«Wir unterhalten mit Leichtigkeit, nicht mit Lärm» – Interview mit Marketing-Chefin Victoria Rispy zum Relaunch von 20 Minuten

Victoria Rispy spricht im Interview über die digitale Transformation bei 20 Minuten, das neue Selbstverständnis als Medienmarke und warum echte Magie manchmal hilfreich gewesen wäre – Klartext und Visionen einer Marketingchefin, die vieles neu denkt und noch mehr bewegen will.

Victoria Rispy, Head of Marketing 20 Minuten (Foto: 20min/Marco Zangger).

m&k: Victoria Rispy, Sie sind erst im Januar 2025 bei 20 Minuten gestartet, nur 9 Monate später tritt 20 Minuten mit neuem visuellen Auftritt, überarbeitetem Digitalprodukt und einer neuen Werbekampagne auf. Können Sie zaubern?

Victoria Rispy: Schon bei meinem Einstieg bei 20 Minuten war klar, dass meinem Marketing-Team und mir eine intensive, aber extrem spannende Zeit bevorsteht. Der Schritt in die digitale Zukunft hat sich bereits abgezeichnet, auch wenn noch nicht klar war, wann die Printzeitung von 20 Minuten eingestellt werden wird. Wir haben gemeinsam mit der internationalen Agentur Prophet begonnen, intensiv an der Positionierung von 20 Minuten zu arbeiten und auf dieser Basis folgten dann die nächsten Schritte: neuer visueller Auftritt und neue Kampagne. Parallel hat das Produkt-Team zusammen mit der Redaktion mit Hochdruck an der neuen App und Webauftritt von 20 Minuten und 20 Minutes gearbeitet, während der Werbemarkt an neuen Formaten und Umfeldern für den Werbemarkt getüftelt hat. Da mussten alle Zahnräder perfekt ineinandergreifen, um so einen umfassenden Relaunch in wenigen Monaten zu schaffen. Zaubern hätte manchmal tatsächlich geholfen!

Sie sprechen die neue Positionierung an. Wie positioniert sich 20 Minuten neu? Was verändert sich?

Wir positionieren uns als eine eigene Kategorie in der Medienlandschaft und vereinen die besten Aspekte von Traditionsmedien, populären Medien und Social Media. Damit bieten wir den Leserinnen und Lesern einen perfekten Content-Mix aus News, Unterhaltung und Inspiration. Wir unterhalten mit Leichtigkeit, nicht mit Lärm. Unser Journalismus bleibt weiterhin kompakt, einfach verständlich und neutral, sodass sich die Menschen eine eigene Meinung bilden können. Die neue App und das Layout bieten unserer Publizistik, die wir laufend weiterentwickelt und geschärft haben, nun die passende Bühne.

Was steckt hinter dem neuen Auftritt? Wieso kommt der gerade jetzt?

Wir glauben, dass das Ende unserer Printausgabe der richtige Zeitpunkt ist, um der digitalen Ausgabe von 20 Minuten ein Upgrade zu verleihen. Mit dem Print fällt ein Stück Tradition, aber auch Sichtbarkeit weg. Wir haben eine hervorragende Führungsposition im digitalen Nutzermarkt und konnten uns in den vergangenen Jahren betreffend Traffic weiter von den Mitbewerbern abheben. Dennoch möchten wir unseren Nutzerinnen und Nutzern in unserer rein digitalen Zukunft eine noch einfacher zu benutzende App, neue Möglichkeiten und nicht zuletzt ein aufgeräumtes, zeitgemässes und attraktives Design bieten. Auch unser neues Logo ist ein Schritt in die digitale Zukunft, ohne das Erbe zu leugnen.

Was war speziell an Design Refresh?

Bei der Ausarbeitung des Designsystems haben wir auf unsere einzigartige Brand Heritage und gleichzeitig auch auf höchstmögliche Flexibilität ein hohes Augenmerk gelegt. Wir stehen am Anfang der neuen digitalen Ära von 20 Minuten und müssen diese neue Zukunft auch im Design antizipieren. Wichtig war dabei, dass unser Design vom kleinsten Icon in der App bis zum XXL-Megaposter in der Marketing-Kommunikation eine hohe Wiedererkennbarkeit hat. Dazu haben wir unser Signature Shape «The 20 Tile» entwickelt – ein Schlüsselelement, das sich vom Logo ableitet und sich auf unterschiedlichsten Ebenen einsetzen lässt: als visuelles Raster, als Container für Inhalte oder als markanter grafischer Akzent. Dadurch entsteht eine konsistente, aber zugleich dynamische Designsprache, die 20 Minuten klar identifizierbar macht und genügend Spielraum für künftige Weiterentwicklungen bietet.

Wie sind Sie dabei vorgegangen?

Es war für uns zentral, zuerst herauszufinden, wie weit wir mit Modernisierung überhaupt gehen möchten. Wir haben sehr schnell gespürt, dass wir als eine der bekanntesten Marken im Land mit so viel Brand Equity wie möglich in die neue Ära starten wollen. Deshalb sind wir sehr behutsam vorgegangen und haben zunächst die zentralen Core Brand Assets herausgearbeitet.

Ein weiterer Game Changer war die breite Handover-Phase: Gemeinsam mit dem Designteam der Agentur Prophet aus London und unserem eigenen Design- und Product-Team in Zürich haben wir die Assets „made to measure“ entwickelt – also so angepasst, dass sie exakt zu den Bedürfnissen von 20 Minuten passen. Auf diese Weise konnten wir sicherstellen, dass der neue Auftritt nicht nur visuell stark ist, sondern auch in der täglichen Umsetzung reibungslos funktioniert.

Wieso haben Sie das alles aufs Mal umgesetzt?

Wir wollten unsere Nutzerinnen und Nutzer sowie die Werbekunden mit einem “Big Bang” überraschen, bei dem neues Produkt, Logo, Angebote für den Werbemarkt und eine neue Werbekampagne gleichzeitig auf den Markt kommen und für Aufsehen sorgen. Eine neue Ära beginnt nicht alle Tage, die wollten wir auch entsprechend aufmerksamkeitsstark einläuten.

Sie haben für die Realisierung der Kampagne mit Star-Werbern Thomas Wildberger und Thomas Schöb zusammengearbeitet. Wie kam es dazu?

ADC-Präsident Thomas Wildberger und 20-Minuten-CEO Bernhard Brechbühl haben schon in der Vergangenheit zusammengearbeitet und waren darum über die Jahre sporadisch im Austausch. Thomas Wildberger und Thomas Schöb haben die Kampagnen-Idee spontan gepitcht, die Zeit war damals aber noch nicht reif. Mit dem Entscheid, in Zukunft auf Papier zu verzichten und den Schritt in eine rein digitale Ära zu wagen, hat 20 Minuten eine Kampagne gesucht, die frisch, überraschend und anders ist. Da kamen die beiden ins Spiel. Die Agentur Prophet, unter deren Dach die beiden arbeiten, war die perfekte Partnerin für die Entwicklung unserer neuen Positionierung, des neuen Markenauftritts und der Kampagne.

Die Kampagne fällt auf. Ist der neue Claim absichtlich auch etwas provokativ? Was steckt dahinter?

Eine gute Kampagne, die Aufmerksamkeit generiert, muss mutig sein und ein Stück weit auch anecken. Klassischerweise sprechen Werbekampagnen über das Produkt oder die Firma selbst und preisen deren Mehrwert an. Uns überzeugte der ganz andere Ansatz: Wir haben ganz bewusst unsere Nutzerinnen und Nutzer ins Zentrum gestellt und sie zu den Heroes des Alltags gemacht. Was passiert mit ihnen, wenn sie lesen? Sie werden aufmerksam und wirken durch das erworbene Wissen attraktiver oder eben sexy. Die Kampagne ist im Prinzip Gattungswerbung für das Lesen allgemein.

Ist der Claim: «Lesen macht sexy» nicht etwas zu eng gefasst? 20 Minuten beinhaltet ja nicht nur geschriebene Artikel, sondern auch Videos, Spiele etc.?

