Globale Länderrisiken sinken trotz intensiver Handelsspannungen

Zum dritten Mal hat der Kreditversicherer Allianz Trade seinen Länderrisikoatlas veröffentlicht. Er bewertet die wirtschaftlichen Aussichten, Risiken und Chancen in 83 Ländern.

Die neue Karte der Länderrisiken. (Quelle: Allianz Trade)

Allianz Trade konstatiert in seinem neuen Länderrisikoatlas eine Entspannung des globalen Risikoumfelds – trotz hoher geopolitischer Spannungen und Handelskonflikte. 2025 wurden 36 Länder hochgestuft, während nur 14 Herabstufungen verzeichnet wurden; der Positivtrend fällt damit schwächer aus als im Vorjahr, bleibt aber intakt. Zu den Gewinnern zählen unter anderem Argentinien, Ecuador, Ungarn, Italien, Spanien, die Türkei und Vietnam, deren verbesserte Bewertungen vor allem auf robustere makroökonomische Fundamentaldaten sowie unterstützende Fiskal- und Geldpolitik zurückgeführt werden. In vielen Schwellenländern ermöglichten bessere Finanzierungsbedingungen, stärkere Währungen und höhere Rohstoffpreise eine Lockerung von Transfer- und Konvertibilitätsbeschränkungen, während in Europa und im asiatisch-pazifischen Raum sinkende Inflation, stabilere Politik und bessere Handelsbilanzen die Widerstandskraft erhöhten.

Verdreifachung von Herabstufung gegenüber 2024

Gleichzeitig verdeckt die breite Verbesserung erhebliche mittelfristige Risiken, insbesondere weil sich die Zahl der Herabstufungen im Vergleich zu 2024 fast verdreifacht hat. Besonders ins Gewicht fallen die Downgrades von Frankreich, Belgien und den USA, die nun jeweils auf A1 eingestuft werden und zusammen einen bedeutenden Teil der Weltwirtschaft repräsentieren. Das Risiko gilt dort weiterhin als niedrig, doch die Verschlechterung signalisiert strukturelle Verwundbarkeiten – von angespannten öffentlichen Finanzen über Leistungsbilanzdefizite bis hin zu einem herausfordernden mittelfristigen makroökonomischen Umfeld. Allianz-Trade-Chefin Aylin Somersan Coqui warnt vor Risikoclustern in grossen Volkswirtschaften, die rund ein Drittel des globalen BIP ausmachen und damit ein Vielfaches jener Länder, in denen sich die Perspektiven verbessert haben.

Schweiz mit geringem Länderrisiko

Die Schweiz behauptet sich in diesem Umfeld mit einem AA-Rating und bleibt damit ein Standort mit geringem Länderrisiko. Nach einer Erholung 2024 mit einem Wachstum von 1,4% bremsten 2025 vor allem die Unsicherheit über die US-Handelspolitik sowie schwächere Investitionen, während eine Mitte November ausgehandelte Senkung neu eingeführter US-Zölle auf Schweizer Waren die Aussichten gegen Jahresende stabilisierte. Das BIP legte 2025 um rund 1,23% zu, getrieben von exportbedingten Vorzieheffekten, die jedoch von verhaltener Investitionstätigkeit und gedrückter Konsumstimmung gebremst wurden; tragende Säule blieb der private Konsum, während der Staatsverbrauch aufgrund von Sparzwängen nur moderat zulegen dürfte. Für 2026 und 2027 rechnet Allianz Trade mit einem Wachstum von 1,4% beziehungsweise 1,6%, zugleich bleiben die Firmenpleiten hoch: Nach einem Plus von 18% im Jahr 2024 stiegen die Insolvenzen 2025 weiter, erst für 2026 und 2027 wird mit Rückgängen von 6% beziehungsweise 11% gerechnet.

Die Inflation in der Schweiz bleibt derweil deutlich unter dem Zielwert der Nationalbank. 2024 betrug sie 1,1%, gedämpft durch den starken Franken und gesunkene Energiepreise; 2025 lag die Teuerung mit 0,2% praktisch bei Null, gestützt von billigeren Importen, niedrigen Energiepreisen und geringeren Mietanstiegen. Für 2026 erwartet Allianz Trade eine Inflationsrate von 0,4% und einen moderaten Anstieg auf 0,7% im Jahr 2027, während der starke Franken und niedrige Energiepreise weiterhin disinflationär wirken und die SNB ihren Leitzins im gesamten Prognosezeitraum bei 0% belassen dürfte.

Ambivalentes Bild für Unternehmen

Aus Sicht der Unternehmen entsteht damit ein ambivalentes Bild: Einerseits profitieren sie von insgesamt sinkenden Länderrisiken und robusteren Rahmenbedingungen in vielen Märkten, andererseits zwingt die Häufung von Downgrades in grossen Volkswirtschaften zu einem deutlich selektiveren, länderspezifischen Risikomanagement. Allianz Trade plädiert für einen vorausschauenden Ansatz, der über die Rating-Headline hinausgeht und insbesondere Transfer- und Konvertibilitätsrisiken, fiskalische Entwicklung und handelspolitische Risiken laufend überwacht, um Wendepunkte frühzeitig zu erkennen und Vermögenswerte zu schützen.

Quelle: Allianz Trade

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Schweiz: Cyber-Angriffe im Januar um elf Prozent gesunken

Check Point Research verzeichnet für die Schweiz im Januar 2026 einen Rückgang der Cyber-Angriffe um elf Prozent auf 1093 wöchentliche Attacken pro Unternehmen. Europa hingegen erlebte einen Anstieg um 18 Prozent. Besonders betroffen waren hierzulande die Sektoren Energie & Versorgung, öffentliche Verwaltung sowie Konsumgüter & Dienstleistungen.

Anzahl der auf Ransomware-Shamesites von Cyber-Kriminellen genannten Opfer von Ransomware-Angriffen nach Regionen im Dezember 2025. In der Schweiz gingen die Cyber-Angriffe im Januar zurück. (Quelle: Check Point Software Technologies)

Check Point Research, die Sicherheitsforschungsabteilung von Check Point Software Technologies, hat seinen Monthly Cyber Threat Report für Januar 2026 veröffentlicht. Die Zahlen zeigen ein differenziertes Bild: Während weltweit die Cyber-Angriffe weiter zunehmen, verzeichnet die Schweiz einen deutlichen Rückgang.

Schweiz gegen den globalen Trend

Im Januar 2026 sanken die Cyber-Angriffe in der Schweiz um elf Prozent auf durchschnittlich 1093 Attacken pro Woche und Organisation. Dies steht im Kontrast zum europäischen Durchschnitt, der mit 1755 wöchentlichen Angriffen einen Anstieg von 18 Prozent verzeichnete. Global stieg das Angriffsvolumen um drei Prozent gegenüber Dezember 2025 und um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf durchschnittlich 2090 Cyber-Angriffe pro Woche.

«In der Schweiz mag das Volumen der Attacken gesunken sein, die Intensität mit der Schweizer Unternehmen angegriffen werden, tut dies jedoch keinen Abbruch», erklärt Armin Thommen, SE Manager Switzerland bei Check Point Software. «Besonders betroffen waren hierzulande die Sektoren Energie & Versorgung, öffentliche Hand sowie Konsumgüter & der Dienstleistungssektor. In all diesen Branchen sehen wir verstärkte Aktivitäten der Cyberkriminellen. Besorgniserregend ist vor allem der Einsatz von KI, denn auch wenn das Volumen aktuell sank, so steigen doch Komplexität und Geschwindigkeit.»

Durchschnittliche Anzahl wöchentlicher Cyber-Angriffe pro Organisation nach Ländern und Regionen im Januar 2026 (Quelle: Check Point Software Technologies)

Bildungssektor weiterhin am stärksten betroffen

Der Bildungssektor bleibt global mit durchschnittlich 4364 Angriffen pro Organisation und Woche die am stärksten betroffene Branche – ein Anstieg von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die grosse Angriffsfläche, hohe Nutzerzahlen und oftmals veraltete Infrastrukturen machen diesen Sektor besonders anfällig. Der Regierungssektor folgt mit 2759 wöchentlichen Angriffen (plus acht Prozent), während Telekommunikations-Unternehmen mit 2647 Attacken auf den dritten Platz vorrückten.

GenAI-Nutzung birgt neue Datenleck-Risiken

Die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen lässt das Risiko eines Datenverlusts deutlich ansteigen. Check Point Research hat im Januar gefährliche Trends ausgemacht: Einer von 30 GenAI-Prompts zeigte ein erhöhtes Risiko, dass sensible Daten nach aussen dringen. Dieses Datenleck-Risiko betraf 93 Prozent der Unternehmen, die regelmässig GenAI-Tools verwenden. 16 Prozent aller Prompts enthielten potenziell sensible Informationen.

Unternehmen nutzten im Durchschnitt zehn verschiedene GenAI-Tools, was auf fragmentierte und inkonsistente Nutzungsmuster hinweist. Der durchschnittliche Unternehmensnutzer generierte 76 GenAI-Prompts pro Monat. Diese Undurchsichtigkeit bei der GenAI-Nutzung unterstreicht die Notwendigkeit solider Governance, besserer Sichtbarkeit von KI-Tools und strenger Kontrollen der Datenverarbeitung.

Ransomware-Aktivitäten nehmen weiter zu

Ransomware-Aktivitäten nahmen im Januar 2026 mit 678 öffentlich gemeldeten Angriffen um zehn Prozent weiter zu. Auf Nordamerika entfielen 52 Prozent der Ransomware-Opfer, gefolgt von Europa mit 24 Prozent. Die USA blieben mit 48 Prozent das am stärksten betroffene Land, gefolgt von Grossbritannien (fünf Prozent), Kanada (vier Prozent), Deutschland (vier Prozent) und Italien (drei Prozent).

