KI-Ambitionen überholen die Datenrealität
Eine neue globale Studie von Cloudera zeigt ein wachsendes Paradox: Fast alle Unternehmen setzen auf KI – doch fast vier von fünf kämpfen mit eingeschränktem Datenzugriff. Die sogenannte «AI Readiness Illusion» gefährdet nachhaltige Resultate.

Global integrieren bereits 96 Prozent der befragten Unternehmen KI in ihre Geschäftsprozesse. Dennoch berichten fast vier von fünf, dass eingeschränkter Datenzugriff ihre KI- und Dateninitiativen behindert. Das zeigt der neue «Data Readiness Index» von Cloudera, der untersucht, wie gut Unternehmen auf den KI-Einsatz im grossen Massstab vorbereitet sind.
Die «AI Readiness Illusion»
85 Prozent der befragten Unternehmen weltweit verfügen über eine klar definierte Datenstrategie – in der EMEA-Region sind es sogar 92 Prozent. Trotzdem geben in Europa 42 Prozent der Befragten an, dass komplizierte Zugriffsanforderungen die effektive Datennutzung erschweren. Diese Diskrepanz beschreibt, was Cloudera als «AI Readiness Illusion» bezeichnet: den Glauben, dass Unternehmen für die Skalierung von KI gerüstet sind, obwohl grundlegende Datenprobleme ungelöst bleiben.
Sergio Gago, Chief Technology Officer bei Cloudera, bringt es auf den Punkt: «Unternehmen kämpfen nicht mit der Einführung von KI. Sie kämpfen damit, sie über Experimente hinaus in die Praxis umzusetzen. KI ist immer nur so gut wie die Daten, die sie speisen. Ohne nahtlosen Zugriff auf all ihre Daten schränken Unternehmen die Genauigkeit, das Vertrauen und den Geschäftswert ein, den KI liefern kann.»
ROI bleibt schwer greifbar
KI ist in den meisten Unternehmen angekommen, doch ein nachhaltiger Return on Investment ist weiterhin schwer zu erzielen. Wenn KI-Initiativen scheitern, nennen Befragte weltweit wie in EMEA die gleichen Gründe: Datenqualitätsprobleme stehen mit 22 Prozent global und 18 Prozent in Europa an erster Stelle, gefolgt von Kostenüberschreitungen mit jeweils 16 Prozent sowie mangelhafter Integration in bestehende Arbeitsabläufe mit 15 Prozent global.
Infrastrukturelle Engpässe verschärfen das Problem: Fast drei Viertel der Befragten weltweit (73 Prozent) und in EMEA (74 Prozent) berichten, dass Leistungsengpässe operative Initiativen behindern. 40 Prozent erleben dies häufig, 34 Prozent gelegentlich. Angesichts dieser Engpässe überrascht es nicht, dass EMEA-Organisationen besonders stark in moderne Infrastruktur investieren: 90 Prozent planen steigende Cloud-Ausgaben – global sind es lediglich 65 Prozent.
Datenlücke: Zugriff, Governance und Transparenz
Global geben 84 Prozent der Befragten an, den Daten ihres Unternehmens zu vertrauen. Doch dieser Optimismus verdeckt tiefer liegende Probleme: Datensilos, inkonsistente Qualität und eingeschränkte Zugänglichkeit. So nennen global wie in EMEA 34 Prozent der Befragten isolierte Datenbestände als ernstes Hindernis für Zusammenarbeit und datengestützte Entscheidungen.
Besonders aufschlussreich ist der Kontrast in EMEA: 89 Prozent der Befragten geben an, keinen vollständigen Überblick darüber zu haben, wo 100 Prozent ihrer Daten gespeichert sind. Gleichzeitig nennen 41 Prozent eingeschränkte Datentransparenz als konkretes Hindernis beim effektiven Einsatz ihrer Daten. Bei der Data-Governance zeigt sich ein ähnliches Bild: Global gibt weniger als jeder fünfte Befragte (18 Prozent) an, dass seine Daten vollständig verwaltet werden. In Europa ist dieser Wert mit 26 Prozent höher, doch auch hier bleibt der Grossteil der Daten unzureichend kontrolliert.
Data Readiness als Wettbewerbsfaktor
Während KI von der Experimentierphase in die breite Umsetzung übergeht, wird Data Readiness zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Organisationen, die unabhängig vom Speicherort vollständig auf ihre Daten zugreifen und diese kontrollieren können, sind deutlich besser aufgestellt, um KI verlässlich und skalierbar einzusetzen.
Die Bereitschaft zur Veränderung ist grundsätzlich vorhanden: 96 Prozent der EMEA-Befragten sind bereit, neue Governance-Frameworks einzuführen, und rund 91 Prozent sind zuversichtlich, dass ihre Dateninfrastruktur die strategischen Prioritäten der nächsten zwei bis drei Jahre unterstützen kann. Solange jedoch Governance-Lücken bestehen und Daten nicht vollständig integriert sind, bleibt das volle Potenzial von KI ungenutzt. Wer die Lücke zwischen Strategie und Umsetzung schliesst, wird am besten positioniert sein, um nachhaltige Wirkung mit KI zu erzielen.
Den vollständigen Bericht «The Data Readiness Index: Understanding the Foundations for Successful AI» hat Cloudera auf seiner Website veröffentlicht. Die Studie basiert auf einer Umfrage unter 1’270 IT-Führungskräften aus den Regionen AMER, EMEA und APAC in Unternehmen mit mehr als 1’000 Mitarbeitenden, die vom 22. Januar bis 3. März 2026 durchgeführt wurde.

