgen als gründen
Angesichts der Tatsache, dass neun von zehn Start-ups scheitern, entschieden sich die früheren Investorinnen Carmen Alvarez und Nadine Zdych bewusst für den Weg der Unternehmensnachfolge. «Das Angebot, die Alemania Deutschschule AG zu übernehmen, kam unerwartet – doch schnell war klar, dass sich hier die Chance bot, ein bestehendes Geschäftsmodell zukunftsfähig auszubauen und wirtschaftlich wieder erfolgreich zu machen. Warum also bei null anfangen, wenn man auf Bestehendem aufbauen kann», bringt es Co-CEO Nadine Zdych auf den Punkt. Heute zählt die Alemania Deutschschule AG zu den führenden Anbietern für Deutschunterricht in der Schweiz.
Wenn Unternehmerinnen Zukunft schreiben
Für die Renaissance Anlagestiftung zählen Unternehmenskultur, Innovationskraft und Kontinuität zu den zentralen Erfolgsfaktoren im Nachfolgeprozess. «Aus unserer langjährigen Begleitung familieninterner und externer Nachfolgen kennen wir zahlreiche Beispiele von Unternehmerinnen, die Firmen entscheidend geprägt haben – eines der eindrücklichsten ist die Solo Swiss SA, wo die Tochter nach der Übernahme vom Vater den erfolgreichen Turnaround umgesetzt hat, bevor wir die Firma in einem zukunftsfähigen Zustand übernehmen durften», sagt Investment Director Andreas Camenzind. Renaissance engagiert sich zudem gezielt für gleiche Karrierechancen – etwa durch Ausbildungsinitiativen mit Lehrstellen in technischen Berufen, Projekte wie Frauen in der Industrie bei Condis SA oder die finanzielle Unterstützung für Kinderbetreuung. «Damit unterstreichen wir, dass unsere langfristige ESG-Strategie kein nice-to-have ist, sondern einen intergralen Bestandteil unseres Handelns darstellt», so Camenzind.
Gerade in Nachfolgesituationen zeige sich, wie frische Impulse und neue Ideen die Innovationskraft und Widerstandsfähigkeit der Schweizer KMU beflügeln und einzigartig machen. Ein Grund mehr, Unternehmerinnen und Unternehmer für die Nachfolge zu motivieren, hält der CHDU fest.
Quelle: CHDU