Nicht nur die geschriebenen Artikel sind beliebt bei unserer Leserschaft. Auch zeitgemässes Videostorytelling bedient sich stark an einem Mix aus Text, Grafik und Bewegtbild – auch in bewegter Form wird noch sehr viel gelesen. Das wollten wir hier ins Zentrum rücken.

Für den Spot haben Sie den bekannten Filmregisseur Simon Verhoeven engagiert. Die Fotos hat Anoush Abrar, ein Westschweizer Starfotograf, aufgenommen. Wie verlief diese Zusammenarbeit?

Die Zusammenarbeit war extrem inspirierend! Auch wenn die Spots ganz kurz sind, die Bilder, Bildsprache, Models, Settings sind alle sorgfältig ausgewählt. Es zählt jedes Detail.  Wir wollten die Verwandlung eines Menschen, die beim Lesen geschieht, in perfekter Ästhetik einfangen. Anoush Abrar und Simon Verhoeven haben das sofort verstanden und perfekt umgesetzt.

Wie muss man sich die Dreharbeiten/Fotoshootings vorstellen? Wo wurden diese aufgenommen? Was hat sie besonders beeindruckt?

Wir haben in Zürich im Kreis 5 gedreht – zufälligerweise genau in dem Quartier, in dem ich selbst wohne. Besonders schön war, dass ich dabei ganz neue Seiten meiner Nachbarschaft entdeckt habe. Das Team hat mich enorm beeindruckt: Alle sind die sprichwörtliche Extrameile gegangen, haben unzählige Varianten ausprobiert und so unglaublich viel starkes Material produziert. Diese Professionalität verbunden mit der spürbaren Freude am Set war etwas Besonderes. Und genau in dieser Atmosphäre konnten wir live erleben, wie sich beim Lesen etwas verändert – wie Menschen plötzlich offener, präsenter wirken und eine besondere Ausstrahlung entwickeln. Diesen Moment so authentisch einzufangen, war für mich ein echtes Highlight.

Welche weiteren Neuigkeiten aus dem Marketing dürfen wir in naher Zukunft von 20 Minuten erwarten?

Mit dem Brand Refresh und der neuen Image-Kampagne haben wir eine starke Grundlage gelegt. Jetzt können wir tiefer in die taktische Marketing-Kommunikation eintauchen. Dabei wollen wir weiterhin mutige Wege gehen, den Dialog mit unserer Community weiter vertiefen und unsere Werbekunden mit überraschenden Ideen begeistern. Für unsere Nutzerinnen und Nutzer wollen wir Momente schaffen, die unsere Marke erlebbar machen und 20 Minuten noch stärker in den Herzen der Schweizerinnen und Schweizer verankert.

Sieben Security-Mythen und ihre fatale Wirkung

Cohesity, ein führender Anbieter von Lösungen für KI-gestützte Datensicherheit, hat in einer Umfrage unter 1000 Mitarbeitenden in Deutschland das Wissen zum Thema IT-Sicherheit untersucht. Dabei wurden einige gefährliche Mythen aufgedeckt, die für Unternehmen schwerwiegende Folgen haben können.

Nur schon diese vier Security-Mythen haben es in sich… (Grafik: Cohesity)

Auch wenn die Umfrage in Deutschland durchgeführt wurde: Vieles davon dürfte auch in vielen Schweizer Unternehmen nicht ganz unbekannt sein. Wobei einige dieser Mythen doch eine gewisse Naivität voraussetzen, die (hoffentlich) an den meisten Orten der Vergangenheit angehört:

Mythos 1: „Für unser Unternehmen besteht keine Gefahr“

Laut der Umfrage unterschätzen deutsche Mitarbeitende deutlich die Gefahren für das eigene Unternehmen. So glauben 53 Prozent nicht, dass ein Ransomware-Angriff die Geschäftsprozesse ihres Unternehmens lahmlegen könnte. 24 Prozent sehen keinen möglichen Imageschaden und 18 Prozent keine Beeinträchtigung des Umsatzes. Dies liegt wohl an zu grossem Vertrauen in die Sicherheitssysteme des Unternehmens. Doch diese können nicht alle Angriffe blockieren. So lassen sich etwa mit Hilfe von KI auf Basis allgemein verfügbarer Informationen in sozialen Medien individuelle Botschaften an Mitarbeitende automatisch erstellen und versenden. Diese Phishing-Angriffe sind sowohl für die Opfer als auch die Abwehrsysteme immer schwerer zu erkennen.

Mythos 2: „Nur grosse Firmen werden angegriffen“

15 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass nur große Unternehmen angegriffen werden. Mehrere aktuelle Fälle zeigen jedoch eindeutig, dass auch mittelständische deutsche Firmen regelmäßig von Ransomware-Attacken betroffen sind und sogar insolvent werden können. Diese Fehleinschätzung der Gefahrenlage zeigt, dass viele Mitarbeitende immer noch davon ausgehen, Cyberkriminelle würden gezielt bestimmte Firmen angreifen. Doch automatische Tools und KI haben die Situation grundlegend verändert. Heute scannen Hacker das gesamte Internet auf mögliche Sicherheitslücken und greifen wahllos jedes Unternehmen an, das eine offene Schwachstelle aufweist.

Mythos 3: „Macs, USB-Geräte und selbst WLANs sind sicher“

Ein ähnlich veralteter Wissensstand zeigt sich bei der Einschätzung der Gerätesicherheit. So glauben nur 36 Prozent der Deutschen, dass Mac-Geräte angreifbar sind. Ihre höhere Sicherheit gegenüber Windows-Geräten in den 1980er- und 1990er-Jahren lag jedoch daran, dass es sich damals um abgeschlossene Systeme handelte, die nicht mit dem Internet verbunden waren. Bei anderen Geräten sieht es nicht viel besser aus: nur 41 Prozent halten Mobiltelefone für gefährdet, 49 Prozent USB-Geräte und je 52 Prozent Collaboration-Plattformen sowie WiFi. Selbst bei PCs und Websites bleiben die Nennungen unter zwei Drittel, obwohl alle diese Systeme in der Praxis für Angriffe genutzt werden.

Mythos 4: „Security ist IT-Sache“

Ein Grund für diese Haltung ist mangelndes Verantwortungsbewusstsein: Die meisten Befragten sehen im IT- (39 Prozent) oder Cybersecurity-Team (34 Prozent) die Hauptverantwortlichen für den Schutz des Unternehmens. Nur 10 Prozent sind sich darüber im Klaren, dass jeder im Unternehmen gleichermassen für die Sicherheit verantwortlich ist. Schliesslich kann schon ein unvorsichtiger Klick auf einen Link verherenden Schaden für das Unternehmen verursachen. Denn selbst die modernsten Sicherheitssysteme erkennen nicht 100 Prozent aller Gefahren.

Mythos 5: „Unternehmen sollten Lösegeld zahlen“

Nach einem Ransomware-Angriff sehen viele Mitarbeitende das Bezahlen des geforderten Lösegelds als schnellsten Weg zur Wiederherstellung der Daten. 13 Prozent glauben sogar, die Begleichung der Forderung würde auf jeden Fall die Daten wieder unversehrt zurückbringen. In Wirklichkeit gibt es jedoch keinerlei Garantie, dass Cyberkriminelle ihr Versprechen halten. Und selbst wenn sie eine Entschlüsselung anbieten, erhalten die betroffenen Unternehmen oft nicht alle Daten unbeschädigt wieder zurück.

Mythos 6: „Patches reichen aus“

Zeitnahe Updates sind ein wichtiges Instrument, um sich vor Angriffen zu schützen. Doch sie wiegen Mitarbeitende auch in falscher Sicherheit. So glauben 80 Prozent, das eigene Unternehmen hätte ausreichende Security-Massnahmen, um gefährliche Cyberangriffe zu verhindern. Doch Patches oder auch bestehende Firewalls und Intrusion-Prevention-Lösungen reichen nicht aus. Denn sie können oft keine Zero-Day-Attacken abwehren, die unbekannte oder kürzlich entdeckte Schwachstellen ausnutzen, für die es noch keine Patches oder Virensignaturen gibt. Zudem steigt die Gefahr neuartiger und sich ständig verändernder Angriffe durch KI-Systeme erheblich. Daher müssen auch Lösungen zur Anomalie-Erkennung, Multifaktor-Authentifizierung und rollenbasierte Zugriffskontrollen zum Einsatz kommen.

