Schweizer Softwareunternehmen erstellt grosses Patientenportal für deutsche Kliniken

Über 140 Spitäler in Deutschland sind neu über ein gemeinsames interoperables Patientenportal miteinander verbunden und für Patienten digital erreichbar. Mit knapp 35’000 angebundenen Betten in Deutschland deckt die Plattform eine Grössenordnung ab, die nahezu die gesamte Spitalkapazität der Schweiz darstellt. Das Schweizer Softwareunternehmen the i-engineers lieferte die technische Lösung, die auch hierzulande im Einsatz ist.

Das MK.D-Team von the i-engineers (hinten v.l.n.r.): Joshua Schneider, Franz Obermayer, Christian Klingbeil, Severin Summermatter, Andreas Henkel, Cyrill Zadra, Peter Summermatter, (vorne v.l.n.r.): Manuel Redle, David Hofmann. (Foto: the i-engineers)

Das interoperable Patientenportal «Mein-Krankenhaus.Digital» ist erfolgreich in die Betriebsphase gestartet. Bereits seit Ende 2025 buchen Patientinnen und Patienten Termine online, reichen Dokumente digital ein und kommunizieren direkt mit den angeschlossenen Einrichtungen. Insgesamt sind damit über 140 Krankenhäuser von mehr als 70 Trägern deutschlandweit miteinander vernetzt. Mit dem Start des Echtbetriebs ist das Projekt nicht abgeschlossen. Die Plattform ist bewusst offen konzipiert und kann schrittweise erweitert sowie mit weiteren Akteuren vernetzt werden.

Spitäler setzen auf Zusammenarbeit statt Insellösungen

Das Grossprojekt wurde von den Spitälern selbst initiiert und von der durch die beteiligten Einrichtungen eigens zu diesem Zweck ins Leben gerufenen Klinik IT Genossenschaft (KIG) organisiert. Ziel war es, die Kräfte zu bündeln und eine gemeinsame digitale Infrastruktur zu schaffen, anstelle einer Vielzahl von Einzellösungen.

Für die technische Umsetzung wurde the i-engineers aus Zürich im Rahmen einer Ausschreibung beauftragt. Die Softwarelösungen des Unternehmens sind bereits heute in zahlreichen Schweizer Spitälern im Einsatz, unter anderem am Universitätsspital Basel, an den Kantonsspitälern Baselland und den Hirslanden Kliniken.

Trotz hoher Komplexität, paralleler Digitalisierungsvorhaben in den Spitälern und enger Zeitvorgaben wurde das interoperable Patientenportal innerhalb der geplanten Zeit und im vorgesehenen Budget realisiert. «Mein-Krankenhaus.Digital zeigt, dass Spitäler Digitalisierung auch in grossem Massstab gemeinsam vorantreiben können», sagt Severin Summermatter, CEO von the i-engineers. «Entscheidend ist eine Plattformarchitektur, die unterschiedliche Kliniksysteme über gemeinsame Standards integriert und zuverlässig miteinander kompatibel macht.»

Interoperabilität als Schlüssel

Technologische Basis des MK.D-Projekts bildet die health-engine® von the i-engineers, eine Interoperabilitätsplattform-as-a-Service aus der Cloud. Sie bindet über standardisierte Software-Gateways die Spital-internen Primär- und Umsysteme an das Backend der Portallösung und ermöglicht den sicheren Datenaustausch über Organisationsgrenzen hinweg.  Darauf aufbauend werden verschiedene Frontends bereitgestellt: das Patientenportal als zentrale Anwendung für die digitale Interaktion mit Patientinnen und Patienten, sowie Portale für Zuweiser und Spitalmitarbeitende, die jeweils zielgruppenspezifische Funktionen bieten.

Digitale Patientenreise mit messbarem Nutzen

Erste Rückmeldungen von Patientinnen und Patienten sowie vom Klinikpersonal zeigen eine hohe Akzeptanz. Das System ermöglicht eine durchgängige digitale Patientenreise für potenziell mehr als zwei Millionen Nutzerinnen und Nutzer: von der Terminbuchung über die Übermittlung von Unterlagen bis zur Kommunikation oder Videosprechstunde. Gleichzeitig profitieren die Spitäler von effizienteren Prozessen und gezielterer Kapazitätssteuerung. Für die rund 15’000 Klinikmitarbeitenden, die perspektivisch mit der Lösung arbeiten, bedeutet dies eine spürbare Entlastung im Arbeitsalltag.

Vernetzung trotz heterogener Systemlandschaft

Das Projekt adressiert eine zentrale Herausforderung, die auch im Schweizer Gesundheitswesen besteht: historisch gewachsene, heterogene IT-Systemlandschaften, die den Datenaustausch erschweren. Die Plattform und das darauf aufbauende Patientenportal sind so konzipiert, dass sie sich in unterschiedlichste Systemumgebungen integrieren. Das Projekt zählt damit zu den wenigen, die Interoperabilität in dieser Breite produktiv umsetzen.

Grössenordnung mit Relevanz für die Schweiz

Die Dimension des Projekts ist aus Schweizer Sicht aussergewöhnlich: Die angebundenen Kapazitäten entsprechen mit knapp 35’000 Betten nahezu der gesamten Bettenlandschaft der Schweizer Spitäler. Zum Vergleich: In der Deutschschweiz stehen rund 27’500 Betten und in der Westschweiz etwa 9’000 zur Verfügung. Damit wurde im Projekt eine Plattform realisiert, die in ihrer Grössenordnung praktisch die gesamte stationäre Versorgung der Schweiz digital abbilden könnte.

Severin Summermatter, CEO von the i-engineers, ergänzt: «Die Patientenreise darf nicht an Spitalgrenzen enden. MK.D zeigt, wie digitale Vernetzung gelingt. Schweizer Spitäler, insbesondere jene mit mehreren Standorten, haben alle Voraussetzungen, um eine vergleichbare Lösung umzusetzen, damit verschiedene Akteure ein gemeinsames, interoperables Patientenportal nutzen können. Entscheidend ist, dass die Spitäler jetzt gemeinsam handeln.»

Quelle und weitere Informationen: the i-engineers

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/schweizer-softwareunternehmen-erstellt-grosses-patientenportal-fuer-deutsche-kliniken/

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