Inklusion als Herzensangelegenheit
Für Roger Stalder, Regional Vice President ALPS von OpenText, sind Diversität und Inklusion nicht nur schöne Worte. Deshalb trat OpenText als offizieller Partner und Co-Sponsor bei den National Summer Games 2026 von Special Olympics Switzerland auf. Wir sprachen mit ihm über die Wirkung solcher Engagements.

Das auf Informationsmanagement spezialisierte Unternehmen OpenText engagierte sich als offizieller Partner und Co-Sponsor der National Summer Games Zug, die vom 28. bis 31. Mai 2026 in Zug stattfanden. Die National Summer Games wurden von Special Olympics Switzerland organisiert und stehen für Vielfalt, Gleichberechtigung und gelebte Inklusion. In 16 Sportarten kämpften Athlet:innen mit geistiger Beeinträchtigung um Medaillen. Sich an diesem Anlass zu engagieren, war für Roger Stalder, Regional Vice President ALPS von OpenText, eine Selbstverständlichkeit, weil dies sowohl seinen persönlichen Werten als auch jenen des Unternehmens entspricht. Unter dem Motto «Data for Good – Gemeinsam mehr bewegen» setzte das Unternehmen also ein Zeichen für Inklusion, gesellschaftliche Verantwortung und die verbindende Kraft des Sports.
Herr Stalder, Ende Mai fanden in Zug die National Summer Games für Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen statt. Was hat OpenText dazu bewogen, sich dort zu engagieren? War dies eine Entscheidung der globalen Strategie des Konzerns oder ein spontaner Einfall der lokalen Geschäftsleitung?
Roger Stalder: Es ist eine Kombination aus beidem. Grundsätzlich betreibt OpenText weltweit kein klassisches Sportsponsoring. Jedoch engagiert sich das Unternehmen sehr stark in den Bereichen Inklusion, Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit, was unter dem Programm «Corporate Citizenship» zusammengefasst wird. Ich persönlich setze mich stark für die Förderung von Gleichheit ein, beispielsweise seit 2017 als Manager im Frauen-Eishockey. Für OpenText Alps wollte ich dieses Engagement unter das Thema Nachhaltigkeit stellen. Unser Headquarter in Toronto stimmte zu, und so unterstützten wir bereits im Januar 2024 die U18-Frauen-Eishockey-Weltmeisterschaft in Zug. Das positive Echo unserer Mitarbeitenden und Kunden hat uns dazu ermutigt, diesen Weg weiterzugehen. Als wir sahen, dass die National Summer Games 2026 in Zug Sponsoren suchen, passte das perfekt zu unserer Einstellung «Data for Good».

