Vier Bücher, die Sie interessieren könnten

Marketing, Führung und Organisation stehen vor tiefgreifenden Veränderungen. Neue Technologien, datenbasierte Strategien und agile Arbeitsformen verlangen nach klarer Orientierung und praxistauglichen Konzepten. Wir stellen in Zusammenarbeit mit GetAbstract vier aktuelle Bücher vor, die fundiertes Wissen und konkrete Werkzeuge für alle bieten, die ihre Marketing- und Führungsarbeit zukunftsfähig gestalten wollen.

In Zusammenarbeit mit GetAbstract stellen wir Ihnen vier Bücher aus dem Marketing- und Kommunikationsbereich vor. Diesmal: «Die 10 wichtigsten Zukunftsthemen im Marketing», «Zug um Zug verhandeln», «Selbstorganisation macht Sinn», «Datengetriebenes Marketing».

 

Die 10 wichtigsten Zukunftsthemen im Marketing

Marcus Stumpf

Verlag: Vahlen

Publikationsjahr: 2025

Seiten: 287

ISBN: 9783800677825

Künstliche Intelligenz, Agile, Influencer und virale Kampagnen: Die Welt des Marketings dreht sich immer schneller. Gemeinsam mit einem Team aus beinahe 20 Experten hat Marketingforscher Marcus Stumpf eine Metastudie zu aktuellen Entwicklungen im Marketing durchgeführt und die zehn wichtigsten identifiziert. Hier kommen Marketinginteressierte und -verantwortliche auf ihre Kosten, die einen umfassenden Überblick suchen. Das Buch ist auch für diejenigen verständlich, die noch nicht in allen Bereichen Erfahrung haben.

getAbstract-Bewertung: 8

Qualitäten:

  • Umfassend
  • Systematisch
  • Überblick

 

Zug um Zug verhandeln

Messbar bessere Ergebnisse erzielen.

Alain Lempereur, Aurélien Colson und Andreas Winheller

Verlag: Frankfurter Allgemeine Buch

Publikationsjahr: 2025

Seiten: 368

ISBN: 9783962512170

Viele Führungskräfte gehen relativ unvorbereitet in Verhandlungen, klagen die Autoren, allesamt Experten für Verhandlungsführung. In ihrem Ratgeber liefern sie weit mehr als bloße Rhetoriktipps. Es ist eher ein strategisches Handbuch, das Verhandeln als steuerbaren Prozess begreift. Statt auf Intuition setzen die Autoren auf die „drei P“: Personen, Problem und Prozess. Besonders wertvoll ist die Verbindung klassischer Harvard-Theorie mit operativen Techniken der Polizei- und Geiselverhandlung. Dank zahlreicher Praxisbeispiele und Checklisten ist das Buch sofort anwendbar.

getAbstract-Bewertung: 9

Qualitäten:

  • Umfassend
  • Umsetzbar
  • Praktische Beispiele

 

Selbstorganisation macht Sinn

Ein Leitfaden zu zeitgemässer Zusammenarbeit in KMU.

Adrian Dätwyler, Andreas Enz, Stefan Lenz und Markus Sulzberger Hg.

Verlag: Versus

Publikationsjahr: 2025

Seiten: 256

ISBN: 9783039093403

Um in einem zunehmend komplexen und dynamischen Umfeld erfolgreich bestehen zu können, setzen viele Unternehmen auf selbstorganisierte, agile Teams. Sie versprechen Flexibilität und Resilienz. In der Praxis scheitern jedoch viele Ansätze, weil die nötigen Voraussetzungen fehlen. Der vorliegende Sammelband beschäftigt sich mit genau diesen Herausforderungen. Er erläutert, welche Vorteile Selbstorganisation bietet, diskutiert aber auch die drohenden Fallstricke im Unternehmensalltag. Zehn Praxisbeispiele für die Selbstorganisation in KMU runden die eher theoretischen Betrachtungen ab.

getAbstract-Bewertung: 8

Qualitäten:

  • Wissenschaftsbasiert
  • Überblick
  • Praktische Beispiele

 

Datengetriebenes Marketing

Mit dem OCEAN-Modell die Big-Five-Persönlichkeitsmerkmale erheben und nutzen.

Matthias Weber

Verlag: Haufe

Publikationsjahr: 2025

Seiten: 256

ISBN: 9783648192832

Marketing lebt davon, dass man seine Kundschaft kennt. Nur wer weiß, wie eine Kundin tickt oder wie ein Kunde gern angesprochen werden möchte, kann maßgeschneiderte Angebote erstellen. Dieses Buch kombiniert auf innovative Weise zwei entscheidende Hebel: die systematische Erfassung aussagekräftiger Daten und die Entwicklung psychografischer Profile. Beide zusammen eröffnen neue Möglichkeiten der Kundenansprache und Kontaktpflege. Ein klar strukturierter, verständlicher Leitfaden für alle, die ihrer Marketingstrategie ein stabiles Fundament geben wollen.

getAbstract-Bewertung: 8

Qualitäten:

  • Innovativ
  • Umsetzbar
  • Systematisch

IAA CMO Talk 2026: KI als Betriebsmodell

Am IAA CMO Talk 2026 wurde klar: KI ist nicht das nächste Tool im Stack, sondern ein neues Betriebsmodell fürs Marketing – mit Konsequenzen für Tempo, Sichtbarkeit und Wirkung.

IAA CMO-Panel 2026 – Es diskutierten Fredrik Borestrom, Tiziana D’Onofrio, Borja Marin, Chantal Landi (Host)s, Silvana Imperiali (Moderation)

Moderiert von Silvana Imperiali (Managing Director DACH & CZ, Biggie) diskutierten Fredrik Borestrom (Director International Agency Development, LinkedIn), Tiziana D’Onofrio (Marketing Director, Groupe Mutuel) und Borja Marin (Head of Marketing, Holcim Switzerlan) im Rahmen des IAA Swiss Chapter unter der Leitung von Chantal Landis, wie neue Technologien das Marketing durchschütteln. Und am Ende des Talks glaubt man zu verstehen, warum ausgerechnet das Basishandwerk zum Überleben am meisten beitragen könnte: Markenführung als Orientierung, kreative Wirkungsplattformen als Differenz, Workflows als Leistungsmaschine.

Der Talk hatte etwas wohltuend Unromantisches. Keine Tool-Show, kein «alles wird leicht». Sondern ein Realismus, der im CMO-Alltag zu Hause ist: Wer KI nur als Produktivitaetshelfer versteht, gewinnt vielleicht Minuten. Wer KI als Operating Model denkt, gewinnt Handlungsspielraum. Und wer das verpasst, verliert nicht an «die KI», sondern an Marketer, die schneller lernen, besser entscheiden und Wirkung konsequenter ins System bauen.

Von SEO zu GEO: Sichtbarkeit wird neu verhandelt

Tiziana D’Onofrio brachte früh einen Begriff auf den Tisch, der wie ein neues Pflichtfach wirkt: GEO, Generative Engine Optimization. Die Logik dahinter ist brutal simpel: Wenn KI-Systeme zur ersten Anlaufstelle für Recherche, Vergleich und Entscheidungs-Vorbereitung werden, muss Marken- und Inhaltsexpertise dort auffindbar und klar «lesbar» sein. Nicht nur für Menschen, sondern für Maschinen, die Inhalte sortieren, verdichten und ausspielen.

Der Punkt ist mehr als ein SEO-Upgrade. Es geht um die neue Form der Relevanz. Was nicht strukturiert, sauber belegt und konsistent erzaehlt wird, verschwindet schneller aus der Wahrnehmung, als es früher eine Suchmaschinen-Algorithmus-Aenderung je vermocht haette. GEO ist damit nicht nur Disziplin, sondern eine Zumutung: Content muss wieder mehr Substanz liefern, weil KI-Nebelschwaden schneller auffallen.

KI mit Verantwortung: Human Oversight als Standard, nicht als Feigenblatt

D’Onofrio koppelte die Technologiefrage an etwas, das in der Marketinghektik gern als Bremse missverstanden wird: Verantwortung. Bei Groupe Mutuel sei KI «keine Option», sondern ein klarer Auftrag «von ganz oben». Gleichzeitig sei ebenso klar: KI agiert nie allein. Validierung, rechtliche Prüfungen, Datenexpertise, strenge Prozessschritte. Nicht als Angstreflex, sondern als Professionalisierung.

Entscheidend war dabei der Blick auf die Menschen im Team. Akzeptanz entsteht nicht durch PowerPoints, sondern durch Fähigkeiten. Weiterbildung ist hier keine HR-Nebenkueste, sondern Betriebsbedingung: KI ist kein reines Technologiethema, sondern ein Nutzungs- und Mindset-Thema. «AI first» als Parole interessiert am Ende niemanden. Relevant bleibt, wer mit KI bessere Entscheidungen trifft, klarer kommuniziert und schneller lernt.

