Schweizer IT-Abteilungen zwischen Stabilität, Automatisierung und Zusammenarbeit

Neuer DACH-Report zeigt: Die Schweiz liegt bei IT-Resilienz und Automatisierung vorn – doch die Zusammenarbeit bleibt ausbaufähig.

Gut aufgestellt, aber in Sachen Kollaboration gibt es noch Luft nach oben: Schweizer IT-Abteilungen. (Symbolbild; Quelle: Unsplash.com)

Die IT ist das Rückgrat moderner Organisationen – und in der Schweiz besonders stabil aufgestellt. Laut dem neuen ITSM 2026 DACH-Report von TOPdesk, für den im August 2025 insgesamt 3000 IT-Fachkräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Rahmen einer europäischen Online-Studie befragt wurden, bewerten 43 % der Befragten aus der Schweiz ihre IT-Abteilung als «voll zukunftsfähig». Damit liegt die Schweiz knapp vor Österreich (40%) und Deutschland (37%). Diese starke Ausgangsposition bildet die Basis für weitere Entwicklungen in Richtung Automatisierung und Zusammenarbeit.

Arbeitslast und Herausforderungen in Schweizer IT-Abteilungen

Mit 27 % verzeichnen die Schweizer IT-Teams – gemeinsam mit Österreich – nicht nur im DACH-, sondern im europäischen Vergleich die geringste wahrgenommene Überlastung. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie frei von Störungen sind: 20 % berichten, dass es in ihrer Organisation mehrmals pro Woche zu gravierenden IT-Problemen kommt – der gleiche Wert wie in Österreich, jedoch höher als in Deutschland (15 %). 17 % sagen, dass solche Vorfälle regelmässig zu Zusatzarbeit in anderen Abteilungen führen. 46 % verbringen sogar laut Report so viel Zeit mit akuten Problemen, dass kaum Raum für präventive Massnahmen bleibt. Und 54 % berichten ausserdem von Ressourcenmangel – der höchste Wert in der DACH-Region (Österreich 50 %, Deutschland 46 %).

«Schweizer IT-Abteilungen arbeiten sehr strukturiert und stabil – doch auch sie stehen unter Druck», sagt Steffen Groß, Director of International Consultancy bei TOPdesk. «Der hohe Anspruch an Qualität und Verlässlichkeit sorgt dafür, dass viele Teams stark ausgelastet sind. Der nächste Schritt besteht darin, Routinetätigkeiten stärker zu automatisieren, um wieder mehr Freiraum für strategische Aufgaben zu schaffen.»

Sicherheit als Fundament

Trotz knapper Ressourcen bleibt das Sicherheitsniveau hoch: 35 % der Befragten nennen starke Cybersecurity- und Datenschutzprotokolle als entscheidendes Merkmal zukunftsfähiger IT – im DACH-Vergleich knapp hinter Österreich (36 %), während Deutschland mit 41 % vorn liegt. Bei der Integration von Security-Prozessen in andere Geschäftsbereiche zeigt sich hingegen ein umgekehrtes Bild: Die Schweiz und Österreich liegen hier mit jeweils 41 % gleichauf, Deutschland folgt mit 40 % knapp dahinter.

«Sicherheit ist in der Schweiz tief in den IT-Strukturen verankert», so Groß weiter. «Sie wird nicht als Bremse gesehen, sondern als Grundlage für Vertrauen, Effizienz und Innovation. Dieses Verantwortungsbewusstsein ist einer der Gründe, warum Schweizer IT-Teams so stabil und resilient agieren.»

Automatisierung auf hohem Niveau – KI im Kommen

30 % der Befragten sagen, dass KI in ihrer Organisation bereits vollständig implementiert ist – der höchste Wert in der DACH-Region. Im europäischen Vergleich liegt die Schweiz ebenfalls vorne, zwar hinter dem Vereinigten Königreich (36 %), jedoch deutlich vor Österreich und Belgien (je 26 %), Deutschland (23 %) und den Niederlanden (16 %). 42 % geben ausserdem an, dass KI in ihrem Unternehmen etabliert ist, das heisst, dass KI in mehreren Bereichen eingesetzt wird, aber noch nicht unternehmensweit. Besonders stark zeigt sich der Trend im Support-Bereich: Der First-Line-Support ist laut 33 % der Befragten in ihrem Unternehmen bereits vollständig automatisiert – in Österreich erfolgt er hauptsächlich manuell und in Deutschland hybrid (beide 37 %). Dennoch sehen 32 % der Schweizer IT-Fachkräfte in KI ein erhebliches Risiko, das zusätzliche Ressourcen erfordert.

«Die Schweiz zeigt, dass Stabilität und Innovation kein Widerspruch sind», so Groß. «KI und Automatisierung werden hier gezielt eingesetzt, um Effizienz und Qualität zu steigern – ohne Sicherheit und Governance aus dem Blick zu verlieren.»

Zusammenarbeit als Entwicklungspotenzial

80% der befragten IT-Fachkräfte in der Schweiz sind überzeugt, dass IT-Störungen schneller gelöst würden, wenn Abteilungen besser zusammenarbeiten. Damit liegt die Schweiz leicht vor Österreich (79 %) und etwas mehr vor Deutschland (71 %). 59 % sehen ausserdem einen direkten Zusammenhang zwischen funktionierenden IT-Prozessen und der Employee Experience ihrer Kollegen – ein Wert, der den Bedeutungszuwachs von IT im Arbeitsalltag unterstreicht.

«Eine starke technische Basis ist wichtig, aber ohne Zusammenarbeit bleibt Potenzial ungenutzt», ergänzt Groß. «Gerade in reifen IT-Organisationen wird bereichsübergreifende Abstimmung zum entscheidenden Faktor.»

Als Kernaussage für die Schweiz bleibt: Verlässlich, vorausschauend und offen für Automatisierung – die Schweizer IT-Abteilungen zählen zu den stabilsten in der DACH-Region. Wenn sie ihre technische Exzellenz künftig noch stärker mit bereichsübergreifender Zusammenarbeit verknüpfen, können sie ihre Rolle als strategischer Partner weiter ausbauen – und so von kurzfristiger Störungsbewältigung zu nachhaltiger Resilienz übergehen.

Quelle: https://www.topdesk.com/de/

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/schweizer-it-abteilungen-zwischen-stabilitaet-automatisierung-und-zusammenarbeit/

Rückgang beim klassischen Werbemarkt – Digital und Radio legen zu, Print und Kino verlieren

Trend Report von Media Focus: Nach zwei Monaten Wachstum fällt der Schweizer Werbemarkt im September um 4.2 Prozent. Radio legt als einzige Mediengruppe zu, während Print und Kino deutlich verlieren. Nur 8 von 21 Branchen zeigen positive Tendenzen.

 

Nach zwei Monaten mit positiver Entwicklung verzeichnet der «klassische» Werbemarkt September wieder einen Rückgang. Mit einem Bruttowerbedruck von 376.7 Mio. CHF liegt das Ergebnis um -4.2 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Damit verliert der Markt einen Teil der im Juli und August gewonnenen Aufwärtsdynamik.

