Workday-Studie: KI-Produktivitätsgewinne verpuffen durch Nachbesserungen
Eine neue globale Workday-Studie zeigt: Etwa 40 Prozent der mit KI eingesparten Zeit geht durch Nachbesserungen minderwertiger Ergebnisse verloren. Erfolgreiche Unternehmen investieren die gewonnene Zeit gezielt in Qualifizierung und Weiterentwicklung ihrer Mitarbeitenden. In der Schweiz nutzen 44 Prozent der Beschäftigten KI-Tools, doch viele verbringen bis zu zwei Stunden wöchentlich mit Korrekturen.

Workday veröffentlicht eine globale Studie, die ein zentrales Paradox der KI-Nutzung aufdeckt: Künstliche Intelligenz bringt zwar erhebliche Zeiteinsparungen, doch viele Organisationen erfassen deren Wert nicht vollständig. Ein Grossteil der gewonnenen Zeit wird durch Nachbesserungen wieder aufgezehrt – durch Fehlerkorrekturen, das Umschreiben von Inhalten und die Validierung von Outputs generischer Tools.
Das KI-Produktivitätsparadox
Die Studie «Jenseits von Produktivität: Was KI wirklich wert ist» zeigt deutliche Diskrepanzen zwischen Produktivitätsversprechen und tatsächlichem Nutzen. In der Schweiz berichten rund 71 Prozent der Mitarbeitenden, dass sie durch den Einsatz von KI in den letzten zwölf Monaten deutlich produktiver waren. Insgesamt nutzen mehr als ein Drittel (44 Prozent) KI-Tools oder Technologien in ihrer täglichen Arbeit.
Doch die Kehrseite: Etwa 54 Prozent geben an, dass sie ein bis zwei Stunden in der Woche damit verbringen, die mit KI eingesparten Zeit für Nachbesserungen aufzuwenden. Dies führt zu einem falschen Eindruck von Produktivität und ROI. KI leistet einen Beitrag durch Kapazitätssteigerung – aber allzu oft haben sich Rollen, Fähigkeiten und Prozesse nicht weiterentwickelt, um diese Kapazität in konsistent bessere Ergebnisse umzuwandeln.
Investitionslücke bei der Weiterbildung
Ein weiteres Problem zeigt sich bei den Schulungsmassnahmen: Rund 63 Prozent der befragten Führungskräfte geben an, dass ihre Organisation die Reinvestitionen von KI-gestützten Effizienzgewinnen in Qualifizierung und Aus- und Weiterbildung priorisiert hat. Doch nur 36 Prozent der Mitarbeitenden berichten von einer erhöhten organisatorischen Investition in neue oder erweiterte Schulungs- und Entwicklungsprogramme. Dies zeigt eine klare Diskrepanz zwischen Führungsabsicht und Mitarbeitererlebnis auf.
Die meisten Organisationen sind sich zwar einig, dass die Produktivitätsgewinne durch KI den Mitarbeitenden zugutekommen sollten – doch in der Praxis fliessen diese Investitionen häufig an anderer Stelle. Unternehmen reinvestieren Einsparungen durch KI eher in Technologie (39 Prozent) als in die Weiterentwicklung ihrer Mitarbeitenden (30 Prozent). Anstatt die gewonnene Zeit gezielt für den Kompetenzaufbau zu nutzen, wird die Arbeitslast vielfach schlicht erhöht (32 Prozent).
Was erfolgreiche Unternehmen anders machen
Die Organisationen, die tatsächlich messbare Erfolge erzielen, gehen einen anderen Weg. Mitarbeitende mit positiven KI-Erfahrungen nutzen die eingesparte Zeit deutlich häufiger, um den Wert ihrer Arbeit zu steigern – etwa durch tiefere Analysen, fundiertere Entscheidungen und strategisches Denken (57 Prozent), anstatt lediglich zusätzliche Aufgaben zu übernehmen. Zudem haben sie mit wesentlich höherer Wahrscheinlichkeit von erweiterten Qualifizierungs- und Weiterbildungsmassnahmen profitiert (79 Prozent).
«Zu viele KI-Tools verlagern die schwierigen Fragen zu Vertrauen, Genauigkeit und Wiederholbarkeit auf einzelne Benutzer», sagt Gerrit Kazmaier, President Product and Technology bei Workday. «Bei Workday haben wir jahrelang KI als einfache, menschenzentrierte Lösungen bereitgestellt – nicht als reine Technologie – damit Kunden nicht alles selbst verdrahten und jede Antwort überprüfen müssen. Unsere Philosophie ist, dass KI die komplexe Arbeit im Hintergrund erledigen sollte, damit sich Menschen auf Urteilskraft, Kreativität und Verbindung konzentrieren können. So wandeln Organisationen KI-gestützte Geschwindigkeit in nachhaltigen, menschengeführten Vorteil um.»
Die Studie macht deutlich: Die Reinvestition in Menschen ist der schnellste Weg, um Nachbesserungen zu reduzieren, Ergebnisse zu verbessern und KI-Geschwindigkeit in nachhaltigen Geschäftswert umzuwandeln. Die Organisationen, die den grössten Wert aus KI realisieren, behandeln eingesparte Zeit als strategische Ressource und investieren in die Weiterqualifizierung ihrer Teams.
Über die Studie
Die Daten stammen aus der globalen Studie «Jenseits von Produktivität: Was KI wirklich wert ist», einer von Workday durchgeführten Umfrage, die von Hanover Research im November 2025 durchgeführt wurde. Die Studie umfasste 3.200 Befragte aus Nordamerika, Asien-Pazifik und Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Alle Teilnehmer waren Vollzeitbeschäftigte in Organisationen mit einem jährlichen Umsatzvolumen von 100 Millionen Dollar und mehr und waren aktive Nutzer von KI-Technologie.
Quelle: Workday






