Fairbruary: Fairtrade Max Havelaar lanciert Jahreskampagne für bewussten Konsum

Mit der schweizweiten Kampagne «Fairbruary» aktiviert Fairtrade Max Havelaar im Februar bereits zum fünften Mal Konsument:innen für einen bewussteren und fairen Konsum. Die Kampagne setzt auf einen Multichannel-Ansatz mit digitalem Content, Gamification und Kooperationen mit Content Creators sowie einer nationalen Plakatkampagne.

Happiness, Person
Quelle: zvg

Mit der schweizweiten Kampagne «Fairbruary» aktiviert Fairtrade Max Havelaar im Februar bereits zum fünften Mal Schweizer Konsument:innen für einen bewussteren und fairen Konsum – spielerisch, alltagstauglich und mit viel Inspiration.

Fairbruary macht sichtbar, was sich im Markt längst abzeichnet: Fairtrade ist kein Nischenthema mehr. In der Schweiz sind heute über 3’800 Fairtrade-zertifizierte Produkte erhältlich – über alle Preisklassen und Konsumanlässe hinweg. Von frischen Lebensmitteln über Süsses und Kaffee bis hin zu High-Protein-Snacks ist fairer Konsum Teil eines modernen Lifestyle-Angebots geworden. Genau hier setzt die Kampagne an und übersetzt Werte in konkrete Kaufimpulse.

Content, Gamification und Multichannel-Ansatz

Zentraler Touchpoint ist der Kampagnen-Hub www.fairbruary.ch mit Rezeptideen, Quizformaten und interaktiven Elementen, die zur Auseinandersetzung mit fairen Lieblingsprodukten einladen. Ergänzt wird das Angebot durch trendnahen Social-Media-Content und Kooperationen mit Content Creators wie @ART4N, @aninamutter oder @sandro_zinggeler. Der Fokus liegt auf Unterhaltung, Identifikation und niedrigschwelliger Wissensvermittlung.

Facial expression, Advertising, Poster (1 Person)
Quelle: zvg

Neben den digitalen Kanälen ist Fairbruary auch im öffentlichen Raum präsent: Eine nationale Plakatkampagne sorgt für breite Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit Handelspartnern wie Coop, Lidl, der Westschweizer Kaffee-Marke La Semeuse oder Munz-Prügeli-Hersteller Maestrani schafft Fairtrade Max Havelaar gezielte Produkt- und Markenpräsenz. Neu setzt die Kampagne verstärkt auf Multibrand-Plakate, die auch kleineren Marken Sichtbarkeit bieten. «Es freut uns, dass wir mit der Einbindung dieser Massnahme auch beliebte kleinere Brands wie Pakka, Ekô Kaffee, Stella Bernrain und Blasercafé einbinden und so ihr Engagement für fairen Handel aktiv kommunizieren», sagt Mike Coray, Marketing & Communications Manager bei Fairtrade Max Havelaar.

Fairtrade in der Schweiz: Ein starker Kontext

Der diesjährige Fairbruary trifft auf einen besonders starken Kontext: 2024 wurde in der Schweiz erstmals über eine Milliarde Franken für Fairtrade-Produkte ausgegeben. Zudem weist die Schweiz weltweit den höchsten Pro-Kopf-Konsum von Fairtrade-Produkten auf. Die Kampagne knüpft an dieses hohe Bewusstsein an und verlängert es in eine konkrete, aktivierende Konsumbewegung.

Fairtrade Max Havelaar, 1992 gegründet, ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Zürich. Sie vergibt in der Schweiz das Fairtrade-Label für Produkte aus Afrika, Asien und Lateinamerika, die nach umfassenden sozialen und ökologischen Kriterien produziert und fair gehandelt werden. Ihr Verkauf ermöglicht Kleinbäuer:innen und Arbeiter:innen höhere Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen.

Dry January: 12’000 alkoholfreie Tage – Mitarbeitende wollen Wiederholung

Die erste Workplace-Challenge des Dry January in der Schweiz war ein voller Erfolg: 565 Mitarbeitende aus 31 Betrieben verzichteten im Januar auf Alkohol. Eine Umfrage zeigt, dass 94 Prozent der Teilnehmenden sich eine Fortsetzung wünschen. Zwei Drittel finden zudem, dass am Arbeitsplatz nun offener über Alkoholkonsum gesprochen wird.

Tee statt Feierabend-Bier: Die Dry January Workplace-Challenge war ein voller Erfolg. (Bild: zVg)

31 Betriebe beteiligten sich an der ersten Workplace-Challenge des Dry January im Januar 2026. Deren 565 Mitarbeitende tranken an insgesamt 11’759 Tagen keinen Alkohol. Mit der Initiative konnten Unternehmen Trinknormen im Arbeitsumfeld hinterfragen und die Gesundheit ihrer Angestellten verbessern. Die spielerische Dimension des Teamwettbewerbs stärkte zudem den Zusammenhalt unter den Teilnehmenden.

Überwältigende Zustimmung für Fortsetzung

Eine überwältigende Mehrheit von 94 Prozent der Mitarbeitenden wünscht sich gemäss einer anonymen Umfrage eine Fortsetzung der Workplace-Challenge im nächsten Januar. Auch unter individuellen Teilnehmenden, die nicht an der Workplace-Challenge teilgenommen haben, ist die Neugierde gross: Zwei Drittel (69 Prozent) wünschen sich, dass ihr Betrieb zukünftig diese Challenge durchführt.

«Ich finde die Kampagne sehr gelungen. Es motiviert, wenn mehrere Personen im Betrieb teilnehmen und man nicht allein ist. Dadurch wird die Challenge noch grösser und man kann sich selbst sowie den anderen zeigen, dass man es schaffen kann», sagt ein Teilnehmer der Workplace-Challenge.

Offenere Kommunikation über Alkoholkonsum

Zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) fanden, dass das Tabu, im Betrieb über Alkoholkonsum zu sprechen, abgebaut worden ist. Dies bedeutet einen direkten Mehrwert für die teilnehmenden Unternehmen.

«Obwohl wenig Personen unseres Betriebes teilgenommen haben, wurde in Pausen, an Apéros etc. mehrfach und über die Teilnehmenden hinaus das Thema Alkohol – wann, warum und wo automatisiert/ritualisiert – diskutiert. Damit ist für mich bereits ein Ziel erreicht», erklärt eine Organisatorin der Workplace-Challenge.

Freunde und Verwandte reagieren positiv auf eine Alkoholpause (96 Prozent). Temporär keinen Alkohol zu trinken, kommt in der Mitte der Gesellschaft an. Die Idee, dass Alkohol die einzige Droge sei, für deren Nichteinnahme man sich entschuldigen muss, gilt beim Dry January nicht.

Besserer Schlaf und mehr Energie

Mehr als vier von fünf Teilnehmenden (83 Prozent) schlafen durch den Dry January merklich besser, wie die Umfrage ergab. Damit wird die Medizin bestätigt, die zwar dem Alkohol ein schnelles Einschlafen zuspricht, aber genauso eine verminderte Schlafqualität attestiert. Dies, weil der Alkohol die REM-Schlafphasen unterdrückt. Wer also regelmässig schlecht schläft, kann eine Dry-Zeit ausprobieren – einen Monat oder noch besser drei. Nach drei Monaten sollte sich der Körper regeneriert haben. Zudem fühlen sich vier von fünf Alkoholpausierende (80 Prozent) energievoller.

«Ich merkte bewusster, wann ich innerlich sehr angespannt war und normalerweise zu einem Bier oder Glas Wein greifen würde. Stattdessen habe ich Tee getrunken oder ging Spazieren. Das tat gut», berichtet eine Teilnehmerin der Workplace-Challenge.

