Fleet and Mobility Barometer 2026: Schweizer Flottenmanager setzen auf E-Mobilität und Occasionen

Das Arval Mobility Observatory hat die diesjährige Ausgabe des Fleet and Mobility Barometer veröffentlicht. Die Studie zeigt: Schweizer Unternehmen elektrifizieren ihre Flotten konsequent, entdecken Occasionsfahrzeuge neu und suchen nach smarten digitalen Lösungen – bei gleichzeitig wachsendem Kostenbewusstsein.

54 % der Schweizer Flotten bereits elektrifiziert. Quelle: zvg

Das Arval Mobility Observatory präsentiert die diesjährige Ausgabe des «Fleet and Mobility Barometer», einer jährlich weltweit durchgeführten Befragung, die als Branchenreferenz für Flotten- und Mobilitätstrends gilt. Für die Schweiz wurden 309 Flottenmanager befragt. Die Ergebnisse zeigen ein pragmatisches, aber klar auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Bild der Schweizer Unternehmensflotten.

Stabile Flotten mit wachsendem Interesse an Occasionen

Schweizer Firmenflotten zeichnen sich durch Stabilität aus: 92 % der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass ihre Flotte in den nächsten drei Jahren stabil bleibt oder wächst. Gleichzeitig gewinnen Occasionsfahrzeuge an Bedeutung. Bereits 29 % der Unternehmen nutzen Gebrauchtwagen in ihren Flotten – ein Wert, der noch deutlich unter dem europäischen Niveau von 41 % liegt. Allerdings erwägen 52 % der Befragten, in den nächsten drei Jahren Occasionsfahrzeuge anzuschaffen. Aktuell führend sind die grossen Unternehmen mit 41 %, gefolgt von kleinen (31 %) und mittleren Unternehmen (16 %).

Beim Thema Finanzierung bleibt der Fahrzeugkauf mit 36 % die häufigste Methode, gefolgt vom Finanzleasing mit 32 %. Das Full-Service-Leasing hält sich stabil bei 27 % – ein Wert, der dem europäischen Durchschnitt von 28 % entspricht. Weitere 17 % der Schweizer Firmen planen, diese Finanzierungsform im Jahr 2026 einzuführen oder stärker zu nutzen.

Bei der Telematik zeigt sich ein ähnliches Bild: 28 % der Schweizer Unternehmen setzen bereits auf vernetzte Überwachungssysteme, um Abläufe zu rationalisieren und Ausgaben zu optimieren. Allerdings nutzen erst 15 % die generierten Daten aktiv – einer der niedrigsten Werte in Europa. Immerhin erwägen weitere 39 % eine stärkere Datennutzung innerhalb der nächsten drei Jahre.

Elektrifizierung schreitet voran – Ladeinfrastruktur bleibt Hürde

Beim Übergang zu einem nachhaltigeren Energiemix haben bereits 54 % der befragten Schweizer Unternehmen mindestens eine elektrifizierte Technologie – Hybrid (HEV), Plug-in-Hybrid (PHEV) oder Batterie-Elektrofahrzeug (BEV) – für Personenwagen eingeführt. Dieser Wert liegt nahe am europäischen Durchschnitt von 57 % und dürfte weiter steigen: 27 % der Unternehmen ziehen die Einführung solcher Technologien in den nächsten drei Jahren in Betracht. Treibende Kraft sind die grossen Unternehmen mit 64 %, während mittlere und kleine Unternehmen bei 50 bzw. 51 % liegen.

Bevorzugte Technologie bleibt das Hybrid-Fahrzeug: 28 % der Schweizer Unternehmen setzen auf HEVs, 21 % auf PHEVs und 18 % auf BEVs. Bei leichten Nutzfahrzeugen ist die Elektrifizierung deutlich langsamer – lediglich 4 % haben BEVs eingeführt, was leicht unter dem europäischen Durchschnitt von 9 % liegt. Weitere 13 % erwägen eine Einführung in den nächsten drei Jahren.

Als wichtigste Gründe für den Wechsel zu elektrifizierten Technologien nennen die Befragten die geringere Umweltbelastung (47 %), niedrigere Kraftstoffkosten (38 %), die Einhaltung von CSR-Richtlinien (37 %) sowie Reputationsvorteile (36 %). Dennoch bleibt die fehlende Ladeinfrastruktur das grösste Hindernis: 73 % der Schweizer Unternehmen sehen dies als zentrale Herausforderung – ein Wert, der über dem europäischen Durchschnitt von 68 % liegt.

Entsprechend verfolgen die Unternehmen einen strukturierten Ansatz bei den Ladestrategien: Bei 82 % der Schweizer Flotten ist das Laden auf dem Firmengelände Teil der aktuellen oder künftigen Ladepolitik. 60 % betreiben bereits eine Lademöglichkeit vor Ort oder bereiten diese vor – ein Anstieg um 15 % gegenüber dem Vorjahr. Das Aufladen zu Hause ist mit 20 % am wenigsten verbreitet, wobei 85 % der Firmen ihre Mitarbeitenden mit Wallboxen (58 %), verstärkten Steckdosen (40 %) oder intelligenten Kabeln (14 %) unterstützen. Zudem bieten 94 % eine finanzielle Unterstützung für das Heimladen an.

Mobilitätslösungen als strategischer Vorteil

Mobilitätslösungen für Mitarbeitende haben sich fest in den Unternehmen etabliert: 94 % der befragten Schweizer Firmen haben bereits mindestens eine Mobilitätslösung eingeführt oder planen dies in den nächsten drei Jahren – ein Wert, der dem europäischen Durchschnitt entspricht. Die beliebteste Alternative zum Firmenwagen ist die Kostenerstattung für öffentliche Verkehrsmittel, die 37 % der Unternehmen anbieten oder einzuführen planen.

Die Beweggründe sind klar: 44 % nennen CSR-Ziele, 41 % personalstrategische Überlegungen wie Talentgewinnung, Wohlbefinden der Mitarbeitenden und die Unterstützung hybrider Arbeitsmodelle. Mobilität wird damit zunehmend als strategischer Vorteil betrachtet, der operative, ökologische und personalwirtschaftliche Anforderungen verbindet.

Innovationsbereitschaft trotz wirtschaftlichem Druck

43 % der Schweizer Firmenflotten haben sich Dekarbonisierungsziele gesetzt oder evaluieren diese derzeit – entsprechend dem europäischen Durchschnitt. Als grösste künftige Herausforderungen benennen Schweizer Flottenmanager die Einführung alternativer Energietechnologien (29 %), die Anpassung an ICE-Richtlinien (25 %), die Gesamtbetriebskosten (25 %) sowie längere Fahrzeuglieferzeiten (25 %). 47 % der Befragten zeigen sich offen gegenüber innovativen Lösungen zur Weiterentwicklung ihrer Flotten.

«Der Fleet and Mobility Barometer 2026 zeigt deutlich, dass Schweizer Unternehmen besonnen und pragmatisch handeln, wenn es um die Ausgestaltung ihrer Firmenflotten geht. Sie befinden sich in einer umsetzungsorientierten Phase und balancieren sorgfältig zwischen Umweltzielen, Kostendisziplin, Infrastrukturbeschränkungen und dem Bedarf an intelligenteren digitalen Tools», sagt Cyrill Bucher, Consultant von Arval Schweiz.

Quelle: www.arval.ch

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