Mythos 7: „Backups stellen alle Daten wieder her“

Zu zuversichtlich sind Mitarbeitende in Deutschland beim Thema Recovery. So vertrauen 78 Prozent darauf, dass sich ihr Unternehmen von einem gefährlichen Cyberangriff wieder erholen kann. Backups können hier zwar eine wichtige Rolle spielen, aber nur dann, wenn sie nicht ebenfalls angegriffen und verändert wurden. Cyberkriminelle haben dies erkannt und verschlüsseln häufig zuerst die Backup-Daten, damit das Opfer sie nicht einfach wieder aufspielen kann. Unternehmen benötigen daher unveränderliche Backups, einen sicheren Cyber-Tresor und einen Clean Room, der die wichtigsten Anwendungen, Daten und Systeme zur Wiederherstellung enthält.

Quelle: Cohesity

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/sieben-security-mythen-und-ihre-fatale-wirkung/

Twint-Mitbegründer Michael Hügli wird Head of Marketing von Comparis

Die Comparis-Gruppe erweitert ihre Geschäftsleitung: Ab 1. November 2025 übernimmt Michael Hügli die neu geschaffene Position als Head of Marketing beim Schweizer Online-Vergleichsdienst.

Hügli ist Mitbegründer des Digitalbezahlsystems Twint und führt aktuell die Mobiliar-Tochter Buildigo AG, eine Plattform zur Vermittlung von Handwerkern. Mit seiner Erfahrung in der digitalen Produktentwicklung und im Marketing soll er die Weiterentwicklung von Comparis im Zeitalter von Generative AI vorantreiben.

«Michael Hügli bringt hervorragende Voraussetzungen mit, um den User-Nutzen nochmals signifikant zu steigern», sagt Comparis-CEO Ingo Kopido.

Comparis zählt mit über 80 Millionen Besuchen pro Jahr zu den meistgenutzten Schweizer Websites. Neben dem klassischen Fokus auf Krankenkassen- und Versicherungsvergleiche betreibt das Unternehmen heute auch das grösste Immobilienportal der Schweiz. Seit seiner Gründung 1996 durch Richard Eisler setzt Comparis auf Markttransparenz, um Konsumentinnen und Konsumenten bei Entscheidungen zu unterstützen.

 

Bachelorarbeit zu Frauen im Top-Management: HWZ-Nachhaltigkeitspreis für Sina Wespi

Die HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich zeichnet Sina Wespi mit dem diesjährigen Nachhaltigkeitspreis für ihre Bachelorarbeit zum Thema Frauen im Top-Management aus. Sie zeigt, wie Coaching, Mentoring und Networking gemeinsam den Aufstieg von Frauen ins Top-Management nachhaltig fördern können.

Preisübergabe mit Brian Rüeger, Claude Meier, Sina Wespi, Stephan Lienin (von links nach rechts).

Der Preis wurde im Rahmen der Bachelor-Diplomfeier und erstmals in Zusammenarbeit mit dem international tätigen Beratungsunternehmen Sustainserv übergeben.

 Noch immer sind Frauen in den obersten Führungsetagen der Schweizer Wirtschaft stark unterrepräsentiert. 2024 lag ihr Anteil in den Geschäftsleitungen der 100 grössten Unternehmen bei lediglich 20 Prozent. Mit dieser Ausgangslage setzte sich Sina Wespi in ihrer Bachelorarbeit im Studiengang Business Administration an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich auseinander. Sie untersuchte, wie Coaching, Mentoring und Networking die Entwicklung weiblicher Führungskompetenzen in der Finanz- und Versicherungsbranche beeinflussen – einer Branche, die traditionell besonders männlich geprägt ist.

Basierend auf Interviews mit acht C-Level-Managerinnen zeigt Sina Wespi, dass die drei Massnahmen im Zusammenspiel deutlich wirksamer sind als einzeln angewandt. Ihre Handlungsempfehlungen reichen von der Etablierung von Coaching entlang zentraler Karrierephasen über flexible und sorgfältig gestaltete Mentoring-Programme bis hin zur gezielten Förderung von Networking-Plattformen. Damit liefert die Arbeit praxisrelevante Impulse für Unternehmen und für Frauen mit Führungsambitionen.

Gemeinsames Engagement für nachhaltige Führung

Die Bachelorarbeit von Sina Wespi leistet einen innovativen Beitrag zum Diskurs über soziale Nachhaltigkeit. Sie verdeutlicht, wie Unternehmen Verantwortung übernehmen können, indem sie Potenziale weiblicher Führungskräfte gezielt fördern. Damit adressiert die Arbeit ein Kernthema des Nachhaltigkeitspreises der HWZ: verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln gegenüber Mitarbeitenden und Anspruchsgruppen.

Sina Wespi verdeutlicht: «Nachhaltigkeit beginnt dort, wo Unternehmen Verantwortung für Strukturen und die Entfaltung von Potenzial übernehmen. In meiner Bachelorarbeit habe ich untersucht, wie Coaching, Mentoring und Networking als strategische Hebel weibliche Führungskräfte auf C-Level fördern – mit dem Ziel, Gleichstellung nicht nur als Wert, sondern als unternehmerischen Erfolgsfaktor zu verstehen. Der Nachhaltigkeitspreis bestärkt mich darin, Exzellenz und gesellschaftliche Wirkung konsequent zusammenzudenken.»

Sustainserv als neue Partnerin des HWZ Nachhaltigkeitspreises

Der Nachhaltigkeitspreis wurde an der HWZ bereits zum siebten Mal verliehen, 2025 erstmals in Partnerschaft mit Sustainserv. Das Beratungsunternehmen unterstützt weltweit Kund:innen dabei, Nachhaltigkeit in Strategien, Geschäftsprozesse und Kommunikation zu integrieren. «Indem wir den Nachwuchs im Nachhaltigkeitsbereich fördern, möchten wir dazu beitragen, dass junge Menschen Nachhaltigkeitsziele in Unternehmen einbringen und weiterentwickeln», betont Dr. Stephan Lienin, Managing Partner bei Sustainserv. Gemeinsam mit der HWZ setzt sich das Beratungsunternehmen dafür ein, das Bewusstsein für ökologische, soziale und ökonomische Verantwortung in der zukünftigen Führungsgeneration zu verankern.

Für den Förderpreis berücksichtigt werden Bachelorarbeiten, die nachhaltiges unternehmerisches Handeln in der Geschäftstätigkeit, im Umgang mit Mitarbeitenden oder in der Zusammenarbeit mit weiteren Anspruchsgruppen thematisieren. Auch Arbeiten zu ökologischen Fragen oder Geschäftsideen mit Fokus auf unternehmerische Nachhaltigkeit können eingereicht werden.

Quelle: www.fh-hwz.ch

Umwelt Arena Schweiz mit neuer Website online

Die Stiftung Umwelt Arena Schweiz hat am 1. Oktober 2025 ihren neuen Webauftritt lanciert. Die Website präsentiert sich in frischem Design, mit klarer Nutzerführung, optimierter Mobile-Version und stärkerer Fokussierung auf die verschiedenen Zielgruppen.

Mit dem Relaunch von www.umweltarena.ch will die Umwelt Arena ihre Besucher:innen schneller und gezielter zu relevanten Inhalten führen und gleichzeitig Ausstellern und Partnern eine noch attraktivere Kommunikationsplattform bieten. Die neue Website wurde technisch und visuell durch die Agentur ps-media GmbH umgesetzt.

