Systemisches Denken in der Beratung

Das Institut für systemische Impulse bietet im April 2026 zwei Seminare an, die Beratenden helfen, Veränderungsprozesse wirksamer zu gestalten. Im Fokus stehen systemtheoretische Konzepte für Coaching, Supervision und Organisationsberatung. Die Seminare vermitteln, warum gut gemeinte Massnahmen oft scheitern und wie sich Muster tatsächlich verändern lassen.

Vorbereitungen für wichtige Gespräche im Besprechungsraum. Quelle: zvg

Ein Team steckt im Konflikt. Gespräche werden geführt, Massnahmen beschlossen, Strukturen angepasst. Doch nach drei Monaten läuft alles wieder wie zuvor. Dieses Phänomen kennen viele aus der Beratungspraxis. Die Erklärung liegt nicht im Versagen der Beteiligten, sondern in der Systemlogik: Muster verändern sich nicht durch Appelle und guten Willen, sondern wenn man die Logik versteht, die sie am Leben hält.

Systemtheorie und Beratungspraxis

Das zweitägige Seminar vom 21. bis 22. April 2026 vermittelt Kern-Konzepte des systemischen Arbeitens für Coaching, Supervision und Organisationsberatung. Teilnehmende lernen, wie Menschen und Teams ihre Wirklichkeit erzeugen und wie sich diese produktiv verändern lässt. Der Fokus liegt darauf, Konfliktmuster in Teams zu erkennen, Wirklichkeitskonstruktionen wirksam zu irritieren und Interventionen zu entwickeln, die tatsächlich Wirkung zeigen – nicht bloss kurzfristig beruhigen.

Organisationen systemisch verstehen

Das zweite Seminar findet am 23. und 24. April 2026 statt und widmet sich der Frage, warum gut gemeinte Change-Prozesse so oft scheitern. Warum bleibt Agilität in vielen Organisationen ein Schlagwort, das an den echten Strukturen abprallt? Und warum wird aus Organisationsproblemen so häufig ein Personenproblem gemacht? Das Seminar vermittelt konzeptionelles Handwerkszeug, um Organisationslogiken zu durchschauen. Teilnehmende verstehen, warum Hierarchien keine Fehler sind, sondern funktionale Antworten auf strukturelle Fragen – und was neuere, agile Formen wirklich können und was nicht.

Warum gerade jetzt?

KI-Systeme treffen Entscheidungen, Teams arbeiten über Kontinente hinweg, Organisationsformen ändern sich im Jahrestakt. Die Versuchung ist gross, mit immer neuen Tools und Frameworks zu reagieren. Doch Organisationen waren schon immer mehr als die Summe ihrer Teile. Entscheidungen wurden schon immer unter Unsicherheit getroffen. Und Veränderung war schon immer paradox. Was sich geändert hat: Die Halbwertszeit von Managementmoden ist kürzer geworden. Wer systemtheoretisch informiert berät, stellt die richtigen Fragen – bevor Lösungen implementiert werden.

Die Referenten

Torsten Groth ist Dipl. Soz.-Wiss., selbstständiger Organisationsberater, Lehrbeauftragter am WIFU der Universität Witten/Herdecke, geschäftsführender Gesellschafter Simon Weber Friends und Initiator Club Systemtheorie. Er ist Autor der «66 Gebote systemischen Denkens und Handelns» (Carl-Auer, 4. Aufl. 2022).

Roger Romano ist Co-Inhaber des Instituts für systemische Impulse, systemischer Coach, Supervisor und Organisationsberater mit Schwerpunkt Transaktionsanalyse. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Begleitung von Organisationen, Teams und Menschen in Veränderungen.

Die beiden Seminare ergänzen sich ideal. Wer beide besucht, entwickelt ein zusammenhängendes konzeptionelles Fundament für die eigene Beratungs- und Führungsarbeit.

Weitere Informationen zu den Seminaren und Anmeldung unter www.systemische-impulse.ch.

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