Wie sich Datenabflüsse verhindern lassen

Vielen Unternehmen fällt es schwer, die Kontrolle über ihre Daten zu behalten, besonders seit Mitarbeitende vermehrt remote arbeiten und verschiedenste Cloud-Services und KI-Tools nutzen. Data Loss Prevention (DLP) kann den Abfluss sensibler Informationen verhindern, doch die Einführung gilt als komplex und zeitraubend.

Fabian Glöser, Team Lead Sales Engineering Nordics, Central & Eastern Europe bei Forcepoint, erläutert, wie sich in acht Schritten Datenabflüsse verhindern lassen. (Quelle: Forcepoint)

Die Datenmengen in Unternehmen wachsen, und mit ihnen die Herausforderungen beim Schutz der Daten. Denn diese liegen nicht mehr vornehmlich auf gut gesicherten internen Servern, sondern fliessen beständig zwischen Endgeräten innerhalb und ausserhalb des Firmennetzwerks, lokalen Infrastrukturen und Clouds sowie neuen KI-Tools hin und her. Klassische Sicherheitskonzepte können mit dieser Vielfalt und Dynamik nicht mithalten – Unternehmen müssen die Daten selbst in den Mittelpunkt stellen und detailliert regeln, was mit ihnen getan werden darf und was nicht. Lösungen für Data Loss Prevention (DLP) helfen dabei. Bei ihrer Einführung hat sich nach Erfahrungen des IT-Sicherheitsdienstleisters Forcepoint folgendes Vorgehen bewährt:

  • Schritt 1: Ziele und Use Cases definieren
    Zunächst müssen Unternehmen klären, welche Ziele sie mit der Einführung einer DLP-Lösung erreichen wollen: Geht es um den Schutz von wertvollem geistigem Eigentum oder regulatorische Vorgaben, etwa in Bezug auf den Datenschutz? Soll eine sichere Basis für hybride Arbeitsmodelle geschaffen werden oder steht die Einführung neuer Cloud-Services und KI-Tools im Vordergrund, die nicht zu Datenabflüssen führen soll? Darauf aufbauend können Unternehmen ein Risikoprofil erstellen, das unter anderem die verschiedenen Arten von zu schützenden Daten, die Kanäle, über die sie abfliessen können, sowie die Konsequenzen von Datenabflüssen umfasst.
  • Schritt 2: Implementierungsplan aufsetzen
    Steht fest, welche Daten und Kanäle geschützt werden sollen, lässt sich eine Roadmap für die DLP-Einführung festlegen. Dafür müssen Unternehmen alle Stakeholder an Bord holen und Verantwortlichkeiten klären, etwa wer sich um die Installation und Integration in die bestehende Infrastruktur kümmert, wer die Optimierung von Richtlinien und wer die Bearbeitung von Incidents übernimmt. Gemeinsam kann dann ein Zeitplan erarbeitet werden, der die verfügbaren personellen Ressourcen berücksichtigt und auch Zeit für Tests lässt.
  • Schritt 3: Richtlinien und Workflows definieren
    Sind die Projektmanagement-Vorbereitungen erledigt, lassen sich die Richtlinien ausarbeiten, die die DLP-Lösung später durchsetzen soll. Dafür sollten Experten aus den Fachbereichen hinzugezogen werden, die bei der Einschätzung unterstützen, welche Auswirkungen ein Verlust oder Diebstahl der Daten hätte. Darauf basierend lassen sich für Aktivitäten – etwa den Versand der Daten per E-Mail oder das Hochladen in die Cloud – Aktionen festlegen. Bei unkritischen Daten reicht in der Regel eine Protokollierung, bei anderen Daten ist je nach Kanal und Kritikalität ein Warnhinweis, ein Freigabeprozess oder ein Blockieren der Aktion möglich. Auch eine Verschlüsselung kann erzwungen werden, beispielsweise beim Speichern von Dokumenten auf USB-Sticks. Wichtig ist, dass die Aktionen möglichst automatisiert eingeleitet werden, um das Sicherheitsteam zu entlasten und Verzögerungen für Anwender zu vermeiden. Lediglich Ereignisse mit unbekannten Auswirkungen sollten ein manuelles Eingreifen erfordern: Die entsprechenden Workflows – Wer schaut sich den Vorfall an? Wer entscheidet über die Massnahmen? – werden ebenfalls in dieser Projektphase festgelegt.
  • Schritt 4: DLP einführen und für das Monitoring nutzen
    Nun folgt die eigentliche Installation und Konfiguration der DLP-Lösung. Bevor diese vollständig scharf geschaltet wird und die Richtlinien durchsetzt, sollte sie zunächst weitgehend passiv genutzt werden – nur für ein Monitoring. Auf diese Weise erhalten Unternehmen einen Einblick in alle Datenbewegungen und die potenziellen Auswirkungen ihrer Richtlinien. Stellen sich diese als zu restriktiv heraus, können sie noch Anpassungen vornehmen. Lediglich Richtlinien, die hochkritische Aktivitäten wie den massenhaften Upload von Daten zu verdächtigen Zielen im Internet betreffen, sollten in dieser Phase tatsächlich durchgesetzt werden. Darüber hinaus ist es oft sinnvoll, den DLP-Einsatz nicht gleich unternehmensweit zu starten, sondern mit einem Kanal wie E-Mail oder Cloud, mit einem Fachbereich oder mit einer Region.
  • Schritt 5: Mit der Durchsetzung von Richtlinien beginnen
    Ist das Feintuning der Richtlinien abgeschlossen, können sie schliesslich durchgesetzt werden – auch hier empfiehlt es sich, schrittweise vorzugehen und beispielsweise mit den kritischsten Daten und Kanälen anzufangen. Ein genauer Blick auf das Monitoring ist jedoch weiterhin zu empfehlen, um sicherzustellen, dass Mitarbeiter nicht bei legitimen Aktivitäten behindert und Richtlinien bei Bedarf zügig angepasst werden. Ideal ist es zudem, wenn die DLP-Lösung nicht auf starre Richtlinien setzt, sondern den Kontext von Aktivitäten berücksichtigt und Richtlinien dem Risiko entsprechend verändert. Schliesslich zeigt sich oft erst am Kontext, ob eine Aktion harmlos oder sicherheitskritisch ist, etwa weil der Nutzer zu ungewöhnlichen Zeiten oder von unüblichen Orten auf Daten zugreift oder plötzlich deutlich grössere Datenmengen als im bisherigen Arbeitsalltag herunterlädt.
  • Schritt 6: Optimierungen vornehmen
    Nachdem die eigentliche DLP-Einführung abgeschlossen ist, ist es an der Zeit für Analysen und Optimierungen. Zeigen sich beispielsweise bestimmte riskante Verhaltensmuster in der Belegschaft, können Unternehmen gezielt Schulungen hierzu ansetzen. Zudem sollte die Wirksamkeit der Richtlinien kontinuierlich überprüft werden. Letztlich ist Datensicherheit ebenso wie die DLP-Einführung keine einmalige Aktion, die irgendwann abgeschlossen ist, sondern sollte immer weiter optimiert werden, um neuen Technologien, Tools, Datentypen und Bedrohungen gerecht zu werden.
  • Schritt 7: DLP unternehmensweit einsetzen
    Abgeschlossen wird die DLP-Einführung mit der Ausweitung des Schutzes auf die verbleibenden Datentypen und Kanäle, die in den Schritten 4 und 5 noch nicht berücksichtigt wurden. Wird eine moderne DLP-Lösung eingesetzt, lassen sich die bestehenden Richtlinien leicht auf andere Kanäle anwenden, weshalb der Aufwand überschaubar ist. Gegebenenfalls lassen sich bestehende Richtlinien auch replizieren und anpassen, sollte ein Kanal besondere Anforderungen aufweisen. 
  • Schritt 8: DLP zum DPSM erweitern
    Der Ausbau einer DLP-Lösung zu einem vollständigen Data Security Posture Management (DSPM) kann die Effektivität der Richtlinien deutlich verbessern. DSPM bietet Funktionen für eine automatische Data Discovery und Datenklassifizierung, sodass Unternehmen keine Datenbestände übersehen und weniger manuellen Aufwand haben. Zudem hilft DSPM, übermässige Berechtigungen für Dateien aufzuspüren und zu beseitigen und auf diese Weise das Risiko von Sicherheitsverletzungen weiter zu reduzieren. Damit erleichtert es die Umsetzung von Least-Privilege-Prinzipien. Und nicht zuletzt identifiziert ein DSPM auch Daten, die redundant, veraltet oder überflüssig sind und gelöscht werden können, um die Speicherkosten zu senken. 