Für den neuen Webheader-Film zeichnete die Halsundbeinbruch Film GmbH verantwortlich, ein langjähriger Partner der Umwelt Arena. Verantwortlich seitens Stiftung Umwelt Arena Schweiz sind Monika Sigg (Leitung Marketing/Kommunikation) und Rena Schenker (Mediamatikerin).

 

Baloise-Studie: Weniger als die Hälfte der Schweizer kann Geld sparen

Trotz hohem Bewusstsein für die Bedeutung von Sparen gelingt es weniger als der Hälfte der Schweizer Bevölkerung, regelmässig Geld zur Seite zu legen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Baloise und dem Marktforschungsinstitut YouGov, für die 2’032 Personen im Alter von 15 bis 79 Jahren befragt wurden.

Während 79 Prozent Sparen als wichtig einschätzen, konnten in den vergangenen sechs Monaten nur 47 Prozent tatsächlich Geld beiseitelegen. Besonders stark wird in der Deutschschweiz gespart (50 Prozent), deutlich weniger in der Romandie (41 Prozent) und im Tessin (31 Prozent). Wichtigster Beweggrund ist die Absicherung gegen unvorhergesehene Ausgaben (71 Prozent). Jüngere unter 30 Jahren sparen häufiger für Wohneigentum.

Vorsorge: Sparkonto bleibt Favorit

Bei den Vorsorgelösungen dominiert nach wie vor das klassische Sparkonto (71 Prozent). Mehr als die Hälfte verfügt zudem über ein 3a-Konto, jedoch setzen nur 31 Prozent auf eine Wertschriftenlösung. Vor allem die 15- bis 22-Jährigen zeigen eine Affinität für moderne Anlageformen: 39 Prozent nutzen Aktien- oder ETF-Sparpläne.

Finanzwissen mit Lücken

Trotz regem Interesse an Finanzthemen stufen 60 Prozent ihr Wissen höchstens als mittelmässig ein. 69 Prozent kritisieren die unzureichende Vermittlung von Finanzkompetenz in der Schule. Drei Viertel der Befragten wünschen sich, dass Finanz- und Vorsorgethemen bereits im Unterricht stärker verankert werden.

Unsicherheit über die Zukunft

Heute fühlen sich 57 Prozent finanziell wohl, beim Blick nach vorne sinkt dieser Anteil jedoch auf 44 Prozent. Hauptsorgen sind die Stabilität des Vorsorgesystems (24 Prozent) und mögliche Rentenlücken (20 Prozent). Besonders ausgeprägt ist die Skepsis in der Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen.

Frühpensionierung bleibt Wunschdenken

Mehr als jede zweite Person unter 65 träumt von einer Frühpensionierung – doch nur 11 Prozent unternehmen konkrete Schritte. Rückblickend geben 37 Prozent der über 65-Jährigen an, ihre Vorsorgeplanung anders angehen zu wollen.

Beratung weiterhin zentral

Trotz wachsender digitaler Angebote bleibt der persönliche Austausch entscheidend: 53 Prozent haben bereits eine klassische Beratung bei Bank oder Versicherung genutzt. Vor allem Jüngere zeigen aber zunehmende Offenheit für digitale Formate.

Die Studie zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen finanziellen Wünschen und konkreter Umsetzung. «Diese Sorgen können durch eine proaktive Finanzplanung, wie sie Baloise mit ihrem Insurbanking-Modell anbietet, deutlich reduziert werden;, sagt Clemens Markstein, CEO von Baloise Schweiz. Frühzeitige Vorsorge und finanzielle Bildung gelten als entscheidend, um die Kluft zwischen Wunsch und Realität zu verkleinern.

Stiftung Schweiz wird zu Spheriq

Die vor sechs Jahren lancierte Plattform StiftungSchweiz tritt neu unter dem Namen Spheriq auf und fokussiert auf die Rolle als digitale Infrastruktur für den gemeinnützigen Sektor. Neu zeigen «Fit» und «Hope» auf einen Blick, welche Nonprofits und Förderstiftungen zueinander passen.

Florence Schnydrig Moser, Leiterin Private Banking der Zürcher Kantonalbank und Verwaltungsratspräsidentin von Spheriq, und Stefan Schöbi, CEO von Spheriq, freuen sich über den neuen Auftritt der Plattform. (Bild: Jasmin Frei)

«Spheriq steht für einen vernetzten und sicheren digitalen Raum, in dem gute Ideen die richtigen Partner finden und Wirkung entfalten», fasst Verwaltungsratspräsidentin Florence Schnydrig Moser zusammen. Der neue Name vereint zwei Leitgedanken: Sphäre für die Vielfalt der gesellschaftlichen Wirkungsfelder, in denen Philanthropie wirkt, und IQ für Daten- und Technologiekompetenz. Auch die Philanthropy Services AG, Betreiberin von StiftungSchweiz, tritt künftig als Spheriq AG auf.

Neben der Digitalisierungsinitiative mit SwissFoundations profitieren neu auch proFonds-Mitglieder im Rahmen einer Verbandspartnerschaft von den Vorteilen der Plattform. Damit wird Spheriq noch stärker im gemeinnützigen Ökosystem verankert.

Schweiz als globaler Hotspot der Philanthropie

Die Schweiz zählt weltweit zur Spitze bei Stiftungsdichte und zivilgesellschaftlichem Engagement – vom Vereinswesen bis zu internationalen NGOs. Mit 15 Stiftungen pro 10’000 Einwohner, sechsmal mehr als in den USA, mit über 140 Milliarden Franken Stiftungsvermögen und über 20’000 gemeinnützigen Vereinen prägt die Schweiz die internationale Philanthropie.

In diesem Umfeld hat sich StiftungSchweiz in den vergangenen Jahren als grösste Philanthropie-Plattform etabliert. Mit dem Relaunch unter dem Namen Spheriq wird die Rolle als digitale Infrastruktur für den gemeinnützigen Sektor gezielt gestärkt. Damit schafft Spheriq die Basis für eine neue Qualität der digitalen Zusammenarbeit im Sektor.

Effektiver fördern und fundraisen

«Einfach effektiver» – dieses Motto bringt die geschärfte Mission von Spheriq auf den Punkt: Clevere digitale Werkzeuge, die Komplexität reduzieren und Wirkung erhöhen, sei es beim Fördern, Fundraisen, Netzwerken oder Spenden. Mit dem Relaunch kommt ein zusätzliches Level der Unterstützung hinzu: Das Akteursverzeichnis zeigt neu mit den Bewertungen «Fit» und «Hope», wie gut Organisationen zusammenpassen – und wie realistisch eine erfolgreiche Partnerschaft ist.

Spheriq richtet sich damit sowohl an fördernde Organisationen als auch an Vereine, Expert:innen und Spender:innen und schafft für alle Zielgruppen – über die klassische Stiftungsphilanthropie hinaus – Anschluss ans digitale Zeitalter. Mit Tools für die Kommunikation, Recherche, Förderabwicklung und für Gesuchs- und Boardmanagement sowie mit datenbasierten Insights bietet Spheriq die essenziellen Instrumente und Grundlagen für eine wirkungsvolle digitale Philanthropie.

Breite Vernetzung und starke Partner

Die Weiterentwicklung dieser Werkzeuge erfolgt zusammen mit Fachverbänden und wissenschaftlichen Partnern und im Rahmen der gemeinsamen Digitalisierungsinitiative mit SwissFoundations: Neu stellt proFonds, der Dachverband der gemeinnützigen Stiftungen der Schweiz, sein Mitgliedsangebot ergänzend auch digital über Spheriq bereit. Zudem verstärkt Spheriq die Präsenz in der Westschweiz und im Tessin und baut die Kooperation mit regionalen, nationalen und internationalen Dachorganisationen weiter aus.

Vertrauen in KI in der Schweiz hoch, aber Öffentlichkeit erkennt täglichen Einsatz nicht

Laut einer neuen Umfrage von Equinix, einem globalen Unternehmen für digitale Infrastruktur, nutzen Menschen in der Schweiz täglich künstliche Intelligenz, ohne sich dessen bewusst zu sein. Tatsächlich geben nur 38 % der befragten Schweizer:innen an, diese Technologie täglich einzusetzen.