Verlängerung und weniger Konsum

Vier von fünf Dry January-Teilnehmende (82 Prozent) wollen den Dry January erst einmal verlängern. Fast alle Teilnehmenden (97 Prozent) wollen in Zukunft ihren Alkoholkonsum verringern.

«Es ist nicht einfach, an gewissen Anlässen auf Alkohol zu verzichten. Das sind geschäftliche Anlässe (Apéros) oder auch auf das Bier nach dem Training mit dem Teamkollegen. Muss auch sagen, dass es mir nicht immer gelungen ist. Ich habe mich aber mehrmals bewusst dagegen entschieden», sagt ein Teilnehmer der Workplace-Challenge.

Dry Pub Crawl in Basel ausverkauft

Dieses Jahr fand der dritte Dry Pub Crawl – nach Bern und Aarau – in Basel statt. Die Tickets waren rasch ausverkauft. Bei dieser alkoholfreien Kneipentour lernten sich Leute kennen und Leute lernten Basler Bars kennen. Die Gäste bewiesen, dass es nicht der Alkohol ist, der Geselligkeit und Spass kreiert.

Die Bars und Restaurants zeigten ihr alkoholfreies Angebot. Das Nomad’s in Basel bot eine Karte mit 68 alkoholfreien Getränken an, davon 13 alkoholfreie Cocktails und vier alkoholfreie Biere sowie 51 Softdrinks, Limonaden, Eistees, Säfte, Wasser, Kaffee und Tee. Verdursten musste niemand und auch für genügend Essen war gesorgt.

Clean Party in Lausanne

Lausanne feierte seine erste Clean Party im D! Club. Das Label Alwarda organisierte die erste Rave-Party der Stadt ohne Alkohol und andere Drogen. Die Veranstaltung verband Musik und Bewusstsein mit Yoga-Sessions und Atemübungen. Das Ergebnis war ein einzigartiges Tanzerlebnis und positive Vibes. Der Dry January unterstützte die Clean Party und war mit einem Präventionsstand bei der Veranstaltung vertreten.

Online-Händler Brack.Alltron kehrt zum Wachstum zurück

Der Schweizer Online-Händler Brack.Alltron steigerte 2025 den Umsatz um 1,9 Prozent auf 1,16 Milliarden Franken. Nach einem rückläufigen Jahr 2023 und der Stabilisierung 2024 zeigen sich erste Erfolge der neuen Strategie unter CEO Stefan Fraude. Der operative EBITDA konnte um rund 20 Prozent gesteigert werden.

[caption id="" align="alignnone" width="1300"]Brack.Alltron Geschäftszahlen 2025 Brack.Alltron steigerte 2025 den Umsatz und EBITDA deutlich. (Quelle: zvg / Brack.Alltron)[/caption]

Brack.Alltron, der grösste unabhängige Schweizer Online-Händler, verzeichnet 2025 einen Umsatz von 1,16 Milliarden Franken. Das entspricht einem Plus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nachdem der Umsatz 2023 erstmals in der Unternehmensgeschichte rückläufig war, konnte unter der neuen Geschäftsleitung 2024 der Umsatz stabilisiert und nun 2025 der Wachstumskurs wieder aufgenommen werden.

«Die neue Strategie für die Zukunft, die mit einer strukturellen Reorganisation einher gegangen ist, hat im letzten Jahr erste Früchte getragen. Wir konnten den Aufwärtstrend in der Umsatzentwicklung bestätigen», sagt Dr. Stefan Fraude, Chief Executive Officer von Brack.Alltron. Das Unternehmen befinde sich mitten in einem grossen Transformationsprozess. Fraude freut sich, dass sich alle relevanten Zahlen bereits nach einem Jahr positiv entwickelt haben. «Aber wir befinden uns nach wie vor am Anfang unserer Reise, um sowohl Brack als auch Alltron zu noch stärkeren digitalen Handelsunternehmen zu entwickeln», zeigt er sich zuversichtlich.

Operative Profitabilität deutlich gesteigert

Besonders erfreulich für das Unternehmen: Der operative EBITDA konnte gegenüber dem Vorjahr um rund 20 Prozent gesteigert werden. Dies ermöglicht Investitionen und Innovationen für die Zukunft. Der Erfolg ist insofern bemerkenswert, als Brack.Alltron 2023 noch einen rückläufigen Umsatz auswies und Mitte 2024 die Firma Medidor mitsamt deren Umsätzen verkaufte.

Das verarbeitete Paketvolumen im Logistikzentrum in Willisau (LU) stieg 2025 weiter an und beträgt 4,58 Millionen. Das entspricht einer Zunahme von 1,3 Prozent zum Vorjahr. Möglich wird die Bewältigung dieses Volumens durch weltweit führende Automatisierung mit den KI-basierten Kommissionier-Robotern des Start-Ups NoMagic und den über 500 Robotern, die rund um die Uhr Produkte aus dem AutoStore-Lager zu den Kommissionier-Stationen vollautomatisch transportieren. Brack.Alltron beschäftigt 1292 Mitarbeitende.

Ambition eines umfassenden digitalen Warenhauses

Für die kommenden Jahre hat Fraude einen klaren Plan: «Wir werden die Sortimente intensiv ausbauen, um der Ambition eines umfassenden digitalen Warenhauses mit ICT- und verstärkt auch Non-ICT-Produkten stärker gerecht zu werden. Ausserdem möchten wir die Customer Experience auf all unseren Verkaufskanälen auf ein neues Niveau heben und unsere Kundschaft begeistern.» Einerseits wolle man für Privatkund:innen zu einem der attraktivsten One-Stop-Shops der Schweiz werden. Andererseits soll die führende Position im Distributions- und B2B-Geschäft gefestigt und ausgebaut werden.

Brack steigert Markenattraktivität deutlich

Die Attraktivität der Marke Brack stieg seit dem Start der Brack Super League um 12 Prozent – der mit Abstand stärkste Anstieg aller E-Commerce-Marken, wie das Institut YouGov im November 2025 ermittelte. Der neue Markenauftritt von Brack wurde mit dem German Design Award als eines der besten Rebrandings prämiert.

Erfolgreich zeigte sich auch die Vermarktung im Rahmen der Brack Super League: Die erstmalige Einlistung von Fussballsortimenten der Marken Puma, Adidas, Macron und Reusch führte zu einer Steigerung des Umsatzes um 230 Prozent in diesem Bereich. Die neue Brack-App wurde in nur fünf Monaten realisiert, erzielte in den ersten 20 Tagen bereits über 20’000 Downloads und knackte direkt Platz 1 der Download-Charts in Apple Appstore und Google Playstore.

Dass Brack dabei ist, bei jungen, digitalen Zielgruppen zur attraktiveren Marke zu werden, bewies auch die Zusammenarbeit mit Red Bull: Der Energydrink-Hersteller wählte Brack als exklusiven Vertriebskanal in der Schweiz für seine Gletschereis-Edition. Rund 120’000 Dosen waren innert 48 Stunden ausverkauft.

Der ICT-Distributor und Schwester-Firma Alltron feierte auf der Fachmesse CONNECT sein 40-jähriges Bestehen und baut seine Marktposition weiter aus.

Quelle: Brack.Alltron

Swiss Staffingindex: Umsätze der Personaldienstleister sinken nach Konjunkturabkühlung

Die Schweizer Personaldienstleister blicken auf ein schwieriges Jahr 2025 zurück. Die geleisteten Einsatzstunden der Temporärarbeitenden sanken um 7,1 Prozent, das Feststellengeschäft brach um 23,3 Prozent ein. Wachstumsimpulse kamen dagegen aus dem Bau und den haushaltsnahen Dienstleistungen.