Branchen, die in hohem Masse auf einen kontinuierlichen Betrieb angewiesen sind, blieben die Hauptziele von Ransomware. Unternehmensdienstleistungen machten 33 Prozent aller Ransomware-Opfer aus, gefolgt von Konsumgütern und Dienstleistungen (15 Prozent) und der industriellen Fertigung (11 Prozent).

Die aktivsten Ransomware-Gruppen

Qilin hat mit 15 Prozent der gemeldeten Angriffe die meisten Ransomware-Vorfälle zu verschulden und weitete die Offenlegung der Opfer durch sein Rust-basiertes Ökosystem aus. LockBit (12 Prozent) setzte seine grossflächig angelegten Kampagnen mit doppelter Erpressung fort. Auch Akiras Aktivitäten rissen nicht ab (9 Prozent). Die Gruppe zielt auf Windows-, Linux- und ESXi-Systeme, mit besonderem Schwerpunkt auf Unternehmensdienstleistungen und industrielle Fertigung.

Die Erkenntnisse stammen aus Check Points KI-Plattform ThreatCloud, die täglich Millionen von Indikatoren für Kompromittierungen analysiert. ThreatCloud wird von über 50 KI-gesteuerten Engines angetrieben und mit Informationen aus mehr als 150’000 Netzwerken und Millionen von Endpunkten gespeist.

Quelle: Check Point

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Dematic präsentiert auf der LogiMAT datengetriebene Innovationen

Vom 24. bis 26. März zeigt Dematic auf der LogiMAT in Stuttgart, wie Unternehmen aus Lagerdaten gezielt operative Erkenntnisse gewinnen können. Der führende Anbieter von Automatisierungslösungen für Lieferketten präsentiert unter anderem eine neue Softwarelösung für operative Intelligenz sowie erstmals in Europa eine schienenlose AS/RS-Technologie der nächsten Generation.

Auf der LogiMAT präsentiert Dematic unter anderem erstmals in Europa ihre leistungsstarke, schienenlose AS/RS-Lösung (Automated Storage and Retrieval System). (Foto: Dematic)

Dematic zeigt auf der diesjährigen LogiMAT vom 24. bis 26. März auf dem Stuttgarter Messegelände, wie Unternehmen aus Lagerdaten gezielt operative Erkenntnisse gewinnen können. So lassen sich Planung, Betrieb und die kontinuierliche Optimierung automatisierter Anlagen erleichtern. Zudem präsentiert der führende Anbieter von Automatisierungslösungen für Lieferketten neue Technologien, die die Integration automatisierter Anlagen vereinfachen und deren reibungsloses Zusammenspiel fördern.

«Innovation entsteht nicht durch einzelne Technologien, sondern durch das umfassende Verständnis der tatsächlichen Betriebsabläufe», sagt René Sickler, Geschäftsführer von Dematic für Deutschland, Österreich und die Schweiz. «Wenn wir Betriebsdaten, Vor-Ort-Beobachtungen, Analysen und Kundenerfahrungen zusammenführen, gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse. Diese ermöglichen besser durchdachte Lösungen, höhere Effizienz und langfristig leistungsstarke Anlagen.»

Dematic lädt Besucherinnen und Besucher ein, am Messestand H61 in Halle 1 das Lager der Zukunft hautnah zu erleben. Live-Demonstrationen, Expertengespräche und praxisnahe Schulungen zeigen, wie vernetzte Intelligenz die Entscheidungsfindung entlang der Lieferkette unterstützt. Auch die Technologiepartner von Dematic erläutern vor Ort, wie nahtlose Integration Kundinnen und Kunden dabei hilft, langfristige Automatisierungs- und Leistungsziele zu erreichen.

Operative Intelligenz: Alle Prozesse im Blick

Ein besonderes Highlight ist die europäische Markteinführung von Dematics zukunftsweisender Lösung für operative Intelligenz. Die Plattform bündelt Prozesse aus unterschiedlichen Automatisierungstechnologien und wandelt die gesammelten Daten in handlungsrelevante Informationen um. In vielen Logistikzentren werden Anlagen, Personal und Abläufe noch immer über getrennte Systeme gesteuert, was zu Transparenzlücken, verzögerten Reaktionszeiten und aufwendiger Ursachenanalyse führt. Dematics neue Lösung hingegen integriert Echtzeit-Monitoring, KI-gestützte Entscheidungsunterstützung und operative Analytik in einer einheitlichen Benutzeroberfläche. So erhalten Anwender nicht nur eine volle Übersicht über das aktuelle Betriebsgeschehen, sondern auch fundierte Einblicke in die Ursachen von Leistungsabweichungen – die Basis für schnelle, datenbasierte Entscheidungen in der dynamischen Intralogistik.

Brett Webster, Leiter Produktmanagement bei Dematic, erklärt: «Heute wird der Lagerbetrieb nicht durch die Automatisierung selbst begrenzt, sondern durch fragmentiertes Prozessverständnis.» Und ergänzt: «Auf der LogiMAT zeigen wir, wie eine einheitliche Betriebsintelligenz Kundinnen und Kunden einen vollständigen Überblick verschafft und fundierte Entscheidungen in Echtzeit ermöglicht.»

Neue AS/RS- und Robotik-Innovationen

Ebenfalls erstmals in Europa vorgestellt wird Dematics neueste leistungsstarke, schienenlose AS/RS-Lösung (Automated Storage and Retrieval System). Das über Kopf installierte, leichte System wurde speziell für schnell wachsende E-Commerce- und Multichannel-Umgebungen entwickelt. Ohne herkömmliche Schieneninfrastruktur bietet es mehr Flexibilität, schnellere Implementierung und leichtere Skalierbarkeit – ideal für Betriebe mit saisonalen Spitzen oder grosser Produktvielfalt.

Ergänzend zum AS/RS-System wird ein interaktiver Piece-Picking-Roboterarm zur automatisierten Entnahme einzelner Artikel live am Messestand im Einsatz sein. Der Roboter ist Teil von Dematics Hochgeschwindigkeits-AS/RS für Behälter, mit variabler Lagertiefe und flexiblem Handling. Zudem zeigt Dematic auf der LogiMAT, wie das System mit dem autonomen mobilen Roboter (AMR) D30 zusammenarbeitet. Dieser erreicht Spitzenwerte in Geschwindigkeit, Reichweite und Behälterhandling.

Unterstützung über den gesamten Lebenszyklus

Abgerundet wird der Messeauftritt durch die Präsentationen der Lifecycle Solutions & Services-Teams. Diese stellen vor, wie Lagerstandorte durch kontinuierliche Evaluierung, Modernisierung und Expansionsplanung flexibel an zukünftige Anforderungen der Supply Chain angepasst werden können.

Während der gesamten dreitägigen Messe stehen Expertinnen und Experten aus ganz Europa bereit, um zu zeigen, wie datenbasierte Automatisierung Unternehmen unterstützt, operative Leistungsfähigkeit und strategische Geschäftsziele optimal zu verbinden. Interessierte sind herzlich eingeladen, am Stand 1H61 die neuesten Innovationen live zu erleben, inklusive Demonstrationen der AS/RS- und Robotiklösungen.

Weitere Informationen über Dematic: www.dematic.com/de

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iTAC und Dürr: Zehn Jahre gemeinsame Digitalstrategie für die Industrie

Seit zehn Jahren ist iTAC Software Teil des Dürr-Konzerns und hat sich vom klassischen MES-Spezialisten zum führenden MOM-Anbieter mit globalem Ökosystem entwickelt. Gemeinsam treiben die Unternehmen die digitale Transformation in der industriellen Produktion voran – von der Shopfloor-Ebene bis zur datengetriebenen Optimierung kompletter Produktionsnetzwerke.

iTAC und Dürr bündeln ihre Stärken für die digitale Fabrik. (Quelle: iTAC Software)

Die digitale Transformation industrieller Produktionsprozesse erfordert heute mehr als einzelne Softwarebausteine. Gefragt sind integrierte Systeme, die Anlagen, Daten und Prozesse über alle Ebenen hinweg durchgängig verbinden. Seit nunmehr zehn Jahren ist iTAC Software Teil des Dürr-Konzerns und unterstützt als MES/MOM-Spezialist dessen konzernweite Digitalstrategie. Gemeinsam entwickeln die Unternehmen Lösungen für eine vernetzte, transparente und effiziente Produktion.

«Dürr und iTAC arbeiten stetig an Softwarelösungen, die darauf abzielen, Anlagenverfügbarkeit und Nachhaltigkeit zu erhöhen oder Zeit einzusparen», stellt Dr. Jochen Weyrauch, Vorstandsvorsitzender von Dürr, fest. «Wir bündeln unser digitales Know-how mit Expertenwissen über Produktionsprozesse und unterstützen so unsere Kunden dabei, ihre gesamte Produktion zukunftssicher aufzustellen.»

Ziel der gemeinsamen Digitalstrategie ist es, Kunden ganzheitlich bei der Digitalisierung ihrer Fertigung zu unterstützen – von der Shopfloor-Ebene bis hin zur datengetriebenen Optimierung kompletter Produktionsnetzwerke. iTAC bringt dabei Softwarekompetenz und tiefes Verständnis industrieller Fertigungsprozesse bei der Entwicklung moderner Manufacturing-Operations-Management-Lösungen ein.

MOM als zentraler Baustein der Digital Factory

Dürr bündelt konzernweit seine digitalen Kompetenzen und entwickelt bereichsübergreifend Lösungen für die vernetzte Produktion – von der Anlagenintegration über MES- und MOM-Systeme bis hin zu KI-gestützten Analytics- und Maintenance-Anwendungen. Innerhalb dieses Portfolios bildet das MOM-System eine zentrale Grundlage für Transparenz, Steuerbarkeit und Effizienz in der Fertigung.

iTAC wirkt seit zehn Jahren im Dürr-Konzern massgeblich an der Entwicklung skalierbarer und integrierter Fertigungsmanagementlösungen mit. Die iTAC.MOM.Suite steuert und optimiert Produktionsprozesse, unterstützt die Feinplanung über ein integriertes Advanced Planning & Scheduling (APS) und verknüpft Produktionsmanagement, Logistik, Materialfluss und Instandhaltung in einem durchgängigen System. Eine nahtlose Datenerfassung und Prozessvisualisierung wird durch die SCADA-Funktionalitäten der Dürr-Lösung DXQcontrol sichergestellt.