Das «Zeitalter der Intelligenz» ist angebrochen. Diesen Schluss zieht Equinix aus den Resultaten einer Umfrage. (Bild: Depositphotos.com)

Von alltäglichen Anwendungen wie Google-Suchen und Gesundheits-Trackern bis hin zu den unsichtbaren Vorteilen in der Arzneimittelforschung oder Rentenplanung: KI ist bereits fest in unserem Alltag verankert. Ein Grossteil der befragten Schweizer:innen ist überzeugt, dass sie verstehen, wie KI funktioniert (67 %), doch nur 38 % geben an, täglich KI-gestützte Dienste oder Anwendungen zu nutzen. 12 % sagen sogar, dass sie diese nie nutzen, was eine deutliche Wissenslücke im öffentlichen Verständnis dieser aufstrebenden Technologie offenbart.

KI als am schnellsten akzeptierte neue Technologie

Die Umfrage, die Erkenntnisse von 6’000 Befragten aus der Schweiz, Finnland, Deutschland, Spanien, Schweden und Grossbritannien umfasst, ergab, dass überraschende 77 % der Menschen in dieser Region keine Bedenken hinsichtlich der zunehmenden Bedeutung künstlicher Intelligenz in der Gesellschaft haben. In der Schweiz sind es sogar 82 %. Tatsächlich haben zwei Drittel der Menschen vor Ort bereits Vertrauen in KI. Im Vergleich zu den anfänglichen Vertrauenswerten früherer Innovationen wie dem Internet oder dem Mobiltelefon deutet dies darauf hin, dass KI die am schnellsten akzeptierte neue Technologie in der modernen Geschichte sein wird.

Bruce Owen, EMEA President, Equinix stellt fest: «KI befindet sich bereits in Ihrer Hosentasche, an Ihrem Handgelenk und in Ihrem Posteingang, aber diese Daten zeigen, dass die meisten Menschen sich dessen nicht bewusst sind. Wenn wir das wahre Potenzial der KI ausschöpfen wollen, müssen wir besser verstehen, wie wir sie bereits nutzen. Innovation beginnt mit Bildung.»

Verständnis verbessern

Historisch gesehen war jede grosse Innovation mit Unsicherheit und Missverständnissen verbunden, vom Aufkommen des Internets bis hin zu den Mobiltelefonen, die wir heute überallhin mitnehmen. Dennoch sind all diese Technologien zu einem wesentlichen Bestandteil unseres Lebens und Arbeitens geworden. Sie haben enorme Innovationen und Auswirkungen in wichtigen Bereichen der Gesellschaft wie Kommunikation, Gesundheitswesen, Unterhaltung und anderen Bereichen ausgelöst.

Da das Vertrauen der Verbraucher in KI bereits jetzt über dem historischen Trend liegt und diesem entgegenläuft, deuten die Daten auf eine Chance für eine neue Ära der Innovation hin. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, ist es nun unerlässlich, das Verständnis dafür zu verbessern, was KI ist, wie sie funktioniert und was sie bereits für uns leistet.

Zeitalter der Intelligenz angebrochen?

Weitere wichtige Ergebnisse der Umfrage zeigen:

  • Über die Hälfte der Befragten in EMEA (56 %) sind überzeugt, dass sie verstehen, wie KI funktioniert. In der Schweiz ist dieser Anteil sogar noch höher: 67 % der Befragten haben Vertrauen in diese Technologie.
  • Das Vertrauen variiert stark zwischen den Altersgruppen: 72 % (CH: 73 %) der unter 35-Jährigen sind zuversichtlich, gegenüber nur 41 % der über 55-Jährigen. In der Schweiz ist dieser Altersunterschied weniger ausgeprägt: 57 % der über 55-Jährigen geben an, Vertrauen in die Technologie zu haben.
  • Es besteht ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern: 62 % der Männer geben an, Vertrauen in KI zu haben, gegenüber nur 50 % der Frauen. Die Zahlen für die Schweiz zeigen eine grössere Zuversicht: 71 % der Männer gaben an, Vertrauen zu haben, gegenüber 63 % der weiblichen Befragten.
  • 4 von 5 (77 %) User in der EMEA-Region haben keine Bedenken oder Ängste hinsichtlich der wachsenden Rolle von KI in der Gesellschaft. Schweizer:innen stehen der Technologie noch positiver gegenüber: 82 % geben an, keine Angst oder Bedenken zu haben.
  • Nur ein Drittel (33 %) der User in der EMEA-Region gibt an, täglich KI-gestützte Dienste oder Anwendungen zu nutzen. In der Schweiz liegt dieser Wert bei 38 %, wobei ein Viertel (25 %) sowohl in der Schweiz als auch in der EMEA-Region angibt, KI bewusst mehrmals pro Woche zu nutzen.

Das «Zeitalter der Intelligenz» ist angebrochen, hält Equinix fest. KI spielt dabei eine Schlüsselrolle. Aber KI existiert nicht isoliert. Verteilte KI definiert bereits ganze Branchen neu, beschleunigt Entdeckungen und eröffnet unendliche Möglichkeiten. Innovation kann jedoch nur gedeihen, wenn die Öffentlichkeit besser informiert ist, damit die Technologie zugänglich ist, akzeptiert wird und effizient in grossem Massstab genutzt werden kann. «KI-Plattformen können nun Wirkstoffmoleküle entwickeln, die innerhalb von weniger als 18 Monaten statt mehreren Jahren die klinische Testphase erreichen», erläutert Bruce Owen. «Sie ermöglichen es intelligenten Thermostaten, tägliche Routinen und die Kohlenstoffintensität des Netzes zu lernen, um Energie und Kosten zu sparen, und sie können sogar die Lebensmittelqualität verbessern, indem sie Produktionsprozesse optimieren und Abfall reduzieren.»

Rechenzentren als Grundlage

Mit über 120 Rechenzentren in der EMEA-Region bildet Equinix die Grundlage für KI und die Vorteile, die sie der Gesellschaft bieten kann. Eine sichere, vernetzte Infrastruktur mit geringer Latenz ermöglicht es KI, ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Um den Fortschritt weiter voranzutreiben, hat Equinix kürzlich einen globalen KI-Testbereich (AI Proving Ground) eingerichtet, der Unternehmen eine dynamische Umgebung bietet, um mit führenden KI-Technologiepartnern zusammenzuarbeiten, gemeinsame Lösungen zu testen, Risiken zu reduzieren und die Markteinführungszeit zu verkürzen. «Ohne die Infrastruktur, die all dies verbindet, wären diese Fortschritte nicht möglich. Bei Equinix verbinden wir Menschen auf der ganzen Welt, aber Verbindung allein reicht nicht aus. Vertrauen ohne echtes Verständnis birgt die Gefahr, dass die Akzeptanz verlangsamt und das Potenzial der KI, das Gesundheitswesen, die Wirtschaft und die Gesellschaft zu verändern, eingeschränkt wird. Jetzt ist es an der Zeit, dass Regierungen und Industrie neben der Entwicklung der Infrastruktur auch der KI-Bildung Priorität einräumen, damit Innovationen mit Klarheit und nicht mit Verwirrung aufgenommen werden», schliesst Bruce Owen.

Quelle: Equinix

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/vertrauen-in-ki-in-der-schweiz-hoch-aber-oeffentlichkeit-erkennt-taeglichen-einsatz-nicht/

Übrigens … Manche Marken sterben nicht an Bedeutungsverlust, sondern an Beziehungslosigkeit

In unserer Kolumne «Übrigens…» sinnieren abwechselnd Laura Colledani und Klaus Ammon von Management Tools über Themen unserer Zeit. Diesmal: Gekauft, aber nicht gehört – Warum der Kunde innerlich längst weitergezogen ist.