Der klassische Werbemarkt Trend liegt im bisherigen Jahresverlauf YTD bei 2’747.3 Mio. Bruttofranken und verzeichnet somit zum Vorjahr 2024 einen prozentualen Rückgang von 2.5 Prozent.

Innerhalb der Mediengruppen zeigt sich im September ein durchzogenes Bild. Als einzige Gruppe kann sich Radio mit einem Wachstum von +3.6 Prozent im Plus halten. Alle übrigen Mediengruppen verzeichnen Rückgänge: Am deutlichsten betroffen ist Print mit -7.2 Prozent, gefolgt von Kino (-6.4%), Out-of-Home (-6.0%) und TV (-1.1%).

Der digitale Werbedruck liegt im September deutlich über dem Vorjahresniveau. Treiber ist Search. Der Kanal konnte mit einer deutlich positiven Bilanz abschliessen, während Display (-3.5%) und YouTube (-3.8%) geringe Rückgänge verzeichnen mussten*.

Weniger als die Hälfte der Branchen überzeugen

Insgesamt konnten sich im September nur 8 von 21 Branchen dem negativen Trend entziehen. Der Detailhandel liegt im YTD zwar noch an der Spitze und weist ein Wachstum von 14.4 Prozent auf, wird aber bezüglich September Spendings (35.0 Mio. CHF) von der Nahrungsmittelbranche (44.5 Mio. CHF) übertroffen. Prozentual verzeichnete die Medienbranche das deutlichste Wachstum, während sie im Ranking noch immer im unteren Drittel platziert ist. Zu den weiteren Gewinnern gehören die Tabakwaren (+35.2%), Digital & Haushalt (+17.0%), Dienstleistung (+14.4%) und Veranstaltungen (+7.8%).

Fahrzeugbranche bricht ein

Im September verzeichnen 13 Branchen rückläufige Tendenzen. Zu den grössten Verlierern zählen die Fahrzeugbranche (-27.8%), Verkehrsbetriebe (-19.9%) und Mode & Sport (-19.4%). Die Finanz- und Telekommunikationsbranche zeigen zwar beide ebenfalls Rückgänge auf (-6.9% respektive -0.5%), liegen im kumulierten Jahresvergleich jedoch über dem Vorjahresniveau. Auch Initiativen & Kampagnen (-1.4%) wie auch Getränke (-0.9%) bewegen sich nur knapp im negativen Bereich.


Der ganze Report auf mediafocus.ch

übrigens… Kreativität ist keine Garantie für Klarheit

In unserer Kolumne «Übrigens…» sinnieren abwechselnd Laura Colledani und Klaus Ammon von Management Tools über Themen unserer Zeit. Diesmal geht es um die Kampagne von Denner mit dem gestohlenen Lidl-Herz.

Denner hat in seiner jüngsten Kampagne in «20 Minuten» das Herz gestohlen (m&k berichtete) – symbolisch und wörtlich zugleich. Denner buchte die Titelseite – ganz in Denner-Rot – und zeigt ein Bild eines inszenierten Überwachungsvideos, wie das rote Herz aus dem Lidl-Logo entwendet und zu Denner gebracht wird. «Das Schweizer Herz ist jetzt wieder da, wo es hingehört», lautet die Botschaft. Eine clevere Idee, die für Schlagzeilen sorgte und die Kreativszene begeisterte. Doch wie kommt sie tatsächlich bei den Menschen an?

Mithilfe des Tools «Advertising Test» auf der Marktforschungsplattform deeptrue.com von management tools haben wir die Wirkung der Kampagne bei zwei Gruppen untersucht: Bei Gen Z und bei Personen über 30. Die Ergebnisse zeigen ein interessantes Spannungsfeld zwischen Aufmerksamkeit und Verständnis.

Bei Gen Z kam die Geschichte zwar an – das Herz, der Diebstahl, die Schweiz – aber ohne die prominente rote Titelseite vom 20 Minuten bleibt unklar, wer hier «eigentlich» wirbt – der Absender wird oftmals als Lidl verstanden. Andere fanden die Idee „lustig, aber sinnlos“. Nichtsdestotrotz gefällt der Gen Z die Kampagne häufiger als der Zielgruppe Ü30 und die Einzigartigkeit wird häufiger wahrgenommen:

Likeability der Denner-Kampagne nach Zielgruppe (Quelle: Tool «Advertising Test», deeptrue.com von management tools)

 

Uniqueness der Denner-Kampagne nach Zielgruppe (Quelle: Tool «Advertising Test», deeptrue.com von management tools)

 

Auch bei der älteren Zielgruppe zeigte sich ein gemischtes Bild. Die Handlung wurde häufiger als bei der Gen Z korrekt erkannt («Das Herz wurde gestohlen und zu Denner gebracht»), dennoch blieb der Wow-Effekt eher aus. Manche fanden die Werbung sympathisch, andere empfanden sie als übertrieben oder irrelevant. Positiv war, dass viele das Motiv «Schweizer Herz» grundsätzlich mochten – jedoch ohne eine klare Verbindung zur Marke Denner herzustellen.

Aufmerksamkeit – aber keine Zuordnung

Zusammengefasst hat die Kampagne also geschafft, was jede Marke will: Aufmerksamkeit. Aber sie hat das nicht erreicht, was Marken brauchen: Zuordnung. Wenn Menschen nicht genau verstehen, von wem die Botschaft stammt, wird aus kreativer Provokation schnell einmal kommunikative Selbstentkopplung.

Das heisst nicht, dass die Idee falsch war. Im Gegenteil: Der spielerische Zugriff auf ein starkes Symbol wie das Herz hat grosses Potenzial. Doch er braucht mehr Kontext und weniger Inszenierung. Marken dürfen und sollen durchaus provozieren – aber sie sollten dabei nicht sich selbst aus dem Blick verlieren.

Inhalte müssen her

Vielleicht liegt genau darin die Chance für Denner: Das Herz nicht nur zu klauen, sondern es zusätzlich mit Inhalt zu füllen. Etwa durch echte Geschichten über Schweizer Produzenten, Mitarbeitende, Herkunft – also das, was dieses Herz eigentlich schlagen lässt.

Übrigens … manchmal reicht es nicht, ein Herz nur zu besitzen – man muss auch wissen, wofür es schlägt.


 

Laura Colledani und Klaus Ammon verfügen gemeinsam über mehr als 40 Jahre Erfahrung in Consumer Research und Marketingforschung. Über die Jahre hat sich dabei ein feines Gespür entwickelt für das, was Menschen bewegt – auch jenseits der Zahlen. Beide Autoren plädieren für eine Kommunikationskultur, die zuhört, bevor sie sendet. Mit dem neuen Ansatz von Management Tools des Consumer Listening möchten sie Marketingverantwortliche dabei unterstützen, Konsumenten nicht nur in traditioneller Weise zu befragen, sondern mit diesen in einen echten Beziehungsraum einzutreten.

