Logistik-Hubs: Temperaturmanagement verursacht 41 Prozent der Emissionen

Die Logistik stösst laut MIT jährlich 8 bis 11 Prozent der globalen CO₂-Emissionen aus – Tendenz steigend. Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik hat in seiner GILA-Marktstudie die Hauptquellen von Treibhausgasemissionen in Logistikstandorten identifiziert. Das Temperaturmanagement führt mit 41 Prozent, gefolgt von Beleuchtung und Intralogistik.

Netto-Null-Lagerhaus: Zukunft der nachhaltigen Logistik. Quelle: zvg

Die Logistik und der internationale Warenverkehr stossen pro Jahr etwa 8 Prozent der globalen CO₂-Emissionen aus, 11 Prozent, wenn Häfen und Lager hinzugerechnet werden. Das haben Forschende des Massachusetts Institute of Technology (MIT) aus der Initiative Sustainable Supply Chains ermittelt. Die Tendenz ist steigend. Hohe Emissionen sind für Unternehmen mit erhöhten Kosten verbunden, die sich einsparen lassen, wenn Ressourcen effizient eingesetzt werden.

Transparenz über den eigenen Ressourcenverbrauch

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML hat in seiner jährlichen GILA-Marktstudie den Treibhausgasemissionsausstoss von Logistikstandorten weltweit erhoben. Seit 2019 wird die GILA-Marktstudie durchgeführt, die aus dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekt «German, Italian & Latin American consortium for resource efficient logistics hubs & transport» (GILA) entstanden ist. Die Marktstudien werden vom Fraunhofer IML mit den GILA-Partnern Politecnico di Milano und Greenrouter fortgesetzt.

Ziel ist es, die Umwelt-Performance von Logistikstandorten besser zu verstehen, Datenlücken zu schliessen und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Die Informationen helfen aber auch den einzelnen Standorten, erklärt Dr. Kerstin Dobers, Autorin der Studie: «Transparenz zum eigenen Ressourcenverbrauch und den damit verbundenen THG-Emissionen ist ein wichtiger Schritt, um die individuelle Performance zu verstehen und zu verbessern: sowohl bezüglich Energieeffizienz als auch Emissionsintensitäten.»

Temperaturmanagement als grösster Emissionsfaktor

Logistikstandorte sind sehr vielfältig, weil die Anforderungen der Güter eine hohe Diversität mit sich bringen. Zu den Hauptquellen der Treibhausgasemissionen in Logistikimmobilien zählt mit 41 Prozent vor allem das Temperaturmanagement. In diesem Bereich fallen zum Beispiel, je nach Güteranforderung, die Kühlung oder Heizung von Lagerflächen an. An zweiter Stelle steht die Beleuchtung der Logistikbereiche, die 18 Prozent der durchschnittlichen Emissionen verursacht. Ein ebenfalls bedeutender Verursacher ist die Intralogistik mit etwa 16 Prozent, dazu zählen Fördertechnik, Gabelstapler oder automatisierte Lagertechnik.

Mittlerweile nehmen knapp 1000 Logistikstandorte weltweit an der Marktstudie teil. Untersucht werden dabei vor allem die Energieeffizienz, die jährlichen Treibhausgasemissionen, die Emissionsintensität einzelner Standorte und die durchschnittliche Performance verschiedener Logistik-Hub-Kategorien.

Sechs zentrale Handlungsfelder

Um die Dekarbonisierung von Logistik-Hubs weiter voranzutreiben, haben die Forschenden sechs zentrale Handlungsfelder entwickelt. Dazu gehören unter anderem die Intralogistik und Automatisierung, operative Prozesse sowie nachhaltige Gebäude und Aussenflächen. Mit ausgewählten Fallbeispielen aus der Industrie zu energieeffizienten Beleuchtungssystemen, Smart-Monitoring-Systemen, Photovoltaikanlagen zur Eigenstromerzeugung und Wärmepumpen werden realisierte Emissionseinsparpotenziale vorgestellt.

Welche Handlungsempfehlungen am jeweiligen Standort greifen, ist individuell. Um das gezielt abzuleiten, müssen Unternehmen ihre Transparenz erhöhen: «Die diesjährige Marktstudie hat wieder gezeigt, dass ein Grossteil der Standorte keine detaillierten Angaben darüber machen kann, wofür sie ihren Strom verwenden. Dies ist aber eine wichtige Information, um relevante Effizienzmassnahmen zu identifizieren und über Investitionen zu entscheiden», so Dobers.

Weitere Informationen: www.iml.fraunhofer.de

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