Quelle: Swiss Staffingindex Q4/2025

Die Schweizer Personaldienstleister sind im Jahr 2025 von einer deutlichen konjunkturellen Abkühlung getroffen worden. Das Jahr hat die Branche wirtschaftlich gefordert: Die geleisteten Einsatzstunden der Temporärarbeitenden sanken um 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie der Swiss Staffingindex zeigt. Damit fällt das Temporärgeschäft erstmals drei Jahre in Folge. Das Feststellengeschäft ging noch deutlicher zurück. Nach einem bereits schwachen Jahr 2024 fiel der Umsatz 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 23,3 Prozent.

Der Rückgang der globalen Konjunktur, die Wirtschaftskrise in Deutschland und die hohe wirtschaftliche Unsicherheit – auch verursacht durch die US-Zollpolitik – sind Ursachen für diese Entwicklung. Die US-Zollpolitik führte über Monate zu einer hohen Verunsicherung in der Exportindustrie. Hinzu kam die anhaltende Wirtschaftsschwäche in Deutschland, einem der wichtigsten Absatzmärkte der Schweiz. Aufgrund der schwachen Auftragslage agierten viele Unternehmen sehr vorsichtig bei der Personalplanung, insbesondere in der Industrie.

Personaldienstleister als Spiegel des Arbeitsmarkts

Die Temporärbranche nimmt Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt gegenüber anderen Branchen voraus. Wie die Arbeitslosenstatistik des Seco zeigt, ist die Arbeitslosigkeit in Branchen wie Forschung und Entwicklung (+146 Prozent), Informationstechnologie (+96 Prozent) und pharmazeutischer Industrie (+91 Prozent) seit Dezember 2021 am stärksten gestiegen.

Christian Biedermann, Managing Director bei Coopers Group, stellt fest: «Die Nachfrage nach IT-Spezialisten für Cloud-Lösungen, Cyber Security und künstliche Intelligenz bleibt hoch.» Doch Generalisten haben es schwer: «Der Arbeitskräftemangel in der IT ist vorbei. Unsicherheit und Kostendruck halten Unternehmen besonders von Festanstellungen ab.» Der Temporärmarkt zeigt sich differenzierter. Biedermann erläutert: «Die Zurückhaltung der Unternehmen bei neuen Projekten ist geringer und laufende Einsätze werden fortgesetzt. Die Kombination aus IT-Kompetenz und Branchenexpertise in stark regulierten Branchen ist besonders gefragt.»

Ähnlich sieht es im Pharmasektor aus. Ramon Bodenmiller, Managing Direktor von Bodenmiller Recruitment, sagt: «Im Pharma-Bereich werden Spezialisten im klinischen Bereich, in der Regulierung oder im Qualitätsmanagement weiterhin intensiv gesucht.» Geringere Nachfrage spüre man bei übergreifenden Funktionen wie Marketing, Finance und Sales.

Wachstum im Bau und bei haushaltsnahen Dienstleistungen

Die Arbeitslosigkeit ist gemäss Seco seit Dezember 2021 in mehreren Branchen weiter gesunken, besonders deutlich in den haushaltsnahen Dienstleistungen (-17 Prozent) und im Bau (-12 Prozent). Auch dieser Trend spiegelt sich in der Temporärbranche wider. «Der Bausektor hat sich im vergangenen Jahr gut entwickelt», sagt Balz M. Villiger, Country Manager der Gi Group Schweiz. «Vor allem Schreiner, Elektriker und Bauführer sind gefragt. Diese Berufsgruppen lassen sich nicht durch KI ersetzen.»

Der Trend zeigt zugleich die Stärke der Schweizer Berufslehre: Ausbildungsberufe und damit das duale Bildungssystem erweisen sich in der aktuellen Arbeitsmarktlage als tragende Säule. Mit Blick auf die kommenden Monate zeigt sich Villiger optimistisch: «Die Kombination aus der Abschaffung des Eigenmietwerts, den jüngsten Zinssenkungen und der anhaltenden Wohnungsknappheit wird die Nachfrage im Bau weiter erhöhen.» Gleichzeitig warnt er vor einer zentralen Herausforderung: «Fehlende Fachkräfte könnten für viele Bauunternehmen zum limitierenden Faktor werden.»

Mit der Betreuung von Seniorinnen und Senioren zu Hause ist die Temporärbranche auch im Bereich haushaltsnaher Dienstleistungen aktiv. Béatrice Mast, CEO von Dovida Schweiz, beobachtet: «Aufgrund der demografischen Entwicklung besteht bei Seniorinnen und Senioren eine hohe Nachfrage nach Betreuung. Dementsprechend konnte unser Unternehmen entgegen der Marktentwicklung wachsen.» Um der steigenden Nachfrage folgen zu können, fördert Dovida Schweiz niederschwellige Ausbildungsangebote für neue Mitarbeitende. Mast erklärt: «Dank Aus- und Weiterbildung können wir auch ältere Stellensuchende – ebenfalls aus der Nichterwerbstätigkeit – rasch bei uns integrieren.»

Vorsichtiger Optimismus für 2026

Die Wirtschaftslage in der Schweiz bleibt gemäss Prognosen des KOF und des Seco anspruchsvoll. Die CEOs der swissstaffing-Mitgliedsfirmen erwarten für 2026 eine Bodenbildung. Gemäss einer Ad-hoc-Umfrage von gfs-zürich rechnen 79 Prozent in den nächsten sechs Monaten mit einer Seitwärtsbewegung oder einem Anstieg des Geschäfts. Nur 12 Prozent rechnen 2026 mit einem Rückgang.

Dr. Marius Osterfeld, Leiter Ökonomie und Politik bei swissstaffing, erinnert: «Die negativen Marktsignale überwiegen aktuell. Gleichzeitig bieten künstliche Intelligenz, das Bevölkerungswachstum und die Demografie neue Marktchancen. Dieses Wachstumspotenzial wird unterschätzt.»

Quelle: Swissstaffing

Rivella und Schöni Transport setzen auf Elektromobilität

Die Rivella Group und die Schöni Transport erweitern ihre Zusammenarbeit im Zeichen der Nachhaltigkeit: Vier neue Elektro-LKWs transportieren künftig die Getränke der Rivella Group quer durch die Schweiz – unter anderem mit Solarstrom vom Dach des Logistikzentrums in Rothrist.

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Die neuen E-LKWs im auffälligen Rivella-Design transportieren die Getränke klimafreundlich quer durch die Schweiz. Quelle: zvg

Das auffällige rote und hellblaue Blachen-Design macht unübersehbar, was hier umweltschonend unterwegs ist: Rivella- und Focuswater-Getränke, ausgeliefert von der Schöni Transport. Die neuen E-LKWs der Marke Renault E-Tech, Modell T BEV 6×2, sind ein weiteres gemeinsames Projekt der beiden Rothrister Familienunternehmen zugunsten der Umwelt. Bereits seit vier Jahren fährt mit «Hydrollino» ein Wasserstoff-LKW im Rivella-Design auf Schweizer Strassen.

Schöni baut E-Flotte weiter aus

Mit den vier neuen Fahrzeugen erweitert die Schöni Transport ihre Elektroflotte auf insgesamt 15 LKWs im nationalen Einsatz. Damit rückt das Unternehmen seinen ehrgeizigen Nachhaltigkeitszielen ein Stück näher: «Seit 2025 betreiben wir unsere nationale Flotte zu mehr als 90 Prozent fossilfrei», erklärt Inhaber Daniel Schöni. Bis 2030 sollen zudem die Emissionen in Scope 1 und 2 um 30 Prozent im Vergleich zum Referenzjahr 2023 reduziert werden. «Die neuen Rivella-E-LKWs sind für uns ein weiterer wichtiger Schritt auf diesem Weg.»

Mittelfristig plant Schöni, die E-Flotte auf 30 Fahrzeuge auszubauen. Geladen werden die Elektro-LKWs an einer der acht firmeneigenen Ladesäulen – unter anderem mit eigenem Solarstrom vom Dach des Logistikzentrums in Rothrist.