Zudem hat der Dürr-Konzern gemeinsam mit iTAC die «OneMES-Strategie» umgesetzt. Für die Produktionsstandorte im Dürr-Konzern wurde ein standardisiertes, konzernweites MOM entwickelt, das die Fertigung digital und in Echtzeit abbildet und als Best-Practice-Referenz für den Rollout vergleichbarer Strukturen in anderen Maschinenbauunternehmen dient.

Vom MES-Anbieter zum globalen MOM-Ökosystem

Seit der Zugehörigkeit zu Dürr hat sich iTAC konsequent vom klassischen MES-Spezialisten zum Anbieter eines breiten, international aufgestellten MOM-Ökosystems weiterentwickelt. Dazu hat iTAC im Laufe der Jahre mehrere Unternehmen als Tochtergesellschaften in den Verbund integriert – sie erweitern das Portfolio sowohl technologisch als auch geografisch.

DUALIS stärkt die Kompetenz in APS und Simulation und ergänzt damit die operative Fertigungssteuerung um belastbare Planung und Feinplanung. Cogiscan erweitert seit 2021 die Fähigkeiten insbesondere in der Elektronikfertigung rund um Maschinenkonnektivität, Track & Trace und Analytics – mit einer bereits zuvor stark international ausgerichteten Kundenbasis. Das zum Dürr-Konzern gehörende Unternehmen Accevo ergänzt das iTAC-Portfolio mit Software für die Prozessindustrie und bringt zusätzliche internationale Projekterfahrung ein, unter anderem in Pharma, Food & Beverage und FMCG.

Durch diese Bündelung entsteht ein integriertes Leistungsangebot entlang der gesamten Wertschöpfung in der Produktion – von Planung und Konnektivität über MOM/MES bis hin zu datengestützten Optimierungen. Gleichzeitig wächst iTAC als Teil von Dürr global weiter: Neue Märkte lassen sich schneller adressieren, internationale Rollouts effizienter umsetzen und Kunden weltweit konsistenter betreuen.

Führender MOM-Anbieter in zahlreichen Branchen

Mit dem Ausbau des iTAC-Verbunds hat das Unternehmen seine Position in der diskreten Fertigung weiter gestärkt und sich zugleich in zusätzliche Branchen hinein erweitert. Heute adressiert iTAC Kunden in Automotive und E-Mobility, Elektronik/EMS, Telekommunikation, Medizintechnik sowie weiteren Fertigungsindustrien – ergänzt um Prozessbranchen wie Pharma, Food & Beverage und FMCG. Damit zählt iTAC zu den MOM-Anbietern mit einem besonders breiten Branchen- und Technologie-Footprint.

Ergänzend zum MOM-Kern unterstützen Analyse- und KI-Funktionen die kontinuierliche Verbesserung von Produktionsprozessen – von der Identifikation von Optimierungspotenzialen bis hin zur kontextbasierten Bereitstellung von Wissen im Produktionsumfeld. So lassen sich Entscheidungen schneller treffen und Massnahmen zielgerichteter umsetzen, sowohl lokal in einzelnen Werken als auch über globale Produktionsnetzwerke hinweg.

Zehn Jahre Partnerschaft mit Blick nach vorn

«Zehn Jahre Zugehörigkeit zu Dürr stehen für die konsequente Weiterentwicklung unserer MES- und MOM-Lösungen im industriellen Umfeld», sagt Martin Heinz, CEO von iTAC Software. «Als Teil der Digitalstrategie von Dürr und mit unseren Tochtergesellschaften gestalten wir gemeinsam die digitale Transformation in nahezu allen Fertigungsindustrien – mit einem klaren Fokus auf durchgängige Prozesse, Skalierbarkeit und messbaren Mehrwert auf dem Shopfloor.»

iTAC Software bietet mit der iTAC.MOM.Suite ein ganzheitliches Fertigungsmanagementsystem, das weltweit bei Unternehmen der diskreten Fertigung eingesetzt wird. Weitere Systeme und Lösungen zur Umsetzung von IIoT- und Industrie 4.0-Anforderungen runden das Portfolio ab. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Montabaur in Deutschland sowie Niederlassungen in den USA, Mexiko, China und Japan und verfügt über ein weltweites Partnernetzwerk für Vertrieb und Service. Zum iTAC-Verbund gehören die Unternehmen DUALIS, Cogiscan und Accevo.

Der Dürr-Konzern ist ein weltweit führender Maschinen- und Anlagenbauer mit besonderer Kompetenz in den Technologiefeldern Automatisierung, Digitalisierung und Energieeffizienz. Der Konzern erzielte im Jahr 2024 einen Umsatz von 4,7 Milliarden Euro und hat derzeit rund 18.000 Beschäftigte sowie 130 Standorte in 32 Ländern.

www.itacsoftware.com

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Private AI als Antwort auf verschärfte Datenschutzanforderungen

Zum Safer Internet Day 2026 rückt die verantwortungsvolle Nutzung von künstlicher Intelligenz in den Fokus. Während die Bedrohungslage sich laut Stanford AI Index Report um über 56 Prozent verschärft hat, müssen Unternehmen gleichzeitig DSGVO und EU AI Act einhalten. Private AI bietet einen Lösungsansatz, bei dem sensible Daten die Unternehmensumgebung niemals verlassen.

Francisco Mateo-Sidrón, Head of EMEA bei Cloudera (Quelle: Cloudera)

Die Diskussion rund um den Safer Internet Day hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Statt individueller Passworthygiene stehen 2026 umfassendere Themen wie die Regulierung künstlicher Intelligenz im Mittelpunkt. In Deutschland verschärfen die DSGVO und der EU AI Act die Anforderungen an den Umgang mit KI-Systemen deutlich. Gleichzeitig versuchen Unternehmen, mit dem Fortschritt der KI mitzuhalten und verstärkt datengetrieben zu agieren.

Daten bilden die Grundlage der KI-Nutzung, besonders wenn Unternehmen über grosse Mengen an Verbraucherinformationen verfügen. Das spiegelt sich laut einer Cloudera-Umfrage in der Datenkultur wider: In Deutschland stieg der Anteil der Befragten, die ihre Unternehmenskultur als «extrem datengetrieben» einordnen, von acht Prozent (2024) auf 30 Prozent (2025).

Volatile Bedrohungslage und geopolitische Spannungen

Die Dringlichkeit, Datenschutz als Teil von KI-Strategien mitzudenken, ergibt sich aus einer volatilen Bedrohungslage und geopolitischen Spannungen. Die zunehmende Nutzung von KI in verschiedenen Unternehmensbereichen erhöht die Angriffsfläche für Cyberbedrohungen. Der Stanford AI Index Report 2025 dokumentiert einen Anstieg der Sicherheits- und Datenschutzvorfälle im KI-Umfeld um mehr als 56 Prozent innerhalb eines Jahres.

Besonders im Fokus der Cyberkriminellen stehen weiterhin Verbraucherdaten: Im Bericht «Cost of a Data Breach» von IBM waren sie weltweit der am häufigsten kompromittierte Datentyp und tauchten in 53 Prozent aller Datenschutzverletzungen im Einzelhandel auf. Die gehäuften Cyberbedrohungen richten sich auf die grossen Transaktionsvolumina und die sensiblen persönlichen Daten, die Einzelhändler und Finanzinstitute verwalten.

Zudem ist das Bewusstsein der Verbraucher für den Wert ihrer Daten gestiegen, wie die Cisco 2026 Data Privacy Benchmark Studie zeigt. Demnach geben 46 Prozent der globalen Unternehmen an, dass eine klare Kommunikation darüber, wie die KI mit Verbraucherdaten trainiert wird, essenziell ist. Nur so bleibt das Vertrauen der Nutzer in eine Organisation bestehen.

Private AI überwindet das Datenschutzdilemma

Unternehmen müssen die Daten, die ihr Wachstum vorantreiben, verantwortungsbewusst verwalten und schützen, um das Risiko von Datenlecks und unbefugtem Zugriff zu reduzieren. Unter diesen Umständen führt ein einziger Verstoss nicht nur zu Geldstrafen, sondern kann die Reputation und den Markenwert langfristig schädigen. Gleichzeitig gilt es, die Grenzen von KI auszuloten, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Hier hat sich Private AI als entscheidendes Framework für moderne Unternehmen herauskristallisiert. Dahinter verbirgt sich ein strategischer Ansatz, der festlegt, wie Unternehmen KI-Systeme entwickeln, betreiben und verwalten. Private AI stellt sicher, dass die Input- und Output-Daten von Modellen niemals die Unternehmensumgebung verlassen. Sämtliche Informationen verbleiben innerhalb der eigenen Infrastruktur. So können Unternehmen das «Datenschutzdilemma» überwinden. Private AI widerlegt die Annahme, dass Unternehmen sich zwischen der Nutzung von Daten für Innovationen und deren Sperrung für KI aus Compliance-Gründen entscheiden müssen.

Absolute Sichtbarkeit als Voraussetzung

Eine effektive, private KI erfordert jedoch absolute Sichtbarkeit der Daten. Laut dem Metadatenmanagement-Bericht von Gartner geben fast 60 Prozent der Unternehmen zu, dass sie nicht wissen, wo sich ihre kritischen Daten befinden. Und was man nicht sehen kann, kann man auch nicht kontrollieren. Um dem entgegenzuwirken, nutzen erfolgreiche Unternehmen heute einheitliche Datenplattformen wie die von Cloudera, die eine lückenlose Data-Lineage bieten. Sie verfolgen genau, woher die Daten stammen, wie sie transformiert wurden und wer darauf zugegriffen hat.

