HP-Studie: Schweizer Beschäftigte setzen auf KI-Kompetenz und Weiterbildung

Der vierte HP Work Relationship Index 2026 zeigt: Die Beziehung der Schweizer Wissensarbeiter zur Arbeit verbessert sich, bleibt aber von Unsicherheit geprägt. Führung, Weiterbildung und gezielter Technologieeinsatz werden zu entscheidenden Faktoren für Resilienz am Arbeitsplatz.

Beschäftigte setzen auf gezielte Weiterbildung. Quelle: zvg

HP Inc. hat den vierten jährlichen HP Work Relationship Index veröffentlicht. Die globale Studie mit mehr als 19’000 Befragten in 15 Ländern zeigt: Beschäftigte mit einer gesunden Beziehung zur Arbeit gehen souveräner mit Unsicherheit um und fühlen sich besser auf Veränderungen vorbereitet. In der Schweiz setzen Wissensarbeiter zunehmend auf KI-Kompetenz und kontinuierliche Weiterbildung, um sich an eine sich wandelnde Arbeitswelt anzupassen.

Beziehung zur Arbeit verbessert sich

35 Prozent der Wissensarbeiter in der Schweiz berichten von einer gesunden Beziehung zur Arbeit – ein Anstieg um sieben Punkte gegenüber dem Vorjahr 2025. Damit liegt die Schweiz klar über dem weltweiten Durchschnitt von 29 Prozent. Gleichzeitig befinden sich 28 Prozent der Befragten in der kritischen Zone einer ungesunden Beziehung zur Arbeit, was einem Rückgang von vier Punkten entspricht. Dennoch sagen 55 Prozent, dass es sich für sie derzeit zu riskant anfühle, ihren Job zu verlassen – in der Generation Z sind es sogar 62 Prozent. Dieses Phänomen wird in der Studie als «Jobhugging» bezeichnet.

Anstatt auf Stabilität zu warten, bereiten sich Schweizer Beschäftigte zunehmend aktiv auf Veränderungen vor. Mitarbeitende, die täglich KI nutzen, zeigen laut der Studie nicht nur eine bessere Beziehung zur Arbeit, sondern auch ein höheres Engagement am Arbeitsplatz.

«Die Ergebnisse zeigen, dass Schweizer Beschäftigte trotz anhaltender Unsicherheit zunehmend Wege finden, sich an Veränderungen anzupassen. Unternehmen können diesen Prozess unterstützen, indem sie Orientierung geben, kontinuierliches Lernen fördern und den Zugang zu den richtigen Technologien erleichtern», sagt Peter Zanoni, Managing Director HP Schweiz. «Wer sich auf Veränderungen vorbereitet fühlt, blickt auch zuversichtlicher auf die Zukunft.»

Beschäftigte warten nicht auf Sicherheit

Für viele Beschäftigte ist ein gewisses Mass an Unsicherheit längst Teil des Alltags geworden. Als Reaktion darauf sichern sich Büroangestellte durch neue Optionen für eine sich wandelnde Arbeitswelt ab: Mehr als die Hälfte der Schweizer Wissensarbeiter priorisiert übertragbare Fähigkeiten, sogenannte «Transferable Skills», gegenüber dem klassischen Aufstieg auf der Karriereleiter.

Auch zusätzliche Einkommensquellen gewinnen an Bedeutung. Bereits 24 Prozent der Schweizer Wissensarbeiter verfügen über eine einkommensgenerierende Nebentätigkeit. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend bei der Generation Z (32 Prozent), gefolgt von den Millennials (21 Prozent). Damit federn diese Generationen Risiken im Arbeitsleben ab und schaffen sich zusätzliche Absicherung angesichts wirtschaftlicher Herausforderungen und möglicher beruflicher Veränderungen.

KI wird zum Treiber für Resilienz am Arbeitsplatz

KI entwickelt sich zunehmend vom Experimentierfeld zum festen Bestandteil des Arbeitsalltags. Die tägliche oder wöchentliche Nutzung von vom Arbeitgeber bereitgestellten KI-Tools in der Schweiz stieg deutlich von 44 auf 65 Prozent. Insbesondere erfahrene Nutzer und Führungskräfte greifen weltweit häufiger auf KI zurück und setzen sich damit auseinander, wie sich ihre beruflichen Rollen und Karrierewege künftig verändern könnten.

