Plattenleger:innen können neu mit 62 in Rente gehen
Die Sozialpartner des Plattenlegergewerbes haben sich auf eine Frühpensionierung geeinigt: Ab Ende 2027 können Plattenleger:innen in der Deutschschweiz bereits mit 62 Jahren in Pension gehen. Der Arbeitgeberverband Ceruniq und die Gewerkschaften Unia und Syna haben den neuen Landesgesamtarbeitsvertrag verabschiedet.

Die Sozialpartner des Plattenlegergewerbes für die Deutschschweiz haben die Einführung einer Frühpensionierung beschlossen. Ab voraussichtlich dem 1. Oktober 2027 erhalten Plattenleger:innen ab 62 Jahren eine Überbrückungsrente bis zur ordentlichen Pensionierung. Bisher lag das frühestmögliche Rentenalter für Plattenleger:innen in der Deutschschweiz bei 65 Jahren.
Der Arbeitgeberverband Ceruniq hat an seiner Delegiertenversammlung in Brunnen mit überwältigender Mehrheit den neuen Landesgesamtarbeitsvertrag (LGAV) genehmigt. Die Gewerkschaften Unia und Syna hatten bereits zuvor zugestimmt. Mit diesem Beschluss gilt die Frühpensionierung künftig für Plattenleger:innen in der ganzen Schweiz.
Anschluss an die Westschweizer Lösung
Die Deutschschweizer Plattenlegerbranche schliesst sich ab 2027 der Vorpensionierungskasse des Westschweizer Ausbaugewerbes Resor an. Ausschlaggebend dafür waren die positiven Erfahrungen der Westschweiz sowie der Sektionen Tessin und beider Basel, die bereits seit längerem Teil von Resor sind.
Für Andreas Furgler, Geschäftsführer von Ceruniq, ist dies ein wichtiger Meilenstein: «Das Plattenlegergewerbe hat nun schweizweit ein einheitliches Frühpensionierungsmodell, das macht uns einzigartig. Diese Lösung ist auch ein Ausdruck der Wertschätzung für die langjährigen, treuen Mitarbeitenden in unserer Branche.»
Attraktivität der Branche steigern
Konrad Imbach, Zentralpräsident von Ceruniq, zeigt sich über das deutliche Abstimmungsresultat sehr erfreut: «Dank der Frühpensionierung können wir angesichts des Fachkräftemangels die Attraktivität unserer Branche steigern.» Mit der Frühpensionierung würden Anreize gesetzt, gut ausgebildete und erfahrene ältere Mitarbeitende in der Branche zu halten. Imbach ergänzt: «Das breite Fachwissen bleibt erhalten und kann dem Berufsnachwuchs weitergegeben werden.»
Echte Planungssicherheit für Arbeitnehmende
Auch aus Sicht der Gewerkschaften ist die Einführung der Frühpensionierung ein grosser Fortschritt. «Dank der Frühpensionierung können die Plattenleger:innen gesund in Rente gehen», sagt Kaspar Bütikofer, Branchensekretär der Unia. «Die Frühpensionierung gibt ihnen die Möglichkeit, den Zeitpunkt des Ruhestands selbst zu bestimmen.»
Guido Schluep, Zentralsekretär der Gewerkschaft Syna, fügt an: «Mit diesem GAV schaffen wir echte Planungssicherheit. Wer frühzeitig in Pension gehen möchte, kann das jetzt tun – ohne finanzielle Abstriche hinnehmen zu müssen. Das ist das Ergebnis von hartnäckigen Verhandlungen und zeigt, was die Branche für ihre Leute erreichen kann.»
Der Landesgesamtarbeitsvertrag LGAV und Resor sollen Anfang 2027 in Kraft gesetzt werden. Die Allgemeinverbindlichkeit wird dem Bundesrat beantragt.
Weitere Informationen: www.ceruniq.ch
