BFH Technik und Informatik: 233 Ingenieur:innen und Informatiker:innen feierlich verabschiedet

Die Berner Fachhochschule BFH Technik und Informatik hat 233 Absolvent:innen ihre Bachelor- und Masterabschlüsse verliehen. An der Diplomfeier wurden zudem acht herausragende Abschlussarbeiten mit Preisen wie dem Styner-Preis, dem RUAG Innovation Award und dem «Most Creative Thesis Award» ausgezeichnet.

Kilian Schürch (links) Gewinner für den besten Abschluss am Departement Technik und Informatik. Prof. Andreas Habegger (Leiter Master of Science in Engineering; rechts). Zudem wurde Kilian Schürch mit dem Preis für den besten Abschluss im Master of Science in Engineering ausgezeichnet. (Bild: BFH)

233 Studierende der Berner Fachhochschule BFH Technik und Informatik haben 2026 ihre Ingenieurs- oder Informatikausbildung erfolgreich abgeschlossen. Vergangenen Freitag wurden die Abschlüsse gewürdigt und herausragende Leistungen im Rahmen einer Preisverleihung honoriert.

213 Absolvent:innen schlossen ihren Bachelor of Science ab, 20 als Master of Science. In ihren Abschlussarbeiten setzten sie sich mit anspruchsvollen Fragestellungen aus Industrie und Wirtschaft auseinander und entwickelten innovative Lösungsansätze, Produkte, Prozesse oder Systeme. Dieses Jahr wurden acht herausragende Abschlussarbeiten speziell ausgezeichnet. Nebst den beiden Styner-Preisen und dem RUAG Innovation Award wurden auch der «Most Creative Thesis Award» sowie der ETA-Spezialpreis für die beste Arbeit im Fachbereich Mechatronik und Systemtechnik verliehen. Zudem wurden die Preisträger:innen des Prix d’Excellence gewürdigt, der bereits am 15. September in Biel verliehen wurde. Mit Unterstützung der Ypsomed AG wurde zudem der beste Abschluss im Fachbereich Medizininformatik ausgezeichnet, während der Verband Swiss Engineering STV den besten Abschluss im Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnologie honorierte. Im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen wurde der beste Abschluss mit einer Auszeichnung des Uhrenherstellers Christopher Ward prämiert.

Premio Styner

Die Styner-Stiftung hat auch in diesem Jahr zwei Masterarbeiten ausgezeichnet, die sich durch einen hohen Innovationsgrad und Potenzial für die praktische Anwendung in der Wirtschaft hervorheben. Den ersten Preis über 10’000 Franken gewann Elia Lenti für seine Arbeit «Investigation of AZCS converter as solid-state transformer». Der Preisträger beschäftigte sich mit einer vielversprechenden Technologie für die Energieversorgung der Zukunft. Sogenannte Solid-State-Transformatoren könnten herkömmliche Transformatoren künftig ergänzen oder ersetzen und ermöglichen eine effizientere und flexiblere Steuerung von Energie. Den zweiten Preis über 5’000 Franken gewann Kilian Schürch für seine Arbeit «Implementation of a Chatbot for Downtime Data Analysis Using Retrieval-Augmented Generation». In Zusammenarbeit mit der Hoffmann Neopac AG untersuchte er, wie sogenannte Large Language Models (LLMs) den Zugang zu Produktionsdaten vereinfachen können. Industrieunternehmen erfassen grosse Mengen an Daten über ihre Maschinen und Produktionsprozesse, deren gezielte Auswertung jedoch häufig zeitaufwendig ist und spezialisiertes Fachwissen erfordert.

Premio innovazione RUAG

Sicherheit und technologische Unabhängigkeit sind Themen, die auch in Zukunft von grosser Bedeutung sein werden. Der mit CHF 1’000 dotierte RUAG Innovation Award würdigt innovative Arbeiten von Hochschulabsolvent:innen, die sich mit diesen Herausforderungen auseinandersetzen. Alain Wymann und Alex Tschumper haben mit ihrer Arbeit im Bachelor-Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnologie ein kostengünstiges System zur Bestimmung der Richtung von Funksignalen entwickelt. Dabei werden mehrere Antennen eingesetzt, deren Signale nacheinander mit nur einem einzigen Empfangsgerät ausgewertet werden. Das System kann Funksignale über einen breiten Frequenzbereich erfassen und wurde erfolgreich in einem Feldversuch getestet.