„Eine DLP-Einführung ist kein Mammut-Projekt, wie viele Unternehmen fürchten“, betont Fabian Glöser, Team Lead Sales Engineering Nordics, Central & Eastern Europe bei Forcepoint. „Ein strukturiertes Vorgehen sorgt dafür, dass die personellen Ressourcen optimal eingesetzt und die Projektziele nicht aus den Augen verloren werden. Moderne DLP- und DSPM-Lösungen nutzen zudem KI für die Datenklassifizierung und bringen ein fertiges Richtlinien-Set mit, was den manuellen Aufwand signifikant reduziert. In vielen Projekten haben wir Data Discovery und Datenklassifizierung schon nach zwei bis vier Wochen abgeschlossen, wissen, was mit sensiblen Daten geschieht, und können die ersten firmenspezifischen Richtlinien durchsetzen.“

Quelle und weitere Informationen: Forcepoint

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Studie der Omnicom Media Group: Sponsoring bei der Women’s Euro hat gewirkt

Die UEFA Women’s Euro 2025 war laut einer Studie der Omnicom Media Group Schweiz nicht nur ein Fussballfest, sondern auch ein Werbeerfolg. 657’291 Fans in den Stadien (99 % Auslastung) und 2,75 Mio. TV-Zuschauende machten das Turnier zu einem Reichweitenhit.

«Wie ist ihre Einstellung zum Sponsoring bei Sportevents» lautete die Frage. Im Verlauf der Women’s Euro nahm die Akzeptanz von Sponsoring weiter zu und stieg in der zweiten Befragungswelle um 12 Prozent.

Eine Studie der Omnicom Media Group Schweiz zeigt: Sponsoring im Umfeld der Eurowurd wurde von den Fans positiv aufgenommen. Die Akzeptanz stieg während des Turniers – ebenso die Kaufbereitschaft für Produkte der Sponsoren. Besonders junge Zielgruppen waren begeistert: 75 Prozent teilten Inhalte oder sprachen mit anderen über die EM.

«Sponsoring ist kein Selbstläufer», sagt Michael Selz, Omnicom Media Group. «Die Wirkung entfaltet sich erst richtig, wenn flankierende Kampagnen das Engagement verstärken.» Auffällig: In gewissen Zielgruppen funktionieren Breitensport-Assoziationen besser als reine Leistungsnarrative.

Fazit laut Omnicom Media Group: Die Women’s Euro 2025 hat Sponsoring als wirkungsstarkes Instrument bestätigt – vorausgesetzt, Marken kombinieren Reichweite mit kluger Aktivierung.

Börsengang der SMG Swiss Marketplace Group steht kurz bevor

Der Börsengang SMG Swiss Marketplace Group rückt näher. Die TX Group bekennt sich langfristig zur Plattform – und verkauft keine Anteile.

Die SMG Swiss Marketplace Group bereitet ihren Börsengang vor. Das sogenannte «Intention to Float» (ITF) wurde nun veröffentlicht. Die TX Group, die 30,7 Prozent an SMG hält, glaubt an die nachhaltigen Perspektiven der Gruppe. «Sowohl beim Cashflow als auch bei der Wertentwicklung bestehen langfristige Überzeugungen», heisst es in der Ad-hoc-Mitteilung. Ein Ausstieg aus dem Aktionariat steht dabei nicht zur Debatte: TX Group wird im Rahmen des geplanten Börsengangs keine Aktien veräussern.

Der genaue Zeitpunkt des Börsengangs hängt von den aktuellen Marktbedingungen ab. Weitere Informationen sollen folgen, sobald mehr Klarheit herrscht.

Die TX Group hatte die SMG Swiss Marketplace Group 2021 gemeinsam mit Mobiliar, Ringier und General Atlantic gegründet. In die Gruppe eingebracht wurden damals die Plattformen Homegate und Ricardo sowie Tutti und car4you. Heute bündelt die SMG zentrale Marktplatzangebote. Die TX Group versteht sich dabei als langfristige Ankeraktionärin.

Das Unternehmen TX Group blickt auf eine lange Tradition in der Schweizer Medienlandschaft zurück. Der Konzern betreibt ein Netzwerk aus Plattformen und Beteiligungen. Zum Portfolio gehören etwa Zeitungen der Tamedia und Medien von «20 Minuten». Mit Goldbach ist die TX Group auch in der Werbevermarktung aktiv, während Beteiligungen an Unternehmen wie JobCloud, Doodle und Zattoo sowie Investitionen im Fintech-Bereich das Engagement abrunden. Die TX Group ist seit 2000 selber börsenkotiert.

Zwischen Faszination und Skepsis: Wie die Schweiz auf KI blickt

Eine neue Ipsos-Umfrage zeigt: Die Schweizerinnen und Schweizer reagieren auf Künstliche Intelligenz mit gemischten Gefühlen – zwischen Neugier und Nervosität. Besonders wichtig ist ihnen Transparenz beim Einsatz der Technologie.

Bezüglich KI sind Schweizer eher nervös als begeistert und fordern mehr Transparenz. (Bild: KI-generiert / ChatGPT)

Die Schweiz begegnet der rasanten Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) mit Zurückhaltung. Laut dem aktuellen „AI Monitor“ von Ipsos empfindet eine knappe Mehrheit der Bevölkerung eher Nervosität als Begeisterung gegenüber neuen KI-Produkten und -Dienstleistungen. Damit liegt die Schweiz auf einer Linie mit englischsprachigen Ländern wie den USA oder Grossbritannien, während in Südostasien die Euphorie überwiegt.

Forderung nach Transparenz

Besonders heikel ist für viele das Thema Vertrauen. Nur 41 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer glauben, dass Unternehmen ihre Daten beim Einsatz von KI wirksam schützen. Die Hälfte der Befragten zeigt sich skeptisch. Deutlich grösser ist hingegen das Vertrauen in staatliche Regulierung: 55 Prozent trauen den Behörden zu, verantwortungsvoll mit der Technologie umzugehen.

Ein Punkt, der die Bevölkerung eint, ist die Forderung nach Transparenz. Satte 77 Prozent erwarten, dass Firmen den Einsatz von KI klar deklarieren. Damit schliesst sich die Schweiz dem weltweiten Ruf nach Offenheit an – von Frankreich bis Kanada herrscht diesbezüglich ein bemerkenswerter Konsens.

KI verändert den Alltag

Die Auswirkungen der KI sind für viele bereits spürbar. 43 Prozent sagen, dass ihr Alltag heute schon von KI verändert wird, Tendenz steigend. In den nächsten drei bis fünf Jahren erwarten 61 Prozent tiefgreifendere Veränderungen – ein Wert unter dem globalen Schnitt, aber deutlich über jenem des Vorjahres.

Auch konkrete Einsatzfelder bewertet die Bevölkerung differenziert. Während 76 Prozent davon ausgehen, dass KI künftig Online-Suchergebnisse prägt, sehen viele Vorteile in der Effizienzsteigerung oder im Entertainment. Doch beim Thema Arbeitsmarkt überwiegen die Sorgen: 41 Prozent fürchten negative Folgen für Jobs im Land, auch wenn ein Drittel persönlich von besseren Arbeitsbedingungen ausgeht.

Pragmatismus gefordert

„Die Ergebnisse spiegeln die pragmatische Haltung der Schweiz wider“, sagt Jean-Pierre Berst, Chief Client Officer bei Ipsos. Vertrauen und Transparenz werden entscheidend sein, wenn Unternehmen KI erfolgreich einführen wollen, so Berst weiter.

Die Botschaft ist klar: In einem Land, in dem Qualität und Vertrauen zentrale Werte sind, wird Künstliche Intelligenz nicht als Heilsversprechen gefeiert – sondern als Herausforderung, die mit Bedacht und Offenheit gemeistert werden muss.

Quelle: Ipsos

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Wie Lobeco Kunden zu digitalen Champions macht

Mit strategischer Präzision, kreativer Spielfreude und sportlicher Siegermentalität hat sich Lobeco in elf Jahren von einem Social-Media-Spezialisten zu einem internationalen Player entwickelt. Der Anspruch ist klar: Kunden sollen nicht nur mithalten – sondern in der digitalen Königsklasse spielen.

