95 Prozent der Unternehmen verschieben KI-Projekte wegen Infrastrukturhürden

Eine neue globale Studie von Cloudera zeigt: Veraltete Datenarchitekturen bremsen die KI-Skalierung in Unternehmen massgeblich aus. Fast alle befragten Organisationen mussten KI-Initiativen aufgrund von Governance-, Compliance- oder Regulierungsproblemen verschieben oder absagen. Die Lösung liegt laut Studie in hybriden Datenarchitekturen.

Bei KI-Projekten stossen viele Unternehmen auf Hindernisse – viel hat dabei auch mit der richtigen Governance zu tun. (Bild: Unsplash.com)

Künstliche Intelligenz ist in der Unternehmenswelt längst kein Pilotprojekt mehr – doch die Infrastruktur hält vielerorts nicht Schritt. Das zeigt die neue globale Studie «The Great AI Re-Architecture» von Cloudera, die am 11. August 2026 veröffentlicht wurde. Befragt wurden 1’500 Enterprise Architects, Cloud-Infrastruktur-Verantwortliche und Datenarchitekten aus Unternehmen mit mindestens 1’000 Mitarbeitenden in neun Märkten weltweit.

KI ist Standard – die Infrastruktur nicht

Obwohl 77 Prozent der befragten Unternehmen KI bereits aktiv nutzen, mussten fast alle (95 Prozent) KI-Initiativen im vergangenen Jahr aufgrund von Herausforderungen in den Bereichen Data Governance, Compliance oder Regulierung verschieben oder absagen. Gleichzeitig geben 72 Prozent an, dass ihre Datenarchitektur grundlegend überarbeitet werden muss, um zukünftigen KI-Anforderungen gerecht zu werden.

Drei Viertel (75 Prozent) der Befragten berichten, dass KI-Integrationen die Datenspeicherungs- und Architekturpraktiken ihres Unternehmens bereits verändert haben. 84 Prozent verzeichnen gestiegene Infrastrukturkosten durch KI-Workloads. Diese Zahlen verdeutlichen: Unternehmen überdenken nicht nur den Speicherort ihrer Daten, sondern auch deren Verwaltung, Steuerung und Bereitstellung für KI-Systeme.

Governance wird zur kritischen Infrastruktur

Mit der Skalierung von KI in Unternehmen gewinnt Governance zunehmend an strategischer Bedeutung. 73 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Data Governance durch KI komplexer geworden ist. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) hat in den letzten zwölf Monaten mehr als sechs KI-Projekte aufgrund von Governance-, Compliance- oder regulatorischen Hürden verschoben oder abgebrochen.

Die zunehmend verteilte Datenspeicherung verschärft diese Herausforderung zusätzlich: Fast alle Befragten (97 Prozent) erklären, mindestens einmal im Monat Daten zwischen verschiedenen Umgebungen zu verschieben. Eine konsistente Governance über Cloud-, Private-Cloud-, On-Premises- und Edge-Umgebungen hinweg ist für die sichere Skalierung von KI daher unerlässlich.

«Das aktuelle KI-Zeitalter zwingt Unternehmen dazu, die Grundlagen ihrer Technologieinfrastruktur zu überdenken», sagt Sergio Gago, Chief Technology Officer bei Cloudera. «Viele Betriebe stellen fest, dass Architekturen für traditionelle Analysen nicht für Umfang, Governance und Flexibilität ausgelegt sind, die KI heute erfordert. Der Erfolg hängt davon ab, eine Datengrundlage zu schaffen, die Unternehmen erlaubt, KI dort einzusetzen, wo es am sinnvollsten ist, ohne Kompromisse bei Kontrolle oder Sicherheit einzugehen.»

Hybridarchitekturen als neuer Unternehmensstandard

Um Leistung, Governance, Kosten und Flexibilität zu vereinen, setzen Unternehmen zunehmend auf hybride Architekturen. Zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten haben im vergangenen Jahr KI-Workloads aus Public-Cloud-Umgebungen zurück in die Private Cloud oder ins eigene Rechenzentrum verlagert. Ein Viertel (25 Prozent) plant, in den nächsten zwei Jahren eine Hybrid-First-Architektur zu priorisieren.

Statt sich auf ein einzelnes Bereitstellungsmodell zu verlassen, investieren Unternehmen gleichzeitig in Cloud-, On-Premises-, Edge- und Hybridumgebungen. Damit rückt die KI-Optimierung in den Vordergrund – nicht bloss die KI-Einführung. Unternehmen, die ihre Datenarchitekturen modernisieren und KI dort einsetzen, wo es am sinnvollsten ist, sind laut Cloudera am besten aufgestellt, um skalierbare und sichere KI-Lösungen mit nachhaltigem Geschäftswert zu liefern.

Quelle: cloudera.com

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/95-prozent-der-unternehmen-verschieben-ki-projekte-wegen-infrastrukturhuerden/

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