KI-generierte Werbung: Skepsis und Transparenzwunsch in der Schweiz
Zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung stehen KI-generierter Werbung skeptisch gegenüber. Gleichzeitig erkennen viele konkrete Vorteile – sofern Transparenz gewährleistet ist. Das zeigt eine Studie von management tools research.
Künstliche Intelligenz verändert die Werbewelt rasant – und stösst dabei in der Schweizer Bevölkerung auf erhebliche Skepsis. Zwei Drittel der Befragten stehen KI-generierter Werbung eher oder klar negativ gegenüber. Das zeigt eine bevölkerungsrepräsentative Online-Befragung von management tools research, durchgeführt zwischen dem 14. und 16. Januar 2026 mit insgesamt 860 Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren aus der Deutsch- und Westschweiz.
Unnatürlichkeit und Jobverlust als zentrale Bedenken
Die kritische Haltung gegenüber KI-generierter Werbung speist sich aus verschiedenen Quellen. «KI-Werbung stösst besonders dann auf Vorbehalte, wenn sie unnatürlich oder nicht authentisch wirkt», sagt Laura Colledani, Geschäftsführerin von management tools research. Besonders häufig genannt wird mit 62,8 Prozent die Sorge, dass KI-generierte Inhalte unrealistische Schönheitsideale verstärken könnten. 62,4 Prozent der Befragten befürchten zudem den potenziellen Verlust von Arbeitsplätzen in kreativen Berufen.
Ein weiteres zentrales Problem: 61,6 Prozent empfinden KI-Werbung als Verbrauchertäuschung. Künstlich erzeugte Bilder und Inhalte lassen sich je länger je weniger eindeutig von echten unterscheiden. Entsprechend gibt nur knapp die Hälfte der Befragten an, in den vergangenen vier Wochen KI-generierte Werbung gesehen zu haben – rund ein Drittel kann dies gar nicht beurteilen. Wird KI-Werbung erkannt, geschieht dies vor allem aufgrund unnatürlich wirkender Figuren oder Bilddetails – oder weil eine explizite Kennzeichnung vorhanden ist.
Klare Mehrheit fordert Kennzeichnung von KI-generierter Werbung
Genau diese Kennzeichnung spielt eine zentrale Rolle: Mehr als drei Viertel der Befragten sprechen sich dafür aus, dass KI-generierte Werbung klar deklariert sein soll. «Konsumentinnen und Konsumenten möchten erkennen können, ob Werbung mit KI erstellt wurde oder nicht», betont Laura Colledani. Bevorzugt werden einfache und gut sichtbare Symbole oder Hinweise. Das Ergebnis zählt zu den deutlichsten der gesamten Untersuchung und unterstreicht den Wunsch nach Transparenz.
Zwischen Ablehnung und Akzeptanz
Trotz der kritischen Grundhaltung zeigt sich eine bemerkenswerte Ambivalenz. Rund zwei Drittel der Befragten geben an, dass ihnen KI-Werbung, die sie in den vergangenen vier Wochen gesehen haben, gut oder sehr gut gefallen habe. Zudem erkennen viele Befragte konkrete Vorteile: Eine Mehrheit sieht KI als Technologie der Zukunft, mit der sich Inhalte effizienter, zielgerichteter und qualitativ besser erstellen lassen. Künstliche Intelligenz wird damit nicht nur als Bedrohung wahrgenommen, sondern auch als nützliches Werkzeug.
Die Bevölkerung unterscheidet also differenziert zwischen Nutzen und Risiken. «Obwohl KI-generierte Werbung von vielen kritisch betrachtet wird, ist sie längst als Realität akzeptiert», hält Laura Colledani fest. «Entscheidend scheint dabei weniger zu sein, ob KI eingesetzt wird, sondern vielmehr, wie. Für Marken besteht die Herausforderung darin, KI so einzusetzen, dass ihre Identität erkennbar bleibt, die Kommunikation authentisch wirkt und der Markenauftritt konsistent bleibt. Nur wenn KI zur Marke passt und den bestehenden Brand Fit stärkt, kann sie ihr Potenzial entfalten, ohne an Glaubwürdigkeit einzubüssen.»
Zur Studie
Die Ergebnisse basieren auf einer bevölkerungsrepräsentativen Online-Befragung, die management tools research zwischen dem 14. und 16. Januar 2026 durchgeführt hat. Befragt wurden 860 Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren in der Deutsch- und Westschweiz. Die Daten wurden nach Alter, Geschlecht und Region gewichtet.
Weitere Informationen zur Studie und zu den Leistungen von management tools research sind verfügbar unter: https://www.management-tools.ch