Es gibt diesen Moment, den niemand plant. Er kommt nicht mit einem Knall, sondern mit einem Verstummen. Kampagnen laufen, Touchpoints sind bespielt, das Budget wurde freigegeben – und dennoch bleibt die Resonanz aus. Nicht nur in der Klickrate. Sondern tiefer. Da, wo sich eigentlich etwas regen müsste.

Viele Marken erleben das, ohne es so zu benennen. Stattdessen wird optimiert, rebranded, repositioniert. Als wäre der Verlust von Resonanz eine technische Störung, keine Beziehungskrise.

Doch genau das ist es: Eine stille Beziehungskrise. Marken, die einst Zugehörigkeit stifteten, wirken heute oft wie Sender ohne Gegenüber. Man hört sie, aber man fühlt sie nicht mehr. Der Konsument ist nicht unbedingt unzufrieden – er ist innerlich abwesend.

Und dieses „innere abwesend sein“ ist keine kurzfristige Reaktion, sondern ein langsamer Prozess. Es entsteht dort, wo Kommunikation zum Betriebsmittel wird. Wo Kampagnen nicht mehr aus einem Wollen entstehen, sondern aus einem Müssen. Wo Sprache an Funktion verliert, weil sie keine Spur mehr hinterlässt.

Wie es so weit kommt

In einer Welt, die ununterbrochen kommuniziert, fällt ein Verstummen schwer auf. Es ist kein Versagen der Lautstärke, sondern der Berührung. Wenn sich Sprache nur noch an Zielgruppen richtet, nicht an Menschen. Wenn Personalisierung zum mathematischen Trick wird, statt zu einer Geste des echten Interesses.

Marken verlieren den Menschen nicht durch Fehler. Sie verlieren ihn durch Gleichgültigkeit – oft unbeabsichtigt, aber systematisch. Es fehlt nicht an Wissen, sondern an Nähe.

Die Tools sind ausgefeilt, die Teams sind engagiert – aber die Beziehungsebene bleibt unberührt. Vielleicht weil sie in den Briefings gar nicht vorkommt. Oder – weil es kein KPI für «Stimmigkeit» gibt.

Was dann geschieht

Der Resonanzverlust bleibt selten folgenlos. Marken werden zwar noch gekauft, aber nicht mehr gemeint. Sie mutieren zur Funktion, zur Option im Dropdown-Menü. Austauschbar. Und irgendwann irrelevant.

Dann greifen die üblichen Reaktionsmuster: Mehr Analyse, mehr Tests, mehr Daten. Man fragt sich: Was fehlt? Aber man fragt selten: Wen haben wir verloren?

Und so entsteht ein gefährlicher Stillstand hinter der Betriebsamkeit.

Was jetzt gebraucht wird

Marken brauchen keinen neuen Claim. Sie brauchen ein anderes Ohr. Kein besseres Targeting, sondern eine andere Haltung. Es geht nicht um Aufmerksamkeit, sondern um Ansprechbarkeit. Nicht um den nächsten viralen Moment – sondern um das stille Wiederanknüpfen an das, was einmal war: Eine Beziehung.

Man kann das mit Consumer Listening bezeichnen. Oder einfach Zuhören nennen. Entscheidend ist nicht die Methode, sondern der Raum: Ein Raum, in dem Konsumenten nicht befragt, sondern gehört werden.

Und dieser Raum beginnt nicht mit Tools. Sondern mit der ehrlichen Frage: Wer sind wir – aus der Sicht der Kund*innen und Konsument*innen?

Übrigens …
Manche Marken sterben nicht an Bedeutungsverlust, sondern an Beziehungslosigkeit.

SaaS-Drittlösungen: Compliance-Herausforderungen bewältigen

Die Einhaltung von Richtlinien zur Datenaufbewahrung ist für Unternehmen unerlässlich, denn sie sorgt dafür, dass wertvolle Informationen sicher gespeichert und Branchenvorschriften – egal wie komplex sie sind – eingehalten werden. Diese Governance-Frameworks legen fest, wie Unternehmen sensible Daten verwalten – von deren Erstellung und aktiver Nutzung bis hin zur Archivierung oder Vernichtung.

Viele IT-Leiter kämpfen mit den versteckten Risiken der SaaS-Datenaufbewahrungsrichtlinien. (Bild: Depositphotos.com)

Heute verlassen sich viele Unternehmen auf SaaS-Anwendungen wie Microsoft 365, Salesforce und Google Workspace. Die Verlagerung von Prozessen und Daten in die Cloud hat jedoch eine gefährliche Lücke in die Zuverlässigkeit der Datenaufbewahrung gerissen, denn die standardmässigen Aufbewahrungsfunktionen der Drittanbieter entsprechen häufig nicht den Compliance-Anforderungen oder Datenschutzzielen. Das führt zu einer erheblichen Gefährdung von Unternehmen, die fälschlicherweise davon ausgehen, dass ihre SaaS-Anbieter ihre Aufbewahrungspflichten vollständig erfüllen.

Warum Datenaufbewahrungsrichtlinien in SaaS-Umgebungen wichtig sind

Helfen können effektive Richtlinien zur Datenaufbewahrung. Sie regeln den gesamten Lebenszyklus geschäftskritischer Informationen und legen klare Richtlinien für die Aufbewahrung fest – inklusiv Zeitrahmen, Speichermethoden und Löschprotokollen. Diese Richtlinien bilden ein Governance-Framework, das Unternehmen hilft, sich vor Compliance-Verstössen oder unerwarteten Datenverlusten zu schützen. Und das ist gar nicht so einfach, denn SaaS-Plattformen haben mit ihrer Komplexität die Datenmanagementlandschaft grundlegend verändert und neue Herausforderungen im Umgang mit den Daten mit sich gebracht. Wenn sich beispielsweise sensible Informationen in anbieterkontrollierten Cloud-Umgebungen und nicht vor Ort befinden, greifen herkömmliche Ansätze für die Data Governance zu kurz. Die Tatsache, dass sich SaaS-Daten vielfach an verschiedenen Orten befinden, manchmal nur eingeschränkt transparent und kontrollierbar sind, bringt erhebliche Schwierigkeiten für die Aufrechterhaltung konsistenter, konformer Aufbewahrungspraktiken mit sich.

Diese Herausforderung ist vor allem für Unternehmen in stark regulierten Branchen, mit strengen Compliance-Anforderungen sehr gross. Gesundheitsdienstleister etwa, die sich mit HIPAA-Anforderungen auseinandersetzen, Finanzinstitute, die sich an die FINRA-Vorschriften (in der Schweiz: FINMA) halten, und globale Unternehmen, die der DSGVO unterliegen, sehen sich mit spezifischen Compliance-Anforderungen konfrontiert, die von den standardmässigen SaaS-Einstellungen für die Anbieterbindung häufig nicht angemessen erfüllt werden. Diese Vorschriften erfordern in der Regel längere Aufbewahrungsfristen, detailliertere Kontrollmechanismen und robustere Audit-Funktionen als bei den meisten SaaS-Anwendungen üblich, wodurch eine kritische Lücke entsteht, die sofortige Aufmerksamkeit erfordert.

Anbieterspezifische Herausforderungen kennen, verstehen und umsetzen

Microsoft 365

Trotz des robusten Funktionsumfangs sollte man sich bewusst machen, dass die Datenaufbewahrung von Microsoft 365 begrenzt ist. Die Plattform hat Aufbewahrungseinschränkungen speziell für Exchange Online- und SharePoint-Daten, sodass möglicherweise nicht alle Compliance-Anforderungen von Unternehmen erfüllt werden.

 

Salesforce

Salesforce-Umgebungen bringen ihre ganz eigenen Herausforderungen mit sich. Unternehmen, die sich ausschließlich auf native Salesforce-Funktionen verlassen, sehen sich häufig mit erheblichen Compliance-Lücken konfrontiert, die sich aus den begrenzten Backup-Optionen der Plattform ergeben, die im Wesentlichen auf eine grundlegende „Papierkorb“-Funktion beschränkt sind, die nicht zu echten Aufbewahrungsmanagementfunktionen passt.