Wer Lobeco betritt, spürt sofort: Hier weht ein Hauch von Kabinenluft vor dem Champions-League-Finale. Gründer Lorenz Beringer, einst Social-Media-Chef des FC Bayern, und Managing Director Sebastian Iffert, ebenfalls FC-erprobt, haben eine Agentur aufgebaut, die Strategie, Kreation und Technologie so kombiniert wie ein Trainer Taktik, Teamgeist und Talent. Heute arbeitet das über 130-köpfige Team an vier Standorten – München, Zürich, Berlin und Shanghai – daran, Kunden zu digitalen Champions zu machen.

Die sportliche DNA prägt den Arbeitsstil: klare Rollen, hohes Tempo, eingespielte Abläufe. Eigenproduktion allerInhalte ist hier Standard, nicht Ausnahme. Im AI-Lab entstehen massgeschneiderte Lösungen wie das KI-Tool «CorporateGPT by LOBECO», im hauseigenen Studio werden Formate produziert, die vom Live-Stream bis zur KI-gestützten Videoreihe reichen. Workshops, Schulungsprogramme und der KI-Führerschein versetzen Kunden in die Lage, selbst souverän zu spielen – und zwar nach modernsten digitalen Spielsystemen.

Spielsystem für nachhaltigen Erfolg

Sebastian Iffert, Managing Director, verantwortet hauptsächlich die Weiterentwicklung des Schweizer Standorts. «Gleichzeitig kümmere ich mich um die Bereiche Automotive, Financial Services und Healthcare.» Die Zusammenarbeit mit Kunden beschreibt er als Sparring auf Augenhöhe: gemeinsam Ziele definieren, Wege gestalten, kontinuierlich lernen. Der USP von Lobeco: tiefes Social-Media-Knowhow, kombiniert mit der Fähigkeit, Organic, Paid und Data zu einer schlagkräftigen Einheit zu verbinden. Für Iffert ist «Lifelong Learning» nicht nur ein Motto, sondern ein Muss, um in einem dynamischen Markt langfristig erfolgreich zu sein.

Kreative Spielmacherqualitäten

Carsten Jamrow, Creative Director, wechselte 2024 von Jung von Matt ins Lobeco-Team – für ihn ein kompletter Neuanfang. «Wir wollen vor allem konzeptionell noch viel stärker werden», sagt er. Jamrow setzt dabei auf markenspezifische Trendintegration und Geschwindigkeit: Trends greifen, solange sie heiss sind, und sie so umsetzen, dass sie zur Markenpersönlichkeit passen. Mit eigenproduzierten Inhalten kann Lobeco tagesaktuell reagieren – ein Vorteil, der in Social Media oft den Unterschied zwischen Treffer und Abseits ausmacht.

«Wir wollen vor allem konzeptionell noch viel stärker werden» – Carsten Jamrow

Das Kundenportfolio von Lobeco war für Jamrow einer der Gründe, den Wechsel zu vollziehen: Lidl in der Schweiz als extrem grosser Kunde, Paulaner als Traditionsmarke mit internationaler Prägung, BMW und BMW Motorrad sowie Sportkunden wie der FC Bayern und Bayer Leverkusen. Die Herausforderung bei diesen Kunden ist, für jeden Kanal etwas Eigenes zu entwickeln, das ihn zusätzlich pusht. «Es reicht nicht aus, einfach nur einen kreativen Gedanken zu haben, der für jeden Kanal passt. Heutzutage ist es so wichtig, auf TikTok eigene Ideen zu entwickeln, auf Instagram zu schauen, was dort für die Zielgruppe funktioniert, und nicht einfach nur die klassische Idee in die Kanäle zu bringen.»

Lokale Klasse, internationale Taktik

Claudine Caviezel leitet seit 2025 den Schweizer Standort von Lobeco. In Zürich verbindet sie lokale Expertise mit internationaler Digitalstrategie – nah am Kunden, aufmerksam für die sprachlichen und kulturellen Eigenheiten der Schweiz. Kreatives Storytelling ist dabei kein Schlagwort, sondern gelebte Praxis: Von der Idee über die Strategie bis zur Umsetzung und Ausspielung fliessen Kreativität und Daten ineinander. Die enge Zusammenarbeit mit dem Headquarter in München ist geprägt von viel Spielraum für lokale Lösungen. Claudine Caviezel bringt dabei einen ganzheitlichen Blick aus ihrer internationalen Konzernerfahrung ein – und ein Gespür für Rhythmus, das aus einer anderen Quelle stammt: ihrer bis heute gebliebenen Leidenschaft für elektronische Musik. Als Teenager erlebte sie die Anfänge der Zürcher Technoszene, moderierte beim Fernsehen Sendungen über DJs und Techno und denkt bis heute in Beats, wenn sie Kampagnen strukturiert. Dieses «Taktgefühl» prägt auch den Umgang mit Kunden, die Social Media zunehmend als C-Level-Thema wahrnehmen sollen – als Business Driver, nicht nur als Kommunikationskanal, wie sie im m&k Videotalk sagt.

«Wir bauen Know-how in den Firmen auf» – Claudine Caviezel

Für Claudine Caviezel ist es ein grosses Anliegen, Social Media als ganzheitliches Strategietool bei Kunden zu verankern. Lobeco Schweiz begegnet dem mit einem klaren Profil: elf Jahre Erfahrung als reine Digitalagentur, fundiertes Branchenwissen und ein Team-Enablement-Ansatz, der Know-How nachhaltig in den Unternehmen aufbaut. Ob Workshops, Data Monitoring, Productlaunches oder Kampagnen – das Zürcher Team ergänzt die internen Ressourcen punktgenau. Und es wächst – gesund, kundenorientiert und mit dem Anspruch, für Schweizer Marken der Partner zu sein, der Trends erkennt, ohne den Markenkern aus den Augen zu verlieren.

Doppelpass zwischen Zürich und München

Im engen Schulterschluss mit Claudine Caviezel treibt Frederik Paschko die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen dem Headquarter und dem Standort Zürich voran – mit einem hybriden Führungsansatz, der beide Teams eng verzahnt. Paschko führt den Geschäftsbereich Consumer Goods & Sports bei Lobeco. Der studierte Sportwissenschaftler ist seit 2018 in verschiedenen Positionen bei Lobeco tätig und trägt heute die Kapitänsbinde für Kunden wie Lidl Schweiz und Swiss-Ski. Für Paschko ergänzen sich Learnings aus dem Konsumgüter und Sportbereich perfekt, beide Felder beruhen auf teils sehr ähnlichen taktischen Ausrichtungen: Im Sport geht es drum, Emotionen zu wecken, Reichweiten aufzbauen und Fans dauerhaft zu binden – genau diese Mechanismen lassen sich auf Konsumgüter übertragen. Sponsoring fungiert dabei als Scharnier zwischen beiden Welten, indem es Marken in emotionale Erlebniswelten einbettet.

Paschkos Beratungsverständnis folgt einem klaren Prinzip: Enge Kundenbeziehungen aufbauen, Vertrauen schaffen, Probleme gemeinsam identifizieren und keine Standardpakete schnüren, sondern passgenaue und erfolgreiche Taktikpläne entwickeln. Entscheidungen trifft er auf Basis fundierter Daten und immer auf strategischer Ebene – mit dem Ziel, Kunden nicht nur zu begleiten, sondern sie nachhaltig zu befähigen. «Über Stories und relevanten Content schaffen wir Awareness, emotionalisieren und aktivieren Zielgruppen – und erzielen so echten Business Impact für unsere Kunden», sagt er.

Headcoach mit Champions-League-Anspruch

«Unsere Kunden zu digitalen Champions zu machen, ist unser Anspruch», lautet Lorenz Beringers Spielplan. Beringer gründete Lobeco 2014 nach seinem Wechsel vom FC Bayern mit der Motivation, Marken auf «Champions-League-Level» zu bringen. Der zweite Standort in Shanghai folgte früh – um Trends zu erkennen, die in Europa oft erst Jahre später ankommen. «Das ist super relevant für alle unsere Kunden in der Schweiz und in Deutschland.» Seine Changemaker-Philosophie zeigt sich in Projekten wie BMW Motorrad, wo Lobeco eine ältere Zielgruppe verjüngte, oder Swiss Ski, dessen digitale Transformation das Team seit Jahren begleitet. Analyse, passgenaue Strategie und schnelle Umsetzung sind für ihn das Spielsystem, mit dem man Titel gewinnt. Aus seinem Executive MBA in St. Gallen hat er eine Toolbox für Change Management und Leadership mitgenommen, die bis heute Grundlage der Arbeit ist.