Der Durchbruch: KI ist kein Produktivitätstool, sondern ein anderes Betriebsmodell

Am konkretesten wurde es bei einer Lead-Generierungs-Kampagne für Neuankoemmlinge in der Schweiz, die Groupe Mutuel erstmals «durchgehend mit KI im Kern» konzipierte. Ein kleines, interdisziplinaeres Team buendelte Digital Marketing, Brand, Customer Experience und weitere Kompetenzen. KI wurde nicht nur zur Asset-Erstellung genutzt, sondern über den gesamten Workflow hinweg eingesetzt.

Der bemerkenswerte Befund: Der eigentliche Gewinn lag nicht primär in «besseren» Resultaten, sondern in einer neuen Arbeitsweise. Statt eine Kampagne zu bauen und breit auszurollen, konnte das Team Botschaften schneller testen und anpassen, Inhalte rascher auf Profile und Sprachen zuschneiden und mehr Zeit in Entscheidungen investieren statt in Ausführung. Der harte Teil war nicht die Technik, sondern das Umlernen: weg vom Wunsch, alles manuell zu perfektionieren, hin zur Fähigkeit, KI-Agenten so zu trainieren, dass sie wiederholbar liefern.

Der Satz, der im Raum stehen blieb, war ein Mindset-Switch mit Ansage: Anfangs «Warum sollten wir KI nutzen?», später «Welcher Teil des Marketings sollte eigentlich noch ohne KI gemacht werden?». Und genau da kippt KI von «Tool» zu «Betriebsmodell»: Wenn Workflows etabliert sind, werden sie wiederverwendbar, skalierbar und im Zeit- und Budgetdruck plötzlich zur strategischen Waffe.

Holcim: Transformation braucht neue Zielgruppenlogik, nicht nur neue Claims

Borja Marin brachte eine B2B-Perspektive ein, die im KI-Rausch gerne untergeht: In Branchen, in denen Produkte und Versprechen physisch und regulatorisch greifbar sind, ist Glaubwürdigkeit kein Stilmittel, sondern Pflicht. Holcim befinde sich seit dem Vorjahr in einer transformativen Phase mit neuer Vision. Das Kerngeschäft bleibe solide, gleichzeitig werde das Portfolio mit ECO-Lösungen gestärkt, die messbare CO₂-Reduktion adressieren.

Besonders spannend war der strategische Shift: weg von reinen Materialien, hin zu kompletten Gebäudelösungen, mit dem Ziel, bis 2030 einen 50:50-Umsatzmix aus Materialien und Lösungen zu erreichen. Marketing bedeutet damit nicht nur «mehr Content», sondern früher und breiter in die Wertschöpfungskette zu gehen: Architekten, Stadtplaner, Entwickler, Investoren, Ingenieure, Städte. Diese Akteure kaufen Leistung, Compliance, Dekarbonisierung und langfristigen Anlagewert. Und sie verlangen unterschiedliche Narrative, unterschiedliche Belege, unterschiedliche Dokumentationen.

Marin lieferte dazu ein Bild, das hängen bleibt: Jede Woche werde irgendwo auf der Welt das Äquivalent einer Stadt von der Grösse Madrids gebaut. Das macht die Dimension klar. Und es setzt das Marketing unter Druck, Nachhaltigkeit so zu übersetzen, dass sie als Nutzen, Nachweis und Entscheidungsgrundlage funktioniert.

Nachhaltigkeit: Daten zuerst, Referenzen als Beweisführung

Auf die Frage, wie Holcim Nachhaltigkeitswerte ins Marketing übersetzt, war die Antwort entwaffnend pragmatisch: In der Bauindustrie muss alles durch Daten gestützt sein. Prozentuale CO₂-Reduktionen, EPDs, Zirkularitätsnachweise. «Glaubwürdigkeit ist alles.»

Als besonders wirksam beschrieb Marin Referenzprojekte: Nicht generische Kampagnen, die über Produkte sprechen, sondern Ikonen, die zeigen, wie Dekarbonisierung in der Realität aussieht. Referenzen werden so zum Marketinginstrument, weil sie die Belegführung gleich mitliefern. Und weil sie sichtbar machen, dass «Neues aus Altem» mehr ist als ein schöner Satz.

LinkedIn-Perspektive: Purpose darf kein Aufkleber sein

Fredrik Borestrom knüpfte beim Thema Nachhaltigkeit an einem Klassiker an, machte ihn aber scharf: Konsumenten und Kunden durchschauen es schnell, wenn Purpose am Ende einfach «angeklebt» wird. Nachhaltigkeit muss in Aktivitäten, Produktion und Lieferkette integriert sein. Nicht nur in der Kommunikation.

Dann drehte er den Scheinwerfer auf die eigene Branche. Werbung und Marketing hätten einen erheblichen CO₂-Fussabdruck, über den man erstaunlich selten spricht. Die Konsequenz daraus: Medien-Lieferketten gehören geprüft, Effizienz ist nicht nur Kostenfrage, sondern Emissionsfrage. Borestrom verwies auf Ad Net Zero und die Idee gemeinsamer Rahmenbedingungen und Messmethoden.

Der gedankliche Knoten kam über Kreativität: Je besser die Kreation, desto grösser der Impact, desto weniger Ausspielungen braucht es. Gute Idee statt Dauerfeuer. Das ist nicht nur schöner Idealismus, sondern harte Logik, wenn Impressions und Emissionen zusammen gedacht werden.

Learn-it-all statt Know-it-all: Das Mindset, das 2026 entscheidet

Auf die Frage nach Fähigkeiten und Mindsets für Marketing-Führungskräfte brachte Borestrom eine Formel, die sich als CMO-Mantra eignet: Das Einzige, was konstant ist, ist der Wandel. Als Beispiel nannte er Satya Nadellas Kulturshift bei Microsoft von «Know-it-all» zu «Learn-it-all». Kontinuierliches Lernen wird damit nicht zur Selbstoptimierungsfolklore, sondern zur Wettbewerbsfähigkeit.

Dazu kam sehr konkret KI-Fluency: Wer Tools wie ChatGPT, Copilot, Gemini oder Perplexity nicht nutzt, wird abgehängt. Nicht weil Tools magisch sind, sondern weil jemand, der fliessend mit KI arbeitet, schneller und besser liefert. Borestrom formulierte es zugespitzt: KI nimmt dir nicht den Job weg, aber jemand, der KI beherrscht, wird es womöglich tun.

Und dann kam ein Punkt, den viele Marketingteams zu lange wie ein Fremdwort behandelt haben: Financial Literacy. Marketing muss Investitionen rechtfertigen, Business Cases bauen, im C-Level Einfluss nehmen. Wer dort mitreden will, muss die Sprache von Quartalszahlen, Investoren-Logik und Risiko-Nutzen-Abwägungen sprechen. Markenbekanntheit allein ist keine Vorstandssprache, auch wenn sie wichtig bleibt.

Als vierte Achse platzierte er Mental Health. In einem makroökonomisch und geopolitisch geladenen Umfeld ist Teamgesundheit kein Soft-Thema, sondern Leistungsvoraussetzung. Wer Teams kaputt spart oder kaputt taktet, verliert Wirkung, egal wie modern der Tech-Stack ist.

Holcim Plus und KI-Champions: Wenn Transformation operational wird

Marin machte klar, dass KI und Digitalisierung bei Holcim nicht als Marketing-Spielwiese laufen, sondern Teil der Unternehmens-Transformation sind. Interessant war der Ansatz, Best Practices nicht nur top-down zu verordnen, sondern in den Märkten zu treiben. Dazu nutzt Holcim KI-Champions in Teams, um Orientierung zu geben, wo die Tool-Flut sonst blockiert.

Mit «Holcim Plus» skizzierte Marin eine KI-gestützte, vereinheitlichte Kundenplattform als One-Stop-Shop: Offerten verwalten, Bestellungen auslösen, Lieferungen in Echtzeit verfolgen, Dokumentation abrufen. Auf der Datenseite geht es um Bestelldaten in Echtzeit, Analysen zur Lieferleistung, Antizipation von Nachfragemustern, bessere Liefergenauigkeit, Cross-Selling und proaktive Kundenunterstützung. Marketing, Sales und Operations rutschen hier enger zusammen. Und genau das ist auch eine Form von Markenführung: Vertrauen entsteht, wenn Prozesse halten.

Q&A: «KI kostet Zeit» – ja. Und genau darum braucht es einen Plan.

Aus dem Publikum kam die Frage, die in fast jedem Marketingteam gerade unter der Oberfläche brodelt: Wo wirkt KI produktiv, während sie in Wahrheit Zeit frisst, ohne Business-Impact?

Die Antworten waren erstaunlich konsistent. Ja, Implementierung kostet Zeit. Ja, man weiß anfangs oft nicht, wo starten. Und genau darum braucht es Lernstrukturen, Champions, konkrete Use Cases und eine klare Trennung zwischen niedrigwertigen und hochwirksamen Aufgaben.

