Motorfahrzeugversicherungen: Prämien steigen um 20 Prozent
Die Prämien für Motorfahrzeugversicherungen sind innert fünf Jahren um rund 20 Prozent gestiegen und zählen damit zu den grössten Kostentreibern im Bereich Wohnen und Mobilität. Gemäss dem aktuellen Comparis-Womo-Preisindex führen teurere Ersatzteile und komplexere Reparaturen zu diesem massiven Anstieg.

Laut dem Comparis-Womo-Preisindex in Zusammenarbeit mit dem KOF-Institut der ETH Zürich sind im Februar 2026 die Preise für Wohnen und Mobilität in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,2 Prozent gestiegen. Während viele Preise zuletzt stabil blieben oder sanken, gehört die Motorfahrzeugversicherung zu den wenigen Bereichen mit massiven Verteuerungen.
Elektronik in Neuwagen treibt Kosten
Die Motorfahrzeugversicherung hat sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,4 Prozent erhöht. In den letzten fünf Jahren betrug der Anstieg sogar 18,9 Prozent. «Mehr teure Elektronik in Neuwagen führte zu aufwändigeren Reparaturen und teureren Ersatzteilen – und damit zu einem starken Prämienanstieg», erklärt Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert. Besonders Rückspiegel mit Sensoren und Kameras, LED-Scheinwerfer sowie die Kalibrierung von Assistenzsystemen verteuern die Reparaturen.
Die hohen Anstiege bei der Motorfahrzeugversicherung werden mit gestiegenen Kosten für Ersatzteile und Reparaturen begründet. Ersatzteile sind mit plus 19,1 Prozent in den letzten fünf Jahren besonders stark gestiegen. Auch Service- und Reparaturarbeiten für Motorfahrzeuge haben sich um 8,1 Prozent verteuert. Zusätzlich führte die Zunahme von Schadensfällen wie Hagelschäden zu höheren Kosten.

Wohnungsmieten steigen überdurchschnittlich
Der Womo-Preisindex lag in den letzten fünf Jahren insgesamt bei 10,3 Prozent. Zum Vergleich: Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) erhöhte sich in dieser Zeit um 7,3 Prozent. Die Wohnungsmieten als grösster Ausgabeposten haben sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,4 Prozent erhöht.
«Der überdurchschnittlich starke Anstieg der Wohnungsmieten hält unvermindert an. Das ist besonders für einkommensschwache Haushalte bitter, da die Wohnungsmiete den grössten Budgetposten darstellt», sagt Renkert.
Zu den Produkten, die sich in den letzten fünf Jahren am stärksten verteuert haben, zählen Energie zum Heizen (Gas, Heizöl, Brennholz und Fernwärme) mit plus 41,2 Prozent und Elektrizität mit plus 34,1 Prozent.
Treibstoffpreise sinken deutlich
Nicht alle Preise entwickelten sich nach oben. Gemäss der Comparis-Analyse sind die Treibstoffpreise im Vorjahresvergleich um 5,3 Prozent gesunken. Am zweitstärksten vergünstigten sich die Preise für andere Gebrauchsgüter für die Haushaltsführung mit minus 5,0 Prozent.
Zu den Gütern und Dienstleistungen, deren Preise in den letzten fünf Jahren stark gefallen sind, zählen kleine Haushaltsgeräte (minus 8,7 Prozent), motorbetriebene Werkzeuge für Haus und Garten (minus 7,9 Prozent) sowie Fahrräder und Elektrofahrräder (minus 3,1 Prozent).
Einkommensschwache Haushalte besonders betroffen
Bei den Einkommensklassen zeigt sich: Das Leben hat sich im Vergleich zum Vorjahr für die tiefste Einkommensklasse am stärksten verteuert. Der Womo-Preisindex ist für diese Klasse um 0,4 Prozent gestiegen. Am wenigsten von der Teuerung betroffen war die höchste Einkommensklasse mit einem Anstieg von 0,1 Prozent.
Nach Haushaltstypen unterschieden, erlebten Einpersonenhaushalte ab 65 Jahren in den letzten zwölf Monaten die höchste Teuerung bei Wohnen und Mobilität mit einer Teuerungsrate von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Tipps für Versicherungskunden
Wer eine höhere Rechnung für die Motorfahrzeugversicherung erhält, sollte die Anpassung nicht einfach akzeptieren. Bei einer Prämienerhöhung besteht ein ausserordentliches Kündigungsrecht, das einen unkomplizierten Anbieterwechsel ermöglicht.
Die Unterschiede im Markt sind gross. Ein Vergleich zeigt, ob man für ähnliche Leistungen zu viel bezahlt oder ob bessere Deckungen möglich sind. Wer seit vielen Jahren beim gleichen Anbieter ist, sollte besonders aufmerksam sein. Treue wird im Versicherungsmarkt nicht automatisch belohnt.
Mit der fortschreitenden technologischen Entwicklung bei Neuwagen werden zunehmend auch Fahrzeughaltende älterer Modelle zur Kasse gebeten, warnt Renkert.
Quelle: www.comparis.ch


