Swiss L’Oréal-UNESCO: Vier Forscherinnen für «For Women in Science» geehrt

In Zürich wurden die Swiss L’Oréal-UNESCO «For Women in Science» Awards 2026 verliehen. Vier Nachwuchsforscherinnen erhielten für ihre wissenschaftlichen Arbeiten je einen Förderpreis von 25’000 Franken. Organisiert wird das Programm von L’Oréal Schweiz, der Schweizerischen UNESCO-Kommission und der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften SATW.

Vier Nachwuchsforscherinnen erhalten begehrte Auszeichnungen. Quelle: zvg

Ein Abend im Zeichen von Sichtbarkeit, Vielfalt und wissenschaftlicher Exzellenz: Am 21. Oktober 2026 wurden die Swiss L’Oréal-UNESCO «For Women in Science» Awards im Zürcher Kammerorchester (ZKO) in Zürich verliehen. Vor knapp 200 Gästen aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft standen vier herausragende Nachwuchsforscherinnen im Mittelpunkt, gewürdigt für ihre Forschung und ihren Beitrag zur Wissenschaft.

Die feierliche Stimmung war geprägt von hochkarätigen Reden und klaren Botschaften. I.E. Marion Paradas, Botschafterin Frankreichs in der Schweiz und in Liechtenstein, Thomas Zeltner, Präsident der Schweizerischen UNESCO-Kommission, Benoît Dubuis, Präsident der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften SATW, und Claire Dieudonné, Country Coordinator & Market Director Consumer Products bei L’Oréal Schweiz, betonten die Bedeutung der Förderung von Frauen in der Wissenschaft und des Vorantreibens von Chancengleichheit. In einer Videobotschaft begrüsste Guy Parmelin, Bundespräsident und Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), die Auszeichnungen als wichtigen Beitrag zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft in der Schweiz und unterstrich den Wert der Unterstützung herausragender Nachwuchsforscherinnen. Zudem bekräftigte er das Engagement des Bundes für dieses Ziel und würdigte die Partnerschaft des Programms als Beispiel dafür, was öffentliche, zivilgesellschaftliche und private Akteure gemeinsam erreichen können. Durch den Abend führte Moderatorin Olivia Kinghorst.

Die Preisträgerinnen 2026

Im Mittelpunkt der Feier standen die vier Preisträgerinnen des Jahres 2026. Jede von ihnen steht für herausragende wissenschaftliche Leistungen und den Mut, neue Wege zu gehen. Ihre Arbeit zeigt, wie Vielfalt die Forschung bereichert und warum es wichtig ist, dass Frauen in der Wissenschaft sichtbar sind.

Dr. Millicent Dockerill (Universität Genf, Institut für Organische Chemie) entwickelt reversible gerinnungshemmende Therapien der nächsten Generation, die mit einem schnell wirkenden Gegenmittel in Form eines «chemischen Reissverschlusses» ausgestattet sind. Ihre Plattform ermöglicht es Ärztinnen und Ärzten, die Medikamentenwirkung in Notfällen sofort zu stoppen. Dadurch kann das Risiko schwerer Blutungen erheblich gesenkt und besonders gefährdete Patientengruppen, darunter Schwangere, geschützt werden.

Dr. Ing. Jana Musilová (ETH Zürich, Institut für Biosysteme D-BSSE) leistet Pionierarbeit für das Fundament eines personalisierten «digitalen Zwillings» des menschlichen Menstruationszyklus. Durch die Verknüpfung von Computational Biology mit longitudinalen Daten zu Steroidhormonen schliessen ihre Open-Source-Modelle wichtige historische Datenlücken im Bereich der Frauengesundheit und tragen dazu bei, die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen wie Endometriose und PCOS zu verbessern.

Dr. Vera Vollenweider (Universität Zürich, Institut für Quantitative Biomedizin) erforscht antimikrobielle Strategien, die multiresistenten Bakterien das für ihr Wachstum essenzielle Eisen entziehen. Ihre Arbeit untersucht, ob ein langanhaltender Eisenentzug klinisch relevante Krankheitserreger dazu bringen kann, mobile genetische Elemente abzustossen, die Gene für Antibiotikaresistenz und Virulenz tragen.

Dr. Oana Pelea (Universität Zürich, Institut für Biochemie) entwickelt Bridge-Rekombinase-Systeme der nächsten Generation, um hochpräzise genomische Umlagerungen in grossem Umfang in menschlichen Zellen zu ermöglichen. Ihre Forschung könnte dazu beitragen, die Grundlagen für mutationsunabhängige Therapien genetischer Erkrankungen zu schaffen.