D’Onofrio argumentierte, dass KI langfristig den Fokus verschiebt: weg von operativem Kleinkram, hin zu Kreativität und Strategie. Nicht als Personalabbau-Instrument, sondern als Arbeitsmodellwechsel. Marin sah den Hebel in Effizienzgewinnen bei Abstimmungen, Präsentationen und internen Schleifen. Borestrom setzte den Fokus auf Automatisierung von Administration und Basisanalysen, damit Zeit für wertvolle Aufgaben frei wird. Als praktischer Alltagseinblick tauchte NotebookLM auf: Wissen schneller verarbeiten, Inhalte als Audio nutzbar machen, Zeitfenster retten, die sonst zwischen Calls zerbröseln.

Borestroms Rat an Zögernde fiel entsprechend klar aus: Diese Technologien verschwinden nicht. Man muss sie in einer sicheren, kontrollierten Umgebung testen, Human Oversight etablieren und Aufgaben kritisch hinterfragen: Was raubt dem Team Zeit, ohne Wirkung zu liefern? Was lässt sich automatisieren, ohne Qualität und Verantwortung zu verlieren?

D’Onofrio formulierte den Einstiegshebel pragmatisch: ein konkretes Thema nehmen, eine echte Herausforderung, und dort starten. Besonders im Content-Marketing bringe KI schnell Nutzen, wenn man lernt, richtig zu prompten und sauber zu prüfen.

Schlussrunde: Neugier, Antizipation, tägliche Mikrofortschritte

Zum Abschluss wurde es persönlich, ohne beliebig zu werden. Marin blieb bei Neugier und Feldnähe: nah an Kunden, nah an Stakeholdern, damit die Transformation im Schweizer Markt auch kommerziell greift. D’Onofrio setzte ein ambitioniertes Ziel: Marketing von «Persuasion» Richtung «Antizipation» bewegen, also Kunden mit Daten besser dienen, bevor sie überhaupt fragen. Borestrom verweigerte den grossen Neujahrsvorsatz und setzte auf «marginal gains», kleine tägliche Verbesserungen, die sich über ein Jahr zu echter Entwicklung addieren. Sein Leitsatz als berufliche und persönliche Ambition: Menschen besser zurücklassen, als man sie vorgefunden hat.

Einordnung: Die eigentliche Gefahr ist nicht KI – sondern Stillstand

Der IAA CMO Talk 2026 zeigte, wie sich Marketing gerade in zwei Lager teilt. Die einen sammeln Tools und hoffen, dass Tempo entsteht. Die anderen bauen Workflows, Entscheidungslogik und Governance so um, dass Tempo möglich wird. KI ist dabei der Beschleuniger, aber nicht der Motor. Der Motor ist Handwerk plus System: Markenführung, kreative Wirkung, saubere Belegführung, finanzielle Argumentationsfähigkeit und Teams, die Lernen als Routine betreiben.

2026 belohnt keine Panik. Aber es bestraft Trägheit. Wer up to date bleiben will, braucht nicht nur neue Technologie, sondern ein neues Zusammenspiel aus Erfahrung, Kreativität, Intelligenz und einer Portion Unbekümmertheit. Genau diese Mischung war im Talk überall spürbar, auch wenn sie in sehr unterschiedlichen Branchen unterschiedlich klingt.

Wechsel in der Geschäftsleitung der SAQ

In der Geschäftsleitung der SAQ Swiss Associaton for Quality kommt es zu einer personellen Veränderung: Die Geschäftsführerin Dr. Prisca Zammaretti wird den Verband per 1. Mai 2026 verlassen.

Prisca Zammaretti verlässt die SAQ. (Bild: SAQ)

Seit Februar 2021 leitet Dr. Prisca Zammaretti die SAQ Swiss Association for Quality als Geschäftsführerin. Die gebürtige Tessinerin brachte viele Kenntnisse im Bereich Qualität und Compliance mit, die sie in ihrer beruflichen Laufbahn, u.a. im Lebensmittel- und Pharmabereich, erworben hat. Nach etwas mehr als drei Jahren Tätigkeit für die SAQ wird sie nun den Verband verlassen und eine neue berufliche Herausforderung annehmen. «Wir bedauern ihren Entscheid sehr und danken ihr herzlich für ihr grosses Engagement sowie die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Partnerorganisationen», schreibt Ursula Grunder, Präsidentin des Zentralvorstands, in einem Schreiben an Mitglieder und Partner der SAQ.

Die Suche nach einer Nachfolge von Prisca Zammaretti ist angelaufen. Bis zur Neubesetzung der Stelle übernehmen Daniel Meyer und Ana Nadal mit Unterstützung der Präsidentin des Zentralvorstands Ursula Grunder ad interim die operative Leitung. Die Kontinuität in der Führung sowie die Weiterführung aller laufenden Projekte und Kooperationen sind somit sichergestellt, teilt die SAQ weiter mit.

Weitere Informationen: www.saq.ch

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/wechsel-in-der-geschaeftsleitung-der-saq/

Groupe Mutuel fordert Spitalplanung in übergreifenden Gesundheitsregionen

Eine neue Studie der Universität St. Gallen zeigt: 25 bis 50 Prozent der Patienten lassen sich bereits heute ausserkantonal behandeln und nehmen dafür längere Anfahrtswege in Kauf. Die Groupe Mutuel fordert auf dieser Grundlage eine gesamtheitliche Versorgungsplanung in 5 bis 7 Gesundheitsregionen statt der bisherigen kantonalen Spitalplanung.

Alles andere als klar: Die Spitalplanung in der Schweiz. (Symbolbild; Quelle: Depositphotos.com)

Die Spitäler in der Schweiz stehen vor grossen Herausforderungen: steigende Kosten, defizitäre Häuser, fehlendes Personal und eine fortschreitende Ambulantisierung. Eine Spitalplanung, die auf den Kantonsgrenzen basiert, stösst langsam an ihre Grenzen. Die Notwendigkeit, das Thema anzugehen, wurde zwar von Parlament, Bund und GDK erkannt, konkrete Vorschläge und eine vertiefte Betrachtung der tatsächlichen Begebenheiten fehlen jedoch nach wie vor.

Patienten orientieren sich an Qualität, nicht an Nähe

Die Universität St. Gallen hat im Auftrag der Fondation Groupe Mutuel die Spitallandschaft der Schweiz analysiert. Sie zeigt, dass die kantonalen Planungsgrenzen mit der realen Versorgung für viele Leistungsgruppen wenig zu tun haben. In einem Grossteil der untersuchten Regionen lassen sich 25 bis 50 Prozent der Bevölkerung ausserkantonal behandeln. In einigen Regionen, wie beispielsweise Mesocco GR, sind dies 95 Prozent der Fälle. Dies sowohl für Behandlungen im Bereich der stationären Grundversorgung wie auch für elektive Eingriffe.

Dabei nehmen die ausserkantonalen Patienten systematisch längere Wege in Kauf. Sie orientieren sich also nicht an der Nähe eines Spitals, sondern an dessen Qualität, Expertise und Sprache, wie die Studie aufzeigt. «Die interkantonale Versorgung ist kein Nischenthema der hochspezialisierten Medizin, sondern die Realität für viele Behandlungen in der Grundversorgung. Die Planung sollte diesen Umständen Rechnung tragen. Darüber hinaus sollten die Leistungsgruppen bezüglich Dringlichkeit und Komplexität überarbeitet werden und basierend darauf die Planungsebenen von lokal bis national festgelegt werden», erklärt Prof. Dr. Alexander Geissler, Professor für Gesundheitsökonomie, -politik und -management und Mitautor der Studie.

Überlappungen in Leistungsaufträgen

Eine weitere Analyse der Auslastung der Spitäler zeigt, dass Überlappungen in den Leistungsaufträgen benachbarter Kantone bestehen. In den meisten Kantonen erbringen ein Drittel bis vier Fünftel der Spitäler 80 bis 90 Prozent der Behandlungen einer Leistungsgruppe.

«Die Realität der Patienten zeigt, dass das Bild des wohnortnahen ‹Versorgungsspitals› überholt ist. Wir müssen in der Spitalplanung weg von den Eigeninteressen der Kantone und die der Patienten ins Zentrum stellen», fordert Thomas Boyer, CEO der Groupe Mutuel.

Fünf bis sieben regionale Gesundheitsregionen

Die Groupe Mutuel strebt dabei eine gesamtheitliche Versorgungsplanung mit Fokus auf die Qualität an. Wie in der Studie aufgezeigt, sollten Leistungsgruppen der geeigneten Ebene zugeordnet werden. Neben den bestehenden Planungsebenen von Bund und Kantone könnten 5 bis 7 regionale Gesundheitsregionen für mehr Effizienz sorgen. Zudem müssen Qualitätsindikatoren im Sinne von Value-based Healthcare sowie Mindestfallzahlen berücksichtigt werden. Gleichzeitig sollte auch die ambulante gemeindenahe Versorgung in die Planung miteinbezogen werden.