Da generative KI-Agenten zunehmend zu einem festen Bestandteil in Arbeitsabläufen werden, muss eine sorgfältige Prüfung der Daten erfolgen, mit denen sie gefüttert werden. Die wertvollsten Daten für die Feinabstimmung der KI – Support-Transkripte und Transaktionshistorien – gehören häufig auch zu den sensibelsten Informationen. So kann Datenschutz und -Sicherheit zum entscheidenden Werttreiber werden. In einer Zeit verschärfter Regulierung und wachsender geopolitischer Unsicherheit werden diejenigen Unternehmen erfolgreich sein, die proaktive Schutzmassnahmen umsetzen und gewährleisten, dass ihre KI privat, kontrolliert und von Grund auf sicher ist.

Mehr Informationen: www.cloudera.com

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200 «Mobiljahre» – Markenshow in fünf Akten

Die Mobiliar feierte am 6. Februar ihr 200-jähriges Bestehen – und machte daraus eine Markeninszenierung auf grosser Bühne. Im Stadttheater wurde die Genossenschaftsidee als Show erzählt, getragen von Solidarität, Tempo und der Werbeikone «Liebe Mobiliar». m&k war vor Ort – und lässt die fünf «Mobiljahre»-Akte multimedial revue passieren.

Zweihundert Jahre bestehen kann vieles. Eine Marke, die dabei leicht bleibt, sympathisch wirkt und trotzdem gross ist, ist seltener. Genau das zeigte Die Mobiliar an diesem Nachmittag in Bern: nicht «200 Jahre» als Chronik, sondern «200 Mobiljahre» als lupenreine Markeninszenierung – vier Akte im Stadttheater und ein fünfter, den die Gästeschar später im Casino Bern selber weiterschreibt.

1826, als die Mobiliar gegründet wurde, war die Schweiz eine andere Welt. Nicht nur technisch, auch mental: zerrissen, kantonal gedacht, noch weit weg von jenem Selbstverständnis, das später «Eidgenossenschaft» heissen sollte. Genau in diese Zeit fällt die genossenschaftliche Idee, Risiken gemeinsam zu tragen – nicht als Floskel, sondern als Geschäftsmodell mit Haltung. Zweihundert Jahre später ist die Mobiliar längst ein grosses, mächtiges Unternehmen mit Sitz in Bern und Wirkungsradius Eidgenossenschaft. Und doch gelingt ihr an diesem Nachmittag etwas, das bei grossen Organisationen selten geworden ist: Sie wirkt in ihrer Kommunikation nicht glattpoliert – sondern nahbar. Sympathisch. Und vor allem: glaubwürdig.

Diese Glaubwürdigkeit ist keine Laune des Tages. Sie ist das Resultat von Konstanz. Von einer Markenführung, die nicht bei jedem Trend oder Führungswechsel die Farbe wechselt. Von einer Sprache, die nicht dauernd beweisen muss, wie wichtig man ist. Und von einer Ehrlichkeit, die sich sogar dann noch hält, wenn die Welt unübersichtlicher wird. Genau das war die eigentliche Botschaft dieses Jubiläums: weniger «200 Jahre», mehr «200 Jahre Marke».

Kurz vor Showbeginn: «die Mobiliar» und 400 Gäste im Stadttheater Bern

Seit 1826 – und plötzlich steht die Marke auf der Bühne

Der erste Akt dieses Nachmittags spielte im Stadttheater Bern. Nicht als klassische Feier mit Rückblick und Chronik, sondern als meisterhafte Inszenierung. CEO Michèle Rodoni setzte in ihrer Begrüssung den Ton. Dreisprachig, aber in der Botschaft glasklar: «Genau vor 200 Jahren, im Februar 1826, wurde die Mobiliar gegründet. Um Risiken gemeinsam zu tragen. Das ist unsere Mission.» Und sie verankerte den Auftrag in einem Satz, der nach Alltag lingt: «Zusammenhalt sind für uns keine einfachen Worte. Als Genossenschaft sind dies Werte, die wir jeden Tag leben. Nicht, weil sie gut klingen, sondern weil sie das Fundament unserer Gesellschaft sind und uns stärker machen.»

Michèle Rodoni, CEO Die Mobiliar

Rodoni verknüpfte diesen Gedanken mit dem Jubiläumsjahr, das Begegnung stiften soll – mit «Besser zusammen» als Motto, mit «Roten runden Tischen» als Symbol, mit Anlässen quer durchs Land. Und sie leitete zurück zur Bühne: Wer 200 Jahre überlebt, muss sich laufend erneuern. Genau das soll die Show erzählen. «Und nun: Viel Spass.»

1. Akt: Die Idee, Risiko solidarisch zu tragen – «Besser zusammen»

In der Dramaturgie des Stücks «Gemeinsam für Morgen. Seit 1826.» beginnt alles dort, wo auch die Marke ihren Ursprung hat: bei der Idee, dass Risiken gemeinsam tragbar werden. In der Inszenierung wird daraus eine Gründungsszene, eine Marktsituation, ein Aufbruch. In der Sprache der Mobiliar ist es der erste, stille Beweis der eigenen Identität: nicht zuerst Produkt, nicht zuerst Prämie, sondern Zweck. Rodonis Worte geben dem einen aktuellen Rahmen. «Besser zusammen» ist dabei nicht nur ein Jubiläumsmotto, sondern der Versuch, den genossenschaftlichen Grundgedanken als zeitgenössische Haltung zu setzen.

Und genau hier dockt auch die Jubiläumskommunikation an, die über den Festakt hinausreichen soll. Yassin Sebai, der bei der Mobiliar die Kampagnenarbeit für das Jubiläum verantwortet, sagt dazu: «Rund. Das ist das Symbol, das wir gesucht haben für das ‹Zusammen›.» Der runde Tisch habe keine Ecken, unterschiedliche Interessen hätten Platz, und «rundherum hat jeder die gleiche Chance, ist gleichberechtigt zum Reden». Diese Idee ist nicht nur grafisches Motiv, sondern Programm: Begegnung schaffen, Dialog auslösen, das «Wir» nicht nur behaupten, sondern praktizieren.

2. Akt: Von der Feuerkasse zum Allbranchenversicherer – Nadine Imboden macht aus 200 Jahren Marke eine Show

Der zweite Akt springt in jene Entwicklungsbewegung, die die Mobiliar zur landesweiten Versicherung macht – und zur Marke, die jede und jeder kennt. Genau hier greift die Inszenierung zu grossen Bildern: Wandel, Ausweitung, neue Risiken, neue Antworten. Und hier kommt die kreative Handschrift von Nadine Imboden besonders sichtbar zum Tragen.

Im Interview sagt sie, was sie an der Mobiliar als Stoff fasziniert hat: «Was mich wirklich beeindruckt hat, ist die Geschichte. Eine Firma, die seit 200 Jahren Menschen begeistert und diesen Solidaritätsgedanken entwickelt und darauf gebaut hat – das finde ich grossartig.» Für sie ist diese Geschichte nicht nur ein Rückblick, sondern Material, das man formen kann. Und in diesem Formen liegt der Unterschied zwischen Jubiläum und Markeninszenierung.

Mobiliar 200 Festakt: Nadine Imboden, Michèle Rodoni (rechts)

Dass die Show nicht «einfach so» entstanden ist, betont Projektleiter Michel Gicot. «Die Idee war, einen einzigen Anlass zu bieten – heute für die Gesellschaft und morgen wird er unseren Mitarbeitenden angeboten», sagt er. «Einzigartig, weil er einerseits eine Zeitreise durch die Geschichte der Mobiliar anbietet, und andererseits eine Show ist, die auch die Werte der Mobiliar vermittelt, diesen genossenschaftlichen Gedanken.» Und er ordnet gleich ein, was in Bern oft vergessen geht, wenn etwas rund läuft: «Es ist natürlich die Arbeit eines gesamten Teams. Ich bin nicht alleine.»

m&k-Highlight: Das Strichmännchen wird Mensch

Für m&k gab es an diesem Nachmittag einen Moment, der ein Lehrstück in Markenführung wirkte. Die berühmten Schadenskizzen-Männchen wurden nicht einfach projiziert oder als animierte Übergänge eingesetzt, sondern als Teil der Inszenierung lebendig gemacht. Die Show hatte einen Hauptakteur, der wie ein mensch gewordenes Strichmännchen durch die Akte führte – leicht tollpatschig, manchmal wie aus Versehen im falschen Bild gelandet, und gerade dadurch perfekt als Identifikationsfigur.

Stadttheater Bern: Übergang vom Skizzenmännchen zum Bühnenakteur

Dieser Darsteller interagierte mit Requisiten, die wie dreidimensionale Skizzen wirkten: Trampolin als Auffangnetz, Badewanne als Wasserschaden-Slapstick, Laterne als schwingendes Turngerät, Schneeball als Lawinenbild, Sprungbretter als athletischer Nervenkitzel. Und immer wieder diese «Liebe Mobiliar»-Logik: Ein Missgeschick passiert – und es kippt nicht ins Drama, sondern in die Pointe. Der ikonische Wert der Kampagne wurde nicht erklärt. Er wurde gespielt.

Imboden bringt diesen Effekt im Interview auf den Punkt: «Man muss nur den ersten Satz sagen – ‹Liebe Mobiliar› – und jeder in der Schweiz kennt es.» Für ihr Team sei deshalb klar gewesen: «Das muss da rein.» Gleichzeitig habe man weiterdenken müssen: «Eine Zeichnung auf der Bühne lebt ja per se nicht. Wir mussten uns überlegen: Wie werden sie lebendig? Wer gibt ihnen ein Gesicht?»

Für Gicot war die Integration der Skizzen nicht Kür, sondern Pflicht. «Seit 30 Jahren sind die Schadenskizzen in unserer gesamten Kommunikation präsent», sagt er. «Deshalb war das für das Team und für uns eigentlich ein ‹Must›, dass wir die Schadenskizzen in der Show integrieren – in irgendeiner Form.» Dass daraus nicht ein Nostalgie-Element wurde, sondern ein dramaturgischer Motor, ist genau die Qualität dieser Inszenierung.

