Weiterbildungsbranche unter Druck: Wie Anbieter auf den Wettbewerb reagieren

Der Schweizerische Verband für Weiterbildung (SVEB) hat fast 300 Weiterbildungsanbieter zu ihrer Wahrnehmung des Wettbewerbs befragt. Die Ergebnisse der Studie «FOCUS Weiterbildung» zeigen: Der Konkurrenzdruck hat in den letzten drei Jahren deutlich zugenommen – und die Anbieter setzen auf klare Strategien, um sich zu behaupten.

Hat der klassische Hörsaal ausgedient? Weiterbildungsanbieter müssen auf veränderte Lernbedürfnisse reagieren. Quelle: Unsplash.com

Für die Studie «FOCUS Weiterbildung» hat der SVEB Weiterbildungsanbieter zu ihrer Wahrnehmung des Wettbewerbs in der Branche befragt. Die Resultate zeigen, dass der Wettbewerb als zentrale Herausforderung wahrgenommen wird – die Anbieter aber auch Strategien haben, um sich in diesem Umfeld zu behaupten.

Fast 300 Anbieter haben bei der SVEB-Umfrage Auskunft gegeben, wie sie den Wettbewerb in der Weiterbildungsbranche wahrnehmen und wie er sich aus ihrer Sicht entwickelt hat. Eine Mehrheit der Befragten steht im direkten Wettbewerb mit anderen Anbietern, stuft die eigene Organisation aber gleichzeitig als sehr oder eher wettbewerbsfähig ein. Zudem gibt eine Mehrheit an, dass sich der Wettbewerb in den letzten drei Jahren verstärkt habe.

Dazu tragen unterschiedliche Faktoren bei: Am stärksten wird das erweiterte Angebot der Konkurrenz wahrgenommen (49 %), gefolgt vom Markteintritt neuer Anbieter (47 %). Hinzu kommen veränderte Lernbedürfnisse und -bedarfe der Teilnehmenden (36 %) sowie eine gesunkene Nachfrage (35 %).

Diverse Strategien gegen den Wettbewerbsdruck

Die Anbieter nutzen unterschiedliche Strategien, um auf diesen Druck zu reagieren. Die wichtigste Massnahme war das Erschliessen neuer Segmente – 56 Prozent der befragten Anbieter haben dies in den letzten drei Jahren umgesetzt. Fast die Hälfte hat ausserdem die Investitionen in die Angebotsentwicklung erhöht (45 %), und 40 Prozent haben mehr in die Zielgruppenansprache und -akquise investiert.

Als wichtigste Strategie zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit nennen die Anbieter die Differenzierung, also das Anbieten einzigartiger Produkte oder Dienstleistungen (62 %). Daneben verfolgt eine Mehrheit innovative Produkte und Geschäftsmodelle (56 %). Auch Kooperation, Fokussierung und Qualitätsführerschaft spielen für viele Anbieter eine relevante Rolle.

Nachfrage ging zurück – aber die Bedürfnisse wandelten sich

Weiterbildungsanbieter stellen nach eigener Einschätzung fest, dass die Nachfrage nach Weiterbildungsangeboten in den letzten drei Jahren insgesamt zurückgegangen ist. Gleichzeitig haben sich die inhaltlichen Anforderungen verändert: Vermehrt sind flexible Angebote gefragt, die sich an den beruflichen und privaten Alltag der Teilnehmenden anpassen. Die befragten Anbieter reagieren darauf mit Investitionen in innovative Formate und neuen Marktsegmenten.

Die FOCUS-Studie basiert auf den Antworten von fast 300 Weiterbildungsanbietern, die im Frühling 2025 an der jährlichen Anbieterumfrage des SVEB teilgenommen haben.

Quelle: www.sveb.ch

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