«Wir müssen weg von einer Spitalplanung zu einer Versorgungsplanung. Die Studie zeigt, dass wir neben der hochspezialisierten Medizin auf Stufe Bund mit interkantonalen Gesundheitsregionen den realen Patientenströmen am besten Rechnung tragen. Zudem müssen wir die Grundversorgung in der Nähe in die Planung miteinbeziehen», sagt Thomas Boyer.

Weitere Informationen: www.groupemutuel.ch

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/groupe-mutuel-fordert-spitalplanung-in-uebergreifenden-gesundheitsregionen/

Miele erhält Gold im EcoVadis-Nachhaltigkeitsranking

Der Haushaltgerätehersteller Miele hat die Goldmedaille von EcoVadis für seine Leistungen im Bereich Nachhaltigkeit erhalten. Mit 84 von 100 Punkten gehört das Familienunternehmen zu den besten zwei Prozent aller bewerteten Unternehmen weltweit. Besonders überzeugt Miele im Themenfeld Umwelt mit 96 von 100 Punkten.

Das Projektteam freut sich über die Goldmedaille (von links): Christoph Wendker, Max Wagner, Rebecca Steinhage, Sascha Meinhardt und Sebastian Wegener. (Foto: Miele)

Miele hat von EcoVadis, einem der führenden unabhängigen Spezialisten für Nachhaltigkeitsratings von Unternehmen, die Goldmedaille für seine Leistungen im Bereich Nachhaltigkeit erhalten. Mit insgesamt 84 von 100 möglichen Punkten gehört das Familienunternehmen damit zu den besten zwei Prozent aller von EcoVadis bewerteten Unternehmen weltweit. Die Bewertung unterstreicht die konsequent umgesetzte Nachhaltigkeitsstrategie von Miele.

96 Punkte im Bereich Umwelt

Mit 96 von 100 Punkten überzeugt Miele ganz besonders im Themenfeld Umwelt. Die EcoVadis-Scorecard bestätigt damit herausragende Leistungen unter anderem in den Bereichen Umweltmanagement, Energie- und Ressourceneffizienz, Klimaschutz sowie umfassende Zertifizierungen und quantitative Umweltziele. Dieser Schwerpunkt leistet damit den stärksten Beitrag zum Gesamtergebnis.

Auch in den weiteren Kategorien erzielt das deutsche Familienunternehmen sehr gute Ergebnisse, wie beispielsweise 86 Punkte im Bereich Arbeits- und Menschenrechte und 83 Punkte in der nachhaltigen Beschaffung. Eine deutliche Weiterentwicklung weist die Rubrik Ethik auf – insbesondere durch den weiteren Ausbau von Compliance-Strukturen, Korruptionsprävention sowie Datenschutz und Informationssicherheit.

Ressortübergreifende Zusammenarbeit

Das sehr gute Ergebnis ist das Resultat eines langfristig angelegten Nachhaltigkeitsprojekts und einer engen, ressortübergreifenden Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens – verstärkt durch den konsequenten Aufbau internen Know-hows. «Das EcoVadis Gold Rating ist eine Bestätigung unseres ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatzes und tolle Anerkennung für die hervorragende Arbeit des projektübergreifenden Teams», erklärt Rebecca Steinhage, Executive Director Human Resources and Corporate Affairs. «Als verantwortungsbewusstes Familienunternehmen setzen wir seit Generationen auf nachhaltiges Wirtschaften und innovative Lösungen, die einen nachhaltigen Mehrwert im Leben der Menschen schaffen.»

Internationale Bewertungsplattform

EcoVadis ist eine internationale Bewertungsplattform für Nachhaltigkeit, die weltweit Unternehmen anhand standardisierter Kriterien in den Bereichen Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung beurteilt. Die Top fünf Prozent aller Bewerteten erhalten die Gold-Auszeichnung. Miele sichert sich mit seiner sehr hohen Punktzahl darüber hinaus einen Platz in den Top zwei Prozent. Die EcoVadis-Bewertung basiert dabei auf der systematischen Nachhaltigkeitsberichterstattung von Miele, die die Anforderungen des Ratings von Beginn an berücksichtigt hat – und auf die in der Beurteilung mehr als 200-mal referenziert wird.

Miele gilt als weltweit führender Anbieter von Premium-Hausgeräten, mit einem begeisternden Portfolio für die Küche, Wäsche- und Bodenpflege im zunehmend vernetzten Zuhause. Das Unternehmen befindet sich in der Hand der beiden Gründerfamilien Miele und Zinkann und unterhält 19 Produktionsstandorte, davon acht in Deutschland. Weltweit arbeiten etwa 23.500 Menschen für Miele. Bei der Vertriebsgesellschaft Schweiz sind etwa 450 Mitarbeitende beschäftigt.

Weitere Informationen: www.miele.ch

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PXL Vision und Idiap entwickeln Deepfake-Detektor

PXL Vision und das Idiap Research Institute haben ein gemeinsames Forschungsprojekt zur Erkennung von Deepfakes erfolgreich abgeschlossen. Der neue Deepfake-Detektor identifiziert synthetische Gesichter, Gesichtstausch und manipulierte Gesichtsausdrücke bei der digitalen Identitätsprüfung und ist seit Anfang 2026 in die Software-Lösung PXL Ident integriert.

Die neue Deepfake-Erkennungstechnologie ist in die Software-Lösung PXL Ident integriert. (Quelle: zvg PXL Vision)

PXL Vision, Schweizer Premiumanbieter für digitale Identitätsprüfung, und das Idiap Research Institute, eines der europaweit führenden Institutionen für künstliche Intelligenz und Biometrie, haben ihr gemeinsames Forschungsprojekt zur besseren Erkennung von Deepfakes erfolgreich abgeschlossen. Der Schwerpunkt der im Frühjahr 2024 begonnenen Zusammenarbeit lag bei der Identifikation von synthetischen Gesichtern bei der digitalen Identitätsprüfung.

Diese KI-generierten Bilder von vermeintlich echten Personen verbreiten sich immer mehr und stellen eine enorme Herausforderung für die Identitätsprüfung dar. Denn sie sind mittlerweile kaum noch von realen Bildern zu unterscheiden. Das Forschungsprojekt wurde unterstützt von der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung Innosuisse.

Drei Arten von Manipulationen erkennbar

Der sogenannte Deepfake-Detektor ist nun als neue Schlüsseltechnologie in die Software-Lösung PXL Ident von PXL Vision integriert und für alle Kunden verfügbar. Der PXL Deepfake-Detektor ergänzt die bereits existierenden Technologien zur Betrugsprävention und wurde entwickelt, um drei Arten von Manipulationen zu identifizieren: Gesichtstausch, also das Ersetzen des Gesichts einer Person durch das einer anderen Person, Gesichtsnachstellungen, die Manipulation von Gesichtsausdrücken oder Bewegungen einer realen Person, sowie vollständig synthetische Gesichter, also KI-generierte Bilder von Personen, die in der Realität nicht existieren.

Die Technologie ist seit Beginn des Jahres für alle Kunden verfügbar. Sie basiert auf fortschrittlichen Deep-Learning-Architekturen und wurde anhand eines vielfältigen, umfangreichen Datensatzes aus echten und manipulierten Gesichtsbildern trainiert. Der Deepfake-Detektor stellt einen wichtigen Meilenstein in der Mission des Unternehmens dar, Vertrauen, Authentizität und Compliance bei der digitalen Identitätsprüfung sicherzustellen.

Synthetische Gesichter werden mittels fortschrittlicher Deep-Learning-Architekturen erkannt. (Quelle: zvg PXL Vision)

Herausforderung Ausweisdokumente

Sébastien Marcel, Leiter der Gruppe für biometrische Sicherheit und Datenschutz und Mitglied des Interims-Managementteams bei Idiap, sagt: «Im Rahmen des Projekts haben wir fortschrittliche KI-basierte Technologien entwickelt, um Deepfakes und andere Formen des Identitätsbetrugs zu erkennen und abzuwehren. Diese Errungenschaft spiegelt die langjährige Expertise von Idiap in den Bereichen Biometrie, KI-Sicherheit und vertrauenswürdige digitale Identität wider. Unsere Zusammenarbeit mit PXL Vision war sowohl produktiv als auch inspirierend. Wir freuen uns darauf, auch künftig die Grenzen einer robusten, datenschutzkonformen Identitätsprüfung zu erweitern.»

Die grösste Herausforderung für Sébastien Marcel und sein Team bestand darin, ihr Know-how im Bereich Biometrie zu nutzen, um ein neues, anspruchsvolles Problem zu lösen: Ausweisdokumente. «Wir verfügten nur über begrenzte Erfahrung mit Ausweisdokumenten und konnten auf das fundierte Fachwissen von PXL in diesem Bereich aufbauen», fährt Marcel fort. «Das erzielte Ergebnis hat unsere ursprünglichen Erwartungen übertroffen.»

