Dry January: 12’000 alkoholfreie Tage – Mitarbeitende wollen Wiederholung
Die erste Workplace-Challenge des Dry January in der Schweiz war ein voller Erfolg: 565 Mitarbeitende aus 31 Betrieben verzichteten im Januar auf Alkohol. Eine Umfrage zeigt, dass 94 Prozent der Teilnehmenden sich eine Fortsetzung wünschen. Zwei Drittel finden zudem, dass am Arbeitsplatz nun offener über Alkoholkonsum gesprochen wird.

31 Betriebe beteiligten sich an der ersten Workplace-Challenge des Dry January im Januar 2026. Deren 565 Mitarbeitende tranken an insgesamt 11’759 Tagen keinen Alkohol. Mit der Initiative konnten Unternehmen Trinknormen im Arbeitsumfeld hinterfragen und die Gesundheit ihrer Angestellten verbessern. Die spielerische Dimension des Teamwettbewerbs stärkte zudem den Zusammenhalt unter den Teilnehmenden.
Überwältigende Zustimmung für Fortsetzung
Eine überwältigende Mehrheit von 94 Prozent der Mitarbeitenden wünscht sich gemäss einer anonymen Umfrage eine Fortsetzung der Workplace-Challenge im nächsten Januar. Auch unter individuellen Teilnehmenden, die nicht an der Workplace-Challenge teilgenommen haben, ist die Neugierde gross: Zwei Drittel (69 Prozent) wünschen sich, dass ihr Betrieb zukünftig diese Challenge durchführt.
«Ich finde die Kampagne sehr gelungen. Es motiviert, wenn mehrere Personen im Betrieb teilnehmen und man nicht allein ist. Dadurch wird die Challenge noch grösser und man kann sich selbst sowie den anderen zeigen, dass man es schaffen kann», sagt ein Teilnehmer der Workplace-Challenge.
Offenere Kommunikation über Alkoholkonsum
Zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) fanden, dass das Tabu, im Betrieb über Alkoholkonsum zu sprechen, abgebaut worden ist. Dies bedeutet einen direkten Mehrwert für die teilnehmenden Unternehmen.
«Obwohl wenig Personen unseres Betriebes teilgenommen haben, wurde in Pausen, an Apéros etc. mehrfach und über die Teilnehmenden hinaus das Thema Alkohol – wann, warum und wo automatisiert/ritualisiert – diskutiert. Damit ist für mich bereits ein Ziel erreicht», erklärt eine Organisatorin der Workplace-Challenge.
Freunde und Verwandte reagieren positiv auf eine Alkoholpause (96 Prozent). Temporär keinen Alkohol zu trinken, kommt in der Mitte der Gesellschaft an. Die Idee, dass Alkohol die einzige Droge sei, für deren Nichteinnahme man sich entschuldigen muss, gilt beim Dry January nicht.
Besserer Schlaf und mehr Energie
Mehr als vier von fünf Teilnehmenden (83 Prozent) schlafen durch den Dry January merklich besser, wie die Umfrage ergab. Damit wird die Medizin bestätigt, die zwar dem Alkohol ein schnelles Einschlafen zuspricht, aber genauso eine verminderte Schlafqualität attestiert. Dies, weil der Alkohol die REM-Schlafphasen unterdrückt. Wer also regelmässig schlecht schläft, kann eine Dry-Zeit ausprobieren – einen Monat oder noch besser drei. Nach drei Monaten sollte sich der Körper regeneriert haben. Zudem fühlen sich vier von fünf Alkoholpausierende (80 Prozent) energievoller.
«Ich merkte bewusster, wann ich innerlich sehr angespannt war und normalerweise zu einem Bier oder Glas Wein greifen würde. Stattdessen habe ich Tee getrunken oder ging Spazieren. Das tat gut», berichtet eine Teilnehmerin der Workplace-Challenge.
Verlängerung und weniger Konsum
Vier von fünf Dry January-Teilnehmende (82 Prozent) wollen den Dry January erst einmal verlängern. Fast alle Teilnehmenden (97 Prozent) wollen in Zukunft ihren Alkoholkonsum verringern.
«Es ist nicht einfach, an gewissen Anlässen auf Alkohol zu verzichten. Das sind geschäftliche Anlässe (Apéros) oder auch auf das Bier nach dem Training mit dem Teamkollegen. Muss auch sagen, dass es mir nicht immer gelungen ist. Ich habe mich aber mehrmals bewusst dagegen entschieden», sagt ein Teilnehmer der Workplace-Challenge.
Dry Pub Crawl in Basel ausverkauft
Dieses Jahr fand der dritte Dry Pub Crawl – nach Bern und Aarau – in Basel statt. Die Tickets waren rasch ausverkauft. Bei dieser alkoholfreien Kneipentour lernten sich Leute kennen und Leute lernten Basler Bars kennen. Die Gäste bewiesen, dass es nicht der Alkohol ist, der Geselligkeit und Spass kreiert.
Die Bars und Restaurants zeigten ihr alkoholfreies Angebot. Das Nomad’s in Basel bot eine Karte mit 68 alkoholfreien Getränken an, davon 13 alkoholfreie Cocktails und vier alkoholfreie Biere sowie 51 Softdrinks, Limonaden, Eistees, Säfte, Wasser, Kaffee und Tee. Verdursten musste niemand und auch für genügend Essen war gesorgt.
Clean Party in Lausanne
Lausanne feierte seine erste Clean Party im D! Club. Das Label Alwarda organisierte die erste Rave-Party der Stadt ohne Alkohol und andere Drogen. Die Veranstaltung verband Musik und Bewusstsein mit Yoga-Sessions und Atemübungen. Das Ergebnis war ein einzigartiges Tanzerlebnis und positive Vibes. Der Dry January unterstützte die Clean Party und war mit einem Präventionsstand bei der Veranstaltung vertreten.
