«Avoiding »Pilot Purgatory": Activate AI Agents in a Controlled Manner
Viele Unternehmen diskutieren über das beste KI-Modell – zu wenig über das richtige technische Fundament. Sophie Riedel, Partnerin und Managing Director Schweiz bei Zoi, erklärt, warum eine vernetzte Infrastruktur entscheidend ist, damit KI-Agenten nicht nur beobachten, sondern auch handeln können.

In vielen Unternehmen drehen sich die Diskussionen derzeit um das beste KI-Modell. In den wenigsten wird auch über das richtige Fundament gesprochen. Ein smartes Modell wird nicht zu einem genauso intelligent agierenden KI-Agenten, wenn die Infrastruktur isoliert bleibt.
Die Agenten bleiben auf der Schwelle eines teuren Beobachters stehen, ähnlich wie Mitarbeitende, die nicht agieren dürfen, denen bildlich die Hände auf dem Rücken gebunden wurden. Sie können das Problem sehen, aber nicht beheben. Genau hier entscheidet sich jedoch, ob ein Unternehmen in der «Pilot Purgatory» verharrt oder der Sprung hin zum Agentic Enterprise gelingt.
Vom Beobachter zum Handelnden
Ein Beispiel verdeutlicht die Problematik: Ein Agent auf dem Shopfloor meldet einen Materialengpass. In einem klassischen On-Premises-System würde der Stillstand eintreten, da er weder Lieferantenrisiken prüfen, noch Konditionen vergleichen oder Bestellungen auslösen könnte. All diese Daten lägen ausserhalb seiner Reichweite. Das Potential ist jedoch viel höher, denn ein KI-Agent kann längst nicht nur beobachten und melden – er kann sogar mehr als nur Lösungsvorschläge machen.
Bei einem verbundenen System reicht der gleiche Agent in einem Cloud-nativen Setup die Anfrage an einen Einkaufs-Agenten weiter. Der Agent ist dabei nicht schlauer geworden, er hat lediglich endlich den Raum, in solchen Situationen auch handlungsfähig zu werden. Er kann agieren, anstatt zu reagieren, und genau hier liegt das Potential des Agentic Enterprise verborgen. Unternehmen, die so aufgestellt sind, können schneller und umfassender auf eine Herausforderung oder einen Engpass reagieren. Aufträge lassen sich effizienter abwickeln, Kundenbeziehungen weiterentwickeln.
Architecture over Hype
Letztlich gilt der Slogan «Architecture over Hype». Die Basis muss stimmen, sonst wird auch das beste Modell zum Bürokratiemonster. Programmiert und baut ein Unternehmen für jeden neuen Use Case eine eigene Schnittstelle zu SAP, CRM oder internen Tools, fängt es jedes Mal bei null an. Und irgendwann erstickt die IT-Abteilung unter dem angehäuften technischen Schuldenberg. Sie steckt in ihrer eigenen Falle fest, die immer schwerer zu kontrollieren und zu administrieren wird.
Die Lösung für dieses Dilemma liegt in einem zentralen AI Gateway, das – einmal aufgebaut – von jedem neuen Agenten als zentrale Andockstation genutzt wird. Die Vorteile liegen in der einfachen Administration sowie in der Sicherheit, die volle Kontrolle über die Handlungen und die KI-Kosten zu behalten.
Governance-Strukturen noch selten belastbar
In der Benchmark-Studie «Generative KI in Grossunternehmen» zeigt sich genau diese Herausforderung. Die befragten Entscheider gaben an, dass 60 Prozent der produktiven Setups über solide Governance-Strukturen und Gateways verfügen. Bei der KI-Governance zeigt sich zudem, dass bei vielen Unternehmen Regeln und Compliance-Rahmen breit vorhanden sind, belastbare Entscheidungsstrukturen wie ein «KI-Board» oder eine «zentrale Führungsrolle» aber deutlich seltener.
Der Wettbewerbsvorteil durch KI liegt nicht in der Auswahl des Modells verborgen, er liegt in der umgebenden Infrastruktur. Die Datenbasis ist keine reine Backend-Entscheidung, sie ist der Unterschied zwischen einem KI-Beobachter und einem echten autonomen KI-Agenten.