Schadenskizze 2126: Wer den Klon hat, der hat den Schaden

Auch Sebai beschreibt, wie die Skizzen in den Akten jeweils «verkörpert» wurden – von Feuer bis Cyber. «In jedem Akt und jedem geschichtlichen Teil haben wir gesucht, was das verkörpert», sagt er. «Da waren zum Beispiel die Klone [im Zukunftsteil], die eigentlich wie die Skizzen aussahen. Oder das Trampolin, das jemanden auffängt.» Und im Wasserelement sei der Kern gewesen: «Wir halten solidarisch zusammen und heben einander hoch.»

3. Akt: Versicherer in Zeiten des Klimawandels

Im dritten Akt ist die Gegenwart da. Klima, Naturgefahren, Cyberrisiken – eine Welt, in der Risiken nicht nur häufiger, sondern auch schwerer einzuordnen werden. Auf der Bühne bekommt diese Zeitstimmung eine Stimme durch Renato Kaiser. Er tritt als «Experte für die erste allgemeine Verunsicherung» auf und macht das Thema Risiko plötzlich nahbar. Er spielt sich durch Klimarisiken, Politik, künstliche Intelligenz und diese diffuse Ahnung, dass alles gleichzeitig schneller und unsicherer geworden ist. Seine Stärke ist, dass er das Publikum nicht belehrt, sondern mitnimmt – mit präzisem Timing, mit Dialektmomenten, mit Sätzen, die hängen bleiben.

Mobiliar 200 Festakt: Komiker Kaiser, zuerst bodenständig, dann abgehoben…

Kaisers Auftritt war mehr als ein Comedy-Intermezzo. Er setzte die Show in die Gegenwart zurück und gab ihr den Tonfall, der zur Mobiliar passt: ernst in der Sache, leicht im Zugriff. In einer Inszenierung, die von Feuer über Hochwasser bis zu Cyberrisiken alles streift, war er derjenige, der die Verunsicherung nicht nur beschrieb, sondern als Gefühl auf die Bühne holte.

4. Akt: Versicherer der Zukunft – Sina als Schlusspunkt

Der vierte Akt spielt mit der Zukunft. Er übersteuert bewusst, setzt auf Identität, auf die Frage, was Sicherheit künftig heisst, und wie sehr die Welt noch aus dem Takt geraten kann – und gleichzeitig bleibt die Genossenschaftsidee als Kern sichtbar.

Am Ende kam ein Moment, der den Abend aus der Artistik in die Emotion überführte: Sina trat auf und sang einen eigens von Roman Riklin für das Jubiläum komponierten Song. Riklin war es auch, der das Skript für die ganze Jubiläumsshow geliefert hat. Nach Tempo, Bildern, Pointen und Choreografie war Sinas stimmstarke Performance wie ein warmer Schlussakkord – ein Lied, das «Gemeinsam für Morgen» emotional verankert.

Mobiliar 200 Festakt: Sängerin Sina setzt musikalisches Highlight
Mobiliar 200 Festakt: Festliches Finale im Stadttheater

5. Akt: Das Casino Bern schreibt weiter

Nach dem letzten Applaus und dem letzten Konfetti war der Abend noch lange nicht vorbei. Der fünfte Akt begann dort, wo Bern festlich kann: im Casino. Plötzlich wurde aus Theaterpublikum eine Gästeschar, aus Reihenbestuhlung ein lebendiges Saalgeläuf, aus Bühnenlicht ein warmer Saalton – und aus der Inszenierung ein Anlass, der sich selber weiterschreibt.

200 Jahre Mobiliar, Festakt im Casino mit 400 Besucher:innen

Hier passiert das, was Markeninszenierung im besten Fall immer schafft: Sie lässt Menschen nicht nur zuschauen, sondern mitspielen. Es wird angestossen, gelacht, genickt, diskutiert. Und ja: auch genossen. Kulinarisch wurde der Abend so geführt, wie man es in Bern erwarten darf, wenn eine Institution wie Die Mobiliar einlädt: nicht als Nebenprogramm, sondern als Teil der Gastfreundschaft.

Und irgendwo zwischen den Gängen und Gesprächen schliesst sich auch der Kreis zur Jubiläumsidee des «Runden Tisches»: Begegnung nicht als Kampagnenwort, sondern als tatsächliche Praxis. Sebai nennt den runden Tisch ein Symbol ohne Ecken, mit Platz für unterschiedliche Interessen. Im Casino Bern wurde diese Idee sehr analog gelebt: nicht als Logo, sondern als Abend, der Menschen zusammensetzt, ins Gespräch bringt und das «Wir» ein paar Stunden lang spürbar macht.

Stefan Mäder: Innovation, ohne den genossenschaftlichen Kern zu verlieren

Mobiliar-VR-Präsident Stefan Mäder ordnete das Jubiläum historisch ein und betonte, dass die Gründer 1826 nicht kantonal, sondern schweizerisch gedacht hätten – eine Genossenschaft als Brücke über Interessen hinweg. Mäder sprach über Innovation als Notwendigkeit eines 200-jährigen Unternehmens, aber immer in dieser Doppelspur: technologisch vorwärts, genossenschaftlich verankert. «Ein 200 Jahre altes Unternehmen kann gar nicht anders als innovativ sein», sagte er und schlug den Bogen vom IBM-Grossrechner 1966 zur heutigen Umbruchphase mit Cloud und KI – nicht als Technik-Show, sondern als Mittel, Nähe zu ermöglichen: mehr Zeit für persönliche Beratung, mehr Raum für das Menschliche.

Stefan Mäder, Präsident des Verwaltungsrats von «die Mobiliar» während seiner Rede

Er erinnerte auch an die Elementarschadenversicherung als Beleg für gelebte Solidarität: freiwillige Auszahlungen bei Naturereignissen, später der Elementarschadenpool als «doppelte Solidarität». Und er stellte die Erfolgsbeteiligung als identitätsstiftendes Versprechen heraus, das nicht nur in guten Zeiten gilt. So wird aus Markenkommunikation eine Form von Beständigkeit, die sich immer wieder erneuert, ohne sich zu verlieren.

Viktor Rossi: Eine Hommage mit Jass-Takt und Genossenschaftsgeist

Bundeskanzler Viktor Rossi lieferte eine Hommage, die genau zu dieser Marke passt: Er spielte zuerst mit der heiklen Bern-Logik, dass Einladungen zu privaten Jubiläen politisch schnell nach «Klüngelei» aussehen können – und löste es mit einer Jass-Anekdote auf. Er jasse seit über 20 Jahren mit einem Mobiliar-Mitarbeiter, der ihn gebeten habe, sich den 6. Februar zu reservieren. Rossi dachte an einen Jass-Abend, bekam dann aber die Einladung zum Jubiläum. Aus dieser Geschichte machte er das Bild des Abends: Man hofft auf gute Karten, «aber man zeigt den Charakter erst bei einem schlechten Blatt».

Bundeskanzler Viktor Rossi mit Weibel (Amtsdiener)

Rossi setzte drei Stichworte, die Mobiliar und Bund verbinden: Nachbarschaft, Genossenschaftsgedanke, Verantwortung. Und er fand ein Schlussbild, das den Abend in einem Satz zusammenfasst: «Es handelt sich also heute Abend hier um ein Familienfest.» Man sei nicht immer einig, aber wenn es darauf ankomme, halte man zusammen. Risiken nicht verdrängen, sondern gemeinsam tragen – vorausschauend, mit Gemeinsinn und Augenmass.

Video: Fünf Akte in acht Minuten

m&k war vor Ort. Das rund achtminütige Video von Beat Hürlimann packt diese fünf Akte storyhaft zusammen: Showmomente, Bilder aus Bern, Stimmungen zwischen Stadttheater und Casino – und drei Stimmen, stellvertretend für alle, die diesen Nachmittag möglich gemacht haben. Es ist auch ein kleines Versprechen an die Zukunft, das über das Jubiläum hinausweist: dass Die Mobiliar, wie die Aare, für weitere 200 Jahre im Fluss bleibt. Wir hoffen es, wir wünschen es – und wir sind ziemlich sicher, dass die Marke die nötige Konstanz dafür mitbringt.

Danke, Mobiliar, für den Stoff für diese Reportage.

m&k Redaktor Beat Hürlimann mit Nadine Imboden nach getaner Interviewsession im Foyer des Casino Bern

ZKB mit neuem Leiter Nachhaltigkeit im Asset Management

Ruben Feldman wird ab 1. April 2026 neuer Leiter Nachhaltigkeit im Asset Management der Zürcher Kantonalbank.

Ruben Feldman, neuer Leiter Nachhaltigkeit im Asset Management der Zürcher Kantonalbank. (Bild: ZKB)

Ruben Feldman, aktuell stellvertretender Leiter des Nachhaltigkeitsbereichs «ESG Strategie & Development», übernimmt per 1. April 2026 die Führung desselben Bereichs. Er tritt damit die Nachfolge von Fabio Pellizzari an, der in den Bereich Index Solutions wechselt. «Mit seiner umfassenden fachlichen und akademischen Expertise, seiner strategischen Denkweise und seinem Engagement für Nachhaltigkeit wird Ruben die Erfolgsgeschichte unseres Nachhaltigkeitsteams weiterführen und neue Impulse setzen», sagt Iwan Deplazes, Leiter Asset Management der Zürcher Kantonalbank. Ruben Feldman freue sich ausserordentlich, die Leitung zu übernehmen, wie es heisst. «Dank der hervorragenden Arbeit von Fabio Pellizzari und der Unterstützung eines äusserst kompetenten Teams werden wir den Bereich Nachhaltigkeit gezielt ausbauen und unsere Position als einer der weltweit führenden Anbieter nachhaltiger Investmentlösungen weiter stärken», lässt er sich zitieren. 

