Klimastiftung Schweiz fördert 8 KMU mit über einer Million Franken

In der ersten Förderrunde 2026 unterstützt die Klimastiftung Schweiz acht Schweizer KMU mit insgesamt 1,084 Millionen Franken. Darunter sind Projekte wie natürliche Verpackungsfolien aus Seetang und CO₂-negativer Beton aus Pflanzenkohle. Die geförderten Unternehmen zeigen, wie Innovation und Klimaschutz in der KMU-Landschaft Hand in Hand gehen können.

Das Noriware-Team entwickelt natürliche Verpackungsfolien aus Seetang. Quelle: zvg / Klimastiftung Schweiz

Zweimal jährlich entscheidet die Klimastiftung Schweiz über Förderanträge von KMU, die einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten. In der ersten Förderrunde 2026 wurden 8 Projekte ausgewählt und mit einem Gesamtbetrag von 1,084 Millionen Franken unterstützt. Die geförderten Vorhaben reichen von natürlichen Verpackungsalternativen über CO₂-negativen Beton bis hin zur Mineralisierung von CO₂ in Holzasche.

Dass die Förderung gerade in der Anfangsphase entscheidend ist, belegt die jährliche Wirkungsmessung der Stiftung: Im Geschäftsjahr 2025 gaben 23 Prozent der geförderten KMU an, ihr Innovationsprojekt ohne die Unterstützung der Stiftung nicht realisiert zu haben. Weitere 41 Prozent hätten ihr Vorhaben nur stark verzögert oder in deutlich reduziertem Umfang umgesetzt.

Seetang statt Plastik: Noriware entwickelt natürliche Verpackungsfolien

Plastikverpackungen bestehen überwiegend aus fossilen Rohstoffen und verursachen entlang ihres gesamten Lebenszyklus Treibhausgasemissionen – von der Herstellung bis zur Entsorgung. Gleichzeitig wächst der regulatorische und gesellschaftliche Druck, Einwegplastik zu reduzieren und durch nachhaltigere Alternativen zu ersetzen. Eine solche hat die Aargauer Firma Noriware mit «Norifresh» entwickelt. «Das ist eine zu 100 % natürliche Verpackungsfolie für Obst und Gemüse, die sich wie Plastik verhält. Doch sie hat ein Geheimnis», verrät CEO und Co-Founderin Jessica Farda: «Sie wird aus Algen hergestellt.» Das Produkt bietet eine biogene Alternative zu herkömmlichen Kunststofffolien und wird aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt.

Beton vom Klimaproblem zur Klimalösung

Nach Wasser ist Beton der weltweit meistgenutzte Baustoff. Der im Beton enthaltene Zement gehört zu den grössten Verursachern von CO₂-Emissionen. Um die Klimaziele des Bausektors zu erreichen, braucht es daher Lösungen, die über eine reine Emissionsreduktion hinausgehen. Genau dieses Ziel verfolgt die bündnerische Klark. Das von der Klimastiftung Schweiz geförderte Projekt umfasst den Aufbau eines Produktionsstandorts in Landquart zur industriellen Herstellung eines Pflanzenkohle-Additivs – eines Zusatzstoffs, der dem Beton beigemischt wird. Dieser Ansatz ermöglicht es Herstellern, CO₂-neutralen oder sogar CO₂-negativen Beton zu produzieren, bei dem Kohlenstoff dauerhaft gebunden bleibt. «Ich sehe Chancen, wo andere Grenzen sehen», sagt Andreas Schefer, Geschäftsführer von Klark, und betont: «Wir haben eine klare Mission. Beton vom Klimaproblem zur Klimalösung machen. Unsere Firma nutzt das Potenzial der Pflanzenkohle, um Kohlenstoff langfristig zu speichern.»

KLARK AG entwickelt CO2-neutralen Beton. Quelle: zvg / Klimastiftung Schweiz

Holzasche bindet CO₂

Eine der zentralen Herausforderungen auf dem Weg zu Netto Null ist die dauerhafte Bindung von CO₂. Der aktuelle Überschuss des Treibhausgases in der Atmosphäre macht deutlich, dass neben der Emissionsreduktion auch historisch ausgestossene Mengen aktiv entfernt werden müssen. In Partnerschaft mit Amstutz Holzenergie und dem Dachverband Holzenergie Schweiz will die Go-climate aus Rigi Scheidegg eine solche Lösung umsetzen. «Ziel unseres Projektes ist es, Holzasche mit CO₂ anzureichern», erklärt Geschäftsführer Carl Ulrich Gminder. Das Potenzial ist vorhanden: In der Schweiz fallen gemäss Bundesamt für Umwelt jährlich rund 75’000 Tonnen Holzasche an. Das Schwyzer KMU will mit seinem Vorhaben künftig bis zu 2’000 Tonnen CO₂ pro Jahr mineralisieren, um die Konzentration in der Luft zu senken und den aufwendigen CO₂-Transport ins Ausland zu reduzieren.

Weitere geförderte KMU in der ersten Runde 2026

Neben den drei vorgestellten Projekten werden in der ersten Förderrunde 2026 auch die Technologien und Vorhaben weiterer Schweizer KMU unterstützt: Limu.eco aus Mettmenstetten (ZH), Nullpunkt aus Oberengstringen (ZH), UpVolt aus Basel (BS), Winduction aus Zürich (ZH) sowie Modual aus Brunnen (SZ).

Die nächste Eingabefrist für Förderanträge bei der Klimastiftung Schweiz endet am 1. September 2026. Weitere Informationen unter www.klimastiftung.ch.

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