«Most Creative Thesis Award»

Mit dem «Most Creative Thesis Award» wird jeweils die kreativste Bachelor-Arbeit im Studiengang Mechatronik und Systemtechnik gewürdigt. Mit einer innovativen Herangehensweise und hoher praktischer Relevanz überzeugte Jason Stanley mit seiner Bachelor-Arbeit «Evaluation von Elektrostimulationsmustern zur Effizienzsteigerung neuroprothetischer Antriebe». Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen mit Querschnittlähmung mithilfe elektrischer Muskelstimulation effizienter Velo fahren können. Dafür wurde ein neues Testsystem für das BFH-CybaTrike entwickelt, mit dem verschiedene Formen und Anordnungen der elektrischen Stimulation untersucht werden können. Die Tests zeigen, dass sich die Leistungsfähigkeit durch eine gezieltere Stimulation der Muskeln deutlich steigern lässt. Die Ergebnisse schaffen eine wichtige Grundlage für zukünftige Wettkämpfe wie den Cybathlon.

ETA-Spezialpreis: beste Arbeit BSc Mechatronik und Systemtechnik

Der ETA-Spezialpreis für die beste Arbeit in Mechatronik und Systemtechnik wurde auch dieses Jahr mit einer Hamilton Uhr ausgezeichnet. Der Preisträger Alexandre Jogo widmete seine Bachelorarbeit der Frage, wie sich medizinische Geräte einfach und nachhaltig digitalisieren lassen. In seiner Arbeit «Smartphone-Based Extraction of Autoinjector Data Using Machine Learning Methods» entwickelte er eine Anwendung, die mit der Kamera eines Smartphones Informationen über sogenannte Autoinjektoren erfasst – Geräte, mit denen Medikamente einfach und sicher selbst verabreicht werden können. Die Anwendung erkennt unter anderem, ob ein Gerät bereits verwendet wurde, und liest wichtige Informationen direkt vom Gerät aus. Dadurch könnte künftig auf zusätzliche Elektronik im Einweggerät oder auf separate Zusatzmodule verzichtet werden. Aufgrund des Innovationspotenzials wurde eine Abklärung der Patentierbarkeit eines im Rahmen der Arbeit entwickelten Ansatzes in Auftrag gegeben.

Prix d’Excellence

Am 15. September 2026 wurde der Prix d’Excellence vom Spitalzentrum Biel bereits zum 13. Mal an sechs Absolvent:innen des Bachelor-Studiengangs Medizininformatik der BFH verliehen. Die besten Abschlussarbeiten in den Kategorien Innovation, Konzept und Umsetzung wurden mit einem insgesamt CHF 3’000 dotierten Preis ausgezeichnet. In der Kategorie beste Innovation wurden Susanne Kretschmar und Thomas Schüpbach ausgezeichnet. Der Preis für das beste Konzept ging an Anisa Abukar und Joël Schaller, für die beste Umsetzung wurden Christoph Gsteu und Marius Krass geehrt.

Beste Abschlüsse 2026

An der Diplomfeier wurden zudem die besten Abschlüsse auf Bachelor- und Master-Stufe sowie der beste Abschluss über alle Studiengänge hinweg am Departement gewürdigt. Im Bachelor of Science wurden ausgezeichnet: Alexandre Clivaz (Automobil- und Fahrzeugtechnik), Marc Rudolf Fuhrer (Data Engineering), Hannes Valentin Stalder (Elektrotechnik und Informationstechnologie), Adrian Nathanael Riesen (Informatik), Josia Micha Wenger (Maschinentechnik), Thomas Schüpbach (Medizininformatik), Alexandre Jogo (Mechatronik und Systemtechnik) sowie Simon Aebi (Wirtschaftsingenieurwesen). Als bester Abschluss im Master of Science in Engineering sowie als gesamthaft bester Abschluss 2026 am Departement Technik und Informatik wurde Kilian Stefan Schürch ausgezeichnet.

Fonte: Berner Fachhochschule BFH

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