Seit 2020 ist Ruben Feldman für die Zürcher Kantonalbank tätig. Er hat in seiner Funktion als stellvertretender Leiter des Nachhaltigkeitsbereichs bereits massgeblich zur Weiterentwicklung und Umsetzung der proprietären Nachhaltigkeitsstrategie beigetragen. Zu seinen zentralen Leistungen gehören die Integration von ESG-Prinzipien in das gesamte Portfolio des Asset Managements der ZKB, die Entwicklung innovativer Nachhaltigkeitsmodelle und -frameworks sowie der Mitaufbau der hochmodernen Analyseplattform «Sustainalyzer». Letztere spielt eine zentrale Rolle im Asset Management der Bank und wird auch bereichsübergreifend genutzt.

Vor seinem Eintritt in die Zürcher Kantonalbank hatte er Führungspositionen beim auf Nachhaltigkeit fokussierten Investmentunternehmen RobecoSAM und dem Indizes-Anbieter STOXX inne, wo er Teams im Bereich Quantitative Research leitete und bereichsübergreifende Projekte im Business Development verantwortete.

Ruben Feldman verfügt über eine exzellente akademische Ausbildung mit einem klaren Fokus auf nachhaltige Investments und Finanzingenieurwesen. Der CFA-Charterholder absolvierte einen Executive MBA mit Auszeichnung am renommierten IMD in Lausanne, wobei Sustainable Finance ein zentraler Schwerpunkt war. Zuvor erwarb er einen Master of Financial Engineering an der University of California, Berkeley, Haas School of Business. Ergänzend dazu absolvierte er einen Master in Mathematik mit Auszeichnung (Gold Medaille) am Trinity College Dublin. Weiterbildungen in Sustainable Finance und Finanzmathematik an der Columbia University und UC Berkeley runden seinen akademischen Werdegang ab.

Quelle: Zürcher Kantonalbank

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Bank- und Finanzdienstleistungen: 6 Trends für 2026

Wirtschaftliche Unsicherheiten, regulatorische Weichenstellungen sowie der rasante Fortschritt in der Digitalisierung und künstlichen Intelligenz prägen die Transformation der Branche. Nando Freyberg, Senior Strategic Relationship Manager bei Dun & Bradstreet, hebt sechs Trends hervor, die den Sektor transformieren werden.

Der Banken- und Finanzsektor steht vor einem herausforderungsreichen Jahr. (Symbolbild; Bild: Depositphotos.com)

2026 entwickelt sich für den Banken- und Finanzdienstleistungssektor zu einem entscheidenden Jahr. Die Herausforderungen reichen von steigendem Margendruck und Cyberrisiken bis hin zur unternehmensweiten KI-Einführung. Dazu kommen verbesserte Datenqualität, regulatorischer Beschleunigung und steigender Nachfrage nach Echtzeit-Daten, sowie personalisierten und vertrauenswürdigen Dienstleistungen. Nando Freyberg von Dun & Bradstreet nennt sechs Trends, die für die Branche wichtig werden.

1. Margendruck und die Suche nach neuen Einnahmequellen

Anhaltend niedrige Zinssätze und wirtschaftliche Volatilität drücken die Nettozinsmargen und zwingen die Banken zur Diversifikation. Gebührenbasierte Dienstleistungen wie Zahlungen, Vermögensverwaltung und Beratung gewinnen an Bedeutung, während Plattform‑Banking und eingebettete Finanzen neue Wachstumswege eröffnen. Die Gewinner werden diejenigen sein, die fortschrittliche Analysen und saubere, strukturierte Daten nutzen, um Chancen zu identifizieren, Kunden zu segmentieren und strategische Diversifikation zu unterstützen.

2. Cyber- und Resilienzrisiken: Aufbau robuster Abwehrmechanismen

Mit neuen Vorschriften wie DORA in der EU und verschärften Regeln im Vereinigten Königreich rücken digitale Resilienz sowie das Management von Drittanbieter-Risiken verstärkt in den Fokus. Laut unserer Umfrage nennen 91 Prozent der Führungskräfte im Bereich Finanzdienstleistungen und Versicherungen Cyber und Betrug als ihre größten Bedrohungen, und die meisten haben negative Auswirkungen durch Risiken Dritter erlitten. Banken müssen Echtzeit-Risikoinformationen und Lieferantenbewertungen integrieren, die auf regionale Feinheiten zugeschnitten sind – wie etwa Deutschlands Fokus auf Immobilienrisiken und IT-Sicherheit –, um operative Kontinuität und regulatorische Einhaltung sicherzustellen.

3. KI im großen Massstab: Vom Pilotprojekt zur Transformation des gesamten Unternehmens

KI befindet sich an einem Wendepunkt. 2026 markiert den Übergang von isolierten Pilotprojekten hin zur unternehmensweiten Transformation. Banken setzen zunehmend KI-Agenten für prädiktive Analysen, Risikomanagement und die Automatisierung des Kundenservice ein. Allerdings fehlen 64 Prozent der Unternehmen Entscheidungsdaten, und über die Hälfte hat erlebt, dass KI-Projekte aufgrund schlechter Datenqualität gescheitert sind. Dies unterstreicht, dass ohne eine solide Datengrundlage selbst die beste KI- und ehrgeizigsten Transformationsbemühungen scheitern. Der Erfolg hängt von einer vertrauenswürdigen Datenbasis ab: nachvollziehbare Datenherkunft und Richtlinienkontrollen, um Erklärbarkeit und regulatorische Konformität sicherzustellen.

4. Datenqualität und Open Finance: Die neuen Wettbewerbsvorteile

Daten bilden die Grundlage für die Transformation. Banken investieren in moderne Datenplattformen, aber grundlegende Probleme bestehen fort: Über die Hälfte (55 Prozent) misstraut ihren internen Datensätzen, und viele kämpfen mit Silos und Duplikaten (52 Prozent). Neue Open-Finance-Regeln – wie die Financial Data Access Regulation (FiDA) der Europäischen Kommission, die 2026 in Kraft tritt, und der UK Data (Use and Access) Act 2025 (DUAA) – werden es Kunden ermöglichen, Daten zu teilen, was massgeschneiderte Angebote und Cross-Selling-Möglichkeiten ermöglicht. Saubere, interoperable Daten sind entscheidend, um Modelldrift zu vermeiden – also Situationen, in denen Entscheidungen im Laufe der Zeit ungenauer werden, weil veraltete Daten und Fehlzuordnungen die KI‑gestützte Personalisierung beeinträchtigen.

5. Beschleunigte Regulierung und Compliance als Strategie

Das Tempo regulatorischer Veränderungen nimmt zu: Neue Anforderungen an die operationelle Resilienz sind 2025 in Kraft getreten und bleiben weiterhin ein zentraler Schwerpunkt für Banken. Zudem gelten strengere Standards für KI-Governance und die Regulierung von Sofortzahlungen schreitet voran. Von den Instituten wird erwartet, dass sie ihre kontinuierliche Compliance nachweisen, während sich diese Rahmenwerke weiterentwickeln. Compliance wird zu einem strategischen Vorteil, da automatisierte Echtzeitüberwachung und -berichterstattung in Technologie und Betriebsmodelle integriert sind. Banken, die Compliance-Dashboards und regulatorische Risikoanalysen einsetzen, sind besser in der Lage, Veränderungen vorherzusehen und darauf zu reagieren.

6. Kundenerwartungen: Reaktion in Echtzeit, personalisiert und vertrauenswürdig

Kundenloyalität wird durch drei Kräfte verändert: den Wechsel zu mobilen Kanälen, den Aufstieg von Fintech-Innovatoren und wachsende Erwartungen an Transparenz. Zusammen treiben diese Trends die Nachfrage nach Sofortzahlungen, nahtlosen digitalen Erlebnissen und personalisierten Dienstleistungen an. Um Schritt zu halten, müssen Banken Omnichannel-Engagement und datenbasierte Personalisierung priorisieren. Dennoch zeigen Herausforderungen bei der Kundenbindung und ein langsames, manuelles Onboarding, dass ein Bedarf an sofortiger Verifizierung und vertrauenswürdigen Identitätsdaten besteht. Beides beschleunigt Transaktionen und stärkt das Vertrauen der Kunden. Die Erfüllung dieser Anforderungen hängt von hochwertigen Daten und der Umsetzung der Einhaltung durch Live-Dashboards, Echtzeit-Datenprüfungen und transparente Identitätsprofile ab. Dadurch können Banken Compliance von einer Einschränkung in eine Vertrauensquelle verwandeln.

Quelle: Dun & Bradstreet

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Revision der Brandschutzvorschriften: Wie geht es weiter?

Unmittelbar nach der verheerenden Feuersbrunst in Crans-Montana rückte der Brandschutz in den Fokus des öffentlichen Interesses. Dies hat auch Auswirkungen auf das laufende Projekt für die Revision der Brandschutzvorschriften. Wir fragten nach.

Michael Binz (VKF) äussert sich zu den nächsten Schritten bei der Revision der Schweizer Brandschutzvorschriften. (Bild: zVg)

Seit Herbst 2025 lief die Vernehmlassung zu den neuen Brandschutzvorschriften 2026 (kurz: BSV 2026). Die Vernehmlassung stand Anfang 2026 kurz vor dem Anschluss. Die Katastrophe in der Silvesternacht in Crans-Montana könnte allerdings dazu führen, dass einige Neuerungen überdacht werden müssen. Anfang Januar wurde die Vernehmlassung ordnungsgemäss beendet. Wie geht es nun weiter? Wir sprachen darüber mit Michael Binz, Geschäftsbereichsleiter Brandschutz bei der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen VKF.

Das Projekt «Brandschutz-Vorschriften 2026» wurde Anfang Januar auf Eis gelegt. Worin bestehen nun die weiteren Schritte?
Nach dem sehr schlimmen Brandereignis in Crans-Montana hat das Interkantonale Organ Technische Handelshemmnisse (IOTH), welches u.a. die Brandschutzvorschriften verantwortet, einen bewussten Marschhalt bei den Liberalisierungsbestrebungen eingelegt. Die nächsten Schritte bestehen in der sorgfältigen Auswertung der rund 11’000 eingegangenen Rückmeldungen aus der technischen Vernehmlassung sowie in der Einarbeitung der vorläufigen Erkenntnisse aus den noch laufenden Untersuchungen zum Brandereignis in Crans-Montana. Auf dieser Grundlage wird die Totalrevision weiterentwickelt mit dem Ziel, die totalrevidierten Brandschutzvorschriften voraussichtlich per Herbst 2027 in Kraft zu setzen.