 

Google Workspace

In Google Workspace-Umgebungen gelten besondere Einschränkungen bei der Aufbewahrung für Gmail-Kommunikation, Drive-Dokumenten und Tabellendaten. Das wirkt sich vor allem auf verteilte Arbeitsszenarien aus, in denen geschäftskritische Informationen ständig erstellt und für Remote-Teams freigegeben werden. Google bietet zwar Aufbewahrungsfunktionen über Google Vault an, aber diese sind nicht identisch mit der Einhaltung von Datenschutzbestimmungen und eDisovery-Zwecken.

Es braucht eine umfassende Datenaufbewahrungsstrategie für SaaS-Anwendungen

Diese Beispiele zeigen: IT-Experten benötigen systematische Anleitungen und speziell entwickelte Tools zur Identifikation und Bewertung von Aufbewahrungslücken in SaaS-Umgebungen. Bei dieser Bewertung sollten die nativen Aufbewahrungsfunktionen jeder SaaS-Plattform im Hinblick auf die spezifischen regulatorischen Verpflichtungen des Unternehmens und die etablierten Data-Governance-Richtlinien gründlich untersucht werden.

Die zuverlässige Aufbewahrung ist ein wichtiges Element des Datenmanagements, das zwei Bedeutungsebene hat: Die eine bezieht sich auf die Aufbewahrung, d. h. den Zeitraum, in dem Sicherungsdaten in einer dedizierten Sicherungslösung gespeichert werden. Die andere bezieht sich darauf, wie lange eine Plattform wie Microsoft 365 oder andere primäre SaaS-Tools gelöschte Daten aufbewahren, bevor sie gelöscht werden. Die Verbindung zwischen diesen beiden Definitionen wird oft übersehen und unterstreicht den dringenden Bedarf an einer umfassenden Backup-Lösung, wie z.B. Arcserve SaaS Backup. Diese Lösung hilft diese Lücke zu schliessen, indem sie die Aufbewahrung aus der Backup-Perspektive sicher verwaltet. Es wird sichergestellt, dass gelöschte Daten weit über die Grenzen der Aufbewahrungsrichtlinie eines SaaS-Anbieters hinaus geschützt sind, was sowohl Sicherheit als auch ein leistungsstarkes Sicherheitsnetz für ein Unternehmen bietet. Arcserve SaaS Backup ist eine umfassende Cloud-native Cloud-to-Cloud-Backup-Lösung und kann in SaaS-Anwendungs-Clouds wie Microsoft Office 365, Entra ID, Microsoft Dynamics 365, Salesforce, Google Workspace und Zendesk gehostet werden.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/saas-drittloesungen-compliance-herausforderungen-bewaeltigen/

Prix Courage: Diese Menschen machen Mut

Der Beobachter würdigt einmal jährlich herausragende Persönlichkeiten mit dem Prix Courage, die durch selbstlosen und tapferen Einsatz beeindruckt haben. Sechs Kandidaturen stehen ab sofort zur Wahl.

Im Publikums-Voting können jeweils drei Favoriten bestimmt werden. Danach entscheidet die Jury unter dem Präsidium von Alt-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, wer mit dem Prix Courage ausgezeichnet wird.

Diese mutigen Menschen sind nominiert:

  • Zwei Handwerker wurden zu Rettern

    Am 26. November 2024 sind zwei Handwerker zu spät unterwegs. Diese kleine Verspätung wird zum Glücksfall für viele Opfer eines schweren Verkehrsunfalls. Als Kevin Kieffer und Redon Cacaj in Koblenz AG um eine steile Kurve biegen, zeigt sich ein Bild des Grauens: ein völlig zerstörtes Auto, ein blutüberströmter Fahrer. Etwas weiter weg: ein umgekippter Bus, eingeschlossene Passagiere, darunter Kinder. Das Duo handelt sofort und rettet unzählige Verletzte aus dem verunfallten Postauto und dem Unglückswagen.

  • Er deckte Missstände im Tierspital auf

    Hunde und Katzen, die in ihrem eigenen Kot liegen, Schimmel und multiresistente Keime: Die Missstände im Zürcher Tierspital hat der Pfleger Jorge Pereira mit Hunderten Handyaufnahmen dokumentiert und dem Beobachter zugänglich gemacht. Er musste dafür teuer bezahlen. Nach seinem Whistleblowing verlor er seinen Job.

  • Sie gründete eine geheime Schule für Mädchen in Afghanistan

    Mahbube Ibrahimi flüchtete allein in die Schweiz, besucht hier das Gymnasium und gründete vor bald zwei Jahren eine Onlineschule für Mädchen in Afghanistan. So gibt die 20-Jährige mehr als 270 Schülerinnen in ihrem Heimatland Hoffnung auf Bildung.

  • Sie riskierte ihren Job für die Patientensicherheit

    Vor zwei Jahren schlug ein Zeitungsinserat im Oberengadin hohe Wellen: In einem offenen Brief informierte Ladina Christoffel über ihre Kündigung und spätere Freistellung als Chefärztin der Frauenklinik im Spital Oberengadin. Zusammen mit der Interessengemeinschaft Pro Medico Plus benannte sie Probleme, die intern unter dem Deckel gehalten wurden: Personalmangel, Überlastung, gefährdete Patientensicherheit. Später dokumentierte das Bündner Arbeitsinspektorat über 3000 Verstösse gegen das Arbeitsgesetz.

  • Sie kämpfte gegen Männer-Seilschaften

    Danica Zurbriggen, Hochschuldozentin aus Zermatt, erfährt auf dem Heimweg von der einstimmigen Wahl eines Ex-CVP-Nationalrats zum Präsidenten der Walliser Tourismuskammer. Der Mann, der wegen sexueller Belästigung und Stalking verurteilt wurde, übernimmt damit eine Führungsposition, obwohl eine Frau, die ihn angezeigt hatte, bei einer Organisation arbeitet, die zur Tourismuskammer gehört. Verärgert, dass der Verurteilte so indirekt zum Chef seines Opfers wird, äussert Zurbriggen ihren Unmut zunächst auf Instagram und später in einem Leserbrief. Ihr Brief und die Online-Diskussion erreichen tausende Menschen, was eine nationale Debatte auslöst – und im Rücktritt des ehemalighen Nationalrats gipfelt.

  • Er durchbrach eine Spirale der Gewalt

    Kurt Erni erlebte in seiner Kindheit extreme Gewalt und Vernachlässigung durch seine sadistische Mutter, die ihn physisch und psychisch misshandelte, während sein Vater die Familie früh verliess. Trotz dieser Traumata schwor sich Erni, nicht wie seine Mutter zu werden, und baute eine erfolgreiche Karriere als Koch, Polizist und später als Amtsleiter auf, wobei er bewusst auf eigene Kinder verzichtete. Die verdrängten Erlebnisse führten jedoch zu einem Zusammenbruch, der später als posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert wurde. Heute verarbeitet Erni seine Vergangenheit öffentlich, unter anderem durch ein Buch, um das Tabu weiblicher Gewalt zu brechen und anderen Betroffenen Mut zu machen.

Beobachter-Chefredaktor Dominique Strebel: «Alle Nominierten haben grossen Mut bewiesen, Hindernisse überwunden und Nachteile in Kauf genommen, damit unsere Gesellschaft etwas gerechter, fairer und besser wird. Das verdient unser aller Bewunderung und inspiriert, ebenfalls mutig für höhere Werte einzustehen – gerade in einer Zeit, wo die individuellen Interessen  allzu oft im Vordergrund stehen.»

Das Publikumsvoting läuft bis zum 5. Oktober 2025. Danach werden die drei Nominationen, die am meisten Stimmen erhalten haben, der Jury unter der Leitung von alt-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf vorgelegt. Dieses Gremium entscheidet, wer den Prix Courage 2025 erhält. Am 13. November wird der Preis im Papiersaal in Zürich feierlich an die Gewinnerin bzw. den Gewinner verliehen.

