KI ist das zweitgrösste Risiko für Menschen am Arbeitsplatz

Der «Security Awareness & Culture Report 2026» des Sans Instituts zeigt: Künstliche Intelligenz ist unter den menschlichen Risiken am Arbeitsplatz auf Platz zwei vorgerückt – nur noch hinter Social Engineering. Gleichzeitig fehlt es den meisten Sensibilisierungsprogrammen weiterhin an Personal und Ressourcen, um über grundlegende Compliance-Schulungen hinauszugehen.

Gemäss einer globalen Studie wird KI inzwischen als zweitgrösstes Risiko am Arbeitsplatz gesehen. (Bild: Depositphotos.com)

Der «Security Awareness & Culture Report 2026» des Sans Instituts erscheint bereits zum elften Mal und gilt als einziger jährlicher Benchmark, der von und für Fachleute im Bereich Security Awareness erstellt wird. Die Umfrage stützt sich auf Antworten von mehr als 1’700 Security-Awareness-Fachleuten aus Nordamerika, Europa, Asien, Afrika, Australien und Südamerika. Die Ergebnisse wurden von einem neu gebildeten zwölfköpfigen Beirat begleitet, dem Fachleute von der Bank of Ireland, Medibank und Datadog angehören.

KI rückt in der Risikorangliste rasch vor

Vor zwei Jahren belegte Künstliche Intelligenz noch den vierten Platz unter den von Security-Awareness-Fachleuten erfassten menschlichen Risiken. Heute rangiert sie gemäss dem aktuellen Report nur noch hinter Social Engineering. Der Bericht widmet der KI-bezogenen Risikoentwicklung einen eigenen Abschnitt und nennt drei Bereiche, die Fachleute heute aktiv bewirtschaften müssen: die unbefugte Nutzung generativer KI-Tools durch Mitarbeitende, das sogenannte «Vibe-Coding» durch Personen ohne Softwareentwicklungshintergrund sowie Risiken durch KI-Agenten, deren Handlungen nicht von Menschen überprüft werden.

Die Daten zeigen zudem: 75 Prozent der Teams für Sicherheitsbewusstsein setzen KI bereits ein, um ihre eigenen Programme zu entwickeln und zu verwalten. Lediglich 2,4 Prozent haben KI ausprobiert und entschieden, dass sie keinen Nutzen bringe.

Personalausstattung bleibt kritischer Engpass

Trotz steigender Gehälter in der gesamten Branche verfügen die meisten Programme zur Sensibilisierung für Cybersicherheit nicht über genügend Personal, um über grundlegende Compliance-Schulungen hinauszugehen. Der Report macht deutlich: Die Reife eines Programms hängt mehr als alles andere von zwei Variablen ab – Teamgrösse und Zeit.

Um das Verhalten der Belegschaft nachhaltig zu verändern, sind mindestens drei fest zugewiesene Mitarbeitende notwendig, und es dauert drei bis fünf Jahre, bis Ergebnisse sichtbar werden. Für die nächste Phase – den Aufbau einer dauerhaften Sicherheitskultur – braucht es ein grösseres Team von etwas mehr als vier fest zugewiesenen Mitarbeitenden und einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren. Die meisten der untersuchten Programme erreichen keine dieser beiden Schwellenwerte.

Steigende Gehälter, neues Benchmarking-Tool

Das weltweite Durchschnittsgehalt für Fachkräfte im Bereich Security Awareness erreichte im Jahr 2026 123’624 US-Dollar – ein Anstieg von rund 7’000 US-Dollar gegenüber dem Vorjahr. Der europäische Durchschnitt lag bei 106’896 US-Dollar. Der Bericht schlüsselt die Gehaltsdaten weiter nach Region, Branche und beruflichem Hintergrund auf.

Neu enthält der Report ausserdem ein interaktives Benchmarking-Tool, mit dem Fachleute die Reife ihres Programms, die Teamgrösse und die Ressourcenausstattung in Echtzeit mit dem gesamten Datensatz vergleichen können.

«Jedes Jahr hören wir dasselbe von Fachleuten: Sie wissen, wo ihr Programm steht, sind sich aber nicht sicher, was als Nächstes zu tun ist. Welche Massnahmen werden die grösste Wirkung erzielen, insbesondere angesichts begrenzter Zeit und begrenzter Budgets? Diese Lücke wollten wir mit dieser Ausgabe schliessen», sagt Lance Spitzner, Technischer Direktor bei Sans Workforce Security and Risk Training. «Wir haben die Matrix für die Indikatoren aktualisiert, um sie besser auf das Reifegradmodell abzustimmen, sodass Fachleute konkrete Massnahmen erhalten, die auf den tatsächlichen Stand ihres Programms zugeschnitten sind. Diese Daten liefern ihnen greifbare Argumente für Budgetgespräche mit der Unternehmensleitung.»

Quelle: www.sans.org

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/ki-ist-das-zweitgroesste-risiko-fuer-menschen-am-arbeitsplatz/

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