Was sind die Auswirkungen dieses Marschhalts auf die bereits gemachten Arbeiten?
Die bisher geleisteten Arbeiten behalten ihre volle Gültigkeit. Die Rückmeldungen aus der Vernehmlassung bestätigen grundsätzlich die gewählte Stossrichtung des risikobasierten Ansatzes und des einheitlichen Vollzugs. Der Marschhalt ermöglicht es, diese Arbeiten gezielt zu präzisieren, offene Fragen zu klären und sicherheitsrelevante Aspekte vertieft zu berücksichtigen. Es handelt sich somit um eine qualitative Weiterentwicklung.

Die BSV 2026 haben auch Liberalisierungen und Deregulierungen vorgesehen. In welchen Bereichen sind die Veränderungen gegenüber den geltenden Brandschutzvorschriften am grössten?
Die grössten Veränderungen im Entwurf liegen in der Wahlfreiheit zwischen drei Verfahren der Nachweisführung sowie im konsequent risikobasierten Ansatz. Dieser würde dort Erleichterungen und Flexibilisierungen ermöglichen, wo nachweislich geringe Risiken bestehen. Er verlangt gleichzeitig gezieltere Massnahmen dort, wo Risiken erhöht und die Massnahmen verhältnismässig sind. Insbesondere bei Nutzungskonzepten, betrieblichen Massnahmen und beim Vollzug ist eine starke Eigenverantwortung vorgesehen, eingebettet in klar definierte Sicherheitsziele. Dabei würden bestehende Verantwortlichkeiten klarer und transparenter benannt. Ein detaillierter Beschrieb zu den geplanten Anpassungen kann dem erläuternden Bericht zur Vernehmlassung entnommen werden.

In Erwartung der weiteren Vernehmlassungsschritte und der Aussicht auf Inkraftsetzung der BSV 2026: Welche Empfehlungen können Sie derzeit an Sicherheitsbeauftragte in Betrieben abgeben?
Sicherheitsbeauftragten ist zu empfehlen, weiterhin konsequent nach den geltenden Brandschutzvorschriften zu arbeiten und diese vollständig umzusetzen. Gleichzeitig lohnt es sich, sich frühzeitig mit dem risikobasierten Denken vertraut zu machen, interne Brandrisiken systematisch zu analysieren und organisatorische Massnahmen zu stärken. Ein gut dokumentiertes und gelebtes Brandschutz- und Notfallkonzept bleibt unabhängig vom Zeitpunkt der Inkraftsetzung zentral.

In Kenntnis der Katastrophe von Crans-Montana: Welchen Stellenwert muss der Brandschutz allgemein im Risikomanagement eines Unternehmens haben?
Brandschutz ist ein zentrales Element des unternehmerischen Risikomanagements. Brände gefährden Menschenleben, unterbrechen Geschäftsprozesse und können existenzbedrohende Schäden verursachen. Unabhängig von der Branche muss Brandschutz als integraler Bestandteil der Unternehmensführung verstanden werden – gleichrangig mit Arbeitssicherheit, IT-Sicherheit oder finanziellen Risiken.

Nach welchen Kriterien soll aktuell eine Brand-Risikobewertung vorgenommen werden?
Eine Brand-Risikobewertung sollte sich an Nutzung, Personendichte, Brandlasten, Zündquellen, baulichen Gegebenheiten sowie organisatorischen und technischen Schutzmassnahmen orientieren. Entscheidend ist das Zusammenspiel dieser Faktoren: Wo Risiken höher sind, werden Massnahmen entsprechend verstärkt. Dieses Denken entspricht bereits heute der Grundlogik der Brandschutzvorschriften.

Bauseitig: Welche Punkte sollte man in Eigenverantwortung grundsätzlich regelmässig überprüfen?
Regelmässig zu überprüfen sind insbesondere Flucht- und Rettungswege, Brandabschnitte, Abschottungen von Durchdringungen, der Zustand von Brandschutztüren, die Wirksamkeit von Brandmelde- und Löschanlagen sowie die Einhaltung der vorgesehenen Nutzung. Ebenso wichtig ist es, sicherzustellen, dass bauliche Änderungen oder Umnutzungen nicht unbeabsichtigt den Brandschutz beeinträchtigen.

 

Neue Brandschutzvorschriften: Einführung wohl im Herbst 2027

Kürzlich hat sich auch der leitende Ausschuss des Interkantonalen Organs Technische Handelshemmnisse IOTH (Konkordat der Baudirektorinnen und Baudirektoren aller 26 Kantone) über das weitere Vorgehen bei der BSV 2026 ausgetauscht. Nebst den vorläufigen Erkenntnissen aus der Katastrophe in Crans-Montana sind im Rahmen der technischen Vernehmlassung rund 11 000 Rückmeldungen eingegangen. Der leitende Ausschuss des IOTH setzt sich zum Ziel, die künftigen Brandschutzvorschriften per Herbst 2027 in Kraft zu setzen. Weiter beantragt er der IOTH-Plenarversammlung vom 6. März 2026 als Sofortmassnahme ein schweizweites Verbot des Abbrennens von Pyrotechnik in öffentlich zugänglichen Räumen. Davon ausgenommen bleiben die bereits heute bewilligungspflichtigen Kategorien von Feuerwerkskörpern.

Quelle: Vereinigung Kantonaler Gebäudeversicherungen VKG

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Europäische CLOs übernehmen immer mehr strategische Führungsrollen

Die 2026 CLO Survey 2026 von ACC und FTI Consulting für Europa zeigt, dass Rechtsabteilungen angesichts zunehmender Sanktionen, ESG-Prüfungen und der beschleunigten Einführung von KI eine zentrale Rolle in Unternehmensstrategien einnehmen.

CLO Survey 2026 zeigt: Europäische CLOs übernehmen strategische Führungsrollen, während Geopolitik, KI und regulatorische Rahmenbedingungen die Entscheidungsfindung in Unternehmen neu gestalten. (Bild: www.acc.com)

Die Association of Corporate Counselv (ACC) hat kürzlich in Zusammenarbeit mit dem globalen Unternehmensberatungsunternehmen FTI Consulting, Inc. die europäischen Ergebnisse ihrer 2026 Chief Legal Officers (CLO) Survey veröffentlicht. Darin wird hervorgehoben, wie Rechtsfachleute in ganz Europa zu wichtigen strategischen Partnern werden, da Unternehmen mit geopolitischer Instabilität, komplexen Vorschriften und raschen technologischen Veränderungen konfrontiert sind.

Die ACC CLO-Umfrage, die nun bereits zum 27. Mal durchgeführt wird, gibt Aufschluss darüber, wie leitende Juristen ihre Rollen und Ressourcen anpassen, um auf wachsende externe Risiken und internen Transformationsdruck zu reagieren. Der europäische Anhang stützt sich auf Antworten von CLOs aus der gesamten Region und vergleicht deren Prioritäten mit globalen Trends. «Die diesjährigen Ergebnisse für Europa bestätigen, dass die Rolle des CLO nicht mehr auf das rechtliche Risikomanagement beschränkt ist», so Jason L. Brown, Präsident und CEO von ACC. «Europäische CLOs sind tief in die Geschäftsstrategie, das Unternehmensrisiko und die ESG-Führung eingebunden, in einer Zeit, in der Unternehmen mit beispiellosen geopolitischen und regulatorischen Unsicherheiten konfrontiert sind. Die Daten zeigen einen Berufsstand, der sich entschlossen in den Mittelpunkt der Unternehmensentscheidungen bewegt.»

Europäische CLOs erhalten besseren Zugang zur Führungsetage und zu dem Vorstand

Die Umfrage zeigt einen starken Anstieg des Einflusses von Führungskräften im europäischen Rechtswesen. Rekordverdächtige 82 % der europäischen CLOs berichten nun direkt an den CEO, gegenüber 73 % im Vorjahr, und nähern sich damit dem globalen Durchschnitt von 84 %. Auch das Engagement des Vorstands hat zugenommen: 75 % nehmen regelmässig an Vorstandssitzungen teil, verglichen mit noch nur 56 % im Jahr 2025.

Europäische CLOs übernehmen deutlich häufiger als ihre globalen Kollegen die Federführung oder Mitfederführung bei:

  • ESG-Strategie (48 % vs. 26 % weltweit)
  • Unternehmensrisikomanagement (83 % vs. 65 %)
  • Beratung zu geopolitischen Risiken (57 % vs. 41 %)

Sie definieren ihre Wirkung zunehmend in strategischer Hinsicht und verweisen dabei auf Beiträge zur Unternehmensstrategie und Unternehmenskultur, die über die traditionellen juristischen Funktionen hinausgehen.

Die Einführung von KI beschleunigt sich, während Europa seine Rechtsabteilungen modernisiert

Europäische Rechtsabteilungen sind bei der Einführung neuer Technologien schneller als der weltweite Durchschnitt. Fast 62 % planen, im kommenden Jahr neue Rechtstechnologien zu implementieren, und 77 % gehen davon aus, dass sie innerhalb der nächsten 24 Monate generative KI-Tools einsetzen werden.

Die meisten CLOs rechnen zwar nicht mit grösseren Stellenstreichungen, gehen jedoch davon aus, dass sich die Aufgabenbereiche erheblich weiterentwickeln werden. 72 % erwarten, dass KI die juristische Arbeit grundlegend verändern wird, wobei der Schwerpunkt auf der Weiterbildung der Teams in den Bereichen Technologiekompetenz, Datenanalyse und juristische Innovation liegt.

