IT-Transformationsstudie 2026: Nur eine von vier Migrationen läuft nach Plan
Eine aktuelle Studie von Natuvion und NTT Data Business Solutions zeigt: 71 Prozent der Unternehmen müssen ihre Migrationsmethodik im Projektverlauf anpassen. Gleichzeitig setzen bereits 76 Prozent der Befragten KI aktiv im Transformationsprozess ein – als Treiber und als Werkzeug zugleich.

Für die IT-Transformationsstudie 2026 befragten Natuvion und NTT Data Business Solutions weltweit mehr als 1’100 Führungskräfte und IT-Spezialist:innen nach ihren Erfahrungen mit IT-Transformationen. Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Transformationsprojekte sind anspruchsvoller als geplant – und Künstliche Intelligenz spielt eine immer zentralere Rolle.
Innovationsfähigkeit und Flexibilität als Hauptziele
Die Studienergebnisse machen deutlich, dass IT-Transformationen ein gesamtunternehmerisches Thema sind. 46 Prozent der befragten Unternehmen verfolgen das Ziel, ihre Innovationsfähigkeit zu steigern, 42 Prozent möchten die Flexibilität erhöhen – obwohl Flexibilität bereits eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Transformation darstellt. Als zentrale Erfolgsfaktoren nennen 35 Prozent das Transformations-Know-how, 34 Prozent die Datentransparenz und 32 Prozent die Kontinuität im Projektteam.
KI: Treiber und Bestandteil der Transformation
60 Prozent der Befragten nennen die Einführung moderner Technologien – insbesondere von KI – als Haupttreiber für ihre IT-Transformation. Das entspricht einem gleichbleibend hohen Niveau im Vergleich zum Vorjahr (57 Prozent). Klassische Motive wie organisatorische Anpassungen verlieren dabei zunehmend an Bedeutung.
KI ist jedoch nicht nur Auslöser, sondern auch aktives Werkzeug: 76 Prozent der Unternehmen setzen KI bereits während des Transformationsprozesses ein. Für die technische Analyse und Umsetzung vertrauen 63 Prozent auf KI, bei der Datenqualität und Migration sind es knapp 60 Prozent und in der strategischen Planung 56 Prozent. Die Studie belegt damit, dass KI nicht nur das Ziel ist, sondern auch auf dem Weg dorthin genutzt wird.

Mangelhafte Datenqualität bleibt ein strategisches Risiko
Trotz des KI-Booms ist den Verantwortlichen bewusst: KI funktioniert nur so gut wie die zugrunde liegenden Daten. Doch schlechte Datenqualität bezeichnen 26 Prozent der Unternehmen als zentrales Problem – zum fünften Mal in Folge. Inkonsistente Daten, fehlende Standards und unzureichende Governance-Strukturen fallen im Tagesgeschäft oft kaum auf, treffen Unternehmen bei einer Transformation jedoch mit voller Wucht. Weil saubere Daten die Grundvoraussetzung für KI und datengetriebene Geschäftsmodelle sind, entwickelt sich dieses Thema vom operativen Detailproblem zum strategischen Risiko.
Gewachsene Strukturen und Budgetüberschreitungen als grösste Hürden
39 Prozent der Befragten nennen die Analyse der bestehenden IT-Landschaft als grösste Herausforderung in der Planungsphase, gefolgt von der allgemeinen Projektkomplexität mit 29 Prozent. Die eigentliche Herausforderung liegt damit nicht in der Zielarchitektur, sondern im Umgang mit gewachsenen Strukturen, Abhängigkeiten und Altlasten.
Dennoch scheitern viele Projekte an der Planung: 82 Prozent der Unternehmen überschreiten ihr Budget, knapp 80 Prozent den Zeitplan. 44 Prozent planen ihre Transformation auf ein bis zwei Jahre, 53 Prozent kalkulieren mit einem Budget zwischen 5 und 50 Millionen Euro. Da Transformationen sich nicht linear wie klassische Projekte behandeln lassen, sind Puffer und ein belastbares Projekt-Setup keine Nice-to-haves, sondern Mindestanforderungen.
Learnings für künftige Transformationen
Basierend auf ihren Erfahrungen geben 34 Prozent der Unternehmen an, beim nächsten Mal mehr KI einzusetzen. Je 32 Prozent wollen stärker auf die wichtigsten Prozesse fokussieren und die Kommunikation verbessern, 30 Prozent möchten mehr in die Datenqualität investieren.
Die Studie zeigt: IT-Transformationen gewinnen strategisch an Bedeutung. Themen wie Künstliche Intelligenz, Innovationsfähigkeit, Flexibilisierung, Souveränität und Sicherheit verändern die Rolle der IT grundlegend. Transformation ist damit keine rein technische Disziplin mehr, sondern eine Führungsaufgabe.
Quelle: www.natuvion.com
