Schweiz mit stärkstem Homeoffice-Wachstum in Europa

Eine aktuelle Analyse der Jobseite Indeed zeigt: Der Anteil an Stellenausschreibungen mit Remote-Option ist in der Schweiz seit Jahresbeginn 2026 um 12,7 Prozent gestiegen – der stärkste Zuwachs in ganz Europa. Erstmals liegt die Schweiz damit beim Homeoffice-Anteil vor Deutschland.

Schweiz verzeichnet europaweit stärkstes Homeoffice-Wachstum. Quelle: zvg

Knapp jede siebte Stellenausschreibung in der Schweiz bietet inzwischen die Möglichkeit zum ortsunabhängigen Arbeiten. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Beobachtung im Jahr 2019 – und markiert eine bemerkenswerte Verschiebung im europäischen Vergleich.

Schweiz überholt Deutschland erstmals beim Homeoffice-Anteil

Laut der aktuellen Analyse der Jobseite Indeed ist der Anteil von Stellenausschreibungen mit Remote-Option in der Schweiz seit Jahresbeginn 2026 um 12,7 Prozent gestiegen. Damit liegt der Homeoffice-Anteil bei 15,1 Prozent – und damit erstmals vor Deutschland, das aktuell einen Anteil von 14,7 Prozent verzeichnet.

Dieser Zuwachs ist im europäischen Kontext besonders auffällig. Während die Schweiz an der Spitze steht, verzeichnen mehrere wirtschaftsstarke Länder seit Jahresbeginn Rückgänge: Deutschland sank um 1,5 Prozent, Grossbritannien um 4,3 Prozent und die Niederlande um 5,1 Prozent. Am deutlichsten fiel der Rückgang in Schweden aus, mit minus 13,5 Prozent. Substanzielle Zuwächse zeigen neben der Schweiz lediglich Belgien mit plus 7,4 Prozent und Italien mit plus 6,1 Prozent – beide jedoch auf einem tieferen Gesamtniveau von 10,3 respektive 13,5 Prozent.

Büro und Verwaltung legen stark zu – Tech-Berufe unter Druck

Innerhalb der Schweiz zeigt sich ein differenziertes Bild nach Berufsgruppen. Den prozentual stärksten Zuwachs verzeichnen Jobs im Bereich Büro und Verwaltung mit knapp 64 Prozent. Dahinter folgt der Maschinenbau mit einem Plus von rund 55 Prozent. Auch das Bank- und Finanzwesen legt zu: Hier stieg der Anteil der Homeoffice-Angebote um 50,1 Prozent – in fast jeder zweiten Ausschreibung wird flexibles Arbeiten in Aussicht gestellt.

Am anderen Ende der Skala stehen technische Berufsgruppen. Im Bereich Daten und Analytics sank der Homeoffice-Anteil um 21,6 Prozent, in IT-Systeme und Lösungen um 4,9 Prozent und in der Softwareentwicklung um 3,8 Prozent. Die stärksten Rückgänge verzeichnen die private und öffentliche Sicherheitsbranche mit minus 18,1 Prozent sowie das Rechtswesen mit minus 15,7 Prozent. In diesen Bereichen scheinen Arbeitgeber vermehrt Präsenz vor Ort einzufordern.

Einschätzung der Expertin

Dr. Virginia Sondergeld, Arbeitsmarktexpertin und Ökonomin des Indeed Hiring Labs, ordnet die Ergebnisse wie folgt ein: «Sinkt das allgemeine Jobangebot, verändert sich auch das Kräfteverhältnis auf dem Arbeitsmarkt. Unternehmen müssen Talente dann nicht mehr um jeden Preis für sich gewinnen. In der Folge sehen wir einen Rückgang bei den angebotenen Benefits, mitunter auch beim Gehalt. Beim Homeoffice zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild. Obwohl viele europäische Arbeitsmärkte derzeit unter Druck stehen, geht dies nicht eindeutig mit einem Rückgang remotefähiger Jobs einher. In der Schweiz zeigt sich sogar das Gegenteil. Homeoffice gewinnt hier weiter an Bedeutung. Wenn Unternehmen spezialisierte Fachkräfte suchen, können sie sich durch Homeoffice-Angebote attraktiver aufstellen. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Ortsgrenzen und Pendelzeiten überwinden und der Talentpool vergrössern.»

Quelle: Indeed

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