Oniwa: Erste Non-Profit-Marketingagentur der Schweiz startet in Zürich

Mit Oniwa startet in Zürich die erste Non-Profit-Marketingagentur der Schweiz. Hinter dem Projekt stehen die Kreativen Clement Obiegbu (ehemals Heimat Berlin, TBWA\Zürich) und Lara Zanetti, frühere Marketing Managerin beim Zürcher Start-up Chimpy. Ihr Ziel: Marketing und Werbung ethisch neu zu denken – unabhängig von Renditeerwartungen.

Oniwa versteht sich nicht als klassische Agentur, sondern als gemeinnütziger Verein und kollektive Bewegung für verantwortungsvolle Kommunikation. Gearbeitet wird ausschliesslich kostendeckend oder pro bono, etwa für NGOs, NPOs, soziale Initiativen und Unternehmen mit ökologischem oder gesellschaftlichem Zweck. „Wir wollen zeigen, dass professionelles Marketing kein Privileg grosser Budgets sein muss“, sagt Mitgründer Obiegbu.

Das Leistungsangebot umfasst Social-Media-Marketing, Spendenkampagnen, Markenkommunikation sowie Events und Stunts. Ein Netzwerk von Expert:innen aus Strategie, Design und Digital unterstützt die Projekte – viele von ihnen mit Erfahrung aus internationalen Agenturen und Marken.

Finanziert wird Oniwa über klassische Aufträge, Spenden und Förderbeiträge. Zusätzlich können Fachleute aus der Branche freiwillige Arbeitszeit spenden, um gemeinnützige Projekte zu unterstützen. So soll langfristig ein Modell entstehen, das professionelle Kommunikation auch ohne Gewinnorientierung ermöglicht.

Erste Gespräche mit potenziellen Partnerorganisationen laufen bereits. Für Co-Gründerin Lara Zanetti ist klar: «Wir möchten Haltung in die Kommunikationswelt bringen – mit Ideen, die wirken, aber nicht verkaufen müssen.»


Weitere Informationen unter www.oniwa.ch.

 
 

PLM-Nutzer führen bei der KI-Adoption

Unternehmen, die Systeme zum Product Lifecycle Management (PLM) nutzen, sind bei der digitalen Transformation deutlich im Vorteil. Sie demonstrieren eine grössere Resilienz, erreichen Nachhaltigkeitsziele schneller und meistern regulatorische Herausforderungen souveräner als Unternehmen, die mit veralteten Insellösungen arbeiten.

Nachhaltigkeit macht Unternehmen erfolgreich. (Grafik: Aras)

Aras, ein Anbieter von Product-Lifecycle-Management- und Digital-Thread-Lösungen, hat im Januar 2025 eine Studie unter dem Titel „Die Zukunft der Produktentwicklung – Product Lifecycle Management im Fokus“ durchgeführt. Diese kommt – natürlich ganz im Sinne des Auftraggebers – zum Schluss, dass Unternehmen, die PLM-Systeme nutzen, bei der Integration von KI die Nase vorn haben. Sie sind ihren Konkurrenten dabei um 28 Prozentpunkte voraus, so die Studie. „Wir erleben die Etablierung einer neuen industriellen Hierarchie“, erklärt Jens Rollenmüller, Regional Vice President bei Aras. „Unternehmen, die ihre Abläufe um flexible, vernetzte PLM-Plattformen aufgebaut haben, profitieren von einem ‚systemischen Vorteil‘: Sie reagieren nicht nur auf Disruptionen, sondern verwandeln sie in Wettbewerbsvorteile.“

Einige Erkenntnisse im Detail

Die Umfragedaten legen bemerkenswerte Unterschiede in entscheidenden Geschäftsbereichen offen, beispielsweise:

  • Produktentwicklung: Während 87 Prozent der PLM-Nutzer KI in der Produktentwicklung einsetzen, sind es bei Unternehmen ohne PLM nur 59 Prozent. PLM-Nutzer profitieren von optimierten Prozessen, prädiktiven Fähigkeiten und beschleunigter Innovation.
  • Regulatorische Bereitschaft: Mit Blick auf Europas Corporate Sustainability Reporting Directive und die kommenden Anforderungen für digitale Produktpässe sind 88 Prozent der PLM-Nutzer compliance-bereit – im Vergleich zu nur 70 Prozent der Unternehmen ohne PLM-Infrastruktur.
  • Digital-Thread-Kompetenz: 59 Prozent der PLM-Nutzer erachten den Digital Thread als geschäftskritisch, während dies nur für 35 Prozent der Unternehmen ohne PLM-Infrastruktur gilt. Diese Diskrepanz offenbart eine beträchtliche Lücke bei der digitalen Integration und der Zukunftsbereitschaft.

Mehr als Software: Teil der strategischen Architektur

Rollenmüller ist überzeugt, dass Unternehmen durch die Implementierung einer PLM-Plattform an organisatorischer Kompetenz gewinnen. „Wer Design nahtlos mit dem Fertigungsprozess verknüpft, Lieferantendaten mit Compliance-Anforderungen verzahnt und Marktanforderungen mit der Produktstrategie verbindet, agiert auf einer ganz anderen Ebene“, sagt er. Laut dem Industrieexperten wird diese systematische Integration umso wichtiger, je komplexer die regulatorische Landschaft wird.

Die Umfrageergebnisse zeigen: PLM-Nutzer meistern sowohl das Tagesgeschäft als auch künftige Herausforderungen deutlich besser. In wichtigen Bereichen wie der KI-Adoption, der Implementierung digitaler Threads und der Regulierungs-Readiness verfügen sie über einen kontinuierlich wachsenden Wettbewerbsvorsprung. Rollenmüller sagt dazu: „Sie verwalten nicht nur Daten, sondern orchestrieren Entscheidungsprozesse, beschleunigen Innovationszyklen und schaffen organisatorische Intelligenz, die sich in Echtzeit an Marktveränderungen anpasst.“

Quelle: Aras

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/plm-nutzer-fuehren-bei-der-ki-adoption/

Bühler AG gewinnt GFM Marketingpreis

Am Dienstag wurde im Kaufleuten der gfm-Marketingpreis vergeben. Gewinner 2025 ist die Bühler AG. Moderiert wurde der Anlass traditionsgemäss von Sandra Studer.

Marcus Schögel übergibt den Preis an Stefan Scheiber

«Die Jury würdigt mit der Bühler AG ein Unternehmen, das in zentralen Bereichen der Lebensmittel- und Materialverarbeitung weltweit führend ist und dessen Technologien täglich Milliarden Menschen erreichen», sagt Markus Schögel Jurypräsident in seine Laudatio. Der CEO der Bühler AG, Stefan Scheiber, nahm den Preis auf der Bühne des Kaufleutens entgegen.

Zuvor wurden an der Generalversammlung noch die Vorstandsmitglieder bestätigt. Wiedergewählt wurden Reto Dahinden (Swica), Sunnie Groeneveld (Inspire 925 GmbH), Guido Stillhard (Schindler Management), Véronique Stephan (SBB). Neugewählt wurden Gustav Baldinger (PwC AG), Muriel Mathis (Nestlé Suisse SA), Philipp Mischler (die Mobiliar). Neu im Präsidium ist  Marcus Schögel (Universität St. Gallen).