Jede Preisträgerin erhielt einen Förderpreis in Höhe von 25’000 Franken. Die Unterstützung gibt den Preisträgerinnen die Möglichkeit, Forschungsprojekte weiterzuverfolgen, internationale Kooperationen auszubauen und wichtige Schritte in ihrer Laufbahn zu machen.

Ein Schweizer Programm mit globaler Reichweite

Das 2025 in der Schweiz lancierte Programm «For Women in Science» wird in Partnerschaft von L’Oréal Schweiz, der Schweizerischen UNESCO-Kommission und der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften SATW unter dem Patronat des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) durchgeführt.

Auf internationaler Ebene fördern die Fondation L’Oréal und die UNESCO bereits seit 1998 Frauen in der Forschung. Das Programm hat weltweit bereits mehr als 4’700 Wissenschaftlerinnen unterstützt, darunter sieben spätere Nobelpreisträgerinnen.

Stimmen der Partner

Claire Dieudonné, Country Coordinator & Market Director Consumer Products, L’Oréal Switzerland, sagt: «Mit ‚For Women in Science‘ unterstützen wir herausragende Nachwuchsforscherinnen und machen ihre Erfolge sichtbar. Die diesjährigen Preisträgerinnen zeigen die Leidenschaft und das Zukunftspotenzial, die in der Wissenschaft stecken. Sie inspirieren die nächste Generation und stärken die Sichtbarkeit von Frauen in der Wissenschaft. Gemeinsam setzen wir uns für mehr Chancengleichheit und eine starke Zukunft der Forschung ein.»

Thomas Zeltner, Präsident der Schweizerischen UNESCO-Kommission, ergänzt: «Die Preisträgerinnen 2026 beeindrucken nicht nur durch ihre wissenschaftlichen Leistungen, sondern auch durch ihre Entschlossenheit, ihre Kreativität und ihren Beitrag zu einer besseren Zukunft. Sie verkörpern genau das, wofür ‚For Women in Science‘ steht: wissenschaftliche Exzellenz, gesellschaftliche Relevanz und die Kraft, andere zu inspirieren. Der Abend hat uns daran erinnert, wie wichtig es ist, Frauen in der Wissenschaft sichtbar zu machen und sie zu fördern. Wir können es uns nicht leisten, auf die Ideen, das Wissen und die Talente der Hälfte der Menschheit zu verzichten: Frauen bringen die Wissenschaft voran, und die Wissenschaft bringt die Welt voran.»

Benoît Dubuis, Präsident der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften SATW, betont: «Die diesjährigen Auszeichnungen unterstreichen das enorme Potenzial des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Schweiz. Besonders beeindruckt haben mich das Engagement und das innovative Denken, mit denen die Preisträgerinnen forschen. Ihr Erfolg sendet ein starkes Signal und kann viele Mädchen und junge Frauen ermutigen, ihre Zukunft in der Forschung zu sehen.»

Über die Partnerorganisationen

Die Schweizerische UNESCO-Kommission ist eine ausserparlamentarische Bundeskommission mit beratender Funktion, die 1949 durch Beschluss des Bundesrates eingesetzt wurde. Ihr Auftrag ist es, die Verbindung zu den Behörden in der Schweiz in allen UNESCO-relevanten Fragen zu gewährleisten und die intellektuelle Zusammenarbeit in den Kompetenzbereichen der UNESCO zu fördern.

Die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften SATW ist das wichtigste Expertennetzwerk für Ingenieurwissenschaften in der Schweiz und steht in Kontakt mit den höchsten Schweizer Gremien für Wissenschaft, Politik und Industrie. Sie identifiziert industriell relevante technologische Entwicklungen im Auftrag des Schweizer Bundes und informiert Regierung und Öffentlichkeit über deren Bedeutung und Konsequenzen.

L’Oréal widmet sich seit über 115 Jahren den Schönheitswünschen der Verbraucherinnen und Verbraucher auf der ganzen Welt. Mit einem Portfolio von 40 internationalen Marken und Nachhaltigkeitsverpflichtungen im Rahmen des Programms «L’Oréal for the Future» erzielte der Konzern 2025 einen Umsatz von 44,05 Milliarden Euro. In Deutschland, Österreich und der Schweiz beschäftigt L’Oréal rund 3000 Mitarbeitende. In der Schweiz ist L’Oréal Kosmetikmarktführer und an zwei Standorten vertreten.


Weitere Informationen zu L’Oréal: https://www.loreal.com/en/mediaroom

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