Schweizer KMU gewinnen Zuversicht

Die Geschäftsaussichten der Schweizer KMU verbessern sich, wie die neunte Mittelstandsbefragung von swiss export und Kearny zeigt. Hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie geopolitische Unsicherheiten bleiben eine Belastung. Effizientere Prozesse und künstliche Intelligenz bieten Chancen, doch fehlende Kompetenzen bremsen die Umsetzung.

Keyvisual der Mittelstandstudie von Swiss Export. (Bild: www.swiss-export.com)

Die Schweizer KMU blicken wieder optimistischer in die Zukunft. 58 Prozent beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder sehr gut. Für die kommenden drei Jahre steigt dieser Anteil auf rund 65 Prozent. Auch bei den Umsatzerwartungen überwiegt die Zuversicht: 61 Prozent rechnen im laufenden Jahr mit steigenden Umsätzen.

Produktivität beginnt bei den Prozessen

Die Risiken bleiben jedoch hoch. 52 Prozent der befragten Unternehmen nennen Energie- und Rohstoffpreise als Konjunkturrisiko. Auch die Rohstoffversorgung bereitet zunehmend Sorgen. 39 Prozent sehen darin ein Risiko, gegenüber 8 Prozent im Vorjahr. Die Aussichten unterscheiden sich zudem deutlich nach Branche. In der Logistik und Spedition erwarten 75 Prozent eine gute oder sehr gute Geschäftslage in drei Jahren. In der Maschinenindustrie sind es nur 47 Prozent.

Ein wichtiger Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit liegt im eigenen Betrieb. 58 Prozent der Unternehmen konnten ihre Produktivität im vergangenen Jahr steigern. Am häufigsten gelang dies durch effizientere Abläufe und Standardisierung. 59 Prozent nennen diese als zentrale Produktivitätstreiber. Digitalisierung, Automatisierung und KI folgen mit 39 Prozent.

KI bietet Chancen, Know-how fehlt

Künstliche Intelligenz gewinnt rasch an Bedeutung. Bereits 48 Prozent der befragten KMU nutzen sie für interne Wissensdatenbanken. 42 Prozent setzen KI für analytische Anwendungen zur Problemlösung und Entscheidungsfindung ein. 82 Prozent rechnen damit, dass KI ihre Arbeitsweise in den kommenden zwei bis drei Jahren stark verändern wird.

Zwischen Potenzial und produktivem Einsatz liegt allerdings noch ein Weg. 54 Prozent nennen fehlende Kompetenzen als grösste Hürde. Weitere Hindernisse sind fehlende Zeit sowie Datenschutz und Datensicherheit. Technologie allein reicht deshalb nicht aus: Unternehmen müssen auch ihre Mitarbeitenden befähigen, neue Anwendungen wirksam einzusetzen.

«KI eröffnet den Schweizer KMU grosse Chancen. Entscheidend ist, konkrete Einsatzmöglichkeiten zu erkennen und einen messbaren Mehrwert zu schaffen. Dafür braucht es effiziente Prozesse und Mitarbeitende mit den richtigen Kompetenzen», sagt Claudia Moerker, Geschäftsleiterin von swiss export.

Die Ergebnisse zeigen laut der Mitteilung, dass die Zuversicht zurückkehrt. Gleichzeitig müssten die Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit aktiv sichern. Wer Prozesse verbessere, KI gezielt einsetze und Mitarbeitende qualifiziere, schaffe wichtige Voraussetzungen für nachhaltige Produktivitätsgewinne.

Quelle: www.swiss-export.com

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