«Europäische CLOs warten nicht tatenlos ab, wenn es um KI geht», dazu Sophie Ross, Global CEO des Technologiebereichs von FTI Consulting. «Sie legen Wert auf technologische Kompetenz und operative Effizienz, um den steigenden regulatorischen Anforderungen und schnelleren Geschäftszyklen gerecht zu werden.»

Sanktionen, ESG und Untersuchungen dominieren regulatorische Belange

Das regulatorische Risikoprofil Europas sticht in der Umfrage deutlich hervor. Europäische CLOs geben fast dreimal häufiger als ihre globalen Kollegen an:

  • die Durchsetzung von Sanktionen als wichtigstes Anliegen (34 % gegenüber 13 %)
  • die Durchsetzung von ESG-Kriterien (26 % gegenüber 14 %)

Sie berichten auch von einem starken Anstieg der Komplexität und der Kosten von Untersuchungen. 45 % geben an, dass die Untersuchungskosten im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind, und 43 % nennen eine grössere Komplexität.

Als Reaktion darauf haben 44 % mehr Compliance-Spezialisten eingestellt, was einen Trend zu tiefergehender interner Expertise im Bereich des regulatorischen und geopolitischen Risikomanagements widerspiegelt.

Ressourcendruck und geopolitische Risiken bestimmen die Prioritäten für 2026

Geopolitische Instabilität ist derzeit das grösste organisatorische Risiko für europäische CLOs. Dies gaben 28 % der Befragten an, fast dreimal so viele wie weltweit. Gleichzeitig stehen den europäischen Rechtsabteilungen weniger Ressourcen zur Verfügung. Mehr Befragte als im globalen Durchschnitt nannten Budgetbeschränkungen (40 %) und Fachkräftemangel (23 %) als größte Hindernisse für den Erfolg.

Trotz dieser Herausforderungen verstärken europäische CLOs ihre strategische Rolle. Zwei Drittel benennen als ihren wichtigsten Schwerpunkt für 2026 neben der Implementierung von Technologien und der Steigerung der betrieblichen Effizienz die Stärkung ihrer Position als Geschäftspartner.

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Vier Bücher, die Sie interessieren könnten

Wie gelingt Zukunft – wirtschaftlich, organisatorisch und menschlich? Diese vier Bücher zeigen aus unterschiedlicher Perspektive, warum Stillstand keine Option ist: Sie analysieren strukturelle Schwächen, fordern ein Umdenken in Führung und Personalpolitik und machen Mut, Innovation, Lernen und Verantwortung wieder aktiv zu gestalten. Klug, praxisnah und inspirierend.

In Zusammenarbeit mit GetAbstract stellen wir Ihnen vier Bücher aus dem Marketing- und Kommunikationsbereich vor. Diesmal: «Erfahrung beschleunigen», «Zwischen Stellenabbau und Arbeitskräftemangel», «Der neue Wohlstand» und «Chefsache Recruiting».

 

Erfahrung beschleunigen!

Erfolgsprinzipien in einer fluiden Welt.

Paul M. Achleitner

Verlag: Campus

Publikationsjahr: 2025

Seiten: 296

ISBN: 9783593520872

Gejammer bringt Paul M. Achleitner auf die Palme. Dabei verkennt der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank nicht, dass Unternehmer aufgrund von geopolitischen Konflikten, technologischen Neuerungen und dem Klimawandel vor riesigen Aufgaben stehen. Doch wo Politik und Medien Pessimismus verbreiten, sind Unternehmen seiner Meinung nach geradezu verpflichtet, mutig und mit Zuversicht zu handeln. Kurzweilig und weitgehend uneitel blickt Achleitner auf sein Wirken zurück. Heutige Führungskräfte sollen ihn nicht kopieren – sondern sich durch die Lektüre ermutigt fühlen, ihre eigenen Erfahrungen in wirksame Taten umzusetzen.

getAbstract-Bewertung: 9

Qualitäten:

  • Meinungsstark
  • Eloquent
  • Inspirierend

 

Zwischen Stellenabbau und Arbeitskräftemangel

Skilling-Strategien für eine zukunftsorientierte Personalpolitik.

Silke Eilers und Jutta Rump (Hrsg.)

Verlag: Wiley-VCH

Publikationsjahr: 2025

Seiten: 221

ISBN: 9783527512164

Digitalisierung, KI, Fachkräftemangel und allgemeiner Strukturwandel machen vielen Unternehmen zu schaffen. Wie sollen sie reagieren? Was können Unternehmen tun, um auch in Zukunft genügend kompetente Mitarbeitende in ihren Reihen zu haben? Ein Ansatz besteht darin, vorhandenes Personal langfristig umzuschulen und auf die künftigen Herausforderungen vorzubereiten. Up-Skilling und Re-Skilling gehören im vorliegenden Sammelband zu den wichtigsten Stichworten. Die Autorinnen zeigen, warum Unternehmen auf vorhandene Mitarbeitende setzen sollten und wie sie diese für neue Aufgaben qualifizieren.

getAbstract-Bewertung: 8

Qualitäten:

  • Hintergrund
  • Praktische Beispiele
  • Für Experten

 

Der neue Wohlstand

Was wir für eine bessere Zukunft tun müssen.

Ezra Klein und Derek Thompson

Verlag: Hoffmann und Campe

Publikationsjahr: 2025

Seiten: 359

ISBN: 9783455020588

Das Buch ist eine Überraschung – gerade für Interessierte in Deutschland. Die beiden renommierten US-Autoren bescheinigen ihrem Land, dass es innovationsschwach, bürokratisch verkrustet und wachstumsfeindlich geworden sei. Noch mehr als diese steile These überraschen die empirischen Daten, mit denen sie sie belegen, etwa zum Mangel an Wohnraum, zum Scheitern von Großprojekten oder zur Scheu vor riskanter Forschung. Klein und Thompson ordnen die erstaunlichen Erkenntnisse über das vermeintlich freieste Land der Welt in dessen politische Landschaft ein – inklusive des Aufstiegs Trumps. Lesenswert.

getAbstract-Bewertung: 9

Qualitäten:

  • Augenöffner
  • Visionär
  • Hintergrund

 

Chefsache Recruiting

Wie sich Unternehmen heute aufstellen müssen, um Bewerber anzuziehen.

Markus Brandl und Nicole Truchseß

Verlag: Wiley-VCH

Publikationsjahr: 2025

Seiten: 256

ISBN: 9783527512423

 

Früher bewarben sich Arbeitssuchende bei Unternehmen – heute ist es umgekehrt. Doch vielen Personalfachleuten fällt es schwer, von ihrem hohen Ross herunterzusteigen, neue Wege zu gehen und die Perspektive zu wechseln. Sie sollten sich heute fragen: Was erwarten potenzielle Mitarbeitende wirklich und wie wollen sie arbeiten? Nicole Truchseß und Markus Brandl beraten an der Schnittstelle zwischen Rekrutierung und Vertrieb. Ihre Botschaft an die Branche: Schluss mit Klagen. Rekrutierung heißt ab jetzt: die eigene Arbeitgebermarke aktiv verkaufen.

 

getAbstract-Bewertung: 8

Qualitäten:

  • Umsetzbar
  • Praktische Beispiele
  • Inspirierend

 

 

Bystronic erschliesst neue Märkte in der Medizintechnik

Bystronic hat per Ende Januar den Abschluss der Übernahme des Geschäftsbereichs Tools for Materials Processing des US-amerikanischen Unternehmens Coherent Corp. bekannt gegeben und erweckt die Marke «Rofin» zu neuem Leben.

StarCut Tube ermöglicht das Schneiden von Stents im Mikrobereich mit höchster Präzision. (Bild: Bystronic)

Das in der Schweiz ansässige internationale Unternehmen Bystronic ist ein führender Anbieter von Lösungen für die Blech- und Materialbearbeitung. Bystronic kombiniert Laserschneidtechnologie, Abkantpressen, Automatisierung und Software mit innovativen Laseranwendungen für neue Werkstoffe und Prozesse. Nun vollzieht das Unternehmen die Übernahme des Geschäftsbereichs «Tools for Materials Processing» von Coherent Corp. Die Übernahme wird Bystronic dabei helfen, in neue attraktive Wachstumsmärkte wie Medizintechnik, Halbleiter und allgemeine Fertigung zu expandieren. Darüber hinaus wird das Portfolio von Bystronic um neue Laseranwendungen wie Mikromaterialbearbeitung, Markieren, Gravieren und Bohren erweitert.

Übernahme der Markenrechte an Rofin

Mit dieser Übernahme erwirbt Bystronic auch die Rechte an der bekannten Marke Rofin, die als Teil des neu geschaffenen Geschäftsbereichs «Bystronic Rofin» weitergeführt wird. Die vielseitigen Lasertechnologien von Bystronic Rofin ermöglichen die Bearbeitung einer Vielzahl von Materialien, darunter Metall, Glas, Keramik, Polymere und organische Werkstoffe. Aufgrund der grossen Vielfalt an Anwendungen und Materialien wird die Akquisition neue Möglichkeiten in Forschung und Entwicklung eröffnen.

Anwendungen für eine Vielzahl von Branchen

«Wir heissen alle Kunden, Partner und Kollegen des Unternehmens herzlich in unserem neuen Bereich Bystronic Rofin willkommen», sagt Domenico Iacovelli, CEO von Bystronic. «Wir integrieren die erfolgreiche und wegweisende Technologie von Rofin in unser Bystronic-Produktportfolio und schaffen damit ein breites Anwendungsspektrum für Kunden aus verschiedenen Branchen. Gemeinsam werden wir unsere Kunden bei der Optimierung und Weiterentwicklung ihrer Produktion unterstützen, damit sie in zunehmend wettbewerbsintensiven Märkten an der Spitze bleiben können.»

Mit rund 400 Mitarbeitern erzielte der profitable Geschäftsbereich Bystronic Rofin in den letzten Jahren einen Jahresumsatz von rund 100 Millionen US-Dollar. Der Hauptsitz befindet sich in Gilching bei München.

Quelle und weitere Informationen

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