Zahl der Industrieroboter weltweit in zehn Jahren verdoppelt

Die herstellende Industrie hat im Jahr 2024 in den Fabriken weltweit insgesamt 542’000 neue Industrieroboter installiert – mehr als doppelt so viele wie vor zehn Jahren. Das übertraf die Marke von 500’000 Einheiten bereits das vierte Jahr in Folge. Den grössten Anteil verzeichnete erneut Asien: 74 % aller neuen Roboter wurden dort in Betrieb genommen. Europa kam auf 16 %, Amerika auf 9 %. Dies geht aus dem World Robotics 2025 Jahrbuch der International Federation of Robotics hervor.

Menschenähnliche Roboter gelten als die nächste grosse Innovation in der Robotik: Der weltweit grösste Markt für Industrieroboter, China, hat bereits konkrete Pläne für die Massenproduktion von Humanoiden festgelegt. (Bild: Neura Robotics /  www.presseportal.de)

«Die neue World Robotics-Statistik zeigt bei den jährlichen Installationen für 2024 das zweitbeste Ergebnis seit Beginn der Erhebungen – nur 2 % unter dem Höchststand von vor zwei Jahren», sagt Takayuki Ito, Präsident der International Federation of Robotics. «Der Übergang vieler Branchen ins digitale und automatisierte Zeitalter ist von einem enormen Nachfrageanstieg geprägt. Der weltweite operative Bestand an Industrierobotern belief sich 2024 auf 4’664’000 Einheiten – ein Anstieg von 9 % gegenüber dem Vorjahr.»

Asien als Wachstumstreiber

China ist im Jahr 2024 mit einem globalen Anteil von 54 % aller Einheiten der grösste Robotermarkt weltweit. Mit 295’000 Stück nahm die chinesische Industrie die höchste jemals in einem Jahr installierte Zahl an Robotern in Betrieb. Zum ersten Mal verkauften chinesische Hersteller dabei mehr Roboter im eigenen Land als ausländische Anbieter. Der Marktanteil stieg auf 57 % und übertraf damit deutlich die Quote früherer Jahre, die vor 10 Jahren noch bei 28 % lag. Chinas operativer Bestand an Industrierobotern überschritt 2024 die Marke von 2 Millionen Einheiten – ebenfalls ein weltweiter Rekord. Den Anbietern von Robotik in China gelingt es, neue Märkte für die Automation zu erschliessen. Das schafft die Basis für weitere Nachfrage. Bis 2028 besteht für die chinesische Fertigungsindustrie Potenzial für ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 10 %.

Japan ist mit 44’500 installierten Einheiten im Jahr 2024 der zweitgrösste Markt für Industrieroboter weltweit und hat damit seine Position trotz eines leichten Rückgangs um 4 % behauptet. Der operative Bestand stieg um 3 % auf 450’500 Einheiten. Die Nachfrage nach Fabrik-Robotern wird im Jahr 2025 leicht um niedrige einstellige Raten und in den nächsten Jahren durchschnittlich um mittlere einstellige Raten wachsen.

Südkorea installierte 2024 insgesamt 30’600 Stück – ein Rückgang um 3 %. Seit 2019 bewegen sich die jährlichen Raten bei einer Marke von rund 31’000 Einheiten seitwärts. Südkorea ist nach den Vereinigten Staaten, Japan und China der viertgrösste Robotermarkt weltweit.

Indien wächst mit der Rekordzahl von 9’100 neu installierten Industrierobotern im Jahr 2024 und einem Plus von 7 %. Die Automobilindustrie ist mit einem Marktanteil von 45 % stärkste Kundenbranche. Bei den jährlichen Installationen liegt Indien damit nun weltweit auf Platz sechs, nur einen Rang hinter Deutschland.

Rückläufiger Industrieroboter-Markt Europa

In Europa sank die Zahl der installierten Industrieroboter zwar um 8 % auf 85’000 Einheiten, erreichte damit aber immer noch das zweitbeste jemals verzeichnete Ergebnis. Insgesamt 80 % aller Roboterinstallationen entfielen dabei auf die Europäischen Union (67.800 Stück). Die Nachfrage in Europa profitiert besonders vom Nearshoring-Trend. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 2019 bis 2024 lag bei plus 3 %.

Deutschland ist der grösste Robotermarkt innerhalb Europas und der fünftgrösste weltweit. Die Zahl der Installationen ging nach dem Rekordjahr 2023 im Jahr 2024 um 5 % auf 27’000 Einheiten zurück und erreichte damit das zweitbeste Ergebnis seit den Aufzeichnungen. Der Marktanteil am Jahresgesamtvolumen in Europa liegt damit bei 32 %. Die Zahl der Installationen in Italien, dem zweitgrössten europäischen Markt, sank um 16 % auf 8.800 Stück. Spanien liegt mit einer starken Nachfrage aus der Automobilindustrie auf dem dritten Platz (5.100 Einheiten) und überholt damit die französischen Nachbarn. Frankreich (4.900 Einheiten) fällt mit einem Rückgang von 24 % auf den vierten Platz zurück.

In Grossbritannien sank die Zahl der Installationen im Jahr 2024 um 35 % auf 2’500 Einheiten. Der Rekord von 3’800 Industrie-Robotern im Jahr 2023 markierte einen einmaligen Höchststand, der auf das Steuergutschriftprogramm «Super-Deduction» zurückzuführen war, das mit dem ersten Quartal 2023 auslief. Die Installationszahlen bewegten sich ansonsten in den letzten zehn Jahren mit zyklischen Effekten seitwärts. Die Roboterinstallationen im Vereinigten Königreich belegen 2024 weltweit den 19. Platz.

Amerika: Rückgang um 10 Prozent

Die Zahl der Roboterinstallationen in Amerika lag das vierte Jahr in Folge bei mehr als 50’000 Einheiten: Insgesamt wurden 50’100 Einheiten im Jahr 2024 installiert. Das entspricht einem Rückgang von 10 % gegenüber 2023.

Die USA sind mit einem Anteil von 68% der grösste Markt für Industrieroboter in der Region. Insgesamt wurde bei den Installationen 2024 ein Rückgang um 9 % auf 34’200 Einheiten verzeichnet. Da es nur wenige US-amerikanische Hersteller gibt, importiert das Land den Grossteil seiner Robotereinheiten aus Japan und Europa. Allerdings gibt es in den USA zahlreiche heimische Systemintegratoren, die robotergestützte Automatisierungslösungen implementieren.

In Mexiko erreichte die Gesamtzahl der Installationen 5’600 Einheiten. Das entspricht einem Rückgang von 4 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Automobilindustrie blieb 2024 mit einem Anteil von 63 % der wichtigste Abnehmer von Industrierobotern in Mexiko.

In Kanada gingen die Roboterinstallationen um 12 % auf 3’800 Einheiten zurück. Die Nachfrage im Land hängt weitgehend von den Investitionszyklen der Automobilindustrie ab. Der Anteil der Automobilindustrie lag 2024 in Kanada bei 47 %.

Ausblick: Wachstum mit Verfalldatum

OECD und IWF erwarten 2025 ein globales Wachstum zwischen 2,9 % und 3,0 % und für 2026 zwischen 2,9 % und 3,1 %. Allerdings wirken sich geopolitische Spannungen, kriegerische Auseinandersetzungen in Osteuropa und im Nahen Osten sowie Handelsstörungen negativ auf die Weltwirtschaft aus.

Die Robotik-Branche ist gegen globale makroökonomische Bedingungen nicht immun. Es gibt jedoch keine Anzeichen dafür, dass der langfristige Wachstumstrend in absehbarer Zeit zu Ende geht. Während die Trends regional erheblich variieren, bleibt die globale Entwicklung insgesamt positiv. Weltweit dürfte die Zahl der Roboterinstallationen 2025 um 6 % auf 575’000 Einheiten steigen. Bis 2028 wird den Prognosen zufolge die Marke von 700’000 Einheiten überschritten werden.

Quelle: International Federation of Robotics

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/zahl-der-industrieroboter-weltweit-in-zehn-jahren-verdoppelt/

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