Gemeinsam für Netto-Null

Auch für die Rivella Group sind die E-LKWs ein starkes Signal in Sachen Klimaschutz. «Wir glauben an die Elektromobilität als zukunftsträchtige Lösung. Dass unsere Getränke nun nicht nur mit Wasserstoff und Bio-Diesel, sondern neu auch mit Solarstrom an unsere Kunden ausgeliefert werden, ist sehr erfreulich. Netto-Null erreichen wir als Gesellschaft nur gemeinsam», sagt Maarten Lauwerijssen, Leiter Technologie & Innovation und in dieser Funktion verantwortlich für die Nachhaltigkeitsbestrebungen der Rivella Group.

Bei ihren direkten Emissionen hat die Getränkeherstellerin in den vergangenen Jahren dank dem konsequenten Einsatz von Wasser- und Solarstrom sowie neuen, energie- und wassereffizienten Anlagen bereits grosse Fortschritte erzielt. Um das Netto-Null-Ziel langfristig zu erreichen, ist sie auf Partner angewiesen, die denselben Weg gehen – wie die Schöni Transport mit ihrem Engagement für fossilfreie Logistik.

Die vier neuen Elektro-LKWs vom Typ Renault E-Tech T BEV 6×2 verfügen über eine Batteriekapazität von 540 kWh und erreichen eine Reichweite von bis zu 360 Kilometern. Das Gesamtgewicht des Zuges beträgt 42 Tonnen, die voraussichtliche Nutzlast liegt bei 22’800 Kilogramm – das entspricht rund 36 Paletten oder 46’656 Halbliter-Rivella-Flaschen. Im Oktober 2025 wurde Schöni zum fünften Mal mit dem Swiss Climate Label ausgezeichnet – diesmal mit dem Label «Bronze».

Innovationsindex: Zug führt, Jura macht grossen Sprung

Die Hochschule Luzern hat zum zweiten Mal den Kantonalen Innovations- und Kreativitätsindex (KIKI) erstellt, neu zusammen mit dem Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum. Zug bleibt Spitzenreiter bei Unternehmensgründungen und Wirtschaftswachstum, Basel-Stadt punktet als Kulturmetropole und Zürich überzeugt als ausgeglichener Allrounder. Erstmals können auch Grossregionen miteinander verglichen werden.

Der neueste Innovationsindex der HSLU zeigt, welche Kantone in der Schweiz am innovativsten sind. (Bild: Depositphotos.com)

Die Schweiz belegt bei internationalen Kreativitäts- und Innovationsrankings regelmässig Spitzenplätze. Doch wie sieht es innerhalb des Landes bei den einzelnen Kantonen aus? Der Kantonale Innovations- und Kreativitätsindex (KIKI) liefert in einem umfassenden Ranking Antworten auf diese Frage und kann unter www.kiki-icic.ch heruntergeladen werden.

Breit abgestützte Methodik

Der KIKI orientiert sich am Global Innovation Index (GII) und besteht aus unterschiedlichen Indikatoren, die in «Input» und «Output» gruppiert werden. Inputfaktoren sind solche, welche Innovation und Kreativität begünstigen, während Outputfaktoren die Wirkung von Innovation und Kreativität messen. Als Datenquellen dienen unter anderem das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE), das Bundesamt für Statistik (BFS), die Eidgenössische Finanzverwaltung (EFV), die Innovationsagentur des Bundes Innosuisse und die OECD.

Zug erneut Spitzenreiter

Wie in der ersten Ausgabe des KIKI 2025 dominieren auch in der zweiten die Kantone Zug, Basel-Stadt und Zürich die drei vorderen Ränge. Während Zug seine Spitzenposition durch exzellente Werte bei Unternehmensgründungen, Wirtschaftswachstum und unterstützenden Faktoren wie Steueranreize festigt, besticht Basel-Stadt durch eine herausragende Performance als Kulturmetropole und ist Vorreiter in puncto Diversität. Zürich wiederum überzeugt als ausgeglichener Allrounder mit sehr soliden Werten über fast alle Dimensionen hinweg.

«Die drei erstplatzierten Kantone tauchen auch in anderen Wirtschaftsrankings ganz vorne auf, was an sich nicht überrascht: Innovationsfähigkeit ist gerade in der Schweiz ein entscheidender Treiber für den wirtschaftlichen Erfolg», sagt Christoph Hauser, Ökonom an der Hochschule Luzern und Studienautor.

Zentralschweiz stark in der Technologie

Bern (Platz 20) erreicht bei Forschung, Entwicklung und Wissen ein Niveau auf Augenhöhe mit den Spitzenreitern. In der Nordwestschweiz glänzen neben den beiden Basel (Basel-Stadt auf Platz 2; Basel-Landschaft auf Platz 18) auch der Aargau (Platz 19) und Solothurn (Platz 24) mit wettbewerbsfördernden, unterstützenden Faktoren. Alle haben im Vorjahresvergleich beim Wirtschaftswachstum zugelegt, ausser Basel-Stadt.

Die Zentralschweiz präsentiert sich als Technologie-Region: Nidwalden (Platz 12) erreicht knapp vor Zug dank globaler Industrie-Leuchttürme den ersten Rang bei Patenten, Marken und Designs. Luzern (Platz 15) verbucht dank verbesserter steuerlicher Rahmenbedingungen (Patentbox) deutliche Gewinne im Bereich Umfeld und gehört bei Bildung und Bildungserfolg zu den Besten. Obwalden (Platz 14) überzeugt mit einer hohen Forschungsintensität. Schwyz (Platz 9) punktet beim Umfeld und bei Unternehmen und Start-ups stark, auch dank exzellenter steuerlicher Rahmenbedingungen. Uri (Platz 26) beweist mit einer hohen Gründungsdynamik, dass unternehmerische Vitalität keine Frage der Grösse ist.

«Kleine Kantone können mit ihrem eigenen Charakter oder einer Nischenstrategie ebenfalls erfolgreich sein. Uri zum Beispiel positioniert sich mit seiner Agilität und der Lage an der Nord-Süd-Achse», so Christoph Hauser.

Jura macht grossen Sprung

In der Romandie überzeugen Genf (Platz 4) und Waadt (Platz 6) mit einem innovationsfreundlichen Umfeld und hoher Start-up-Dynamik. Neuenburg (Platz 5) bestätigt seine historische Stärke als «Watch Valley» und gehört bei Patenten, Marken und Designs schweizweit zur Spitze. Der Jura (Platz 10) konnte sich insgesamt deutlich verbessern und profitiert ebenfalls von einer hohen Dichte an Patenten.

«Jura konnte gleich bei drei von acht Säulen deutlich zulegen. Bei Patenten, Marken und Designs, bei Unternehmen und Start-ups sowie beim Wirtschaftswachstum zeigen die letzten Daten deutlich bessere Werte als noch vor einem Jahr», sagt Christoph Hauser.

Freiburg (Platz 22) und das Wallis (Platz 16) konnten insbesondere im Bereich Wissen und Bildung wichtige Fortschritte erzielen.

Graubünden punktet bei der Diversität

Das Tessin liegt insgesamt auf dem siebten Rang, was auch seiner Dynamik im Wirtschaftswachstum zu verdanken ist, bei dem der Südkanton den zweiten Rang belegt. Gleich danach auf Rang acht überzeugt Schaffhausen mit einem breit abgestützten Profil und starken Verbesserungen bei Patenten, Marken und Designs. Der Thurgau (Platz 23) wächst solide und hat gute Werte bei der Bildung, während St. Gallen (Platz 17) zusätzlich als Forschungsstandort punktet und im Bereich Wissen den siebten Rang belegt.