 

Moderatorin Sandra Studer mit dem glücklichen Gewinner Stefan Scheiber von Bühler.

 

Dentsu-Report 2025: Konsumenten wollen weniger, aber bewusster

Eine neue Studie von Dentsu, der EMEA Consumer Navigator Report 2025, zeigt: Der Preis ist für Konsumentinnen und Konsumenten nicht mehr alles – Werte, Vertrauen und Einfachheit zählen mehr denn je.

«Wir sehen das Entstehen eines neuen Verbrauchertyps: finanziell umsichtig, aber emotional stark involviert», sagt Lara Jelinski, Chief Growth Officer Central Europe & CEO Media Switzerland bei Dentsu. «Der Begriff Wert wird neu definiert. Es geht nicht mehr um den günstigsten Preis, sondern um Klarheit, Einfachheit und gemeinsame Werte.»

Die Marketing- und Transformationsgruppe Dentsu hat ihren EMEA Consumer Navigator Report 2025 veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen, wie sich Konsumverhalten und Marktstrukturen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika verändern. Im Mittelpunkt stehen zwei Themenbereiche: Mindset und Retail & Commerce. Das Fazit: Konsumenten agieren finanziell vorsichtiger, aber emotional anspruchsvoller – und erwarten von Marken mehr als nur Rabatte.

Das Fazit: Konsumenten agieren finanziell vorsichtiger, aber emotional anspruchsvoller – und erwarten von Marken mehr als nur Rabatte.

Bewusster Konsum trotz Unsicherheit

64 Prozent der Befragten geben an, heute bewusster zu konsumieren: Sie verschieben grössere Anschaffungen, achten stärker auf Rabatte und priorisieren Grundbedürfnisse. Besonders die wirtschaftliche Unsicherheit in Ländern wie Frankreich oder Grossbritannien hat zu einem spürbar vorsichtigeren Verhalten geführt.
Trotzdem bleiben viele optimistisch – vor allem Gen Z und Millennials zeigen sich offen für neue Marken. Emotionale Faktoren wie Vertrauen, Transparenz und Kontrolle werden zur zentralen Währung im Markenaufbau.

Generationen im Vergleich

Während ältere Generationen (Boomer) ihre Ausgaben zunehmend kontrollieren, investieren Jüngere gezielter in Erlebnisse. Urlaubsreisen stehen ganz oben auf der Liste der geplanten Ausgaben – besonders in Spanien. Marken, die Empathie zeigen und den Konsumenten Orientierung geben, können in diesem Umfeld punkten.

Shein, Temu & Co. verändern den Handel

Der Retail & Commerce Report zeigt, wie Plattformen wie Shein und Temu den Markt aufmischen: In Spanien kaufen bereits 45 Prozent, in Frankreich 33 Prozent der Konsumenten mindestens einmal im Monat dort ein. Soziale Medien sind für 55 Prozent die wichtigste Quelle, um neue Produkte zu entdecken – doch 52 Prozent fühlen sich von der Werbeflut überfordert.
Dentsu sieht darin ein klares Signal: Marken müssen Relevanz und Einfachheit in den Vordergrund stellen, statt Konsumenten mit austauschbaren Botschaften zu überfluten.

Mehr Werte, weniger Preisaktionen

Obwohl Preisnachlässe kurzfristig wirken, reicht der Preis allein nicht mehr aus, um langfristige Loyalität aufzubauen. Besonders jüngere Zielgruppen orientieren sich an gemeinsamen Werten, nachhaltigem Handeln und transparenter Kommunikation. Händler und Marken sind gefordert, echte Erlebnisse und sinnvolle Vorteile zu schaffen – online wie offline.

Pollutec 2025: Innovationstreiber für ökologische Transformation

Die Pollutec 2025 hat sich laut den Veranstaltern erneut als führende Plattform für Umweltlösungen bestätigt. Die internationale Umwelt-Fachmesse fand vom 7. bis 10. Oktober in Lyon statt.

Die Pollutec 2025 blickt auf eine erfolgreiche Durchführung zurück. (Bild: Pollutec / RX)

Mit 51.000 Fachbesucher*innen und 2.000 Ausstellern – darunter 500 Neuaussteller und über 130 Start-ups – bestätigte die Umweltmesse Pollutec 2025 ihre Rolle als führendes internationales Forum für Umwelt-, Industrie- und Stadtlösungen. Vier Tage lang, vom 7. bis 10. Oktober in Lyon, drehte sich alles um Innovationen und Kooperationen für eine nachhaltige Zukunft.

Wissenschaft, Gesundheit und Kreislaufwirtschaft im Fokus

Die thematische Ausrichtung setzte auf Wissenschaft, Gesundheit, Dekarbonisierung und Bioökonomie. Messe-Direktorin Anne-Manuèle Hébert betonte: „Ökologie ist eine Wissenschaft, keine Meinung.“ Pollutec verstand sich dabei als Plattform für faktenbasierte Lösungen angesichts der steigenden Kosten des Nichtstuns, die laut Schätzungen bis 2050 bis zu 15 % des globalen BIP erreichen könnten.

Branchenforen zu Landwirtschaft, Textil und Mobilität

Neu war das Market Forum, das sich gezielt drei Schlüsselsektoren widmete. Der Bereich «Textil» stand dabei im Zeichen von nachhaltiger Produktion und Abfallreduktion. Beim Sektor Landwirtschaft ging es um die Anpassung an den Klimawandel und im Bereich «Mobilität» waren Strategien für saubere Luft und Dekarbonisierung das Hauptthema.

Innovationen ausgezeichnet

Wohl kaum eine Messe kommt heute ohne Awards aus, so auch die Pollutec. Bei den Pollutec Innovation Awards wurden drei Lösungen prämiert:

  • Pulse – Entent: Umwandlung industrieller Abwärme in Strom,
  • Vortex 150 – Inddigo/Plastic Vortex: Auffangen von bis zu 80 % des Plastikmülls in Flüssen,
  • Tamic – Tallano Technologies: Feinstaubabsaugung beim Bremsen.
    Das Publikum kürte zudem die BioCapsule von Arkeale zur beliebtesten Innovation – eine lokale, autarke Mikromethanisierungsanlage.

Die nächste Veranstaltung, STEP – The Ecological Transformation Show by Pollutec, findet am 1. und 2. Dezember 2026 in Paris statt.

Quelle und weitere Informationen

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/pollutec-2025-innovationstreiber-fuer-oekologische-transformation/

Creator Economy trifft KI-Avantgarde: Insights von der Creator & Brand Convention

Unsere m&k-Multimediaberichterstattung zur Creator & Brand Convention fängt die Energie eines Nachmittags ein, an dem KI, Kreativität und Community zu einer neuen Schaffenskraft verschmelzen.

Die diesjährige Creator & Brand Convention stand – wenig überraschend – ganz im Zeichen der Künstlichen Intelligenz (KI). Die Veranstaltung, die als grösstes Business-&-Entertainment-Event der Schweiz für Creators, Brands und Communities gilt, bot ein gehaltvolles Programm. Das m&k-Video lässt die Atmosphäre des Nachmittags Revue passieren – pulsierend, inspirierend. Die Convention bildete den Auftakt eines ganzen Tages, der im Zeichen der Creator-Industrie stand und abends in der grossen Smile Swiss Influence Award Night gipfelte, wo die besten Creators des Landes ausgezeichnet wurden.

