Studie der Universität Zürich: Gold als sicherer Wert im Vermögensaufbau
Eine finanzwissenschaftliche Analyse des Department of Finance der Universität Zürich im Auftrag der Bank von Roll zeigt: Edelmetalle spielen eine essenzielle Rolle im langfristigen Vermögensaufbau. Schweizer Anleger sollten 20 bis 30 Prozent ihres Portfolios in Edelmetalle investieren – ein deutlicher Kontrast zur herrschenden Lehre.

Die herrschende Finanzlehre vertritt eine nüchterne, datenbasierte Sicht auf Edelmetalle. In der Asset Allokation werden sie als unproduktive Vermögenswerte betrachtet, die sich bestenfalls zur Risikodiversifikation eignen. Eine aktuelle Studie des Department of Finance der Universität Zürich zeigt jedoch, dass diese Lehre überdacht werden muss: Edelmetalle spielen im Zusammenspiel mit Aktien eine essenzielle Rolle im langfristigen Vermögensaufbau.
Prof. Dr. Thorsten Hens und MA Alvin Amstein haben im Auftrag der Bank von Roll untersucht, inwieweit Edelmetalle für den langfristigen Vermögensaufbau geeignet sind. Die Analyse basiert auf Daten seit 1972 und berücksichtigt sowohl die Perspektive eines Anlegers mit Referenzwährung CHF als auch jene mit USD. Zudem wurde die optimale Vermögensallokation mit und ohne Steuern berechnet.
Gold übertrifft den Weltaktienindex
Die wichtigsten Erkenntnisse der zweiten Studie – die erste wurde im Februar 2025 vorgestellt – zeigen deutliche Abweichungen von gängigen Annahmen. Ein Vergleich zwischen Gold und einer Anlage in den Weltaktienindex (MSCI-World) im Zeitraum von 1972 bis heute ohne Berücksichtigung der Inflation zeigt: Eine Investition von 100 US-Dollar in Gold wäre heute rund 6000 US-Dollar wert, während dieselbe Investition in den MSCI-World lediglich etwa 3400 US-Dollar erreicht hätte.
Bei einer Reinvestition der Dividenden hätte eine Investition in den MSCI-World hingegen einen Wert von rund 14 800 US-Dollar erzielt. Dieser Vorsprung reduziert sich jedoch deutlich, wenn die Besteuerung der Dividenden berücksichtigt wird. Zudem bietet Gold als Wertanlage einen Inflationsschutz, da der Goldpreis in Phasen steigender Inflation tendenziell steigt.

20 bis 30 Prozent Edelmetalle empfohlen
Die Studie kommt zum Schluss, dass ein Schweizer Anleger 20 bis 30 Prozent Edelmetalle in seinem Portfolio halten sollte. Ein Portfolio mit einer Gewichtung von 85 Prozent Aktien und 15 Prozent Edelmetallen erzielt langfristig eine höhere Rendite als ein reines Aktienportfolio. Im Durchschnitt sollte ein Edelmetallportfolio aus zwei Dritteln Gold und einem Drittel Silber bestehen.
Je nach Modell, Strategie und Währung variiert der Anteil an Gold und Silber, den ein Anleger in seiner Asset Allokation halten sollte, zwischen 1 bis 30 Prozent. Werden alle Szenarien seit 1972 berücksichtigt, sollte ein CHF-Anleger, der monatlich neu rebalanciert, im Durchschnitt über alle drei Allokationsmodelle (GOP – Growth Optimal Portfolio, MVA – Minimum Variance Portfolio, PT – Prospect Theory) jeweils 10 Prozent Gold und 10 Prozent Silber halten.
Investiert er nur in Schweizer Aktien, verändert sich der Anteil auf 9 Prozent Silber und 11 Prozent Gold. Unter der Berücksichtigung von Einkommenssteuern auf die Zinsen von Obligationen und Dividenden von Aktien verändert sich die Quote auf 25 Prozent Edelmetalle, bei einem international diversifizierten Anleger sogar auf 30 Prozent.
Versicherung für volatile Marktphasen
Edelmetalle, vor allem Gold, spielen eine wichtige Rolle im langfristigen Vermögensaufbau und -erhalt – im Gegensatz zur herrschenden Lehre. Silber unterstützt Gold in einem Portfolio, welches monatlich neu gewichtet wird. Platin spielt hingegen keine wesentliche Rolle.
Die Forscher kommen zum Schluss, dass Edelmetalle im Vergleich zu Aktien nicht primär ein Renditetreiber des Portfolios sind, sondern als Versicherung dienen. Sie ermöglichen es dem Anleger, auch in Phasen stark volatiler Aktienkurse handlungsfähig zu bleiben und gestärkt aus solchen Perioden hervorzugehen.
Edelmetalle werden heute sowohl als Rohstoffe für die Industrie und Hochtechnologie als auch als Wertanlagen genutzt. Während Gold vor allem als Wertaufbewahrungsmittel gilt, finden Silber und die Metalle der Platingruppe breite Anwendung in Elektronik, Medizin, Katalyse und Energietechnologien. Insbesondere Silber dürfte dabei von der Energiewende profitieren.
Da in der Schweiz Kursgewinne steuerfrei sind, jedoch Dividenden und Zinsen der Einkommenssteuer unterliegen, kann Gold einen strukturellen Vorteil aufweisen. Die Inflationsraten für die Schweiz stammen von der Webseite des Bundesamts für Statistik, für die USA von den Online-Daten von Robert Shiller, die Aktiendaten von Bloomberg.
Die Bank von Roll mit Sitz in Zürich wurde 2009 als Aktiengesellschaft gegründet und ist FINMA reguliert. Der Hauptaktionär August François von Finck garantiert die Unabhängigkeit der Bank, deren Fokus auf dem klassischen Vermögensverwaltungsgeschäft für vermögende Privatpersonen, Family Offices sowie selektiv institutionellen Investoren liegt. Die Bank ist ausschliesslich in der Schweiz für eine ausgewählte nationale und internationale Kundschaft tätig.