Graubünden (Platz 13) konnte seine Position im Ranking verbessern und punktet bei Diversität und Bildung. Glarus (Platz 25) konnte bei Wissen und Kreation zulegen, während die beiden Appenzell ihre Nischen finden: Appenzell Innerrhoden (Platz 11) überzeugt mit hohen Werten bei unterstützenden Faktoren und Patenten, Marken und Designs, während Appenzell Ausserrhoden (Platz 21) eine solide Basis in Bildung, Wissen und unterstützenden Faktoren zeigt.

Bei den Grossregionen liegt Zürich vorne

Neu wurden dieses Jahr auch Grossregionen miteinander verglichen: Die Region Zürich, die einwohnerstärkste Grossregion der Schweiz, steht an erster Stelle, gefolgt von der Genferseeregion, dem Tessin und der Zentralschweiz. Die Nordwestschweiz liegt dicht dahinter, während die Ostschweiz und der Espace Mittelland deutlicher auf den hinteren Plätzen liegen.

Christoph Hauser erklärt das überraschend gute Abschneiden des Südkantons: «Das Tessin zeigt sich bei Wirtschaftswachstum, Unternehmen und Start-ups dynamisch und überholt dadurch die in sich verschiedenen Regionen Zentralschweiz und Nordwestschweiz.»

Insgesamt zeichnet der KIKI ein differenziertes Bild der Schweizer Innovationslandschaft: Jeder Kanton beziehungsweise jede Region hat unterschiedliche Stärken und weist Besonderheiten auf. Diese haben vielfältige Ursachen, etwa günstige geografische Rahmenbedingungen oder weitsichtige politische Entscheidungen in der Vergangenheit.

«Der KIKI leistet mehr als eine blosse Bestandsaufnahme: Indem er die Vielschichtigkeit von Innovation und Kreativität aufschlüsselt, liefert er den Kantonen konkrete Ansatzpunkte für ihre Entwicklungsstrategien», sagt Christoph Hauser. Damit die Schweiz auch in Zukunft als innovativstes Land der Welt gilt, ist laut Hauser jeder Kanton gefordert, seine spezifischen Stärken zu nutzen und Beiträge zum nationalen Innovationssystem zu leisten.

Die acht Säulen des KIKI

Auf globaler Ebene existiert mit dem Global Innovation Index (GII) bereits seit einigen Jahren ein vergleichbarer Index zum KIKI. Die Schweiz belegt im GII seit über zehn Jahren Platz eins. Der KIKI orientiert sich am GII und besteht aus unterschiedlichen Indikatoren, die in «Input» und «Output» gruppiert werden. Inputfaktoren sind solche, welche Innovation und Kreativität begünstigen, während Outputfaktoren die Wirkung von Innovation und Kreativität messen.

Beide Dimensionen enthalten je zwei Untergruppen, nämlich Wissen und Umfeld (Input) sowie Kreation und Wachstum (Output). Diese wiederum enthalten je zwei, also insgesamt acht Säulen: Bildung und Bildungserfolg, Forschung, Entwicklung und Wissen, Diversität, Unterstützende Faktoren, Kunst und Kultur, Patente, Marken und Designs, Unternehmen und Start-ups sowie Wirtschaftswachstum. Jede Säule berücksichtigt zwischen acht und 20 Einzelindikatoren, welche schliesslich innerhalb der Säule gleich gewichtet sind.

Die KIKI-Studie kann auf der Website www.kiki-icic.ch heruntergeladen werden. Dort sind auch die einzelnen Profile der Kantone zu finden.

Deutsche PR-Texte: Nur 10 Prozent sind gut verständlich

Eine Analyse von 3.235 Pressemitteilungen auf Presseportal.de zeigt: Nur knapp ein Drittel der deutschsprachigen PR-Texte ist gut oder akzeptabel verständlich. Besonders problematisch schneiden Texte aus dem Gesundheitswesen und anderen sensiblen Bereichen ab. Die Studie von Wortliga deckt grosse Schwächen in der PR-Kommunikation auf.

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Quelle: zvg

Wie klar kommunizieren deutsche Unternehmen, Behörden und Organisationen? Eine Untersuchung von 3.235 Pressetexten auf dem grössten deutschen PR-Portal Presseportal.de zeigt grosse Unterschiede: Texte über Unterhaltung sind gut verständlich. Wichtige Bereiche wie das Gesundheitswesen nutzen dagegen oft eine komplizierte Behördensprache.

Die Studie des Münchner Herstellers von Textanalyse-Tools Wortliga untersuchte im November 2025 Texte aus 109 Themenbereichen auf Presseportal.de. Das Ergebnis: Nur etwa jeder dritte Text (33 Prozent) erzielt ein gutes oder akzeptables Ergebnis in der Lesbarkeit. Dagegen sind 55 Prozent der Mitteilungen nur mittelmässig verständlich und fast 12 Prozent fallen in den kritischen Bereich unter 40 Punkten.

Kritische Themen kommen nicht an

Der Unterschied zwischen den Themen ist sehr gross: Texte zum Thema Unterhaltung («Show») sind mit 63,8 Punkten am klarsten. Am schlechtesten schneiden die Mitteilungen von Krankenhäusern mit nur 36,4 Punkten ab. Gerade dort, wo Vertrauen besonders wichtig ist, verwenden Autoren oft umständliche Passivsätze.

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Quelle: zvg

«Wir beobachten eine grosse Kluft», erklärt Gidon Wagner, Geschäftsführer der Wortliga. «Besonders in sensiblen Bereichen wie der Gesundheit, Finanzen oder bei Krisenthemen verstecken sich Absender – vielleicht auch ungewollt – hinter Schachtelsätzen und Nominalstil. Autoren nutzen Sprache hier als Instrument zur Distanzierung, statt als Brücke zum Leser.»

«Es ist ein grosses Problem, wenn gerade wichtige Themen wie Gesundheit oder Finanzen die Menschen mit unverständlicher Sprache nicht erreichen», sagt Wagner. «Ein Lesbarkeits-Wert von 36,4 bei Pressetexten von Krankenhäusern ist ein Zeichen für sehr schlechte Kommunikation. Leser und Journalisten brauchen klare Fakten statt langer und komplizierter Sätze.»

Komplexität der Themen ist keine Ausrede

Die Daten widerlegen, dass komplexe Themen komplizierte Texte erfordern. Auch trockene Themen wie «Kraftstoffpreise» landen in der Studie im Spitzenfeld. Auffällig ist jedoch: Je unangenehmer die Nachricht (beispielsweise Insolvenzen), desto länger und bürokratischer werden die Sätze – zum Schaden der Transparenz, des Vertrauens und der Reichweite bei Redaktionen.

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Quelle: zvg

Die Ergebnisse im Überblick

Die Analyse basierend auf der Wortliga-Formel (Skala 0-100) zeigt die Gewinner und Verlierer der Kommunikationsqualität:

Top 5 Kategorien (Beste Verständlichkeit): Show (Score: 63,8), Bundesliga (Score: 62,7), Fernsehproduktion (Score: 62,5), Kraftstoffpreise (Score: 62,5), Celebrities (Score: 61,5)

Flop 5 Kategorien (Schlechteste Verständlichkeit): Umwelt (Score: 37,4), Luftverkehr (Score: 37,3), Rechtsprechung (Score: 37,2), Logistik (Score: 36,9), Krankenhaus (Score: 36,4)

Die Studie rät Unternehmen, mit weniger Hauptwörtern, mehr Verben und kürzeren Sätzen zu schreiben. Das macht die Pressemitteilungen für Journalisten besser nutzbar.