«Unsere Kunden zu digitalen Champions zu machen, ist unser Anspruch» – Lorenz Beringer

Eine weitere, wichtige Grundlage bilden die Werte, die auch Lobeco prägen: Teamgeist, Leistungsbereitschaft und Performance-Orientierung – Prinzipien, die er nicht nur im eigenen Team fördert, sondern auch in der Zusammenarbeit mit Kunden lebt. «Wir sehen uns nie als Einzelspieler, sondern immer als Mannschaft, die unterschiedliche Talente erfordert.» Social Media betrachtet er als Motor moderner Markenführung – und sein Anspruch ist es, für jede Marke den perfekten Social-Media-Motor zu bauen: leistungsstark, präzise abgestimmt und bereit, Wachstum auf allen Ebenen zu beschleunigen. Der Standort Zürich ist für ihn ein strategischer Schlüssel, um Kundennähe in der Schweiz mit internationaler Schlagkraft zu verbinden.

Markenidentität mit Spielintelligenz

Andreas Torwesten, Director Brand Building, sorgt dafür, dass die Social-Media-Auftritte eng an der Markenstrategie ausgerichtet sind. Weniger Kanäle, dafür exzellent bespielt – wie bei BMW Motorrad auf TikTok – lautet seine Devise. Daten liefern das Fundament, Kreativität entscheidet das Spiel. «Es reicht nicht, eine klassische Idee einfach in die Kanäle zu bringen – jeder Kanal braucht eigene Creatives», sagt Torwesten. Sein Erfolgsrezept: früh neue Plattformen testen, wie 2019 bei TikTok für BMW Motorrad, und aus Erfolgen wie Fehlschlägen gleichermassen lernen, um den grössten Kanal der Automotive-Branche aufzubauen.

Der Blick von aussen aufs Spielfeld

Als neuer Managing Director bringt Dirk Huefnagels jahrzehntelange Marketingerfahrung ein, unter anderem aus seiner Zeit bei der HypoVereinsbank und Otto oder in der Zusammenarbeit mit Top-Kreativagenturen wie Wieden+Kennedy. Er erwartet von Agenturen tiefe Branchenkenntnis und die Fähigkeit, Kunden vor die Welle zu bringen.

«Ich hatte mir immer vorgenommen, einfach mal die Seite zu wechseln» – Dirk Huefnagels

Im Sportsponsoring denkt er nicht in Image-Transfers, sondern in konkretem Business-Impact – und zeigt am Beispiel des FC Bayern, wie emotionale Fanbindung zu messbaren Geschäftsergebnissen führt. Für Huefnagels ist entscheidend, dass Agenturen das Geschäftsmodell des Kunden verstehen, neugierig bleiben und Trends antizipieren – nur so können sie echten Beratungsmehrwert bieten.

KI als neuer Spielmacher

Im hauseigenen Studio leitet Niklas Ben El Mekki, Head of AI & Video, die Verbindung von Bewegtbild-Content und KI. CorporateGPT, Chatbots, personalisierte Videos – hier entstehen Formate, die Geschwindigkeit, Qualität und Kostenoptimierung vereinen. Der KI-Führerschein macht Kunden fit für den European AI Act. «Zum ersten Mal ist hochwertige KI-Videoerstellung in Stunden statt Wochen möglich», sagt er, was klingt wie ein Doppelschlag in der Nachspielzeit. Die von Lobeco innovierte Plattform CorporateGPT ist komplett in Deutschland gehostet und bietet Unternehmen Datensicherheit bei voller KI-Funktionalität. In Workshops schult sein Team gezielt «AI Thinking» – die Fähigkeit, KI kreativ und strategisch sinnvoll einzusetzen und dabei effektiver arbeiten zu können.

Fazit:

Lobeco agiert wie ein eingespieltes Spitzenteam: klare Rollen, gemeinsames Ziel, ständige Analyse und der Mut, neue Spielzüge zu wagen. Die Mischung aus sportlicher DNA, digitaler Expertise und technologischer Innovationskraft macht aus Kunden keine Mitläufer, sondern Titelanwärter in der digitalen Königsklasse. Und mit AI-Lab, TV-Studio, Workshops und der Erfahrung aus Projekten von Swiss Ski bis BMW Motorrad hat das Team nicht nur den Spielplan für heute – sondern auch für die nächsten Saisons.

IAB Switzerland Association gründet Advisory Circle unter Ueli Weber

Die IAB Switzerland Association setzt auf prominente Verstärkung. Ueli Weber, Ehrenpräsident der IAB Switzerland, leitet den neu gegründeten Advisory Circle. Der Mediafocus-Chef bündelt das Knowhow von elf Branchenexperten.

Weber vereint namhafte Persönlichkeiten um sich. Rolf auf der Maur von Vischer bringt Rechtsexpertise mit. Remo Baumeler von Audienzz verstärkt den Datenbereich. Tom Hanan von Webrepublic vertritt die Agenturszene.

Andra Iltgen von xeit ergänzt die Technologieperspektive. Beat Krebs von OMG bringt Medienkompetenz ein. Yves Mäder repräsentiert Google Schweiz. Jeannine Micheli von AMAG vertritt die Auftraggeberseite.

René Plug von GoTom steuert E-Commerce-Knowhow bei. Sven Ruoss von Postfuturum bringt Publishing-Erfahrung mit. Guido Trevisan von der Goldbach Group komplettiert das Gremium.

Fokus auf strategische Weiterentwicklung

Ziel sei es, einen spürbaren Mehrwert für die Mitglieder zu schaffen – durch relevante Inhalte, Orientierung in der digitalen Transformation und konkrete Unterstützung bei aktuellen Herausforderungen der Branche – für eine starke, vernetzte und zukunftsgerichtete digitale Werbewelt.

Der Advisory Circle soll neue Partnerschaften erschliessen. Die Experten fördern den internationalen Knowhow-Transfer. Jede Persönlichkeit bringt ihre spezielle Branchenerfahrung ein.

Weber und sein Team begleiten die digitale Transformation. Sie unterstützen bei aktuellen Herausforderungen der Werbebranche.

Das Gremium unterstützt Präsident Martin Radelfinger direkt. Auch Vize-Präsident Roger Baur profitiert von der Expertise. Die Vorstände Evelin Wachter, Eva Maria-Mörtenhuber, Stefan Wagner und Alexander Horrolt erhalten zusätzliche Beratung. Geschäftsführer Urs Flückiger koordiniert die Zusammenarbeit.

Die IAB Switzerland vertritt Agenturen, Medienunternehmen und Technologiefirmen. Der Verband setzt sich für Standards und Transparenz ein. Mit dem Advisory Circle verstärkt sich die Branchenvertretung strategisch.

«Glaubwürdigkeit wirkt besser»: Die neue Kampagne der Schweizer Medien im Fokus

Der Verband Schweizer Medien (VSM) lanciert die Kampagne «Glaubwürdigkeit wirkt besser». Sie basiert auf zwei Studien von PwC und gfs-zürich und rückt die Bedeutung journalistischer Qualitätsumfelder für Werbetreibende und Konsumenten ins Zentrum.

Fake-News-Botschaft aus der Kampagne «Glaubwürdigkeit wirkt besser.»

Budgets wandern zu Meta, Google und TikTok, während Konsument:innen klassische Medien für glaubwürdiger halten. Genau hier setzt die VSM-Kampagne «Glaubwürdigkeit wirkt besser» an. Sie will zeigen, warum Qualität im Medienumfeld auch für die Werbewirtschaft entscheidend ist.

Die Ausgangslage: Werbegelder fliessen ab – Ein Weckruf für die Branche

Andrea Masüger, Präsident des VSM, schildert die drastische Entwicklung im Schweizer Werbemarkt: Die Werbeeinnahmen im Printbereich, die im Jahr 2000 noch bei 3 Milliarden Schweizer Franken lagen, sind auf etwa 650 Millionen Franken gesunken – weniger als ein Viertel des damaligen Wertes. Zwar haben sich Teile dieser Beträge ins Online-Segment verlagert, doch hier entsteht ein weiteres Problem: Mittlerweile fliessen bis zu 75% der Online-Werbebudgets aus der Schweiz ins Ausland, insbesondere an Tech-Giganten im Silicon Valley oder in China.