Wie sieht Ihr Engagement bei den National Summer Games konkret aus? Es wurde angekündigt, dass Sie selbst am Grill stehen und Ihre Mitarbeitenden als Volunteers vor Ort sind.
Das Organisationskomitee war sehr innovativ. Neben der finanziellen Unterstützung als Co-Sponsor gab es den «CEO-Grill». Hier standen die höchsten Manager der Sponsoren selbst am Grill, um Präsenz zu zeigen. Ich habe mich sofort auf die Liste setzen lassen. Unsere Mitarbeitenden haben sich zudem als Volunteers gemeldet. Sie durften sich als «Medal Crew» engagieren und die Athletinnen und Athleten bei den Medal Ceremonies betreuen. Sie übergaben auch die Medaillen. Das waren immer sehr emotionale und schöne Momente für das gesamte Team.
Menschen mit Beeinträchtigungen haben oft spezielle Bedürfnisse. Gab es für Ihre Mitarbeitenden eine spezielle Schulung oder ein Briefing im Vorfeld?
Eine formelle Schulung im eigentlichen Sinne gab es nicht, aber das Wichtigste ist das Mindset. Da wir uns schon länger im Umfeld der Inklusion bewegen – zum Beispiel durch unsere Unterstützung für das Projekt «HOPE» in Baden, wo wir sozial beeinträchtigten Menschen Essen servieren – waren meine Leute bereits sensibilisiert. Zudem ist das Team von Special Olympics sehr erfahren und hat uns vor Ort professionell eingeführt. Unser Team brachte den richtigen Spirit – zumal viele Impulse für soziales Engagement nicht von der Geschäftsleitung her kommen, sondern bottom-up von den Mitarbeitenden selbst.
Das Thema Diversity und Inclusion spielt also bei OpenText eine grosse Rolle. Wie wird dies konkret im Schweizer Betrieb in Baden umgesetzt?
Es beginnt beim Mindset und der offenen Kommunikation. Wir stellen nach dem Prinzip «Mindset over Skill» ein. Dennoch müssen wir ehrlich sein: Unser Büro in Baden ist ein wunderschöner Altbau, aber aktuell nicht barrierefrei. Das ist ein Punkt, an dem wir uns optimieren wollen. Es ist oft schwierig, in geschützten Gebäuden bauliche Veränderungen durchzusetzen, aber wir beschäftigen uns intensiv damit. Solange wir Optimierungspotenzial sehen, sind wir auf dem richtigen Weg. In Bezug auf unsere Einstellungsprozesse gibt es jedoch keinerlei Barrieren.
Falls Sie jemanden einstellen würden, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, wie würden Sie das konkret lösen?
Wir arbeiten in einem zweistöckigen Gebäude. Wir könnten im Erdgeschoss einen zugänglichen Office-Space einrichten. Das Headquarter hat signalisiert, dass bauliche Massnahmen umgesetzt werden, sobald ein konkreter Fall vorliegt. Zudem ist unser Business in der IT sehr flexibel. Arbeit findet heute oft am Laptop oder Handy statt, was eine hohe örtliche Flexibilität ermöglicht. Wir sind auf solche Szenarien vorbereitet.

In der IT-Branche ist Technologie, insbesondere künstliche Intelligenz, ein zentrales Thema. Welche Chancen bietet Technologie für Menschen mit Beeinträchtigungen?
Das ist ein zentraler Aspekt unserer Arbeit. Unsere Software wurde in Europa bereits früh für ihre Barrierefreiheit ausgezeichnet, was besonders im öffentlichen Sektor wichtig ist. Mit der modernen KI gehen wir noch einen Schritt weiter. Wir suchen nicht mehr nur nach Daten, sondern wir «sprechen» mit den Daten. Das baut ganz neue Brücken und baut Barrieren ab – ganz im Sinne von «Data for Good».
Welche weiteren Projekte sind im Bereich Diversität und Inklusion für die Zukunft geplant?
Wir haben pro Ländergesellschaft ein festes Budget für «Data for Good». Wir entscheiden jedes Jahr als Team, welche lokalen Projekte wir unterstützen wollen. Ein langfristiges Ziel ist für mich die Special Olympics 2029 in Chur. Das wird ein weltweites Ereignis sein, und ich plane, dass wir uns auch dort wieder engagieren, und ich hoffe natürlich auch, dass viele andere Unternehmen es uns gleichtun.
Was wollen Sie mit diesen Engagements nach aussen bewirken? Geht es auch um Employer Branding?
Ich hoffe auf eine Magnetwirkung. Andere Unternehmen sollen sehen, dass es neben den grossen, oft ausgebuchten Sportevents auch andere wertvolle Möglichkeiten für Sponsoring gibt. Was den Namen OpenText betrifft, so agieren wir oft im Hintergrund als Datenplattform, sind also für Enduser eher verborgen. Durch solche Engagements wird unsere Marke sichtbarer. Natürlich hilft es auch beim Employer Branding. Spezialisten suchen heute nach Unternehmen, die sich für die «richtigen» Dinge einsetzen. Inklusion gehört für uns definitiv dazu.
Haben Sie zum Abschluss einen Tipp für andere Organisationen, die sich ebenfalls engagieren möchten?
Es gibt kein Patentrezept, aber man sollte mit dem richtigen Mindset starten. Man sollte nicht nur fragen, was man finanziell zurückbekommt, sondern welchen gesellschaftlichen Wert man schafft. Wenn man die Augen öffnet, findet man im direkten Umfeld oft hervorragende Projekte, bei denen man schon mit kleinen Beiträgen eine grosse Wirkung erzielen kann.
Weitere Informationen: OpenText Schweiz