Quelle: wortliga.de

 

Scentis Summit 2026: Wie Duft Marken stärkt

Am 18. März 2026 lädt die GoodAir zum dritten Scentis Summit auf den Säntis. Auf 2’502 Metern Höhe diskutieren Fachleute aus Wirtschaft, Forschung und Praxis, wie Duft als strategischer Erfolgsfaktor in der Markengestaltung wirkt. Im Fokus steht die Frage, wie Gerüche Orientierung schaffen und Marken erlebbar machen.

Bottle, Liquid, Glass bottle
Quelle: Unsplash; Declan Sun.

Am Mittwoch, 18. März 2026, lädt die GoodAir bereits zum dritten Scentis Summit auf den Säntis. Auf 2’502 Metern Höhe rückt ein Sinn in den Fokus, der in der Markengestaltung vieler Branchen lange unterschätzt wurde – und heute zum strategischen Erfolgsfaktor zählt: der Geruchssinn. Unter dem Leitthema «Duft als Booster für Ihre Marke» diskutieren Fachpersonen aus Wirtschaft, Forschung und Praxis, wie Duft Orientierung schafft und Marken erlebbar macht.

Emotionale Wirkung jenseits des Bewusstseins

Der Scentis Summit bringt Entscheider:innen, Marketingverantwortliche und Markenstrateg:innen zusammen, um ein Phänomen zu beleuchten, das schneller wirkt als das menschliche Bewusstsein. Düfte werden nicht rational gefiltert. Sie verankern sich tief im Gedächtnis und in unseren Emotionen – dort, wo klassische Kommunikation zunehmend an ihre Grenzen stösst.

Im Zentrum der Veranstaltung stehen fundierte Einblicke in die Wirkung von Duft entlang der Markenarbeit. Benjamin Baumli, Head of Expos and Stores bei V-ZUG, zeigt, wie Duft Orientierung schafft, Wege lenkt und Marken erlebbar macht. Prof. Dr. Johanna Gollnhofer vom Institut für Marketing und Customer Insight der Universität St. Gallen ordnet die Wirkung von Duft wissenschaftlich ein und erklärt, weshalb er unsere Entscheidungen beeinflusst, bevor wir sie bewusst treffen.

Von der Theorie zur Praxis

Wie aus dieser Wirkung konkrete Markenprofile entstehen, erläutert Richard Illi, CEO und Inhaber von Escentina. Er gibt Einblick in die Komposition von Corporate Düften – und zeigt, weshalb Wiedererkennbarkeit nicht nur sichtbar, sondern auch riechbar ist. Marcel Hetzel, CEO und Partner von GoodAir, schlägt den Bogen zur Praxis: Duftmarketing als präzise gesetzter Reiz, der neuronale Prozesse aktiviert und Marken klar positioniert.

Den Abschluss bildet eine Podiumsdiskussion mit den Referent:innen, offen für Fragen und Perspektiven aus dem Publikum. Der kurzweilige Nachmittag endet mit einer entspannten Networking-Runde, die Gelegenheit bietet zum Austausch und zum Knüpfen wertvoller Kontakte.

Salt Business lanciert schweizweites Corporate Internet mit integrierter Business Continuity

Salt Business erweitert sein Angebot mit Corporate Internet, einer landesweiten Konnektivitätslösung für Schweizer Unternehmen. Das Portfolio umfasst leistungsstarken Internetzugang mit automatischem Failover auf das Mobilfunknetz sowie umfassende Sicherheitsfunktionen in Zusammenarbeit mit Fortinet. Mit Preisen bis zu 50 Prozent unter vergleichbaren Angeboten positioniert sich Salt als umfassender Konnektivitätspartner.

Electronic device, Technology, Ceiling
Max Nunziata, CEO von Salt, bei der Produkteinführung im Aura, Zürich. (Bild: Livia Bass)

Salt Business hat mit Corporate Internet eine neue schweizweite Konnektivitätslösung für Unternehmen lanciert. Die strategische Erweiterung des Angebotsportfolios trägt der steigenden Nachfrage nach resilienter und sicherer Konnektivität als geschäftskritischer Infrastruktur Rechnung. Der Service ist schweizweit verfügbar und wird über glasfaserbasierte Infrastruktur sowie, wo erforderlich, über weitere Technologien bereitgestellt.

Business Continuity als Kernstück

Business Continuity steht im Zentrum von Corporate Internet. Dank integrierter Resilienz und automatischem Failover wird die Kontinuität des Geschäftsbetriebs auch bei einem Ausfall der primären Verbindung sichergestellt. Der Wechsel auf das Mobilfunknetz von Salt erfolgt dabei sofort und bei stabiler Performance. Anwendungen wie Videokonferenzen, Cloud-Services, VPN-Zugänge und Tools für Remote-Arbeit bleiben verfügbar und gewährleisten einen Betrieb ohne Unterbruch.

Security by Design mit Fortinet

Security by Design ist ein integraler Bestandteil von Corporate Internet. Die Lösung wird von Fortinet unterstützt, einem weltweit führenden Anbieter im Bereich Cybersicherheit, und schützt Netzwerke, Daten und Anwendungen vor modernen Bedrohungen. Eine integrierte DDoS-Protection trägt dazu bei, Websites auch bei gross angelegten Angriffen verfügbar zu halten, während der Anti-Malware-Schutz schädliche Software frühzeitig erkennt und blockiert, bevor sie sich ausbreiten kann. Die Sicherheitsfunktionen werden zentral verwaltet und kontinuierlich aktualisiert. Dank der globalen Präsenz von Fortinet werden Bedrohungsdatenbanken rasch erneuert und neue Viren schnell blockiert.

Corporate Voice als Ergänzung

Ergänzend zu Corporate Internet bietet Salt Business mit Corporate Voice eine Carrier-Grade-Sprachlösung, die mit bestehenden lokalen PBX-Systemen sowie mit cloudbasierten Telefonieplattformen kompatibel ist. Flexible Preismodelle, darunter Pay-as-you-go sowie Flat-Swiss- und Flat-International-Tarife, sorgen für planbare Kostenkontrolle.

Marktstart und Preise

Corporate Internet ist ab sofort schweizweit verfügbar und wird in drei symmetrischen Geschwindigkeitsstufen angeboten: 1 Gbit/s ab CHF 95.20 pro Monat (exkl. MwSt.), 10 Gbit/s ab CHF 159.20 pro Monat (exkl. MwSt.) sowie eine ultraschnelle 40 Gbit/s-Option auf Anfrage. Mit Preisen, die bis zu 50 Prozent unter vergleichbaren Angeboten liegen, unterstreicht Corporate Internet den Anspruch von Salt auf ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Salt Business Mobile Geschäftskunden profitieren von einem Rabatt von 20 Prozent, während ein Early-Bird-Angebot in den ersten sechs Monaten einen Preisnachlass von 50 Prozent bietet. Weitere Informationen sind erhältlich unter www.salt.ch/business.

Max Nunziata, CEO von Salt, erklärt anlässlich der Produkteinführung in Zürich: «Unsere Geschäftskunden schenken uns seit vielen Jahren ihr Vertrauen als Mobilfunkanbieter. Mit Corporate Internet erstreckt sich dieses Vertrauen nun auch auf die Konnektivität für geschäftskritische Unternehmensprozesse, deren strategische Bedeutung stetig zunimmt. Konnektivität nimmt damit eine zentrale Rolle in unserem Leistungsangebot ein. Sie wird durch eine integrierte Business Continuity sowie durch fortschrittliche Sicherheitsfunktionen unterstützt. Die Lancierung bildet den Abschluss einer umfassenden Testphase mit bestehenden Geschäftskunden, welche die Relevanz und Zuverlässigkeit der Lösung bestätigt haben.»

