Zukunft der Strategie: WARC sieht vorsichtigen Optimismus
Der neue WARC-Report «The Future of Strategy 2026» zeigt, dass Strategen wieder optimistischer in die Zukunft blicken. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass künstliche Intelligenz ihre Rolle ersetzen könnte.
Die Zukunft der Strategie wird von den Betroffenen selbst vorsichtig optimistisch beurteilt. Das geht aus dem Report «The Future of Strategy 2026» hervor, den das World Advertising Research Center (WARC) veröffentlicht hat. Die Studie basiert auf einer globalen Umfrage unter 489 Strategen, die im August 2026 durchgeführt wurde. Die Mehrheit der Befragten arbeitet auf Agenturseite.
Mehr Einfluss bei Kunden
Nach Angaben von WARC stimmen 66 Prozent der Strategen zu, dass es klare Gründe für Optimismus gibt. Lena Roland, Content Director von Warc Strategy, sagt: «Last year’s report painted a gloomy picture of agency-side strategy. Twelve months on, the mood has shifted with 66% of agency-side strategists agreeing there are clear reasons to be optimistic.» Der Einfluss der Strategie bei Kunden stieg auf 50 Prozent, nach 41 Prozent im Jahr 2025. Der interne Einfluss blieb mit 46 Prozent unverändert.
Zukunft der Strategie: Nachweis des Mehrwerts bleibt zentral
Trotz hoher Nachfrage bleibt der Wertnachweis eine Herausforderung. 57 Prozent der Strategen sagen, sie bräuchten ein neues Wertversprechen, da sich die Vergütungsmodelle verbessern müssten. Knapp 80 Prozent finden, der Berufsstand müsse stärkere Argumente und Belege für seine Wirkung auf das Geschäft entwickeln. Nikita Walia, Partnerin bei Unamed, sagt: «The strategist who only understands the “front stage” of a brand: messaging, insight, positioning…will quickly hit their ceiling. The strategist who understands the backstage: how things get made, distributed, and measured, will become indispensable». Strategen könnten ihren Wert belegen, indem sie Empfehlungen mit Geschäftsergebnissen verknüpfen und die Sprache der Geschäftsleitung sprechen.
KI als Chance und Bedrohung
56 Prozent der Strategen befürchten, dass KI ihre Rolle ersetzt. Das sind 15 Prozentpunkte mehr als 2025 (41 Prozent), damit ist es die am häufigsten erwartete Bedrohung. Gleichzeitig verschaffe KI mehr Zeit zum Nachdenken: 65 Prozent setzen die gewonnene Zeit für differenziertere, strategische Arbeit ein, und 55 Prozent glauben, dass KI die Strategie stärker auf menschliche Perspektiven ausrichten wird. Als grösste Schwächen der KI nennen die Befragten banale Ergebnisse sowie fehlende kulturelle Nuancen und emotionale Resonanz.
Zugleich nimmt qualitative Forschung vor Ort ab: 23 Prozent führen mindestens monatlich persönliche Research durch, nach 35 Prozent im Jahr 2025. Elizabeth Paul, Chief Brand Officer der Martin Agency, sagt: «AI should not give strategists permission to do less human research. It should give us the time to pursue more extraordinary truths with greater depth.»
Strategen rücken näher an die Unternehmensführung
83 Prozent der Strategen erwarten, dass ihr Aufgabenbereich künftig auch die Gestaltung der Geschäftsstrategie umfasst und nicht nur die Kommunikation. Ein wichtiges Thema ist das «two audience problem», also die Ansprache von Menschen und Maschinen. Dies führt Strategen in Felder wie CX, PR und agentic commerce. Weitere Aufgaben seien das Finden neuer «demand spaces» sowie Frameworks, die die Entwicklung der Medien abbilden.
Quelle: WARC