«Die Zusammenarbeit mit dem Idiap-Team war äusserst bereichernd», sagt Nevena Shamoska, CTO von PXL Vision. «Dank dessen erstklassigen Expertise in den Bereichen Biometrie und generativer KI konnten wir unsere Fortschritte bei der Integration modernster Deepfake-Erkennungsfunktionen in unsere Plattform erheblich beschleunigen.»

Weitere Investitionen geplant

PXL Vision wird auch künftig in die Forschung zu biometrischer Sicherheit, KI-Forensik und Deepfake-Resilienz investieren, um Kunden aus den Bereichen Finanzwesen, Telekommunikation und Behörden wirksam vor Angriffen auf digitale Identitäten der nächsten Generation zu schützen. Idiap selbst wird die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt wissenschaftlich aufbereiten und sie als Inhalt für Whitepaper und Fachkonferenzen nutzen.

Weitere Informationen: www.pxl-vision.com

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/pxl-vision-und-idiap-entwickeln-deepfake-detektor/

Sergio Pradera übernimmt Verwaltungsratspräsidium bei Centris

Sergio Pradera, CEO der innova Versicherungen, übernimmt per 1. März 2026 das Präsidium des Verwaltungsrats der Centris AG. Er folgt auf Stefan Schena, der nach rund dreizehn Jahren im Verwaltungsrat sein Amt niederlegt. Mit dem Wechsel setzt die Centris auf Kontinuität in der Digitalisierung des Schweizer Gesundheitswesens.

Sergio Pradera übernimmt per 1. März 2026 das Präsidium des Verwaltungsrats der Centris AG. (Quelle: Centris / zvg)

Sergio Pradera übernimmt per 1. März 2026 das Präsidium des Verwaltungsrats der Centris AG. Der langjährige CEO der innova Versicherungen bringt umfassende Erfahrung in der Kranken- und Unfallversicherungsbranche sowie in Unternehmensführung und Governance mit. Er gehört seit knapp drei Jahren dem Verwaltungsrat der Centris an und kennt das Unternehmen bestens.

Schena prägte strategische Weiterentwicklung

Stefan Schena beendet sein Mandat per 28. Februar 2026. Während seiner Amtszeit prägte er die strategische Weiterentwicklung der Centris massgeblich. Unter seiner Führung wurden agile Strukturen eingeführt, das Produktportfolio konsequent auf innovative, marktorientierte Lösungen ausgerichtet und zentrale Grundlagen für nachhaltiges Wachstum geschaffen. Heute steht das Unternehmen mit stabilen Geschäftszahlen, solider Kapitalbasis und klarer strategischer Perspektive hervorragend da.

Digitale Transformation im Fokus

Mit der Wahl von Sergio Pradera setzt die Centris auf Kontinuität in der Umsetzung der Strategiephase 2026. Pradera wird die digitale Transformation des Schweizer Gesundheitswesens weiter vorantreiben. Zu den strategischen Schwerpunkten gehören die Weiterentwicklung des Produktportfolios, die Automatisierung von Prozessen sowie die Öffnung des Ökosystems für neue Partner. Ziel ist es, Versicherern und deren Kundinnen und Kunden effizientere, sicherere und flexiblere Lösungen zu bieten und die Rolle der Centris als Innovationspartnerin weiter zu stärken.

Die Centris AG beschäftigt an ihrem Standort in Solothurn rund 340 Fachkräfte aus der IT- und Versicherungsbranche. (Quelle: Centris / zvg)

Der Verwaltungsrat, die Aktionäre und die Geschäftsleitung danken Stefan Schena für sein grosses Engagement und seine wertvolle Arbeit zugunsten der Centris.

Zu den Aktionären der Centris AG zählen neben der innova Versicherungen die Krankenversicherer Aquilana, ÖKK, EGK und Swica. Sie bilden gemeinsam ein solides Fundament für die Weiterentwicklung des Unternehmens und die Stärkung des grössten Health-Insurance-Ökosystems der Schweiz.

Mit dem grössten Health-Insurance-Ökosystem der Schweiz unterstützt die Centris die schweizerischen Kranken- und Unfallversicherer bei der Digitalisierung ihres Geschäfts. Das Angebot umfasst effiziente und sichere IT-Lösungen von der Einzelapplikation bis zum umfassenden Gesamtsystem für das Firmen- und Privatkundengeschäft. An ihrem Standort in Solothurn beschäftigt die Centris rund 340 Fachkräfte aus der IT- und Versicherungsbranche. Das Unternehmen weist eine über 75-jährige Geschichte aus. Zu den Kunden zählen unter anderem Allianz Suisse, Aquilana, Assura, AXA, Baloise, EGK, Generali, Helsana, Helvetia, innova, Die Mobiliar, ÖKK, Solida, Swica, Sympany, die Vaudoise Versicherungen und der deutsche Tierversicherer Uelzener Versicherungen. Insgesamt werden über die Systeme von Centris die Rechnungen von rund der Hälfte aller Versicherten im Land verarbeitet.

Weitere Informationen: www.centrisag.ch

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/sergio-pradera-uebernimmt-verwaltungsratspraesidium-bei-centris/

Protolabs lanciert KI-gestützte Fertigungsplattform ProDesk

Der digitale Hersteller Protolabs führt mit ProDesk eine neue All-in-one-Plattform ein. Die Online-Umgebung ermöglicht KI-gestützte Echtzeit-Angebote inklusive Machbarkeitsanalyse, nahtlose teamübergreifende Zusammenarbeit und zahlreiche Tools zur Unterstützung von Prototyping- und Produktionsprojekten.

Blick auf die KI-gestützte Fertigungsplattform von Protolabs für den Prototypenbau. (Bild: Protolabs)

Der digitale Hersteller Protolabs gibt die Einführung seiner neuen All-in-one-Plattform ProDesk bekannt. Die neu eingeführte Online-Umgebung ermöglicht KI-gestützte Echtzeit-Angebote inklusive Machbarkeitsanalyse (DfM, engl.: Design for Manufacturability), nahtlose teamübergreifende Zusammenarbeit und eine Reihe weiterer Werkzeuge, die Prototyping- und Produktionsprojekte unterstützen und damit die Innovationsgeschwindigkeit von Produktentwicklungs- und Beschaffungsteams steigern.

«Damit wir unsere Kundinnen und Kunden in jeder Projektphase – vom Prototyping bis zur Produktion – optimal unterstützen können, ist die Einführung von ProDesk als innovative Fertigungsressource entscheidend», erklärt Suresh Krishna, Präsident und CEO von Protolabs. «Dementsprechend freuen wir uns mit dieser Einführung eine Online-Umgebung zu präsentieren, die Protolabs Eigenanspruch als technologiegetriebenen Partner für hochwertige Teile unterstreicht.»

Umfassende Services und Dienstleistungen

ProDesk bietet eine KI-gestützte DFM-Analyse für Spritzguss-, CNC-Bearbeitungs- und 3D-Druck-Dienstleistungen, um sofortiges Feedback zu Teilen zu erhalten, noch bevor diese in die Produktion gehen. Dabei umfasst die konfigurierbare Plattform auch die Möglichkeit zur Echtzeit-Angebotserstellung für Services und Dienstleistungen wie Materialoptionen, Nachbearbeitungen und Oberflächenbehandlungen. Darüber hinaus können auch Vorlaufzeiten eingestellt werden, sodass Benutzer die Angebote je nach benötigter Durchlaufzeit und Budget anpassen können.

ProDesk unterstützt den gesamten Produktentwicklungsprozess und bietet darüber hinaus weitere Vorteile: In der Plattform können Nutzer im Produktionskatalog Bauteile auswählen, die bereits für die Fertigung freigegeben sind. Das erleichtert die Verwaltung, Organisation und spätere Nachbestellung der Teile erheblich.

Kollaborative Plattform für mehr Effizienz

ProDesk ist mit Blick auf alle Teilaspekte des Bestellprozesses als kollaborative Plattform aufgebaut. Alle Angebote und Bestellungen können teamübergreifend geteilt werden, um Bestellstatus und Sendungen stets nachvollziehbar verfolgen zu können. Eigene Produktionskataloge können innerhalb von Teams freigegeben werden, um die darin enthaltenen Bauteile anzuzeigen und gegebenenfalls nachzubestellen, sowie, um auf die Bestellhistorie, Dokumentation und Teiledetails zuzugreifen.

Als zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um Bestellungen, Dokumenten, Rechnungen sowie Qualitätsdokumentationen dient das Support-Center von ProDesk. Durch dieses wird die direkte Kommunikation mit dem erfahrenen Team aus Anwendungsingenieuren bei Protolabs hergestellt. Die bekannte Möglichkeit zur Designunterstützung sowie service-spezifische Dienstleistungen mit weiterführenden Informationen zur Machbarkeitsanalyse können hier wie gewohnt abgerufen werden.

