Vaultica und Cadziplo: Rechenzentrums-Abwärme heizt Gebäude in Genf

Vaultica speist die Abwärme seines Rechenzentrums GEN01 in Plan-les-Ouates ins Fernwärmenetz von Cadziplo ein. Aktuell liefert die Anlage rund 1 MW Wärme, ausgelegt ist sie auf bis zu 4,2 MW. Die Wärme beheizt nahegelegene Gebäude.

Das Industriegebiet von Plan-les-Ouates bei Genf, dessen Abwärme das Fernwärmenetz speist. Quelle: zvg
Das Industriegebiet von Plan-les-Ouates bei Genf, dessen Abwärme das Fernwärmenetz speist. Quelle: zvg

Vaultica Data Centers («Vaultica»), Anbieter von Colocation-Dienstleistungen für Unternehmen, speist die zurückgewonnene Abwärme aus seinem Rechenzentrum GEN01 in Plan-les-Ouates ins Fernwärmenetz von Cadziplo ein. Dort wird sie zur Beheizung nahegelegener Gebäude genutzt. Das System überträgt derzeit rund 1 MW Wärme, das Gesamtprojekt ist darauf ausgelegt, bis zu 4,2 MW zurückzugewinnen.

Die zurückgewonnene Wärme trägt laut Mitteilung bereits dazu bei, den Heizölverbrauch des Geländes um etwa 45 Prozent zu senken.

Industrielle Symbiose als Prinzip

Das Cadziplo-Projekt in Plan-les-Ouates hat zum Ziel, ein an ein Fernwärmenetz angeschlossenes Wärmerückgewinnungssystem zu errichten. Es fängt die Abwärme des Industriegebiets auf und verteilt die Wärme über ein Niedertemperatur-Fernwärmenetz als Warmwasser an die neuen Gebäude in der Umgebung. Das Prinzip entspricht dem der klassischen industriellen Symbiose: Was im Rechenzentrum als Abwärme entsteht, wird zur Energiequelle für andere Gebäude.

Das Projekt wurde im Rahmen eines Programms zur industriellen Nachhaltigkeit in Genf und in Zusammenarbeit mit den Services Industriels de Genève (SIG) entwickelt. Das Netz von Cadziplo gewinnt Wärme zurück, um nahegelegene Wohngebäude und öffentliche Einrichtungen zu beheizen. Die Anbindung erfolgt über eine Austauschstation zwischen dem Rechenzentrum und der bestehenden Netzinfrastruktur.

So funktioniert die Wärmerückgewinnung

Server erzeugen ständig Wärme. Normalerweise muss diese aus dem Rechenzentrum abgeführt werden, traditionell über das Kühlsystem und schliesslich in die Umgebungsluft. Bei Cadziplo läuft der Prozess anders ab: Das Kühlsystem fängt die Wärme der Server auf und leitet sie an einen Wasserkreislauf weiter, der die Wärmepumpen versorgt. Diese liefern die benötigte Wärme an das Fernwärmenetz, das sie an die Gebäude verteilt. Das Rechenzentrum von Vaultica in Genf ist damit die im ursprünglichen Konzept vorgesehene Hauptwärmequelle.

Sherif Rizkalla ist CEO von Vaultica. Quelle: zvg
Sherif Rizkalla ist CEO von Vaultica. Quelle: zvg

«Ein Rechenzentrum stellt nicht nur digitale Infrastruktur bereit, sondern kann auch Teil des lokalen Energieökosystems werden», sagt Sherif Rizkalla, CEO von Vaultica. «Bei GEN01 wird die von der IT-Infrastruktur unserer Kunden erzeugte Wärme in eine wertvolle Energiequelle für die umliegende Gemeinde umgewandelt. Mit steigendem Bedarf am Standort wächst auch das Potenzial, mehr Wärme zurückzugewinnen und wiederzuverwenden, wodurch eine greifbare Verbindung zwischen digitalem Wachstum und der Energiewende entsteht.»

Für Cadziplo trägt die zurückgewonnene Wärme zur Energiewende in der Region Genf bei. Das Netz strebt einen Anteil von 50 Prozent erneuerbarer Energie an, der bis 2030 auf 80 Prozent steigen soll. Mit zunehmender IT-Last von GEN01 dürfte auch die Menge an rückgewinnbarer Wärme steigen, was weiteres Potenzial für den Energieaustausch mit dem Netz schafft.

Zu den Unternehmen

Cadziplo ist ein Schweizer Energieunternehmen mit Sitz in Genf, das Infrastruktur für erneuerbare Energien entwickelt und betreibt. Es konzentriert sich insbesondere auf Lösungen zur Rückgewinnung und Verwertung von Abwärme.

GEN01 liegt am Stadtrand von Genf und wird laut Vaultica ausschliesslich mit Strom aus Wasserkraft betrieben. Die Anlage verfügt über eine N+1-Infrastruktur und unterstützt hochdichte Bereitstellungen. Vaultica ist ein paneuropäischer Anbieter von Colocation-Lösungen mit einem wachsenden Netzwerk miteinander verbundener Rechenzentren. 

Quelle: www.vaultica.com

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