Ethik Society warnt: 80 Prozent aller Jobs fallen bis Ende des Jahrzehnts weg

Die Ethik Society hat ein Positionspapier zur Zukunft der Arbeit im KI-Zeitalter veröffentlicht. Darin prognostizieren die Autoren Jürgen Linsenmaier, Reiner Huthmacher und Gerald Wood eine «Disruption biblischen Ausmasses»: Bis Ende des Jahrzehnts werden 80 Prozent der derzeit bekannten Jobs überflüssig werden. Sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse gehören der Vergangenheit an, die Gig-Economy wird zur Regel.

Reiner Huthmacher ist Arbeitsmarkt- und Personalexperte
Reiner Huthmacher ist Arbeitsmarkt- und Personalexperte. Er ist Mitautor eines Positionspapiers der Ethik Society zur Zukunft der Arbeit im KI-Zeitalter. Quelle: zvg

Die Ethik Society hat ein Acht-Punkte-Papier zur Zukunft der Arbeit im KI-Zeitalter veröffentlicht. Die Kernbotschaft: Es wird zukünftig kaum noch sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse geben, 80 Prozent der Jobs werden wegfallen, und der ausgeübte Beruf wird nicht mehr die Identität bestimmen. Die Autoren Jürgen Linsenmaier, Reiner Huthmacher und Gerald Wood werfen der Politik vor, die wirklich wichtigen Debatten nicht zu führen und die Entwicklung zu verharmlosen.

Politik verharmlost die Entwicklung

«Die Politik sagt nicht die Wahrheit, verharmlost und ignoriert die Entwicklung», kritisiert Gerald Wood, KI-Experte und Autor des Buches «#NextGenWork». 80 Prozent der derzeit bekannten Jobs werden überflüssig werden – nicht in zwanzig Jahren, sondern bis Ende des Jahrzehnts. «Und ja, es werden auch neue Jobs entstehen, aber es werden komplett andere Jobs sein, von denen wir heute noch nicht einmal die Berufsbezeichnung kennen», ist er überzeugt.

Gerald Wood ist KI-Entwickler und Autor des Buches #NextGenWork
Gerald Wood ist KI-Entwickler und Autor des Buches #NextGenWork. Quelle: zvg

Es werde eine Disruption biblischen Ausmasses, an deren Ende die allermeisten Jobs solche sein werden, die entweder direkt von KI oder Robotern erledigt würden oder in denen der Mensch faktisch mit technischen Systemen verschmolzen sein wird. Es sei das Ende der Arbeit, wie wir sie kennen. Wer sich jetzt nicht in Sachen KI fortbilde und sich fit mache, sowohl als Unternehmen als auch als Beschäftigter, werde vom Markt verschwinden. Es sei fünf nach zwölf, so der Deutsch-Amerikaner.

Gig-Economy wird zur Regel

«Die Festanstellung hat ausgedient. Wer demnächst noch Arbeit hat, wird diese befristet in Projekten, von denen er in der Regel mehrere gleichzeitig hat, erledigen», erklärt Wood. Die sogenannte Gig-Economy werde zur Regel. Letztlich werden alle auf die eine oder andere Art selbstständig werden und von überall aus arbeiten können. «Dann sind die Sozialversicherungen und unser Steuersystem am Ende.»

Das Papier der Ethik Society empfiehlt deswegen, zukünftig nicht mehr Arbeit zu besteuern, sondern Produktivität, etwa in Form einer Maschinensteuer. Mit Blick auf die Sozialsysteme empfehlen die Autoren, sich an den privaten Systemen zu orientieren. «Wenn fast alle wie Selbständige arbeiten, dann haben kollektive Umlagesysteme keine Zukunft», so die Autoren.

Technologiedividende für Beschäftigte

Reiner Huthmacher, Arbeitsmarkt- und Personalexperte, wirbt für mehr Mitarbeiterbeteiligung. «Wir erwarten von den Mitarbeitern, dass sie an der aktuellen Transformation motiviert mitwirken. Dann ist es nur fair, sie auch angemessen zu beteiligen.» Hierfür entwickelt das Ethik-Society-Papier mehrere Szenarien und Lösungen. Mitarbeiter sollten in jedem Falle eine Art «Technologie-Dividende» erhalten.

Jürgen Linsenmaier ist Gründer der Ethik Society und Herausgeber des 8-Punkte-Papiers
Jürgen Linsenmaier ist Gründer der Ethik Society und Herausgeber des 8-Punkte-Papiers. Quelle: zvg

Zudem müssten sich auch Arbeitgeber fortbilden, um sich der neuen Rolle in weitgehend digitalen und autonom agierenden Unternehmen anzupassen. «Die Führungskraft der Zukunft wird nicht nur Menschen führen, sondern auch KI-Modelle. Das ist etwas völlig anderes als heute», so Reiner Huthmacher.

Huthmacher fordert zudem von der Politik, die monatlichen Sachbezugsfreigrenzen von derzeit 50 Euro auf mindestens 500 Euro anzuheben. «Gerade in diesen Umbruchzeiten muss sich Arbeit lohnen, und Unternehmen, die ihren Beschäftigten etwas bieten wollen, sollten dies unkompliziert und individuell tun können.» Er ist sich sicher: In den kommenden Jahren werden wir Fachkräftemangel und Massenarbeitslosigkeit parallel erleben. Das sei kein Widerspruch, sondern logische Folge der technischen Entwicklung.

KI nachhaltig gestalten

Jürgen Linsenmaier, Gründer der Ethik Society und Herausgeber des Acht-Punkte-Papiers mahnt zu einem nachhaltigen Umgang mit KI. «Die Regulierung darf keinesfalls die Entwicklung behindern, aber es müssen auch ethische Fragen sowie Aspekte des Umweltschutzes berücksichtigt werden», so seine Mahnung. Beispielhaft nennt er den hohen Energieverbrauch, den Bau neuer Rechenzentren und Green Coding.

«Bislang definieren wir uns weitgehend über unseren Beruf und unsere beruflichen Erfahrungen. Was aber, wenn das wegfällt, weil fast jeder alles mithilfe von KI selbst erledigen kann? Wir werden neue Formen des Miteinanders finden müssen. Es wird eine neue Menschlichkeit entstehen», so Jürgen Linsenmaier abschliessend mit einer positiven Botschaft.

Das gesamte Acht-Punkte-Papier «Die Zukunft der Arbeit im KI-Zeitalter» gibt es unter https://wirtschaft-und-ethik.com/positionspapier-zukunft-der-arbeit/.

KPT und Family werben zum Welt-Datenschutztag mit (D)OOH

Zum Welt-Datenschutztag am 28. Januar 2026 lanciert die KPT eine Plakatkampagne, die auf die Risiken im Umgang mit Patientendaten aufmerksam macht. Die von Family entwickelte Kampagne läuft an ausgewählten OOH- und DOOH-Standorten in der Deutschschweiz und positioniert die genossenschaftlich organisierte Krankenkasse als vertrauenswürdige Partnerin im Datenschutz.

KPT Datenschutzkampagne
Die neue Datenschutzkampagne der KPT setzt auf eine starke visuelle Idee. Quelle: zvg

Patientendaten zählen zu den sensibelsten Informationen im Gesundheitswesen. Ihr Schutz ist gerade im digitalen Zeitalter zentral – und mit wachsender Datenmenge anspruchsvoller denn je. Genau hier setzt die neue Datenschutzkampagne der KPT an, die ab dem 28. Januar 2026 an ausgewählten OOH- und DOOH-Standorten in der Deutschschweiz zu sehen ist.

Anlässlich des Welt-Datenschutztags nutzt die KPT den Moment bewusst, um ein Thema in den Fokus zu rücken, das für Patientinnen und Patienten immer relevanter wird: den sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Gesundheitsdaten. Die Plakatkampagne setzt auf eine starke visuelle Idee, welche die Gefahren eines sorglosen Umgangs mit Daten pointiert sichtbar macht.