Alle genannten Funktionen vereint ProDesk in einem interaktiven Dashboard mit Echtzeit-Updates zu aktuellen Bestellungen und liefert so direkt nach dem Login die wichtigsten Informationen auf einen Blick.

Die Zukunft der Fertigung jetzt erleben

«Für uns war im gesamten Prozess entscheidend, dass wir mit ProDesk eine Online-Umgebung schaffen, die für unsere Kundinnen und Kunden die Zusammenarbeit mit Protolabs revolutioniert und an zentralen Stellen umfassend modernisiert», erklärt Mark Flannery, Global Product Director für E-Commerce bei Protolabs. «Für die rund 50.000 Kundinnen und Kunden, die in diesem Jahr auf ProDesk zugreifen werden, bedeutet dies nicht nur ein neues Interface. Vielmehr profitieren sie von einer industrieweit führenden Online-Erfahrung, die eine zentrale Unterstützung bei der Verkürzung von Produktentwicklungszeiten darstellen wird.»

Produktentwickler, Ingenieure und Beschaffungsteams können ab sofort über die Website von Protolabs auf ProDesk zugreifen und die neue All-in-one-Plattform direkt erleben.

Weitere Informationen: protolabs.com

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/protolabs-lanciert-ki-gestuetzte-fertigungsplattform-prodesk/

Rückblick Swiss Cyber Security Days 2026: «Souverän ist, wer seine Abhängigkeiten kennt»

Unter dem Motto «Digital Sovereignty – The New Frontier» fand am 17. und 18. Februar 2026 die siebte Ausgabe der Swiss Cyber Security Days auf dem BERNEXPO-Areal in Bern statt. Nationale und internationale Referent:innen lieferten Antworten auf die wichtigsten digitalen Fragen unserer Zeit.

Die Swiss Cyber Security Days SCSD zogen am 17. und 18. Februar 2026 rund 2800 Besucherinnen und Besucher an. (Bild: Swiss Cyber Security Days)

Am Dienstag, 17. und Mittwoch, 18. Februar 2026 wurde das BERNEXPO-Areal zum Brennpunkt einer Debatte, die über Sicherheit, Freiheit und Selbstbestimmung entschied. Zum dritten Mal in Folge gastierten die Swiss Cyber Security Days (SCSD), die führende Plattform zum Thema Cybersicherheit, in Bern und brachten nationale und internationale Referent:innen an einem Ort zusammen. Mit 2’800 Besuchenden und über 100 Ausstellenden knüpfte die Ausgabe an den Vorjahreserfolg an. Ein Höhepunkt war das Referat von Florian Schütz, Direktor Bundesamt für Cybersicherheit (BACS), der die aktuelle Cybersicherheitslage in der Schweiz einordnete und sie in Beziehung zum internationalen Umfeld setzte. Er nannte auch ein paar konkrete Zahlen: So wurden 2025 2’347’618 Meldungen zu mit Malware infizierten Geräten analysiert. Etwas über 17’000 Command and Control Systeme von Angreifern wurden identifiziert und gesperrt. «Ökonomische Schäden durch Cyberangriffe bleiben das grösste Risiko für die Schweiz», so Schütz.

Digitale Souveränität betrifft alle

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wer die Spielregeln der neuen digitalen Welt bestimmt und damit Einfluss auf geopolitische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen nimmt. Das Thema der digitalen Souveränität, das die diesjährigen Swiss Cyber Security Days beherrschte, ist aber so neu nicht. In seiner Keynote zu Beginn der Veranstaltung wies Bundeskanzler Viktor Rossi darauf hin, dass schon 1999 beim Bund über Souveränität und Abhängigkeiten beim Einsatz von Software-Produkten grosser Anbieter ging. Stand heute sei aber eine komplette Abkehr von Microsoft-Systemen kaum realistisch, dennoch müssten kritische Systeme unter eigene Kontrolle gestellt werden können, so Viktor Rossi. Überdies bestehe digitale Souveränität auch darin, Vertrauen in der Bevölkerung zu schaffen, dass die Behörden die Daten im Griff haben. Wie schwierig dies sei, habe der knappe Ausgang der Abstimmung über die E-ID gezeigt.

Programmdirektor Nicolas Mayencourt machte in seiner Rede klar, dass die digitale Souveränität alle angeht und man gemeinsam zukunftsgerichtete sowie sichere Lösungen entwickeln müsse: «Was uns verbindet, ist ein gemeinsames Ziel: die Cyberdimension sicher, autonom und zukunftsfähig zu gestalten. Wir brauchen verbindliche techno-soziale Verantwortung, getragen von Staat, Wirtschaft und der Zivilbevölkerung.» Auch Nik Gugger, Präsident der SCSD, richtete in seiner Eröffnungsrede klare Worte an die Anwesenden aus Politik und Wirtschaft: «Schaffen Sie verlässliche Rahmenbedingungen und investieren Sie in digitale Souveränität. Verstehen Sie Cyberresilienz nicht als Kostenfaktor, sondern als Wettbewerbsfaktor.» Und Viktor Rossi sagte: «Souverän ist, wer seine Abhängigkeiten kennt».

«Wir begeben uns freiwillig in die Kolonisation durch ein paar wenige Hyperscaler»: Nicolas Mayencourt, Programmdirektor der SCSD. (Bild: Swiss Cyber Security Days)

Die Schweiz ist nicht auf dem Abstellgleis

In einem Punkt waren sich die Expert:innen einig: Europa und die Schweiz müssen ihre digitale Souveränität stärken und langfristig sichern. Wie dieser Weg konkret aussehen soll, darüber wurde engagiert und leidenschaftlich diskutiert. Klar ist: Die Innovationskraft Europas darf nicht ausschliesslich auf der Wertschöpfung nicht europäischer Tech-Unternehmen aufbauen. Gerade im Cloud-Bereich zeigt sich die starke Abhängigkeit von wenigen grossen Anbietern besonders deutlich, wie Dr. Cristina Caffarra von der EuroStack Initiative Foundation und eine der führenden europäischen Expertinnen im Bereich digitale Souveränität ausführte. Sie ist überzeugt, dass Europa über ausreichende technologische Stärken verfügt – diese müssen nun konsequent gebündelt und strategisch eingesetzt werden. «Wir müssen mit aller Kraft nun das kreieren, was wir in den letzten 15 Jahren verpasst haben», sagte Cristina Caffarra in einer Medienkonferenz am Rande der SCSD. Und auf die Frage, ob Staaten eigene Software entwickeln sollen, antwortete sie: «Der Staat soll nicht Wettbewerber sein, sondern Enabler.»

Auch in der Schweiz werde die digitale Souveränität verfolgt, wie Prof. Dr. Matthias Stürmer, Professor an der Berner Fachhochschule & Leiter Institute for Public Sector Transformation, erläuterte: «Die Schweiz befindet sich nicht auf dem Abstellgleis. Es gibt grosse Chancen für die digitale Souveränität, doch es braucht mehr Mut in strategischen Entscheidungen.» Was ihm aber Sorge bereitet, sei der Umstand, dass die grossen US-Konzerne intensives Lobbying betreiben würden und so die Bemühungen für das Erreichen von digitaler Souveränität zu hintertreiben versuchen. Umso wichtiger sei deshalb die Bündelung der Kräfte. Deshalb wurde für den Aufbau tragfähiger Strukturen das Netzwerk «SDS – Souveräne Digitale Schweiz» ins Leben gerufen, ein Zusammenschluss von über 160 Behörden und Schweizer IT-Unternehmen. Die Vision: ein koordiniertes, leistungsfähiges Schweizer Angebot zu schaffen, das praktikable Alternativen zu internationalen Hyperscalern bietet und die digitale Eigenständigkeit stärkt.

Wo digitale Souveränität schon funktioniert

Es gibt bereits viele prominente Beispiele von Organisationen im In- und Ausland, die digitale Souveränität konkret angehen. So hat etwa das deutsche Bundesland Schleswig-Holstein seine Verwaltung erfolgreich auf Open Source-Software umgestellt. Zum Einsatz kommt dort u.a. die Kollaborations-Lösung von Nextcloud. Dessen Gründer und CEO Frank Karlitschek war ebenfalls zu Gast an den Swiss Cyber Security Days. In seiner Keynote wies er darauf hin, dass auch die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) keinen Schutz für europäische Daten, die auf US-Servern lagern, bieten kann. Das bedeutet, dass viele Daten, die z.B. über Microsoft-Produkte geteilt werden, nicht DSGVO-konform sind. Karlitschek kritisierte die Marktmacht der US-Hyperscaler, die in vielen Fällen zu einem sog. Vendor-Lock-in führt.

