Wenn Mitarbeitergespräche demotivieren
Eine aktuelle Studie von Robert Walters zeigt: 23 % der Befragten fühlen sich nach ihrer letzten Leistungsbeurteilung weniger positiv in Bezug auf ihre Rolle. Für Unternehmen steigt damit der Druck, Motivation und Vertrauen in der Belegschaft zu sichern – insbesondere mit Blick auf die zweite Jahreshälfte 2026.

Eine aktuelle Studie des globalen Talent-Solutions-Partners Robert Walters zeigt, wie gross die Lücke zwischen dem ist, was Professionals von Mitarbeitergesprächen erwarten – und was sie tatsächlich erleben. 23 % der Befragten geben an, sich nach ihrer letzten Leistungsbeurteilung weniger positiv in Bezug auf ihre Rolle zu fühlen. Nur 17 % berichten, das Gespräch habe ihre Erwartungen an die berufliche Zukunft verbessert.
Strategische Bedeutung von Feedback- und Gehaltsgesprächen
Für Unternehmen steigt damit der Druck, Motivation und Vertrauen in der Belegschaft zu erhalten. Andrew Powell, Chief Commercial Officer bei Robert Walters, bringt es auf den Punkt: «Mitarbeitergespräche entwickeln sich zunehmend zu entscheidenden Führungsmomenten. Unternehmen müssen die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter berücksichtigen und gleichzeitig Budgets im Blick behalten. Professionals möchten verstehen, wie ihre Fähigkeiten bewertet werden, welche Entwicklungsmöglichkeiten es gibt und ob das Unternehmen in ihre langfristige Weiterentwicklung investiert.»
Die Ergebnisse machen deutlich: Feedback- und Gehaltsgespräche gewinnen an strategischer Bedeutung. Für viele Professionals sind sie ein Gradmesser für ihre langfristigen Karrierechancen.
Gehaltserwartungen und Wechselbereitschaft
Die Robert Walters Lohnstudie 2026 zeigt zudem, dass lediglich 13 % der befragten Schweizer Professionals in diesem Jahr mit einer Gehaltsanpassung rechnen. Rund 60 % sind unsicher oder erwarten keine Anpassung. Powell dazu: «Viele Professionals haben Verständnis für den wirtschaftlichen Druck, unter dem Unternehmen aktuell stehen. Gleichzeitig wird es schwieriger, Motivation aufrechtzuerhalten, wenn Gespräche über Entwicklung, zukünftige Verdienstmöglichkeiten oder Vergütungsentscheidungen ausbleiben.»
Die Konsequenz ist messbar: 73 % der Befragten geben an, aufgrund ihrer aktuellen Gehaltssituation aktiv nach einer neuen Position zu suchen oder offen für neue Angebote zu sein. «Unternehmen gehen Vergütung zunehmend strukturierter an», erklärt Powell. «Aktuelle Marktdaten helfen zu verstehen, wo sie wettbewerbsfähig sind, wo Entwicklungslücken bestehen und wie sich Gehaltserwartungen verändern.»
Faktenbasierte Gespräche als Antwort
Mit der Robert Walters Salary Survey stellt das Unternehmen Führungskräften aktuelle Einblicke in Gehaltsniveaus und Hiring-Trends zur Verfügung. Ziel ist es, faktenbasierte und transparente Gespräche über Vergütung und Erwartungen zu ermöglichen. Powell fasst zusammen: «Professionals legen heute stärkeres Gewicht auf langfristigen Karrierewert und Perspektiven. Unternehmen, die diese veränderten Erwartungen verstehen, können Engagement fördern, relevante Fähigkeiten aufbauen und ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern.»
Insgesamt nahmen im April 2026 weltweit 3’037 Fach- und Führungskräfte an der Blitzumfrage teil, darunter 190 Befragte aus der Schweiz.
Quelle: www.robertwalters.ch