KI im Fokus: Visionäre und die neue Ära der Content Creation

Die Dominanz der KI spiegelte sich in der Lancierung des AI Media Award 2025 wider. Eingebettet in die Plattform des SSIA Smile Swiss Influence Award versteht sich die Auszeichnung als Schaufenster und Schnittstelle zwischen kreativer Avantgarde und der Werbe- und Medienindustrie. Ziel ist es, wegweisende KI-generierte Inhalte zu fördern – mit Fokus auf Qualität, Verantwortung und Innovation.

Als Highlight des Nachmittags galt die Präsentation von Mark Wachholz, AI-Filmmaker und Drehbuchautor, der mit seinem Video Essay «The Cinema That Never Was» den ersten Preis in der Kategorie Narrative gewann. Sein Werk entstand vollständig mit KI – von Bildern über Musik und Stimme bis hin zum Skript. Wachholz, der sich das Wissen autodidaktisch aneignete, bezeichnete den Prozess als AI Creation: Die KI werde aktiv in die Ideenfindung einbezogen, ihre Eigenständigkeit sei Teil des kreativen Experiments.

Die Produktion dauerte rund eine Woche. Wachholz setzte zahlreiche Tools in einer Art «Synfonie» ein, da kein einzelnes alles könne. Er nutzte Midjourney (Bilder), Klingen, Runway und Hun (Video AI), 11 Labs (Stimme), ChatBT (Skript) und Judio (Musik). Für ihn ist KI ein Weg, Ideen direkt vom Kopf ins fertige Produkt zu bringen – ohne Gatekeeper. Grenzen sieht er in der Kontrollierbarkeit, da KI oft eigene Impulse einbringt – für Wachholz ein Merkmal des AI Creation Space.

Content-Strategien und Effizienz in der Creator Economy

Trotz KI-Hype blieben klassische Themen präsent – insbesondere Effizienz und Authentizität. Ein Dauertrend bleibt: echter, persönlicher Content, auch wenn der Bogen zum künstlichen KI-Content immer sichtbarer wird.

Timo Wäschle, Multi-Award-Winning Storytelling-Experte, zeigte in seiner Masterclass «From My First Sony to Storyworld Pioneer – Efficiency, Emotion & AI in Content», wie sich Storytelling, Emotion und KI zu einem effizienten Dreiklang verbinden lassen. Sein Fazit: Wer Sichtbarkeit steigern will, muss Emotion und Technologie zusammendenken.

Timo Wäschle

Romina Menzel von TikTok betonte, dass Marken in der Creator-Ära Teil der Community werden müssen – denn TikTok lebt von der Kreativität seiner User:innen.

Brands und Collaborations: Interaktion, Strategie und ein Bad

Die Convention diente als Bühne für neue Verbindungen zwischen Marken und Creators – unterstützt von Partnern wie SMILE Versicherungen und Samsung.

Samsung demonstrierte, wie Technologie Kreativität verstärken kann – von KI-gestütztem Editing bis Nightography. Pekka Blanc, Senior Marketing Manager Switzerland, bezeichnete die Convention und den Smile Influencer Award als starke Tribüne für die Marke, merkte aber an, dass sich mit Creators kaum direkte Leads generieren liessen.

Ein starkes Praxisbeispiel lieferten SPAR Schweiz (Schirin Fässler, Marketing) und Equipe One AG (Siria Berli, Co-Founder & CEO). Beide erklärten, dass TikTok für sie vor allem Reichweite in jüngeren Zielgruppen bringt – nicht primär Umsatz, sondern Markenbekanntheit. Ziel sei, SPAR als festen Bestandteil des Schweizer Detailhandels zu verankern.

Siria Berli, Co-Founder und CEO von Equipe One AG (liks) und Schirin Fässler von SPAR Schweiz sprachen über Social Media Massnahmen mit Influencer:innen

Für Aufsehen sorgte Weleda mit einer interaktiven Aktion: Die Marke inszenierte ihre neuen Booster Drops in einer Badewanne, in der Gäste Platz nehmen konnten. m&k-Redaktor Beat Hürlimann liess sich die Gelegenheit eines aufregenden Bades in der Influencer-Menge nicht entgehen und führte spontan ein Interview mit Elisabeth Acket von Weleda – direkt aus der Wanne. Weleda nutzt Influencer strategisch, um Awareness zu erhöhen, und kooperierte unter anderem mit B von den Elevator Boys für die Kampagne zu den neuen Drops.

m&k Redaktor Beat Hürlimann im Interview mit Elisabeth Acket von Weleda

Einen tiefen Einblick in nachhaltige Zusammenarbeit gaben Tamara Glück (GLÜCK Influencer Management & Consulting) und Loris Zimmerli. Sie zeigten, wie aus einem Deal echte Partnerschaften entstehen – durch klare Kommunikation und Balance zwischen Marktanforderungen und kreativer Freiheit.

Öffentliche Institutionen im Creator Space

Auch die öffentliche Hand war auf der Convention präsent – ein Zeichen, dass der Creator Space längst gesamtgesellschaftliche Relevanz hat. Einen unerwartet spannenden Akzent setzte dabei Martin Kaiser, Stabsadjudant der Schweizer Armee. Die Armee zeigte am Event nicht nur Präsenz, sondern auch Ausrüstung – darunter eine Drohne, die das Interesse vieler Gäste auf sich zog.

Kaiser betonte in seinem Input, wie prägend die Zeit des Militärdienstes sein kann: Das Alter, in dem junge Menschen ihren Dienst leisten, sei entscheidend für persönliche Entwicklung und Verantwortungsbewusstsein. Die 20 Wochen Militärdienst, so Kaiser, sollten nicht als verlorene Zeit gelten – sondern als Lektion fürs Leben.

Gipfel der Creator Economy: Die Smile Swiss Influence Award Night

Wenn das Licht ausgeht und die Bühne leuchtet, beginnt das grosse Finale: die Smile Swiss Influence Award Night – die Oscar-Nacht der Creator Economy.

Die Show zeichnete die besten und einflussreichsten Creators des Landes aus und spiegelte die Vielfalt der Schweizer Influencer-Szene wider. Younes Saggara, bekannt für seinen fein beobachteten Lifestyle-Content, gewann den Smile Swiss Influence Award 2025 als Influencer of the Year. In der Kategorie Newcomer setzte sich Nathalie Schmid mit ihrem unverwechselbaren Mix aus Mode, Mindset und Echtheit durch. Den Entertainment Award holte Zeki Bulgurcu, der mit Humor und Haltung Millionen erreicht.

Auch die Themen Nachhaltigkeit und Purpose fanden ihren Platz: Nina Burri erhielt den Social Impact Award für ihr Engagement rund um mentale Gesundheit, während The Swiss Wanderer für seinen Content über bewussten Tourismus geehrt wurde.