Paneldiskussion mit Ueli Schmezer (Moderator), Frank-Karlitschek (Founder und CEO Nextcloud), Cristina Caffarra (Chair EuroStack Initiative Foundation), Florian Schütz (Direktor Bundesamt für Cybersicherheit) und René Oester (CEO Axpo Systems AG), v.l.n.r. (Bild: Swiss Cyber Security Days)

Ein Höhepunkt war das anschliessende Panel mit Cristina Caffarra und Florian Schütz, Direktor Bundesamt für Cybersicherheit, Frank Karlitschek und René Oester von Axpo Systems AG. Frank Karlitschek stellte sich in dieser angeregten Diskussion hinter die Idee von «Buy Europe», welche Geldströme in die europäische Wirtschaft umleiten soll. Aber er stellte auch klar, dass Software-Unternehmen wie Nextcloud keine wirtschaftspolitische Förderung benötigen: «Wir brauchen Kunden», so Frank Karlitschek. Die von Cristina Caffarra vertretene EuroStack-Initiative sieht er als Weg zum Ziel, die europäischen IT-Märkte zu stärken. Florian Schütz stellt klar, dass es nicht darum gehen kann, einfach nur US-Hyperscaler in Europa nachbauen zu wollen. Besser sei es, die Stärken der europäischen IT-Industrie für spezialisierte Bereiche, etwa in der Logistik, zu fördern. René Oester verwies auf das Risikomanagement von Unternehmen: Man müsse die Abhängigkeiten besser verstehen und darauf hinwirken, das Business Continuity Management auch ohne Hyperscaler zu ermöglichen.

Zufriedene Ausstellende und Veranstalter

Die Veranstalterin BERNEXPO blickt auf zwei rundum gelungene Tage zurück. 2’800 Besuchende verfolgten die rund 100 Vorträge und Diskussionen und nutzten die Gelegenheit zum intensiven Austausch. Auch die beiden Best Practice Stages verzeichneten grossen Zulauf und boten praxisnahe Einblicke sowie konkrete Erfahrungsberichte. Mit der neu geschaffenen KMU Zone wurden gezielt kleine und mittlere Unternehmen angesprochen: Im Zentrum standen Erfolgsgeschichten aus dem Unternehmensalltag und der direkte Austausch mit IT-Dienstleistern. Auf besonders grosses Interesse stiessen zudem die Workshops der Hochschule Luzern, die in der KMU Lounge durchgeführt wurden. Dort wurde z.B. praxisnah erläutert, welche Auswirkungen die geltenden Schweizer Gesetze zu Datenschutz und Informationssicherheit in KMU haben.

Im Messebereich präsentierten über 100 Ausstellende ihre Angebote und schufen ideale Voraussetzungen für den persönlichen Dialog und neue Partnerschaften. Auch der Schweizer Cyber-Security-Anbieter ELCASecurity und Senthorus SOC schätzte den interdisziplinären Austausch: «Hier treffen strategische Entscheider:innen auf technische Expert:innen, damit ermöglichen uns die SCSD, Sicherheitsarchitekturen ganzheitlich zu denken, konkrete Lösungen zu präsentieren, Partnerschaften zu vertiefen und gemeinsam mit der Community an einer resilienten digitalen Zukunft für die Schweiz zu arbeiten», erklärt Christophe Gerber, General Manager, ELCASecurity. Die nächste Ausgabe der Swiss Cyber Security Days findet am 23. und 24. Februar 2027 in Bern statt.

www.scsd.ch

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/rueckblick-swiss-cyber-security-days-2026-souveraen-ist-wer-seine-abhaengigkeiten-kennt/

Erstens kommt es anders: Google ist wieder Taktgeber

Wer dachte, Googles Ära laufe aus, bekommt 2026 ein Gegenargument in Produktform: Gemini 3, Veo 3, «Nano Banana» und AI Mode schieben Search, Ads und Commerce in Richtung dialogische Suche und agentisches Shopping – mit YouTube als Discovery-Motor.

 
[caption id="attachment_251421" align="alignnone" width="1300"]Vidhya SrinivasanVice President/General Manager, Ads & Commerce Vidhya Srinivasan, Google Vice President/General Manager, Ads & Commerce (Bilder by Google)[/caption]

Innerhalb von rund einem Jahr hat Google sichtbar umgestellt: KI ist nicht mehr Feature, sondern Betriebssystem. Anwendungen sind wie Pilze aus dem Boden geschossen – von Gemini 3 als Modell-Basis über Veo 3 und «Nano Banana» im Ads-Asset-Studio bis zum AI Mode, der die Suche in ein Gespräch verwandeln will. Und genau hier passt das alte Bonmot: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

Vidhya Srinivasan, VP/GM Ads & Commerce, beschreibt in ihrem 2026-Ausblick die Zielrichtung mit drei Worten: «fluid, assistive and personal» – Einkaufserlebnisse sollen fliessend, unterstützend und persönlich werden. Für Werbetreibende heisst das: Anzeigenformate, Measurement und Commerce-Logiken werden neu verkabelt. Und YouTube? Bleibt der Ort, wo Entdeckung in Kauflaune kippt.

1) YouTube: Von «Influence» zu Impact – mit KI als Matchmaker

Srinivasans erste grosse These spielt auf YouTubes Heimvorteil: Discovery findet längst nicht mehr nur in der Suche statt, sondern im Stream. YouTube bleibt für Google der Hebel, um Aufmerksamkeit in Handlung zu übersetzen – und zwar über Creator-Ökosysteme. Der entscheidende Dreh 2026: Google will Brands in Echtzeit mit Creator-Communitys matchen, indem KI Inhalte und Publika tief analysiert. «Open call» ist der Anfang – das Ziel ist eine systematische Brücke von organischer Creator-Wirkung zu messbarem Business-Impact.

2) AI Mode: Anzeigen werden nicht «eingeblendet», sondern neu definiert

Der zweite Block ist Googles Antwort auf die neue Suchrealität: Menschen brainstormen, fotografieren, fragen in ganzen Sätzen – und erwarten, dass die Maschine mitdenkt. Genau hier setzt der AI Mode an. Google testet Werbeformate, die unter organischen Shopping-Empfehlungen als «Sponsored» auftauchen – nicht als Störung, sondern als Anschluss an die Logik der Konversation.

[caption id="attachment_251413" align="alignnone" width="1200"] (Google)[/caption]

Parallel dazu positioniert Google Direct Offers als neuen Monetarisierungshebel: massgeschneiderte Angebote (Rabatte, Bundles, Loyalty-Vorteile), ausgespielt im Moment echter Kaufbereitschaft.

[caption id="attachment_251415" align="alignnone" width="1080"] (Google)[/caption]

3) Agentic Commerce: Wenn die KI den «Gruntwork» erledigt

Hier wird es grundsätzlich: 2026 sei «agentic commerce» keine Idee mehr, sondern Realität, schreibt Srinivasan. Das Versprechen: KI-Agenten nehmen die mühsame Vergleichs- und Recherchearbeit ab – und Konsumenten behalten den Spass-Teil. Damit das nicht bei Einzel-Integrationen steckenbleibt, bringt Google das Universal Commerce Protocol (UCP) ins Spiel: eine Art gemeinsame Sprache, damit Businesses, Agenten und Payment-Systeme standardisiert zusammenspielen. UCP-Checkout rollt laut Google in den USA bereits aus (u.a. Etsy und Wayfair; Shopify, Target und Walmart sollen folgen) – direkt in AI Mode und in der Gemini-App.

4) Gemini 3, Veo 3, «Nano Banana»: Kreativ-Pipeline in Studioqualität – in Minuten

Srinivasan formuliert es ungewohnt offensiv: Google habe «ein Jahrzehnt Innovation in 12 Monaten» geliefert – kulminierend in Gemini 3 als bisher intelligentestem Modell. In der Werbung heisst das: Asset Studio wird zur Produktionslinie, in der Tools wie «Nano Banana» und Veo 3 Bild- und Video-Assets in Minuten erzeugen sollen. Der Skalierungsbeleg aus dem Text: In Q4 2025 wurden mit Gemini nahezu 70 Millionen kreative Assets in AI Max und Performance Max generiert.

[caption id="attachment_251412" align="alignnone" width="960"] (Google)[/caption]

5) Messbarkeit, Trust, Safety: Die «schnelle Spur» soll die «sichere Spur» bleiben

Bei allem Tempo setzt Google den Pflichtsatz an den Schluss – aber nicht als Fussnote: Ohne Vertrauen funktioniert das Agenten-Prinzip nicht. Darum verknüpft Google UCP mit dem Agent Payments Protocol (AP2), das sichere Identitäten, Mandate/Autorisierungen und Zahlungen für agentengesteuerte Transaktionen adressiert. Gleichzeitig kündigt Srinivasan an, den Measurement-Stack neu zu bauen – als «one-stop shop», damit Entscheidungen wieder sauberer auf Wachstum einzahlen.