Andrea Masüger, engagierter Präsident VSM während der Präsentation der Initiative «Glaubwürdigkeit wirkt besser». Links im Bild: Ladina Heimgartner, Vize-Präsidentin VSM

Diese Entwicklung bereitet dem VSM grosse Sorge. Die Motivation hinter der Kampagne ist klar: Der Verband möchte dem Trend entgegenwirken und einen gewissen Teil der Werbegelder in die Schweiz zurückholen. Masüger betont, dass ein starkes, inlandbasiertes Mediensystem mit ausgebildeten, professionellen Journalistinnen und Journalisten ein besseres Umfeld für die Werbewirtschaft bieten kann als obskure Plattformen oder Social Media Kanäle. Er ist überzeugt, dass Werbung in einem glaubwürdigen Umfeld effektiver und durchschlagender ist, was sowohl den Werbetreibenden als auch der Medienlandschaft und den demokratischen Strukturen der Schweiz zugutekommt.

Reichweite-Botschaft aus der Kampagne «Glaubwürdigkeit wirkt besser.»

Masüger erklärt, dass die Kampagne bewusst einen ökonomischen Fokus wählt, auch wenn die Rolle der Medien für die Demokratie unbestreitbar wichtig ist. In der aktuellen Situation, in der Marketing-Manager unter hohem Leistungsdruck stehen, sei die Botschaft vom wirtschaftlichen Mehrwert glaubwürdiger Werbeumfelder besonders wirkungsvoll.

Das Dilemma der Werbeauftraggeber: Performance vs. Markenstärke

Gustav Baldinger von PwC Schweiz beleuchtet das Kernproblem aus Sicht der Werbeauftraggeber (CMOs): Sie befinden sich in einem Dilemma zwischen kurzfristigen Performance-Zielen und dem langfristigen Aufbau ihrer Marke. Kurzfristige Performance-Ziele wie Conversion Rates und Klickraten lenken die Budgets aktuell stark in Richtung Social Media, da diese Plattformen scheinbar messbare Kennzahlen und Reportings bieten.

Gleichzeitig steigt jedoch die Bedeutung von «Brand Safety». 82% der befragten Unternehmen geben an, dass das Thema immer wichtiger wird, da sie ihre Werbung ausschliesslich in sicheren Umfeldern platzieren möchten. Baldinger merkt an, dass viele Marketingverantwortliche die Intransparenz der Werbe-Reportings von Social Media-Plattformen kritisieren und die Genauigkeit der Messdaten anzweifeln. Prognosen zufolge könnten bis 2028 über 170 Milliarden Dollar an Werbeausgaben durch Ad Fraud, wie Klickbetrug, verschwendet werden, was die tatsächliche Werbewirkung auf digitalen Plattformen in Frage stellt.

Gustav Baldinger, CEO PwC Switzerland

Baldinger betont, dass ein glaubwürdiges Werbeumfeld für 81% der Werbetreibenden zunehmend in den Vordergrund rückt, insbesondere wenn es um Image und Markenbekanntheit geht. Die PwC-Studie empfiehlt Schweizer Medienhäusern daher, sich zu bewegen und einfachere Buchungsplattformen (wie eine One-Stop-Lösung oder „One ID“) anzubieten, die eine bessere User Experience für CMOs schaffen. Zudem sollen sie die Werbetreibenden für die Kurz-, Mittel- und Langfristigkeit von Marketingbudgets sensibilisieren und den «Kompass für Werbeentscheide neu ausrichten». Auch die Erreichung jüngerer, digital affiner Zielgruppen durch attraktive Angebote in journalistischen Medien wird als Chance gesehen.

Die Stimme der Konsumenten: Vertrauen in Fakten

Dr. Andrea Umbricht von gfs-zürich präsentierte die Konsumentensicht, die die Ergebnisse der PwC-Studie untermauert. Die Bevölkerung der Deutschschweiz bringt klassischen Medien, zu denen Printmedien und Online-Nachrichtenportale gehören, deutlich mehr Vertrauen und Glaubwürdigkeit entgegen als Social Media. Auf einer Skala von 1 bis 5 bewerten Konsumenten Printmedien mit einem Vertrauensmittelwert von 3.6 und Online-Nachrichtenportale mit 3.3, während Social Media nur 2.1 erreicht. Ähnlich verhält es sich mit der Glaubwürdigkeit (Print: 3.8; Online-Nachrichtenportale: 3.4; Social Media: 2.1).

Dr Andrea Umbricht, gfs Zürich

Die Fake News-Problematik ist den Konsumenten allgegenwärtig: 96% der Befragten geben an, in den letzten zwei Jahren häufiger mit Fake News konfrontiert gewesen zu sein, und 95% erwarten eine weitere Zunahme in der Zukunft. Eine überwältigende Mehrheit von 85% sieht Social Media als Hauptverbreitungsort von Fake News, während nur 2% diese Einschätzung für klassische Medien teilen. Als Konsequenzen der Zunahme von Fake News auf Social Media erwarten die Befragten unter anderem eine zunehmende gesellschaftliche Spaltung, eine Beeinflussung politischer Entscheidungen und eine Verunsicherung der Bevölkerung. Zwei Drittel der Bevölkerung wissen zudem, dass unabhängige Faktenchecks auf Plattformen wie Instagram, Facebook und X Anfang 2025 weitgehend eingestellt wurden.

VSM – Glaubwürdigkeitskampagne

Was die Werbewirkung betrifft, so empfinden zwei Drittel der Bevölkerung (65%) Werbung in klassischen Medien als glaubwürdiger als auf Social Media (3%). Auch die Kaufbereitschaft wird positiv beeinflusst: 70% geben an, ein Produkt eher zu kaufen, wenn die Werbung in einem faktengecheckten Umfeld erscheint. Werbung in klassischen Medien wird zudem als weniger störend empfunden (22%) im Vergleich zu Social Media (69%).

Kontext-Botschaft aus der Kampagne «Glaubwürdigkeit wirkt besser.»

Ein experimenteller Test, bei dem Werbevideos für fiktive Produkte entweder in Social Media-Formaten (Instagram, TikTok) oder in journalistischen Online-Medien (NZZ, Tages-Anzeiger) gezeigt wurden, bestätigte diese Befunde: Werbung in klassischen Medien wurde signifikant stärker wahrgenommen (82% vs. 68%), besser erinnert und die beworbenen Marken häufiger korrekt benannt. Auch die Bewertung der Werbung war in klassischen Medien positiver, insbesondere hinsichtlich Professionalität (3.4 vs. 3.0) und Glaubwürdigkeit (3.2 vs. 2.8).

«Marken müssen Fake-News Umfelder meiden wie der Teufel das Weihwasser: Die aktuelle gfs-Studie wie auch mehrere internationale Studien zeigen klar, dass diese direkt negativ auf die Marke abfärben.» – Prof. Dr. Dominique von Matt, von Matt/second opinion

Die Kampagne «Glaubwürdigkeit wirkt besser»: Eine klare Botschaft

Ladina Heimgartner, CEO Ringier Medien Schweiz und Initiantin der Kampagne, betont, dass die Zahlen die bisherigen «Bauchgefühle» der Medienbranche untermauern: Medien haben ihre Werbeumfelder bisher unter Wert verkauft. Die Kampagne mit dem Claim «Glaubwürdigkeit wirkt besser» richtet sich ab dem 28. August gleichzeitig an Entscheidungsträger in der Werbewirtschaft und an die breite Bevölkerung. Die Werbemassnahmen umfassen eine Multichannel-Strategie mit Print- und Online-Inseraten, Plakaten, Radio- und TV-Spots.

Ein bewusstes Statement der Kampagne ist der Verzicht auf Investitionen in Social Media. Heimgartner erklärt, dass die Medien überzeugt sind, dass Marken vom Umfeld profitieren und ein seriöses, professionelles, glaubwürdiges und fake-news-freies Umfeld eine positive Wirkung auf die Marke selbst hat. Die Kampagne soll zeigen, dass sich Investitionen in Medien nicht nur für die Medien, sondern auch für die Wirtschaft selbst lohnen, da dies einen Mehrwert für Werbekunden darstellt und gleichzeitig Verantwortung für den Medienplatz Schweiz demonstriert.