Durch die Einbettung des AI Media Award wurde die Award Night zugleich zur Brücke zwischen Creator-Kultur und KI-Kunst – ein Signal, dass die Schweizer Influencer-Landschaft nicht nur unterhält, sondern auch inspiriert und weiterdenkt.

Insgesamt zog die Kombination aus Convention und Award Night über 3000 Gäste an. Sie bestätigte den Ruf des Formats als wichtigste Bühne der Schweiz, auf der die hellsten Köpfe und kühnsten Ideen der Creator Economy zusammentreffen – von den ersten Beats des Nachmittags bis zu den letzten Applausmomenten der Nacht.

Weniger Abfall, mehr Wertschöpfung: Die Vorteile vorgelagerter Kreislauflösungen

„Reduce, reuse, recycle“ ist ein weithin anerkanntes Motto der Kreislaufwirtschaft. Aber diese Begriffe haben für Unternehmen und Anleger eine sehr unterschiedliche Bedeutung. Recycling ist in einer Kreislauflösung nur der letzte Ausweg, während die Erweiterung auf vorgelagerte Lösungen zu besseren Ergebnissen für die Umwelt und die Portfolios führen kann.

Kreislaufwirtschaft ist mehr als nur Recycling. Deshalb sollte man bei Anlagen sich auch auf vorgelagerte Stoffkreisläufe fokussieren. (Bild: Unsplash.com)

Obwohl Recycling wichtig ist, sollte es nie als Musterbeispiel für die Kreislaufwirtschaft gelten. Denn es ist unzureichend und ineffizient im Vergleich zu vorgelagerten Lösungen, die die Entstehung von Abfällen von vornherein verhindern. Die EU-Kommission, die weltweit bei der Förderung der Kreislaufwirtschaft eine Führungsrolle einnimmt, hat ihre Vorliebe für vorgelagerte Lösungen untermauert, als sie feststellte, dass 80 % der Umweltauswirkungen auf Entscheidungen zurückzuführen sind, die in der Entwurfsphase der Produktentwicklung getroffen werden.[i]

Recycling – eine unzureichende Lösung

Der Anteil der in der Weltwirtschaft eingesetzten recycelten Materialien liegt derzeit bei etwa 7 % und nimmt weiter ab.[ii] Das bedeutet, dass der überwiegende Teil des Materialbestands, der jedes Jahr in die Wirtschaft eingeführt wird, aus neuen Rohstoffen stammt.

Es ist sicher, dass gesetzliche Massnahmen, die einen höheren Anteil an recyceltem Material vorschreiben, und industrielle Innovationen im Bereich der Recyclingtechnologien die Auswirkungen des Recyclings verstärken und seinen Einsatz in absoluten Zahlen erhöhen. Das reicht allerdings einfach nicht aus, um mit den steigenden Produktionsraten Schritt zu halten. In den letzten fünf Jahrzehnten hat sich die Gesamtmenge der jährlich produzierten Materialien fast verdreifacht (270 %).[iii] Ohne einen deutlichen Einbruch der Nachfrage ist es unwahrscheinlich, dass das Recycling jemals aufholen wird.

Abbildung 1 – Neue Rohstoffe stellen recyceltes Material in den Schatten

Jährlicher Materialverbrauch in der Weltwirtschaft. Rohstoffe, die aus primären (neuen) Quellen in die Wirtschaft gelangen, überwiegen bei weitem solche, die aus bereits vorhandenen, recycelten (sekundären) Materialien stammen.

Quelle: Circularity Gap Report, 2025.

 

Recycling ist eine kostspielige geringwertige Lösung. Für viele Branchen sind die Kosten für Recycling und Verwertung – Sammlung, Sortierung, Reinigung und Aufbereitung – zu hoch. Recyceltes Bruch- oder Altglas kann zum Beispiel bis zu 20 % teurer sein als Neumaterial.[iv] In den USA liegt der Aufpreis für recycelten Kunststoff gegenüber neuen Polymeren und Harzen bei 25 %.[v] Das ist ein entscheidender Faktor, denn nur 1 bis 7 % der Verbraucher sind bereit, einen Aufpreis für recycelte Materialien zu zahlen.[vi]

Und die Verarbeitungskosten steigen, da die Materialmischungen in den Abfallströmen immer komplexer werden. Der Grenzwertertrag von Multipolymer-Kunststoffen, Textilien aus Mischfasern oder Mehrkomponenten-Elektronik und -Maschinen ist viel geringer als bei einfacheren Materialien wie Glas oder Aluminium. [vii]Ausserdem sind recycelte Materialien oft minderwertiger und weniger funktional, was die potenziellen Einsatzmöglichkeiten und den kommerziellen Wert weiter einschränkt.

Abbildung 2 – Recycelter Kunststoff ist teurer als Neuware (Europa)

Die Grafik zeigt die Preisunterschiede zwischen zwei recycelten PET-Kunststoffsorten (lebensmitteltaugliches Regranulat und transparente Flocken) und neuem PET-Kunststoff in Europa. Recycelte Kunststoffe sind wesentlich teurer. Im Mai lag der Preis für lebensmitteltaugliches Regranulat bei 700 EUR/Tonne und damit 400 EUR höher als für neues PET-Granulat. Lebensmitteltaugliches Regranulat wird nach strengeren Qualitätsstandards verarbeitet und kann z. B. für Lebensmittel- oder Medikamentenverpackungen verwendet werden. Transparente Flocken werden als Ausgangsmaterial für industrielle Anwendungen mit weniger strengen Qualitätskriterien verwendet.

Quelle: S&P Global Commodity Insights, Juni 2025

Die Kraft des vorgelagerten Denkens

Laut Kreislaufwirtschaftsexperten entstehen Abfall und Verschmutzung durch fehlerhaftes Design.[viii] In einer perfekten Kreislaufwirtschaft würde Recycling, wenn überhaupt, nur sparsam eingesetzt werden. Kreislauflösungen werden am besten bereits vorgelagert bei der Konzeption des Produkts angewandt und nicht erst am Ende des Produktlebenszyklus. Das bedeutet, dass langlebige, reparierbare, modulare und biologisch abbaubare Produkte entwickelt werden müssen.[ix] Das bezieht sich auch auf Unternehmen, deren innovative Technologien ihren Kunden ermöglichen, Ressourcen intelligenter zu nutzen und mit weniger mehr zu erreichen.

