Europäischer Erfinderpreis 2026 verliehen – Schweizer Kandidat geht leer aus
Die Gala-Zeremonie des Europäischen Patentamts zur Verleihung des Europäischen Erfinderpreises fand am 2. Juli, in Berlin statt. Die Preisträger wurden für Erfindungen ausgezeichnet, die die Gesundheitsversorgung verbessern, die Energiewende sowie eine nachhaltige Lebensmittelproduktion vorantreiben und die Kreislaufwirtschaft fördern.
Die diesjährigen Preisträger kommen aus den unterschiedlichsten Technologiefeldern und Ländern. Mit ihren Erfindungen gehen sie Herausforderungen an, die von der Malariaprävention über die Organtransplantationen bis hin zur Integration erneuerbarer Energien, dem Batterierecycling und der nachhaltigen Lebensmittelproduktion reichen.
Industrie: kein Preis für Schweizer Finalist
Die griechisch-schwedische Lebensmittelwissenschaftlerin Angeliki Triantafyllou erhielt die Auszeichnung für die Entwicklung eines patentierten enzymatischen Verfahrens, das den Geschmack, die Konsistenz und die Haltbarkeit von Haferdrinks verbessert hat. Ihre Innovation erhöhte die Löslichkeit der Proteine unter Beibehaltung ihrer Struktur und trug so dazu bei,Hafergetränke von einem Nischenprodukt zu einer weithin akzeptierten Alternative zu Milchprodukten zu machen.
Der schweizerisch-griechische Erfinder Evangelos Eleftheriou war in dieser Kategorie ebenfalls Finalist. Mit seinen Entwicklungen in der magnetischen Datenspeicherung, Flash-Technologie und im In-Memory-Computing hat er massgeblich zur energieeffizienteren digitalen Infrastruktur beigetragen. Allerdings reichte es damit nicht für eine Auszeichnung.
Forschung
Der irisch-britische Wissenschaftler Sir Adrian Hill erhält die Auszeichnung für die Entwicklung des Malaria-Impfstoffs R21/Matrix-M. Der Impfstoff erzielte in klinischen Studien eine Schutzwirkung von 75–80 % und übertraf damit das Ziel der Weltgesundheitsorganisation für Malaria-Impfstoffe. Im Jahr 2023 wurde er von der WHO für den flächendeckenden Einsatz empfohlen.
Auszeichnungen auch aus Nicht-EPA-Ländern
Die chinesischen Erfinder Xie Yinghao und Yu Haijun erhalten die Auszeichnung für die Entwicklung eines Batterierecyclingverfahrens, bei dem ausgediente Lithium-Ionen-Batterien in hochwertige Kathodenmaterialien umgewandelt werden. Ihre Technologie ermöglicht die Rückgewinnung kritischer Rohstoffe bei gleichzeitig erheblicher Senkung des Bedarfs an Chemikalien sowie der CO₂-Emissionen. Die beiden Erfinder gewannen auch den Publikumspreis, der durch eine Kombination aus öffentlicher Abstimmung und Juryentscheidung ermittelt wurde.
KMU
Der französische Biologe und Unternehmer Franck Zal erhält die Auszeichnung für die Entwicklung eines universellen Sauerstoffträgers, der aus dem Wattwurm gewonnen wird. Seine Technologie trägt durch die Versorgung von Organen und Geweben mit Sauerstoff während der Lagerung und des Transports zu deren Konservierung bei – sie wird bereits in der Transplantationsmedizin eingesetzt.
Lebenswerk
Professor Rainer Marquardt erhält den Lebenswerk-Preis für die Entwicklung des Modular Multilevel Converter (MMC). Dieser markierte einen Durchbruch in der Leistungselektronik, der zum weltweiten Standard für spannungsquellengesteuerte Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungssysteme wurde. Marquardts Erfindungen eröffneten den Hochleistungsbereich – bis in den Gigawatt-Bereich – für die elektronisch regelbare Energieflusssteuerung. Sie kommen heute in modernen Stromnetzen, bei der Integration von Offshore-Windenergie und bei der Gleichstrom-Fernübertragung zum Einsatz.
Quelle: Europäisches Patentamt
Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/europaeischer-erfinderpreis-2026-verliehen-schweizer-kandidat-geht-leer-aus/
