SVEB-Branchenmonitor 2026: Weiterbildungsbranche zeigt sich verhaltener
Die Weiterbildungsanbieter in der Schweiz schätzen die wirtschaftliche Situation ihrer Branche weniger positiv ein als in den Vorjahren. Das zeigt der SVEB-Branchenmonitor 2026, für den die Antworten von 377 Anbietern ausgewertet wurden. Trotzdem hat fast zwei Drittel der befragten Anbieter neue Angebote entwickelt.

Die Stimmung in der Schweizer Weiterbildungsbranche ist zurückhaltender geworden. Laut dem aktuellen SVEB-Branchenmonitor schätzen die Weiterbildungsanbieter die wirtschaftliche Situation ihrer Branche weniger positiv ein als in den vergangenen Jahren. Auch bei der Entwicklung des Angebotsvolumens überwiegen für 2025 und 2026 neutrale Einschätzungen.
Der SVEB befragt die Weiterbildungsanbieter jedes Jahr zu aktuellen Entwicklungen und fasst die Resultate im Branchenmonitor zusammen. Dieser präsentiert Indikatoren in den vier Dimensionen wirtschaftliche Situation, Angebot, Nachfrage und Personalbestand.
Von leicht positiver zu neutraler Einschätzung
Für den Branchenmonitor 2026 wurden die Antworten von 377 Weiterbildungsanbietern ausgewertet. Nachdem sich die Werte in den vergangenen Jahren in allen Dimensionen positiv entwickelt hatten, zeigt sich für 2025 erstmals seit Beginn der Messung wieder ein Rückgang. Bei der wirtschaftlichen Situation, beim Angebot und bei der Nachfrage verschiebt sich die Einschätzung der Anbieter von einer leicht positiven hin zu einer neutralen Entwicklung. Die Dimension Personalbestand bleibt über die Jahre stabil. Die Erwartungen für 2026 bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau.
Neue Angebote entwickelt
Trotz der verhaltenen Lage bleibt die Branche bei der Angebotsentwicklung aktiv. Fast zwei Drittel der befragten Anbieter haben neue Angebote entwickelt. Besonders häufig trifft dies auf Anbieter aus grossen Organisationen, öffentliche Anbieter und Anbieter der betrieblichen Weiterbildung zu. Die Weiterentwicklungen betreffen sowohl Inhalte als auch Formate. Genannt werden unter anderem Online- und Hybridformate, modulare Angebote und Kurzkurse sowie neue Themenfelder, häufig rund um die künstliche Intelligenz. Gleichzeitig bleibt die Durchführungssicherheit der geplanten Angebote relativ hoch, da hohe Absagequoten 2025 kaum vorkamen.
KI als Herausforderung
Die Entwicklungen im Bereich der KI stellen die Anbieter auch vor Herausforderungen. Thema sind insbesondere die fachgerechte Anwendung von KI-Tools sowie die damit verbundenen Kosten und Anpassungen. Daneben bleiben bereits bekannte Herausforderungen bestehen: die schwankende Nachfrage, unsichere Finanzierungsbedingungen und der intensive Wettbewerb.
Insgesamt zeigt der Branchenmonitor eine Weiterbildungsbranche, deren Wachstumsdynamik zwar nachgelassen hat, die aber weiterhin anpassungsfähig bleibt. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten investieren die Anbieter in die Weiterentwicklung ihrer Angebote und reagieren damit auf sich verändernde Bedürfnisse und Rahmenbedingungen.
Source: SVEB