Beispiele für breites Sektorengagement

  • Technologie und Industrie – Obwohl Cloudflare und die Ashtead Group in sehr unterschiedlichen Branchen tätig sind, fördern beide die Kreislaufwirtschaft durch gemeinsame Plattformen, die den Besitz von Anlagen vor Ort durch bedarfsorientierten Zugang ersetzen. Cloudflare vermietet Cloud-Computing- und Netzwerkinfrastruktur an entlegene Standorte, damit die einzelnen Unternehmen keine eigenen Rechenzentren mehr aufbauen müssen.
    Die Ashtead Group vermietet Industrieausrüstung, von Gerüsten und Arbeitsbühnen bis hin zu Förderbändern und Elektrowerkzeugen. Modelle zur gemeinsamen Nutzung von Produkten erhöhen die Auslastung der Anlagen und die Langlebigkeit der Produkte dank einer zentralisierten Wartung. Noch wichtiger ist, dass sie einer Volkswirtschaft dabei helfen, mit weniger Ressourcen mehr zu erreichen, wodurch der Bedarf an physischen Vermögenswerten in der gesamten Wirtschaft sinkt.
  • Fertigung und Bauwesen – Celestica und Cavco sind zwei herausragende Unternehmen, die gemeinsame Fertigungsdienstleistungen für verschiedene Branchen anbieten. Cavco konzentriert sich auf vorgefertigte Häuser, bei denen die skalierte und optimierte Fertigung und Montage in der Fabrik den Materialüberschuss des Baus vor Ort erheblich verringert.
    Celestica stellt für Kunden aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Energiesysteme, medizinische Geräte und Diagnoseausrüstung elektrische Komponenten in Gemeinschaftsproduktion her. Strenge Fertigungseffizienz und eine striktere Kontrolle der Lieferkettenlogistik tragen zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs bei. Das modulare Design fördert die Instandsetzung und Reparatur von Produkten, wodurch deren Lebensdauer verlängert wird.
  • Basiskonsumgüter und Grundstoffe – Sprouts Farmers und Sensient sind gute Beispiele für Kreislauflösungen im Lebensmittel- und Agrarsektor. Sprouts ist ein Supermarkt, der sich auf frische, biologische und lokal angebaute Produkte konzentriert. Weniger Verpackung, chemische Konservierungsstoffe und Transportwege bedeuten insgesamt weniger Emissionen und einen kleineren ökologischen Fussabdruck im Vergleich zu verarbeiteten Lebensmitteln oder Fleischalternativen.
    Sensient konzentriert sich darauf, Kunden in der Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmabranche mit Farben, Aromen und speziellen Inhaltsstoffen zu beliefern, die natürlich regenerativ sind und aus Pflanzen und biologischen Quellen stammen.
  • Gesundheits- und Umweltdienstleistungen – Halma und Galenica sind Beispiele dafür, wie Kreislauflösungen im Gesundheits- und Umweltbereich eingesetzt werden. Halma entwickelt Technologien für die Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltüberwachung – von Reinwassersensoren bis hin zu Brandmeldesystemen –, die Risiken vorbeugen und die Nutzungsdauer von Anlagen verlängern. Mit eigenem Apothekennetz und eigener Logistik verbessert Galenica den Zugang zu Arzneimitteln und beseitigt gleichzeitig Ineffizienzen und Verschwendung im Gesundheitswesen.

Breit gefächertes Engagement

Ein zu grosser Fokus auf nachgelagerte Recycling- und Abfallentsorgungsunternehmen engt das Anlageuniversum ein und schränkt die Ergreifung attraktiver Chancen in allen Wertschöpfungsketten der Branche ein. Die Ausweitung des Portfolios auf Anbieter vorgelagerter Lösungen vergrössert nicht nur das Renditepotenzial des Portfolios, sondern diversifiziert auch das Engagement des Portfolios in verschiedenen Stilfaktoren, darunter wachstumsstarke Innovationen, hochwertige zyklische Werte und defensive Branchengrössen (siehe Abbildung 3).

Abbildung 3 – Gleichgewicht zwischen Wachstum und Stabilität

Die Ausrichtung auf vorgelagerte Lösungen erweitert das Anlageuniversum über verschiedene Branchen und Wachstumszyklen hinweg und erhöht das Renditepotenzial und die langfristige Robustheit des Portfolios in unterschiedlichen Marktumfeldern.

Quelle: Robeco, Stand: September 2025.

 

Durch die Verlagerung weg vom Recycling hin zu vorgelagerten Lösungen kann ein breites Spektrum von Branchen und Unternehmen mit überzeugenden Geschäftsmodellen und wachsenden Marktanteilen erschlossen werden. Damit wird nicht nur das Potenzial des Portfolios gestärkt, nachhaltige Renditen zu erwirtschaften, sondern auch die Möglichkeit geschaffen, in Unternehmen zu investieren, die einen höheren Wert in Bezug auf Kreislaufwirtschaft und Umweltauswirkungen erzielen.

 

Wichtiger Hinweis: Die dargestellten Unternehmen dienen nur zur Veranschaulichung der Anlagestrategie zum angegebenen Datum. Die Unternehmen sind nicht notwendigerweise Teil der Strategie, und ihre künftige Integration ist nicht garantiert. Es handelt sich hierbei weder um eine Kauf-, Verkaufs- oder Halteempfehlung, noch soll ein Rückschluss auf die zukünftige Entwicklung dieser Unternehmen gezogen werden.

 

Anmerkungen:

[i] EU-Kommission, Rede zur Lage der Union, Kreislaufwirtschaft, abgerufen im September 2025.

[ii] Anteil der recycelten Materialien: 6,9 % gegenüber 9,1 %, Circularity Gap Reports 2025 bzw. 2018.

[iii] Volumen der Materialproduktion: 27 Milliarden (1970) gegenüber 106 Milliarden Tonnen (2025). Circularity Gap Report, 2025.

[iv] „Distributors are at the center of circular solutions.“ BCG, November 2022.

[v] „Impact on virgin vs recycled plastics.“ Briefing Note. Institute for Energy Economics and Financial Analysis, November 2024.

[vi] „Consumers are the key to taking green mainstream.“ BCG, September 2022.

[vii] US General Accountability Office (GAO), Textile Recycling Technologies. Juli 2024.

[viii] Ellen MacArthur Foundation, Eliminate waste and pollution webpage. Abgerufen im September 2025.

[ix] Ellen MacArthur Foundation, The technical cycle of the Butterfly Diagram. Abgerufen im September 2025.

 

Autorin: Natalie Falkman ist Senior Portfoliomanagerin beim Asset Management-Unternehmen Robeco.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/weniger-abfall-mehr-wertschoepfung-die-vorteile-vorgelagerter-kreislaufloesungen/

«Eva on Stage» macht Female Leaders sichtbar – Interview mit Annette Felicitas Häcki

Weltweit sind fast 70 Prozent aller Speaker auf Konferenzen männlich – manchmal fehlen Frauen sogar komplett. Die Executive Voices Academy «Eva on Stage» bringt weibliche Stimmen auf die Bühne.

Auf Konferenzen und Kongressen sind Frauen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Weltweit sind fast 70 Prozent der Speaker männlich. An manchen Veranstaltungen stehen gar keine Frauen auf der Bühne – und wenn, dann als Moderatorin oder in einem Gruppenpanel.

Kompetent und selbstbewusst

Fakt ist: Es werden schlicht zu wenige Expertinnen eingeladen. Denn weibliche Thought Leaders finden sich in jedem Feld. Andererseits ist es laut Eigenaussage der Eventverantwortlichen oft schwierig, eine Frau als Speakerin zu finden. Manche sagen ab, wenn sie für eine Keynote angefragt werden.