Die Radio-Spots der Kampagne, wie sie in den Quellen präsentiert werden, führen das Scrollverhalten auf dem Handy und die Absurdität von Fake News auf Social Media ad absurdum. Beispiele hierfür sind Beiträge über kreative Lademethoden, die dazu führen, dass man glaubt, Handys in der Mikrowelle aufladen zu können. Oder Posts über hohle Erden und Reptiloide, die als Regierungschefs die Welt kontrollieren. Ein weiteres Beispiel ist der Irrglaube, Bastelkleber sei die perfekte Gesichtsmaske. Jeder dieser Spots endet mit der klaren Botschaft: «Der Algorithmus unterscheidet nicht zwischen Fake News und Fakten. Wir schon. Schweizer Medien.».

Heimgartner sieht in dieser Kampagne auch einen möglichen Blueprint für andere Länder, die mit ähnlichen Herausforderungen im globalen Werbemarkt konfrontiert sind.

Die kreative Handschrift hinter der Kampagne

Marco Meroni, Managing Director von June Corporate Communications (Jung von Matt Gruppe), die für die Umsetzung verantwortlich zeichnen, unterstreicht, dass die Kampagne mit dem Alleinstellungsmerkmal Glaubwürdigkeit arbeitet. «Das ist das zentrale Argument, gestützt durch die gfs-zürich- und PwC-Studien. Deshalb haben wir eine Multichannel-Kampagne auf allen relevanten Kanälen konzipiert», erklärt er.

Die Zielsetzung sei klar: ein Teil des Online-Werbevolumens soll zurück in journalistische Medien fliessen. «Dafür braucht es starke Argumente, und die Glaubwürdigkeit ist genau dieses Argument.»

Marco Meroni
Manning Director June Corporate Communications
Anspruchs-Botschaft aus der Kampagne «Glaubwürdigkeit wirkt besser.»

Meroni beschreibt die Ausspielung als gestaffelten Rollout: Start mit Inseraten in den Printmedien, danach folgen Out-of-Home-Massnahmen, Radio- und TV-Spots, die sich bis in den Oktober hinein ziehen. Persönlich gefällt ihm die „Smartness“ der Headline-Kampagne, die stilistisch nah an der journalistischen Realität bleibe und sich zugleich auf wissenschaftliche Erkenntnisse stütze.

Fazit und Ausblick: Wie tauglich ist die Kampagne für die Zielerreichung?

Die Kampagne «Glaubwürdigkeit wirkt besser» ist auf einer soliden Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse aufgebaut. Sie adressiert direkt das Dilemma der CMOs zwischen kurzfristiger Performance und langfristigem Markenaufbau sowie das wachsende Bedürfnis der Konsumenten nach vertrauenswürdigen Informationen und Werbeumfeldern. Die explizite Fokussierung auf den wirtschaftlichen Nutzen für Werbetreibende, statt allein auf die Rolle der Medien für die Demokratie, ist eine strategische Entscheidung, die in der aktuellen Marktlage als zielführend erachtet wird.

Aufmerksamkeits-Botschaft aus der Kampagne «Glaubwürdigkeit wirkt besser.»

Die Kampagne stützt sich auf überzeugende Zahlen: die höhere Kaufbereitschaft in faktengecheckten Umfeldern, die bessere Wahrnehmung und Erinnerung von Werbung in journalistischen Medien und deren deutlich höhere Glaubwürdigkeit im Vergleich zu Social Media. Die Spots, die die Absurdität von Fake News auf Social Media aufzeigen, sind darauf ausgelegt, zum Nachdenken anzuregen und die Aufmerksamkeit auf die Rolle seriöser Medien zu lenken.

Können aktuelle Ereignisse zur emotionalen Aufladung beitragen?
Die VSM-Kampagne ist breit angelegt, um die grundlegende Problematik von Fake News und Glaubwürdigkeit zu thematisieren. Obwohl sie nicht für tagesaktuelle Ereignisse modifiziert werden kann, bietet der generelle Rahmen des «Algorithmus unterscheidet nicht zwischen Fake News und Fakten. Wir schon.» eine hohe Relevanz für aktuelle Diskussionen, wie etwa die «Trump Diskussion» oder die Entscheidungen grosser Tech-Konzerne bezüglich Faktenchecks. Die Tatsache, dass 65% der Bevölkerung wissen, dass unabhängige Faktenchecks auf Social Media-Plattformen weitgehend eingestellt wurden, verleiht der Kampagnenbotschaft zusätzliche Dringlichkeit und Relevanz.

Faktencheck-Botschaft aus der Kampagne «Glaubwürdigkeit wirkt besser.»

Diese Erkenntnisse, gekoppelt mit der Betonung der Brand Safety und der Forderung nach mehr Transparenz in den Werbereportings, bieten eine starke Argumentationsgrundlage. Es bleibt abzuwarten, wie schnell die Werbewirtschaft ihren «Kompass neu ausrichtet» und ob die Medienbranche es schafft, die gewünschten technischen Vereinfachungen für Werbebuchungen (z.B. durch einen One-Stop-Shop) umzusetzen, um die abgeflossenen Budgets nachhaltig zurückzugewinnen. Die Kampagne ist ein mutiger Schritt, um die Wertigkeit von Qualität und Glaubwürdigkeit in einer zunehmend fragmentierten und oft desinformierten Medienlandschaft zu repositionieren.

KI gefährdet und schützt Identitäten – gleichzeitig

Künstliche Intelligenz ist ein zweischneidiges Schwert – das zeigt die neue Cisco DUO-Studie «2025 State of Identity Security», für die unter anderem 325 IT- und Sicherheitsverantwortliche in Europa befragt wurden.

Nur ein Drittel der befragten Führungskräfte glaubt, dass der Schutz gegen Angriffe auf Identitäten hoch genug ist. (Grafik: Cisco)

Das Kernergebnis der DUO-Studie: KI-basiertes Phishing ist laut 34 % der befragten Führungskräfte eine der grössten Bedrohungen für Identitäten im Jahr 2025. Gleichzeitig modernisiert KI aber auch den Identitätsschutz. 87 % der Unternehmen in Europa führen entsprechende Sicherheitslösungen in ihre Unternehmensnetzwerke ein, um KI-basierte Angriffe abzuwehren. 

Risiken für Identitätssicherheit signifikant

Obwohl Führungskräfte die Bedeutung der Identitätssicherheit kennen, gibt es grosse Lücken in Bezug auf Vertrauen und Umsetzung. Laut der Studie glaubt nur ein Drittel (34 %) der europäischen Führungskräfte, dass ihr aktueller Identitätsanbieter (IdP) Angriffe auf Identitäten verhindern kann. Dies liegt unter anderem an komplexen Systemen und mangelnder Transparenz bei möglichen Schwachstellen.

Ganze 96 % der Führungskräfte sagen, dass eine komplexe Identitätsinfrastruktur ihre Sicherheit insgesamt beeinträchtigt. Zudem geben 88 % zu, dass sie keinen vollständigen Überblick über die Identitätsrisiken in ihrem Unternehmen haben. Kein Wunder: Im Durchschnitt verwenden IT- und Sicherheitsteams fünf Tools, um ein Identitätsproblem zu lösen.

Die Folgen können kostspielig sein. Knapp die Hälfte (48 %) der EntscheiderInnen berichtet von finanziellen Verlusten aufgrund von Identitätsdiebstahl. Als Reaktion auf diese Gefahr haben bereits 76 % ihre Investitionen in Identitätssicherheit für 2025 erhöht.

Ständiges Phishing und MFA-Lücken

Dies ist gerade angesichts der permanenten Gefahr durch Phishing wichtig, die eine umfasssende Einführung von Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) erfordert. Doch während 88 % der Führungskräfte der Meinung sind, dass eine phishing-resistente MFA für ihre Sicherheit entscheidend ist, sind nur 32 % von ihren Phishing-Kontrollen überzeugt.

