ETH-Spin-off entwickelt skalierbare Steuerungssysteme für Quantencomputing

Das ETH-Spin-off Qendra hat CHF 150’000 von Venture Kick erhalten, um die Steuerung und Koordination fortschrittlicher Quantencomputing-Experimente zu verbessern. Die Lösung soll diese Systeme zuverlässiger und besser skalierbar machen und damit die nächste Generation dieser Zukunftstechnologie unterstützen.

Das Führungsteam von Quendra: Deputy CTO Chidzahi Mabritto, CEO Dr. Martin Stadler und COO Dr. Ferdinand Felder. (Bild: zVg / Qendra / Venture Kick)

Quantencomputer haben das Potenzial, Bereiche wie Arzneimittelforschung, Logistik und Klimamodellierung grundlegend zu verändern. Führende Ansätze wie Ionenfallen- und Neutralatom-Systeme basieren jedoch auf hochkomplexen experimentellen Aufbauten, die schwer zu kontrollieren sind. Die Koordination von Lasern, Kameras und weiteren Komponenten erfordert spezialisierte Systeme, denen es derzeit an Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit fehlt – ein Hindernis für Fortschritte in Forschung und Kommerzialisierung.

Quantenexperimente synchronisieren

Das Start-up-Unternehmen Qendra, ein ETH-Spin-off, begegnet dieser Herausforderung mit einem dedizierten Steuerungssystem, das die Lücke zwischen klassischer Hardware und Quantenoperationen schliesst. Die Technologie synchronisiert und steuert die zahlreichen Komponenten von Quantenexperimenten – von der Signalgenerierung bis zur Systemorchestrierung. Die Plattform ist auf eine schnelle Inbetriebnahme und hohe Präzision ausgelegt, ermöglicht effizientere Experimente und unterstützt die Skalierung von Quantencomputersystemen.

Der technologische Fokus für die ersten praktisch nutzbaren Quantencomputer hat sich zuletzt von supraleitenden Qubits hin zu Neutralatomen und Ionenfallen verschoben. Diese Entwicklung treibt das Wachstum des Marktes für entsprechende Steuerungssysteme, der von CHF 50 Millionen im Jahr 2025 auf CHF 1 Milliarde bis 2035 anwachsen soll. Qendra hat bereits erste Umsätze für 2026 durch Kooperationen mit Startups und Forschungsgruppen gesichert und plant, die Anzahl installierter Steuerungssysteme im Jahr 2027 deutlich zu erhöhen.

Förderung durch Venture Kick

Die CHF 150’000 von Venture Kick werden Qendra ermöglichen, seine IP-Strategie umzusetzen und die langfristige Handlungsfreiheit sicherzustellen sowie die Expansion für 2027 durch die Gewinnung weiterer Schlüsselkunden voranzutreiben.

Das Elektronik-Startup wurde von CEO Dr. Martin Stadler, COO Dr. Ferdinand Felder und Deputy CTO Chidzahi Mabritto gegründet und basiert auf Technologien, die an der ETH Zürich in der Gruppe für Trapped-Ion-Quantum-Information entwickelt wurden. Das Team vereint Expertise in Quantenphysik, Ingenieurwesen und Systemdesign, um fortschrittliche Steuerungslösungen für Quantencomputing-Labore bereitzustellen.

«Venture Kick hat unsere Entwicklung von einem akademischen Forschungsprojekt hin zu einem Startup mit klarer Vision, Geschäftsmodell, Go-to-Market-Strategie und Roadmap für technologischen wie kommerziellen Erfolg entscheidend beschleunigt. Das Programm hat uns wirklich aus unserer Komfortzone herausgebracht», betont Mitgründer Martin Stadler.

Quellen: Venture Kick / Quendra

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/eth-spin-off-entwickelt-skalierbare-steuerungssysteme-fuer-quantencomputing/

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