38 Prozent der befragten Wissensarbeiter in der Schweiz nutzen bereits KI-Agenten im Arbeitsalltag, weltweit liegt dieser Anteil bei 43 Prozent. Je stärker KI-Agenten in die tägliche Arbeit integriert werden, desto stärker wächst das Bewusstsein dafür, die eigenen Fähigkeiten kontinuierlich weiterzuentwickeln. So gehen Wissensarbeiter in der Schweiz, die KI-Agenten einsetzen, häufiger davon aus, dass ihre eigene Rolle künftig schwieriger zu definieren sein wird, als Kollegen, die ausschliesslich generative KI nutzen (31 Prozent gegenüber 23 Prozent). Gleichzeitig sorgen sie sich häufiger darum, durch KI oder Beschäftigte mit grösserer KI-Expertise ersetzt zu werden (37 Prozent, verglichen mit 23 Prozent unter Nutzern ausschliesslich generativer KI).

«Der Einsatz von künstlicher Intelligenz nimmt rapide zu. Knapp zwei Drittel der Wissensarbeiter in der Schweiz nutzt mittlerweile mindestens wöchentlich KI», so Peter Zanoni. «Doch die Ergebnisse legen nahe, dass grössere KI-Kompetenz den wahrgenommenen Bedarf an menschlichen Fähigkeiten nicht reduziert. Vielmehr wächst das Bewusstsein für die Bedeutung von Anpassungsfähigkeit und kontinuierlichem Lernen.»

Technologie muss Arbeit besser machen

Die Ergebnisse zeigen, dass die Einführung von KI allein noch keinen nachhaltigen Arbeitsplatz schafft. Entscheidend ist, dass Unternehmen Technologie gezielt einsetzen, um die Arbeitserfahrung ihrer Beschäftigten zu verbessern – von Vertrauen und Produktivität bis hin zu Entwicklungsmöglichkeiten und Mitarbeiterbindung.

Die Beschäftigten haben klare Vorstellungen davon, was sie dabei unterstützt, bessere Arbeit zu leisten. Zu den wichtigsten Faktoren zählen schnellere und zuverlässigere Geräte (51 Prozent) sowie Tools, um neue Fähigkeiten zu entwickeln (38 Prozent), und KI-Tools, die auf die eigene Jobrolle zugeschnitten sind (37 Prozent). Technologien, die bei der Priorisierung von Aufgaben unterstützen (37 Prozent), und Technologie, die sich nahtlos in die Tool-Umgebung integriert (36 Prozent), gehören ebenfalls dazu.

Während KI Arbeitsabläufe verändert, spielen CIOs und IT-Teams eine zunehmend zentrale Rolle für Mitarbeiterzufriedenheit, Resilienz und Wachstum. Die diesjährige Studie macht deutlich: Technologische Befähigung ist längst kein reines Backoffice-Thema mehr. Sie spielt die wichtigste Rolle dabei, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter unterstützen, sich an Veränderungen anzupassen, leistungsfähig zu bleiben und eine gesündere Beziehung zur Arbeit aufzubauen.

«Unsicherheit wird auch künftig Teil des Arbeitsalltags bleiben. Entscheidend ist daher nicht, jede Veränderung vorherzusagen, sondern die Voraussetzungen zu schaffen, um damit erfolgreich umzugehen», meint Peter Zanoni. «Vertrauen, Weiterentwicklung und Technologie geben Beschäftigten die Sicherheit, neue Anforderungen anzunehmen und Chancen zu nutzen. Genau darin liegt die Resilienz erfolgreicher Organisationen.»

HP führte die Umfrage zwischen dem 15. April und dem 20. Mai 2026 in 15 Ländern durch: USA, Kanada, Mexiko, Brasilien, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Deutschland, Spanien, Saudi-Arabien, Italien, Australien, Japan, Indien, Indonesien und China. Insgesamt wurden 19’506 Büroangestellte befragt – 15’003 Wissensarbeiter, 3’002 IT-Entscheidungsträger und 1’501 Führungskräfte. Die Daten für die Schweiz basieren auf einer Online-Umfrage mit 300 Wissensarbeitern.

Quelle: https://www.hp.com

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