Internet Governance: Die digitale Community setzt die Agenda

Das Swiss Internet Governance Forum (Swiss IGF) hat am 16. Juni 2026 in Bern einen erneuten Besucherrekord verzeichnet. Das wachsende Interesse unterstreicht, wie dringlich Fragen der digitalen Regulierung und Politik (Digital Governance) geworden sind – und wie einzigartig die Rolle des Swiss IGF als offene, von der Gemeinschaft getragene Plattform ist.

Das Internet: Digitale Regulierung wird immer wichtiger. (Bild: Unsplash.com)

Anders als bei klassischen Konferenzen wird das Programm nicht von den Organisierenden vorgegeben, sondern in einem «Call for Issues» von unten nach oben durch die Community bestimmt. So spiegelt das Swiss IGF die aktuell drängenden digitalpolitischen Themen und die wichtigsten Positionen dazu – dieses Jahr von der digitalen Souveränität über die Governance von künstlicher Intelligenz bis zum Kinderschutz auf Plattformen.

«Messages von Bern» verabschiedet

Verabschiedet wurden zum Abschluss die «Messages von Bern». Darin werden etwa bessere Kennzeichnungen von problematischen Inhalten durch Warnhinweise in Social Media gefordert und die Schulung von digitaler Kompetenz für Schülerinnen und Schüler mit spezieller Betrachtung der KI. Regierungen und Privatsektor müssten die pädagogische KI «by design» stärker fördern, heisst es dazu etwa. Auch Cybersicherheit ist ein Thema in den «Messages von Bern»: Diese dürfe nicht zu eng technisch verstanden werden. Es brauche einen verstärkten Austausch zwischen der digitalen Gemeinschaft und den politischen Entscheidungsträgern. Die Verantwortung für Cybersicherheit dürfe nicht den Endnutzerinnen und -nutzern aufgebürdet werden. Und bei der künstlichen Intelligenz fordern die Messages von Bern internationale Standards und eine globale Zusammenarbeit, um eine Fragmentierung der Regeln zu vermeiden.

Internationale Einbettung

Das Alleinstellungsmerkmal liegt im Austausch über die Grenzen der verschiedenen Anspruchsgruppen hinweg: Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutieren gleichberechtigt und vernetzen sich – was den Ergebnissen ihre besondere politische Relevanz verleiht. Über die «Messages von Bern» ist das Forum zudem in den internationalen Prozess eingebettet: Sie fliessen in den europäischen Dialog EuroDIG und in das UN Internet Governance Forum ein.

Durchgeführt wurde das Swiss IGF zum zweiten Mal im neuen institutionellen Rahmen unter dem Dach des Trägervereins Swiss Internet & Digital Governance (SIDG).

Anliegen ernst nehmen

«Der Mehrwert des Swiss IGF liegt in seiner Offenheit, seinem Bottom-up-Ansatz und der gleichberechtigten Einbindung aller Stakeholder. Das BAKOM hat das Swiss IGF vor über 10 Jahren zusammen mit weiteren engagierten Akteuren ins Leben gerufen und stellt seither das Patronat sicher», sagt Livia Walpen, Senior Policy Advisor Internationale Beziehungen, Bundesamt für Kommunikation (BAKOM).

«Das Swiss IGF und das Swiss Youth IGF als die Schweizer Ableger des weltweiten IGF-Prozesses der Vereinten Nationen stellen beide jeweils über die schweizweite Ausschreibung für Diskussionsthemen (Call for Issues) sicher, dass jede und jeder mit Anliegen zur Digitalisierung zu Wort kommen kann; damit sind sie ideale Projekte unter dem Dach des SIDG», sagt Jacques Beglinger, Präsident, Verein Swiss Internet & Digital Governance (SIDG).

Quelle: Swiss IGF

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/internet-governance-die-digitale-community-setzt-die-agenda/

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