Workforce Readiness: Der neue Auftrag des Vorstands an CIOs und CHROs

KI verändert die Arbeitswelt grundlegend – und macht Workforce Readiness zur gemeinsamen Vorstandsaufgabe. Eine neue Studie von Cornerstone OnDemand zeigt: Unternehmen, in denen CIOs und CHROs strategisch zusammenarbeiten, reagieren schneller auf Veränderungen und bereiten ihre Belegschaft besser auf die Zukunft vor. Doch die enge Abstimmung zwischen HR und IT ist bislang noch die Ausnahme.

Workforce Readiness erfordert enge Zusammenarbeit von HR und IT. Quelle: zvg

Die Einführung von KI-Tools und KI-gestützten Arbeitsweisen zählt weltweit zu den grössten Treibern organisatorischer Veränderung. Laut dem Report «The Board’s New Mandate to CIOs and CHROs», den Cornerstone OnDemand gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne durchgeführt hat, berichten 65 Prozent der befragten Führungskräfte von einem hohen Mass an Veränderungsdruck in den vergangenen zwölf Monaten – in der DACH-Region sind es sogar 74 Prozent. Doch das Tempo des Wandels bremst viele Unternehmen aus: Sie erkennen die Disruption, reagieren aber nicht schnell genug, weil ihnen eine klare Sicht auf die aktuellen Fähigkeiten und den künftigen Bedarf ihrer Belegschaft fehlt.

Für die Studie wurden 2.000 Personen aus den USA, Grossbritannien, der DACH-Region, Frankreich, Italien, Spanien, Australien und Neuseeland befragt – darunter IT-Entscheidungsträger:innen, HR-Entscheidungsträger:innen sowie Mitarbeiter:innen aus Unternehmen mit mindestens 1.000 Angestellten.

Workforce Readiness als gemeinsame Unternehmenskompetenz

Bisher wurde Workforce Readiness – die Fähigkeit eines Unternehmens, seine Belegschaft gezielt auf neue Anforderungen vorzubereiten – primär als HR-Aufgabe verstanden. Das KI-Zeitalter verändert diese Rollenverteilung grundlegend. Die Studie zeigt: 94 Prozent der befragten IT- und HR-Entscheidungsträger:innen sind überzeugt, dass ein kontinuierlicherer und anpassungsfähigerer Ansatz für die Personalplanung unerlässlich ist. Gleichzeitig stimmen 93 Prozent zu, dass HR und IT ihre Sicht auf die Anforderungen der Belegschaft stärker aufeinander abstimmen sollten.

Das Problem liegt nicht im Erkennen des Handlungsbedarfs, sondern in der Umsetzung. Nur 48 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass IT und HR eng mit gemeinsamen Zielen und regelmässiger Abstimmung zusammenarbeiten. Lediglich 35 Prozent treffen KI-Entscheidungen gemeinsam.

Fragmentierte Daten bremsen die Entscheidungsfindung

Ein zentrales Hindernis ist die fehlende gemeinsame Datenbasis. 85 Prozent der Unternehmen weltweit greifen mit drei oder mehr verschiedenen Methoden auf Belegschaftsdaten zu – in der DACH-Region sind es sogar 93 Prozent. Nur 36 Prozent nutzen eine einheitliche Plattform oder ein zentrales Dashboard. Die Folge: Führungskräfte können sich kein vollständiges Bild der Workforce Readiness machen und reagieren häufig erst auf Kompetenzlücken, nachdem diese bereits entstanden sind.

Die Konsequenzen mangelnder Abstimmung und fragmentierter Daten sind messbar: In 50 Prozent der Fälle bleiben Skill-Lücken länger als nötig unbearbeitet, in 44 Prozent verzögern sich Entscheidungen zu Einstellungen, interner Versetzung oder Umstrukturierungen, und 41 Prozent der Unternehmen verfehlen ihre Produktivitäts- und Effizienzziele.

Enge Zusammenarbeit zwischen HR und IT zahlt sich aus

Die Studie belegt, dass eine konsequente Zusammenarbeit zwischen IT und HR konkrete Vorteile bringt. Unternehmen, in denen beide Abteilungen eng kooperieren, handeln bei Personalmassnahmen im Durchschnitt 13 Prozent schneller als jene mit nur gelegentlicher Abstimmung – das entspricht einer Zeitersparnis von durchschnittlich 12 Tagen. Zudem fühlen sich diese Unternehmen mit einer um 67 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit in der Lage, Personalentscheidungen im erforderlichen Tempo zu treffen. Besonders deutlich zeigt sich der Effekt in der DACH-Region: Dort geben 87 Prozent der Unternehmen mit enger HR-IT-Zusammenarbeit an, gut auf Entscheidungen im KI-getriebenen Wandel vorbereitet zu sein.