Fazit

Google wirkt 2026 nicht wie ein Konzern, der seine Cashcow verwaltet, sondern wie einer, der seine eigenen Spielregeln neu schreibt: Search wird zur Dialogfläche, Ads zur integrierten Antwort-Mechanik, Commerce zur agentischen Handlungskette – und YouTube bleibt die emotionale Rampe, auf der Entdeckung passiert, bevor der Warenkorb klickt. Was noch kommt, weiss niemand. Was aber sichtbar ist: Google hält die Spitzenposition in der Werbung nicht trotz KI – sondern mit KI als Beschleuniger.

Online-Tool für die Bewertung der digitalen Souveränität von Unternehmen

Red Hat hat mit dem Red Hat Digital Sovereignty Readiness Assessment Tool ein Online-Tool bereitgestellt, das Unternehmen dabei unterstützt, ihre digitale Souveränität zu bewerten und zu verbessern.

Souveräne Clouds in Unternehmen: Mit einem Online-Tool lässt sich die digitale Souveränität von Unternehmen nun selbst bewerten. (Bild: Depositphotos.com)

Der Anbieter von Open-Source-Software-Lösungen Red Hat hat ein Sovereignty Readiness Assessment Tool veröffentlicht. Basierend auf einem Fragenkatalog liefert es eindeutige Informationen dazu, wie viel Kontrolle Unternehmen über ihre digitalen Assets besitzen. Dabei geht es nicht nur um die Kontrolle über Daten und Software, sondern auch um die Fähigkeit, alle Systeme ohne externe Hilfe zu warten und wiederherzustellen, ihre Integrität unabhängig zu auditieren und zu validieren, Vendor Lock-ins mit Community-getriebenen Ansätzen zu vermeiden und Cloud-Umgebungen flexibel in bestimmten Regionen und Rechenzentren bereitzustellen. Darüber hinaus wird evaluiert, wie sehr digitale Souveränität in der Unternehmensstrategie verankert ist.

Nach Abschluss der Analyse ermittelt das Tool einen Reifegrad, der die Fähigkeiten von Unternehmen innerhalb von vier Stufen einsortiert. Die Stufen ordnen ein, ob Unternehmen noch dabei sind, ihre Anforderungen hinsichtlich digitaler Souveränität zu identifizieren, schon erste Schritte unternommen haben, in den meisten Bereichen bereits sehr gut aufgestellt sind oder umfassende, proaktive Kontrolle über ihre gesamte digitale Infrastruktur haben. Anschliessend erstellt das Tool eine Roadmap mit sinnvollen Schritten zur Verbesserung der digitalen Souveränität und kritischen Fragen, die sich die Verantwortlichen in Unternehmen stellen sollten.

Mit dem Red Hat Sovereignty Readiness Assessment Tool reagiert Red Hat darauf, dass viele Unternehmen aufgrund regulatorischer Anforderungen ihre Resilienz und Unabhängigkeit stärken müssen und die Hoheit über Daten nicht aus der Hand geben dürfen. Dabei stehen sie jedoch häufig vor Herausforderungen wie undurchsichtigen Software-Stacks, eingeschränkten Optionen und fragmentierten Datensilos. Das Tool hilft ihnen, ihre IT-Umgebung zu verstehen, den Status quo festzustellen und Verbesserungen einzuleiten. Es wurde von Red Hat als Open Source veröffentlicht, damit nachvollziehbar ist, wie die Berechnungen ablaufen und Unternehmen alles prüfen – und bei Bedarf anpassen oder erweitern – können.

Quelle und weitere Informationen: Red Hat

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Globale Länderrisiken sinken trotz intensiver Handelsspannungen

Zum dritten Mal hat der Kreditversicherer Allianz Trade seinen Länderrisikoatlas veröffentlicht. Er bewertet die wirtschaftlichen Aussichten, Risiken und Chancen in 83 Ländern.

Die neue Karte der Länderrisiken. (Quelle: Allianz Trade)

Allianz Trade konstatiert in seinem neuen Länderrisikoatlas eine Entspannung des globalen Risikoumfelds – trotz hoher geopolitischer Spannungen und Handelskonflikte. 2025 wurden 36 Länder hochgestuft, während nur 14 Herabstufungen verzeichnet wurden; der Positivtrend fällt damit schwächer aus als im Vorjahr, bleibt aber intakt. Zu den Gewinnern zählen unter anderem Argentinien, Ecuador, Ungarn, Italien, Spanien, die Türkei und Vietnam, deren verbesserte Bewertungen vor allem auf robustere makroökonomische Fundamentaldaten sowie unterstützende Fiskal- und Geldpolitik zurückgeführt werden. In vielen Schwellenländern ermöglichten bessere Finanzierungsbedingungen, stärkere Währungen und höhere Rohstoffpreise eine Lockerung von Transfer- und Konvertibilitätsbeschränkungen, während in Europa und im asiatisch-pazifischen Raum sinkende Inflation, stabilere Politik und bessere Handelsbilanzen die Widerstandskraft erhöhten.

Verdreifachung von Herabstufung gegenüber 2024

Gleichzeitig verdeckt die breite Verbesserung erhebliche mittelfristige Risiken, insbesondere weil sich die Zahl der Herabstufungen im Vergleich zu 2024 fast verdreifacht hat. Besonders ins Gewicht fallen die Downgrades von Frankreich, Belgien und den USA, die nun jeweils auf A1 eingestuft werden und zusammen einen bedeutenden Teil der Weltwirtschaft repräsentieren. Das Risiko gilt dort weiterhin als niedrig, doch die Verschlechterung signalisiert strukturelle Verwundbarkeiten – von angespannten öffentlichen Finanzen über Leistungsbilanzdefizite bis hin zu einem herausfordernden mittelfristigen makroökonomischen Umfeld. Allianz-Trade-Chefin Aylin Somersan Coqui warnt vor Risikoclustern in grossen Volkswirtschaften, die rund ein Drittel des globalen BIP ausmachen und damit ein Vielfaches jener Länder, in denen sich die Perspektiven verbessert haben.

Schweiz mit geringem Länderrisiko

Die Schweiz behauptet sich in diesem Umfeld mit einem AA-Rating und bleibt damit ein Standort mit geringem Länderrisiko. Nach einer Erholung 2024 mit einem Wachstum von 1,4% bremsten 2025 vor allem die Unsicherheit über die US-Handelspolitik sowie schwächere Investitionen, während eine Mitte November ausgehandelte Senkung neu eingeführter US-Zölle auf Schweizer Waren die Aussichten gegen Jahresende stabilisierte. Das BIP legte 2025 um rund 1,23% zu, getrieben von exportbedingten Vorzieheffekten, die jedoch von verhaltener Investitionstätigkeit und gedrückter Konsumstimmung gebremst wurden; tragende Säule blieb der private Konsum, während der Staatsverbrauch aufgrund von Sparzwängen nur moderat zulegen dürfte. Für 2026 und 2027 rechnet Allianz Trade mit einem Wachstum von 1,4% beziehungsweise 1,6%, zugleich bleiben die Firmenpleiten hoch: Nach einem Plus von 18% im Jahr 2024 stiegen die Insolvenzen 2025 weiter, erst für 2026 und 2027 wird mit Rückgängen von 6% beziehungsweise 11% gerechnet.

Die Inflation in der Schweiz bleibt derweil deutlich unter dem Zielwert der Nationalbank. 2024 betrug sie 1,1%, gedämpft durch den starken Franken und gesunkene Energiepreise; 2025 lag die Teuerung mit 0,2% praktisch bei Null, gestützt von billigeren Importen, niedrigen Energiepreisen und geringeren Mietanstiegen. Für 2026 erwartet Allianz Trade eine Inflationsrate von 0,4% und einen moderaten Anstieg auf 0,7% im Jahr 2027, während der starke Franken und niedrige Energiepreise weiterhin disinflationär wirken und die SNB ihren Leitzins im gesamten Prognosezeitraum bei 0% belassen dürfte.

Ambivalentes Bild für Unternehmen

Aus Sicht der Unternehmen entsteht damit ein ambivalentes Bild: Einerseits profitieren sie von insgesamt sinkenden Länderrisiken und robusteren Rahmenbedingungen in vielen Märkten, andererseits zwingt die Häufung von Downgrades in grossen Volkswirtschaften zu einem deutlich selektiveren, länderspezifischen Risikomanagement. Allianz Trade plädiert für einen vorausschauenden Ansatz, der über die Rating-Headline hinausgeht und insbesondere Transfer- und Konvertibilitätsrisiken, fiskalische Entwicklung und handelspolitische Risiken laufend überwacht, um Wendepunkte frühzeitig zu erkennen und Vermögenswerte zu schützen.

Quelle: Allianz Trade

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/globale-laenderrisiken-sinken-trotz-intensiver-handelsspannungen/

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