Schweiz führt weltweit bei Produktion von grünem Wasserstoff

Die Schweiz gehört zu den führenden Nationen bei der Forschung um grünen Wasserstoff. Der Schweizer Wasserstoff-Verein Hydropole feiert sein 25-jähriges Jubiläum und präsentiert den «Hydrogen Report Switzerland 2026». Der Bericht zeigt, wie die Schweiz von der ersten Power-to-X-Plattform der Welt zum international anerkannten Kompetenzzentrum für Wasserstofftechnologie wurde.

Dr. Ing. Hans-Michael Kellner, Vizepräsident HYDROPOLE (links) Prof. Dr. Andreas Züttel, Präsident Hydropole, EPFL (rechts). (Bild: zVg)

Die Schweiz ist seit Jahrzehnten eine Pionierin für Wasserstofftechnologie. Genau 25 Jahre nach seiner Gründung am 23. November 2001 am Paul Scherrer Institut präsentiert der Schweizer Wasserstoff-Verein Hydropole heute den «Hydrogen Report Switzerland 2026». Das Jubiläum wurde mit über 50 führenden Experten im Bereich Wasserstoff und Power2X in einem Symposium mit Vorträgen, Postern und Ausstellung im Hotel Bern gefeiert.

Von der Nische zum gesellschaftlichen Thema

«Am Ende des letzten Jahrhunderts haben sich Forschungsgruppen und Industrieunternehmen intensiv mit Wasserstoff beschäftigt. Die Schweiz produzierte bereits seit Jahrzehnten grünen Wasserstoff aus Wasserkraft mit hoch effizienten alkalischen Elektrolyseuren», erinnert Andreas Züttel, Präsident von Hydropole und Professor für Physikalische Chemie an der EPFL. Heute ist die globale Wasserstoffproduktion auf 115 Millionen Tonnen pro Jahr gestiegen – allerdings sind weniger als ein Prozent davon grün. Hydropole hat in den vergangenen 25 Jahren genau diesen Wandel von der Nische zum gesellschaftlichen Thema vorangetrieben.

Bereits 2004 demonstrierte der Verein das weltweit erste Pistenfahrzeug mit Metallhydridspeicher und Wasserstoff-Verbrennungsmotor. Das Verbot von Asbest zwang die Industrie zu neuen Diaphragmen für alkalische Elektrolyseure – eine Entwicklung, die massgeblich durch Hydropole-Mitglieder realisiert wurde.

Kernkompetenz: Fachwissen und internationale Einbindung

«Die Kernkompetenz des Vereins ist das Fachwissen und die internationale Einbindung in einer politisch neutralen Umgebung», betont Züttel. «Das ermöglicht vertrauensvollen Austausch und konkrete Weiterentwicklungen, von denen alle Mitglieder profitieren.»

Hans Michael Kellner, Geschäftsführer der Messer Schweiz und Vorstandsmitglied von Hydropole, ergänzt die industrielle Perspektive: «Weniger als ein Prozent des weltweiten Wasserstoffs ist heute CO₂-emissionsfrei. Der grösste Teil stammt aus fossilen Quellen und trägt damit selbst zu den Emissionen bei. Doch es gibt eine oft übersehene Chance: den sogenannten ‹farblosen› Wasserstoff, der als Nebenprodukt industrieller Prozesse anfällt und mit minimalen Investitionen sofort nutzbar ist.»

Metallhydride als Schlüssel für die Zukunft

Kellner sieht in Metallhydriden den Schlüssel für die nächste Phase: «Metallhydride ermöglichen nicht nur sichere Speicherung, sondern auch Reinigung, thermische Verdichtung und sogar die Umwandlung von Abwärme in Strom – geräusch- und vibrationslos. Sie lösen zudem das logistische Problem der Wasserstoffversorgung und machen Wasserstofftankstellen einfacher und effizienter. Damit wird Wasserstoff nicht nur zur Alternative, sondern zur wettbewerbsfähigen Lösung für die Industrie.»

Der zum Jubiläum vorgestellte Hydrogen Report Switzerland 2026 dokumentiert die beeindruckende Leistung der Hydropole-Mitglieder und unterstreicht die anhaltende globale Bedeutung der Schweizer Forschung. «Obwohl über 80 Prozent des Wasserstoffs heute in Asien produziert und verbraucht werden, liegen die Ursprünge der Technologie in Europa – und die Schweiz ist nach wie vor ein zentraler Innovationsmotor», so Züttel.

Hydropole bleibt auch nach 25 Jahren die zentrale Plattform für den Wissensaustausch zwischen Akademie und Industrie – politisch neutral, wissenschaftlich fundiert und lösungsorientiert.

Weitere Informationen: www.hydropole.ch

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