Führungskräfte in diesen Unternehmen berichten zudem fast dreimal häufiger, dass ihre Mitarbeiter:innen besser auf Veränderungen vorbereitet sind als noch vor zwölf Monaten – 29 Prozent gegenüber 11 Prozent bei Unternehmen mit begrenzter Zusammenarbeit.

«Unternehmen, die den Wandel erfolgreich bestreiten, bringen Personal- und Technologieentscheidungen von Beginn an zusammen, statt die Abstimmung erst nachträglich herzustellen», erklärt Guna Jayaraman, Chief AI Officer von Cornerstone. «CIOs und CHROs benötigen eine gemeinsame Sicht auf bestehende Kompetenzen, sich wandelnde Rollenprofile und zukünftige Anforderungen, um fundierter und schneller handeln zu können.»

KI als Katalysator für proaktive Personalplanung

Unternehmen, die KI bereits für die Personalplanung einsetzen, sind klar im Vorteil: Sie geben mehr als doppelt so häufig an, über die erforderlichen Prozesse, Daten und Tools zu verfügen, um schnell Personalentscheidungen zu treffen – 63 Prozent gegenüber 30 Prozent bei Unternehmen ohne KI-Einsatz. Sie nutzen zudem häufiger proaktiv Datenerkenntnisse und Prognosen, um den künftigen Personalbedarf frühzeitig zu erkennen: 39 Prozent im Vergleich zu 23 Prozent. Nur 5 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen geben an, dass es mehr als fünf Monate dauert, bis Veränderungen in sinnvolle Massnahmen für die Belegschaft umgesetzt werden – bei Unternehmen ohne KI sind es 13 Prozent.

Mitarbeiter:innen fühlen sich unzureichend vorbereitet

Ein besonders deutliches Signal sendet die Mitarbeiterperspektive. Obwohl 94 Prozent der IT- und HR-Entscheidungsträger:innen überzeugt sind, dass ihre Investitionen in die Mitarbeiterentwicklung nachweislich Wirkung zeigen, sieht die gelebte Realität anders aus: Weltweit fühlen sich nur 17 Prozent der Mitarbeiter:innen vollständig darauf vorbereitet, wie sich ihre Rolle in den nächsten 12 bis 24 Monaten entwickeln wird – in der DACH-Region sind es immerhin 27 Prozent. 60 Prozent beschreiben den Ansatz ihres Unternehmens zur Skill-Entwicklung als reaktiv: Unterstützung erfolgt häufig erst während oder nach der Einführung von Änderungen. Und nur 22 Prozent geben an, die Unterstützung zu erhalten, die sie für ihre kontinuierliche Weiterentwicklung benötigen.

Dabei ist der Wunsch nach mehr Begleitung gross: 89 Prozent der Mitarbeiter:innen stimmen zu, dass stärkere Unterstützung durch ihre Organisation ihnen helfen würde, mit den Veränderungen in ihrer Rolle Schritt zu halten.

«Workforce Readiness ist heute eine Vorstandsaufgabe», sagt Carina Cortez, Chief People Officer von Cornerstone. «Sie entscheidet darüber, wie schnell Unternehmen auf neue Rahmenbedingungen reagieren können und wie erfolgreich Mitarbeitende mit Veränderungen umgehen. Damit Beschäftigte neue Technologien wie KI annehmen, benötigen sie Transparenz, Orientierung und die richtige Unterstützung. Dafür müssen HR und IT als ein Team agieren – mit einer konsistenten, gemeinsamen Datenbasis als Grundlage.»

Was Unternehmen konkret tun können

Der Report formuliert klare Handlungsempfehlungen für CIOs und CHROs. Zentral ist die Entwicklung einer gemeinsamen Workforce- und Technologiestrategie, die nicht länger getrennt verantwortet wird. Dazu gehört die Schaffung einer gemeinsamen Übersicht über Skills, Rollen, Kapazitäten und künftige Anforderungen der Belegschaft. Workforce Intelligence soll als strategischer Datenbestand behandelt und als Grundlage für Personal- wie auch Technologieentscheidungen genutzt werden. Zudem empfiehlt der Report, die Wirkung von Workforce-Readiness-Massnahmen nicht anhand von Aktivitäten, sondern anhand von Mitarbeiter:innen- und Geschäftsergebnissen zu messen und gemeinsam regelmässig zu überprüfen.

Quelle: www.cornerstoneondemand.com/de

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