Immerhin: 42 % der europäischen Unternehmen haben bereits FIDO2-Token für phishing-resistente MFA eingeführt. Die Hardware-Token gemäss den Standards der FIDO-Allianz (Fast IDentity Online) werden zum Beispiel als USB-Stick an einen Computer angeschlossen und bieten hohe Sicherheit, da der private Schlüssel auf dem Gerät verbleibt. Aber oft sind diese Token privilegierten Usern vorbehalten, aufgrund des Aufwands für Management (59 %), Hardwarekosten (47 %) und zusätzliche Schulungen (44 %). Zumindest wollen 52 % der Führungskräfte einen passwortlosen Zugriff einführen, rechnen jedoch mit Herausforderungen bei der Umsetzung.

70% wollen Anbieter konsolidieren – auch um Echtzeit-Transparenz zu verbessern

Überhaupt gibt es bei der Absicherung von Identitäten einige Hürden. So geben beachtliche 80 % der IT-Führungskräfte zu, dass Lösungen für Identitätssicherheit erst nachträglich in die Infrastrukturplanung hinzugefügt werden, statt von Anfang an integriert zu sein. Dies kann zu zusätzlichen Kosten, Komplexität und beeinträchtigter Transparenz führen. Um diese zu verbessern, prüfen 70 % der Teams aktiv eine Konsolidierung der Anbieter.

Zudem ist Echtzeit-Transparenz zum Verhalten von Identitäten und Geräten notwendig, damit Sicherheits- und IT-Teams fundierte Entscheidungen treffen können. Immerhin haben derzeit 53 % der Unternehmen Identitäts- und Gerätetelemetrie vollständig integriert.

«Unternehmen benötigen moderne Identitätslösungen, die Sicherheit priorisieren, ohne die Benutzerfreundlichkeit zu beeinträchtigen», resümiert Christopher Tighe, General Manager bei Cisco Schweiz. «Nur ein sicherheitsorientiertes IAM – also Identity and Access Management – im Unternehmensnetzwerk gewährleistet einen starken Identitätsschutz vor KI-Angriffen.»

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/ki-gefaehrdet-und-schuetzt-identitaeten-gleichzeitig/

Trotz Investitionen: NZZ präsentiert solides Halbjahresergebnis

Digitale Angebote wachsen, Print schwächelt: Die NZZ hat im ersten Halbjahr 2025 trotz schwierigem Marktumfeld ein solides Konzernergebnis von 6,9 Millionen Franken erwirtschaftet.


Der Betriebsertrag lag bei 117,1 Millionen Franken und damit leicht unter dem Vorjahresniveau. Während die Erlöse im Nutzermarkt insgesamt um 2 Prozent zurückgingen – insbesondere wegen rückläufiger Einnahmen bei der Architektur- und Design-Community DAAily platforms – konnte das Wachstum im digitalen Bereich den strukturellen Rückgang im Printgeschäft teilweise auffangen.

Im Werbemarkt legte NZZ dank einer neuen Vermarktungspartnerschaft in Deutschland und der Übernahme der Digitalagentur Attackera im Online-Segment zu: Die Werbeeinnahmen stiegen insgesamt um 3 Prozent auf 47,3 Millionen Franken. Im Print-Werbemarkt setzt sich der Negativtrend jedoch fort und dämpft das Wachstum.

Investitionen in Qualität und Innovation

Die Redaktion und digitale Produkte wurden weiter ausgebaut – mit neuen Podcasts, Newsletter-Angeboten und App-Funktionen. Das zahlt auf die Strategie ein, die Position im Lesermarkt zu stärken und die Kundenbindung zu erhöhen.

Das zweite Halbjahr bleibt laut NZZ anspruchsvoll: Der Förderdruck durch Künstliche Intelligenz und die konjunkturelle Unsicherheit verlangen dem Medienunternehmen viel ab. Dennoch sieht sich die NZZ dank ihrer klaren Strategie und starken Marke gut gerüstet, den digitalen Wandel aktiv zu gestalten und gezielt in zukunftsträchtige Bereiche zu investieren.

Warum Unternehmen auf KI-Agenten setzen

Abseits des Hypes etablieren sich KI-Agenten als eigentlicher Motor der digitalen Transformation von Unternehmen. 2025 wird wohl als das Jahr der KI-Agenten in Erinnerung bleiben.

Yvan Cognasse von Oracle erläutert, weshalb KI-Agenten in immer mehr Unternehmen zum Einsatz kommen. (Bild: zVg / Oracle)

Laut Deloitte wird jedes vierte Unternehmen, das bereits generative KI nutzt, KI-Agenten in Pilotprojekten oder Proofs of Concept testen. Bis 2027 dürfte sich diese Zahl verdoppeln. In der Schweiz, insbesondere im Finanzsektor, ist diese Entwicklung bereits in vollem Gange. Doch die Herausforderungen sind real: veraltete Systeme, unzureichende Datenqualität und ein Mangel an Fachkräften bremsen noch immer einige Projekte aus. Die Unternehmen, die erfolgreich sein werden, sind jene, die KI in ihre Strategie integrieren, in moderne Schnittstellen investieren und ihre Teams gezielt weiterbilden. Warum überzeugen KI-Agenten immer mehr Organisationen? Hier die Gründe dafür.

1. Automatisieren, um sich auf Wertschöpfung zu konzentrieren

KI-Agenten führen komplexe Geschäftsprozesse schnell, präzise und konsistent aus. Sie übernehmen repetitive Aufgaben – von der Dokumentenverarbeitung bis hin zu Echtzeitanalysen – und ermöglichen die vollständige Automatisierung bestimmter Workflows. Beispiel: Das Onboarding von Lieferanten oder Logistikpartnern, das früher manuell erfolgte, kann heute vollständig automatisiert werden. Die Agenten analysieren Dokumente, standardisieren sie und generieren innerhalb von Sekunden Anfragen, Rechnungen oder Zahlungsaufträge – bereit zur Freigabe. Das Ergebnis: mehr Zeit für strategische, kreative und zwischenmenschliche Aufgaben. Capgemini schätzt, dass 64 % der Unternehmen genau diesen Effekt anstreben, und BCG prognostiziert bis zu 60 % Produktivitätsgewinn auf lange Sicht.

2. Eine personalisierte Erfahrung für alle Mitarbeitenden bieten

KI-Agenten sind nicht starr: Sie passen sich Rollen, Kontexten und Präferenzen an, um individuelle Unterstützung zu leisten. Einige konkrete Beispiele:

  • Im HR: Ein Agent unterstützt Mitarbeitende nach einer Heirat oder Geburt dabei, ihre Rechte, Vorteile oder persönlichen Daten zu aktualisieren.
  • Im Vertrieb: Ein Agent erstellt dynamische Kundenprofile mit Historie, Stimmung, Vertragsstatus und generiert personalisierte E-Mails, die sofort versendet werden können.
    Das Ergebnis: höhere individuelle Produktivität und ein besseres Mitarbeitererlebnis.

3. Mensch-Maschine-Zusammenarbeit fördern

In Zukunft werden mehrere KI-Agenten miteinander und mit Menschen zusammenarbeiten, um komplexe Probleme zu lösen und gemeinsame Ziele zu erreichen. In einem vernetzten Umfeld (ERP, Kollaborationstools, CRM usw.) ebnet diese intelligente Kooperation den Weg für feinere, kontextbezogene Automatisierung – und mehr Arbeitszufriedenheit. Es ist der Übergang von inkrementellen Verbesserungen zu echten unternehmerischen Transformationen.

4. Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit steigern

Der Einsatz von KI-Agenten heute bedeutet, sich für die Zukunft zu rüsten. Jedes gestartete Projekt stärkt die Innovationskultur, erhöht die digitale Reife und schafft nachhaltigen Wert. Zuwarten heisst vermutlich, den Rückstand gegenüber der Konkurrenz zu vergrössern. Handeln bedeutet, einen Wettbewerbsvorteil auf Basis von Leistung und Agilität zu schaffen.

Fazit: Die Zeit isolierter Experimente ist vorbei. KI-Agenten definieren Arbeit, Prozesse und Zusammenarbeit neu. Unternehmen, die jetzt auf eine strukturierte, ausgereifte und gut gesteuerte KI-Strategie setzen, werden dauerhaft davon profitieren. Jetzt ist der Moment gekommen, den technologischen Schwung in einen echten Business-Hebel zu verwandeln.