KPT Plakatkampagne
Die Kampagne läuft an ausgewählten OOH- und DOOH-Standorten in der Deutschschweiz. Quelle: zvg

Haltung und Relevanz verbinden

Gleichzeitig positioniert sich die genossenschaftlich organisierte KPT klar als vertrauenswürdige Partnerin, die mit einer transparenten, zeitgemässen und strikt umgesetzten Datenschutzpolitik ihre Versicherten ins Zentrum stellt. Mit der Kampagne verbindet die KPT Haltung und Relevanz: Sie sensibilisiert für ein gesellschaftlich hochaktuelles Thema und zeigt zugleich, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit Daten ein zentrales Qualitätsmerkmal von Schweizer Krankenkassen ist.


Verantwortlich bei KPT Krankenkasse: Marc Bissig (Leiter Marketing, Kommunikation & Digital Sales). Verantwortlich bei Family: Philip Meier, Cécile Ducourant, Tobias Peters, Severin Brinkert, Cédric Fuchs (Kreation), Johnny Grubenmann, Jan Walser, Florian Weitzel (Creative Direction), Mareike Hofer (Mediaunit FaMe), Svenja Hässig, Claudio Catrambone (Gesamtverantwortung).

Inkasso-Ranking 2026: Hälfte der weltweiten Handelsforderungen mit hohem Risiko behaftet

Das Inkasso-Ranking 2026 von Allianz Trade zeigt: Die globale Komplexität der Schuldeneintreibung liegt auf einem hohen Niveau von 47,2 von 100 Punkten. Die Schweiz belegt den ausgezeichneten 5. Rang von 52 untersuchten Ländern und punktet mit sehr guter Zahlungsmoral. 1,1 Billionen US-Dollar an internationalen Handelsforderungen befinden sich in Ländern mit sehr hohem oder schwerwiegendem Risiko.

So unterschiedlich komplex ist das Inkasso in den wichtigsten Zielmärkten von Schweizer Exporteuren. (Quelle: Allianz Trade)

Allianz Trade hat die vierte Ausgabe ihres Inkasso-Rankings veröffentlicht. Die Studie bietet eine klare Einschätzung darüber, wie einfach oder schwierig es für Unternehmen ist, unbezahlte Rechnungen in 52 Volkswirtschaften einzutreiben. Diese 52 Länder machen 90 Prozent des globalen Bruttoinlandprodukts und Handels aus. Nach Angaben des weltweit führenden Anbieters von Warenkreditversicherungen liegt die globale Komplexität des Inkassos mit 47,2 von 100 Punkten auf einem hohen Niveau.

Schweiz auf sehr gutem 5. Rang

Im Vergleich zum Ranking von 2022 hat sich die Schweiz um einen Rang verbessert und liegt auf dem ausgezeichneten 5. Platz von 52 untersuchten Ländern mit einem Score von 33 Punkten. Das Zahlungsverhalten Schweizer Unternehmen ist sehr gut. Die meisten Zahlungen erfolgen in der Regel im Voraus oder innerhalb von 30 Tagen. Inländische Gerichte sind relativ effizient bei der zeitnahen Bearbeitung von Streitfällen, dennoch bleibt die aussergerichtliche Eintreibung von Forderungen die effektivste Methode.

«Obwohl die Schweiz Mechanismen zur Förderung von Umschuldungen und Unternehmensrettungen eingeführt hat, bleibt die Liquidation derzeit das Standardverfahren», erläutert Jan Möllmann, CEO Allianz Trade in der Schweiz. «Ungesicherte Gläubiger haben somit kaum Chancen, Forderungen von insolventen Schuldnern einzutreiben. Speziell für kleine und mittlere Unternehmen kann das Ausbleiben von Zahlungen rasch existenzbedrohend werden. Unternehmen tun grundsätzlich gut daran, Bonitäten zu prüfen und Zahlungsausfälle abzusichern.»

Globale Komplexität bleibt Herausforderung

Das Ranking des Indexes hat vier Stufen der Komplexität: «gering» mit einem Wert unter 40, «hoch» zwischen 40 und 50, «sehr hoch» von 50 bis 60 und «schwerwiegend» über 60. Der weltweite Durchschnitt liegt geringfügig unter dem Wert der Ausgabe 2022 von 49 von 100 Punkten und spiegelt eine geringere Risikostreuung wider. Ein geringerer Anteil der Länder fällt nun unter die Kategorien «schwerwiegend» mit 15 Prozent gegenüber 16 Prozent im Jahr 2022 und «sehr hoch» mit 21 Prozent gegenüber 29 Prozent, während der Anteil der Kategorien «hoch» mit 29 Prozent gegenüber 24 Prozent und «gering» mit 35 Prozent gegenüber 31 Prozent gestiegen ist.

Angesichts der weltweit weiterhin hohen Zahl von Unternehmensinsolvenzen und der zunehmenden globalen Fragmentierung aufgrund sich verändernder Handelsmuster, volatiler protektionistischer Tendenzen, geopolitischer Spannungen und wachsender digitaler Risiken wird das Inkasso für Unternehmen, insbesondere für Exporteure, jedoch immer komplexer.

Allianz Trade schätzt, dass 48 Prozent der internationalen Handelsforderungen in Ländern mit einer sehr hohen Komplexität von 22 Prozent oder schwerwiegenden Komplexität von 26 Prozent liegen. Im Vergleich zu 2022 ist dies ein geringfügiger Anstieg von einem Prozentpunkt, jedoch aufgrund des wachsenden globalen Handels ein deutlicher Anstieg des absoluten Wertes auf 1,1 Billionen US-Dollar.

Saudi-Arabien, Mexiko und VAE sind Schlusslichter

Unter Berücksichtigung lokaler Zahlungspraktiken, Gerichts- und Insolvenzverfahren stellt Allianz Trade fest, dass in Deutschland, den Niederlanden und Portugal die internationalen Schulden am leichtesten einzutreiben sind, während es in Saudi-Arabien, Mexiko und den Vereinigten Arabischen Emiraten am herausforderndsten ist. Internationale Schuldeneintreibung ist in Saudi-Arabien fast dreimal so komplex wie in Deutschland.

Insolvenzverfahren machen nach wie vor den Grossteil der Komplexität beim Inkasso in allen Regionen aus. Insbesondere die lokalen Zahlungsgewohnheiten sind der Hauptgrund für die Komplexität des Inkassos im Nahen Osten, während gerichtliche Komplexitäten in Westeuropa weniger häufig sind als im Nahen Osten, in Afrika und Lateinamerika.

Neue Handelszentren erfordern Selektivität

Inmitten der strukturellen Veränderungen des globalen Handelssystems entstehen neue Handelszentren, die zu Verbindungsgliedern in neuen Handelsrouten werden. Trotz ihrer Attraktivität bleibt die Eintreibung von Forderungen eine Herausforderung für Exporteure in diese Märkte, was die bestehenden Länderrisiken noch verstärkt.

Aufstrebende Handelszentren der nächsten Generation, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Vietnam und Malaysia, weisen mit einer durchschnittlichen Punktzahl von 62 eine schwerwiegende Komplexität bei der Zahlungsabwicklung auf. Obwohl diese Märkte im aktuellen Kontext zunehmend an Bedeutung gewinnen, erfordert dies Selektivität und ein engmaschiges Kreditmanagement, wenn man erwägt, dort mehr Geschäfte zu tätigen.

Der Allianz Trade Inkasso-Index ist ein Mass für den Komplexitätsgrad internationaler Inkassoverfahren in jedem einzelnen Land auf einer Skala von 0 als am wenigsten komplex bis 100 als am komplexesten. Der Score basiert auf der Einschätzung von 340 Inkassoexperten von Allianz Trade weltweit und über 40 objektiven Indikatoren.

Quelle: Allianz Trade

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