 

Zum Autor:
Yvan Cognasse ist Head of Enterprise Architects, Continental Europe, bei Oracle.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/warum-unternehmen-auf-ki-agenten-setzen/

Rodolphe Eurin zum neuen CEO der Schulthess Klinik berufen

Rodolphe Eurin wird per 1. November 2025 neuer CEO, Direktor der Schulthess Klinik und der Wilhelm Schulthess-Stiftung. Er tritt die Nachfolge von Andrea Rytz an. Die Schulthess Klinik ist eine der führenden orthopädischen Kliniken Europas mit rund 1200 Mitarbeitenden.

Rodolphe Eurin wird ab 1. November 2025 neuer CEO der Schulthess Klinik. (Bild: zVg / Schulthess Klinik)

Rodolphe Eurin, Jahrgang 1975, schloss sein Studium der Physik (BSc.) und als Betriebs- und Produktionsingenieur (MSc.) an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) ab und verfügt über einen MBA des IMD in Lausanne. Rodolphe Eurin weist umfassende Erfahrung im Gesundheitswesen auf. Er arbeitete in der Pharmabranche für F. Hoffmann-La Roche und später in der Medizintechnik für Medtronic als Teil des EMEA-Managementteams des Geschäftsbereichs Wirbelsäulenchirurgie, bevor er in die Welt der Krankenhäuser und der Gesundheitsversorgung wechselte. Rodolphe Eurin war COO einer Gruppe von Privatkliniken, bevor er 2018 CEO des Hôpital de La Tour in Genf wurde, eine Position, die er bis Ende 2024 innehatte. Seit Anfang 2025 ist er als unabhängiges Board Member und als Berater tätig. Seine Leidenschaft gilt der patientenzentrierten Versorgung und der Optimierung von medizinischen Outcomes als Differenzierungsfaktoren der Zukunft für Gesundheitseinrichtungen.

Der Stiftungsratspräsident der Wilhelm Schulthess-Stiftung, Peter E. Bodmer, sagt: „Ich bin davon überzeugt, dass mit Rudolphe Eurin ein ausgewiesener Experte die Schulthess Klinik erfolgreich in die Zukunft führen wird. Ich bedanke mich herzlich bei der abtretenden CEO Andrea Rytz für ihre ausserordentlichen Verdienste für die Schulthess Klinik und die Wilhelm Schulthess-Stiftung. Sie übergibt ihrem Nachfolger ein erfolgreiches, national und international mit ausgezeichnetem Renommee ausgestattetes Unternehmen.“ Und Rodolphe Eurin sagt: „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit Direktion, Ärzteschaft und allen Mitarbeitenden die Zukunft der Schulthess Klinik zu gestalten. Der klare Fokus auf Outcome-Forschung und die daraus resultierenden hervorragenden Resultate sind entscheidende Erfolgsfaktoren für eine Gesundheitsinstitution und haben seit Langem meine Bewunderung für die Schulthess Klinik geweckt. Es ist mir eine grosse Ehre, eine Institution zu leiten, die Patienten die bestmögliche Wiedererlangung ihrer Lebensqualität ermöglicht, sich zugleich in Ausbildung und Forschung für medizinische Exzellenz in der Orthopädie engagiert und damit auch zur Nachhaltigkeit des Gesundheitssystems beiträgt.“

Quelle: Schulthess Klinik

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/rodolphe-eurin-zum-neuen-ceo-der-schulthess-klinik-berufen/

Task Scams: Betrugsform mit starkem Wachstum

Aktuelle Untersuchungen von Trend Micro zeigen eine globale Schattenindustrie mit gamifizierten Betrugsplattformen, Fake-Websites und Kryptowährungen. Sogenannte „Task Scams“ nehmen stark zu. Dabei handelt es sich um ausgeklügelte Online-Jobbetrügereien, die Opfer mit scheinbar harmlosen digitalen Aufgaben anlocken und sie durch immer neue finanzielle Forderungen systematisch um ihr Geld bringen.

So laufen Task Scams ab. (Grafik: Trend Micro)

Cyberkriminelle machen auch vor Jobsuchenden nicht halt: Der Cybersecurity-Dienstleister Trend Micro hat eine weitverzweigte, globale kriminelle Infrastruktur aufgedeckt, die seriöse Unternehmen imitiert, vertrauenswürdige Kommunikationskanäle ausnutzt und Arbeitssuchende mit Gamification-Elementen in die Falle lockt. Die Opfer übernehmen dabei einfache Aufgaben, wie beispielsweise das Liken und Abonnieren von Social-Media-Seiten oder das Verfassen von Produktbewertungen, die in Gruppen von typischerweise 30 bis 40 Aufgaben auf einmal erledigt werden. Viele Opfer berichten, dass sie dafür anfangs kleine Provisionen erhalten, um Vertrauen aufzubauen. Anschliessend müssen sie jedoch immer höhere Einzahlungen vornehmen, um vermeintlich lukrativere Aufträge zu erhalten. Das geht so lange, bis die Opfer keine neuen Zahlungen mehr tätigen und die eingezahlten Summen sowie den vermeintlichen Arbeitslohn verlieren.

Millionenbeträge in Kryptowährungen verschoben

Laut den Sicherheitsforschern transferieren die Täter dabei Beträge in Millionenhöhe über Kryptowährungs-Wallets, während die Opfer zwischen einigen Hundert bis hin zu Hunderttausenden von Euro verlieren. In einem Fall erhielt ein einziges Wallet innerhalb von weniger als zwei Monaten Zahlungen von über 160.000 Euro (187.000 USD). Ein anderes Wallet wurde mit Transaktionen in Höhe von mehr als 1 Millionen Euro (1,2 Mio. USD) in Verbindung gebracht.

Der Bericht basiert auf direkten Interaktionen mit Betrügern, Infrastruktur- Mappings bösartiger Webseiten sowie forensischen Analysen zugehöriger Kryptowährungs-Wallets und zeigt zentrale Vorgehensweisen der „Task Scammer“:

  • Imitation realer Unternehmen, darunter Personalvermittler und Digitalagenturen
  • Gamifizierte Betrugsplattformen mit VIP-Stufen, Belohnungsserien und Anreizsystemen
  • Weit verbreiteter Einsatz von SMS, WhatsApp, Telegram und gefälschten Webseiten zur Schaffung von Glaubwürdigkeit
  • Domain-Registrierungen über berüchtigte Registrar-Dienste, mit 
    Hunderten identifizierter Lookalike-Domains
  • Kryptowährungszahlungen, die Geldflüsse verschleiern und internationale Geldwäsche begünstigen

Betroffene berichten von einer hohen emotionalen Belastung, und Verhaltensmustern, die an Spielsucht erinnern. In einigen Fällen stehen Task Scams auch in Verbindung mit grösseren kriminellen Strukturen, die Zwangsarbeit in Scam-Betrieben und Menschenhandel in Südostasien umfassen.

Transparentere Rekrutierungspraktiken erforderlich

„Task Scams gehören inzwischen zu den finanziell und psychologisch schädlichsten Bedrohungen durch Cyberkriminalität, mit denen Einzelpersonen heute konfrontiert sind“, erklärt Robert McArdle, Director of Forward Looking Threat Research bei Trend. „Die dahinterliegende Infrastruktur – von Domain-Registraren bis hin zu SMS-Versanddiensten – erfordert sofortige Aufmerksamkeit. Unternehmen können das Risiko verringern, indem sie ihre Rekrutierungspraktiken transparent gestalten und Jobsuchende darin schulen, wie sie legitime Kommunikation erkennen können.“

Facebook-Post, der vor einem Task Scam warnt. (Bild: Trend Micro)

Solche modernen Betrugsmethoden sind hochgradig zielgerichtet und darauf ausgelegt, unentdeckt zu bleiben. In einer aktuellen weltweiten Trend-Micro-Studie mit über 6.500 Verbrauchern gaben 39 Prozent der Befragten an, dass sie erst dann bemerkten, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, nachdem sie bereits eine erhebliche Geldsumme verloren hatten. Zum Schutz vor solchen Betrügereien hat Trend Micro die Apps ScamCheck und Scam Radar entwickelt. Damit können Nutzer frühzeitig erkennen, wenn sie von Betrügern ins Visier genommen werden. Scam Radar bietet Echtzeitschutz, indem es die von Cyberkriminellen eingesetzten Betrugsmethoden in dem Moment identifiziert, in dem sie stattfinden. So werden Nutzer sofort gewarnt und können Gegenmassnahmen ergreifen, bevor Schaden entsteht. 

Quelle: Trend Micro

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/task-scams-betrugsform-mit-starkem-wachstum/

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