Mit Eva on Stage startet ein Excellence-Programm, das genau hier ansetzt. Es richtet sich an Female Leaders, die ihre Auftrittskompetenz professionalisieren wollen. Denn im hektischen Führungsalltag ist die Zeit knapp und der eigene Anspruch hoch. So wird eine Einladung lieber abgesagt, als der eigenen Erwartung nicht zu entsprechen.

Sichtbarkeit als Erfolgsfaktor

Das ist eine ungenutzte Chance. Denn Sichtbarkeit ist längst kein Nice-to-have mehr, sondern ein strategischer Vorteil. Wer auf der Bühne überzeugt, setzt Akzente in der Branche, gewinnt Reichweite und prägt die Wahrnehmung des arbeitgebenden Unternehmens. Für Firmen bedeutet das: Employer Branding, Reputation und Netzwerk profitieren messbar. Wenn Frauen hingegen unterrepräsentiert sind, schmälert das die ihnen zugeschriebene Kompetenz.

Renommierte Expertinnen und Live-Event

Bei Eva On Stage begleiten erfahrene Coaches die Female Leaders in Gruppen- und Einzelcoachings. Sie werden von den Expertinnen mit viel praktischer Übung und Video- sowie Vocal-Analysen in allen Aspekten geschult, die für einen professionellen Auftritt auf der Bühne wichtig sind.

Die bekannte Moderatorin und Kommunikationstrainerin Kiki Mäder verbindet Bühnenpraxis mit Medienerfahrung und zeigt, wie Auftritte authentisch und wirkungsvoll gelingen. Inês Moura, internationale Stimm- und Atmungsexpertin, vermittelt praxisnah, wie Stimme und Atmung auf der Bühne gezielt eingesetzt werden können. Angélique Beldner, erfahrene TV- und Radiojournalistin, macht fit für die grosse Bühne. Und die Initatorin Annette Felicitas Häcki sorgt als Storytelling-Expertin dafür, dass Themen geschärft, Botschaften klar vermittelt und Inhalte nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Zudem fliessen eine Stylingberatung und ein Interviewtraining ins Programm ein.

Höhepunkt und Abschluss des Excellence Trainings ist ein Live-Auftritt an einem exklusiven NetzwerkEvent. Die erste Klasse startet im September 2026. Interessierte können sich via evaonstage.com auf die Priority List setzen lassen. Die Plätze sind pro Klasse auf zehn Female Leaders begrenzt.

Interview mit Annette Felicitas Häcki, Initiatorin von «Eva on Stage»

m&k: Auf Konferenzen sind Frauen nach wie vor deutlich in der Minderheit. Warum ist das ein Problem?Es ist ein Problem, weil damit wichtige Perspektiven verloren gehen. Frauen in Führungspositionen bringen Kompetenz, Verantwortung und Themen mit, die den Diskurs bereichern. Wenn sie fehlen, bleiben Debatten einseitig. Und es fehlen auch die Vorbilder, die andere Frauen inspirieren, den nächsten Schritt zu gehen. Sichtbarkeit von Female Leaders ist deshalb nicht nur ein individuelles, sondern auch ein gesellschaftliches Thema.

Annette Felicitas Häcki: Nicht alle erfolgreichen Frauen nehmen die Chance wahr, wenn sie eingeladen werden. Manche sagen ab. Woran liegt das?

Oft nicht am fehlenden Selbstbewusstsein, sondern an den Rahmenbedingungen. Führung bedeutet volle Terminkalender, wenig Vorbereitungszeit und die Priorisierung anderer Aufgaben. Gleichzeitig stellen sich viele Frauen besonders hohe Ansprüche, wenn sie auf die Bühne gehen: Sie wollen Exzellenz zeigen, nicht nur «irgendwie durchkommen». Und manchmal wird unterschätzt, welchen strategischen Unterschied Sichtbarkeit tatsächlich macht – für die eigene Rolle wie auch für das Unternehmen.

Was genau ist bei Eva On Stage anders als in klassische Auftrittstrainings?

Eva On Stage ist kein Standardtraining, sondern ein Excellence-Programm. Es verbindet alle relevanten Aspekte eines starken Auftritts: Von Stimme, Körpersprache und Storytelling über Medienpräsenz und Technik bis hin zu Outfit und Bühnenroutine. Jedes Modul wird von renommierten Expertinnen geleitet. Zusätzlich entsteht eine exklusive Community von Female Leaders, die sich gegenseitig unterstützt.

Welche Rolle spielt die Community?

Eva on Stage ist nicht nur ein Programm, sondern auch ein Netzwerk. Es ist auf Female Leaders zugeschnitten und pro Klasse auf zehn Teilnehmerinnen limitiert. So wächst neben der individuellen Auftrittskompetenz auch ein Kreis starker Stimmen, die einander weiterbringen und den Diskurs nachhaltig bereichern. Auch in der Hoffnung, dass sie sich gegenseitig als Speakerin empfehlen, wenn sie selbst bei einer Einladung keine Zeit haben oder das Thema nicht zu ihnen passt.

Warum ist Sichtbarkeit heute ein strategischer Erfolgsfaktor – gerade für Führungskräfte?

Weil die Bühne weit über den einzelnen Auftritt hinauswirkt. Wer dort überzeugt, prägt die Wahrnehmung einer ganzen Branche und stärkt das Unternehmen, das er oder sie vertritt. Sichtbarkeit ist damit ein Führungsinstrument. Und gerade im KI-Zeitalter zählt der menschliche Faktor: Haltung, Glaubwürdigkeit und Präsenz lassen sich nicht automatisieren.

Welche Rolle spielt die Agentur DAY Partners in diesem Projekt?

Sichtbarkeit ist auch in unserer Arbeit als Agentur ein zentraler Wert. Mit Day Partners begleiten wir Unternehmen dabei, Marken zu stärken und Strukturen zu empowern. Diese Expertise fliesst in Eva on Stage ein, zum Beispiel im Modul Storytelling. Für uns ist Eva on Stage die logische Fortsetzung unserer Haltung.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft von Eva on Stage?

Ich wünsche mir, dass es selbstverständlich wird, auf jeder Fachkonferenz eine ausgewogene Mischung an Stimmen zu hören. Und dass Frauen die Bühne nicht als Zusatzbelastung empfinden, sondern als strategische Chance, um ihre Kompetenz sichtbar zu machen, Debatten mitzugestalten und als Vorbilder zu wirken. Wenn wir dazu beitragen, haben wir unser Ziel erreicht.

Stadler Rail, Bühler, Dormakaba und Sensirion führen Reputationsranking an

Die neue Medienreputationsstudie der swissreputation.group und pressrelations Schweiz zeigt, welche Industrie- und Technologieunternehmen in der öffentlichen Wahrnehmung die stärksten Markenbilder erzeugen. Die Analyse von über 118’000 reputationsrelevanten Medienaussagen aus zwölf Monaten belegt: Stadler Rail, Bühler Group, Dormakaba und Sensirion führen in ihren jeweiligen Präsenzkategorien das Ranking an.


Studie zeigt: Schweizer Industrie- und Technologieunternehmen punkten mit Innovationskraft, Management und Nachhaltigkeit

Stadler Rail belegt bei den Präsenzleadern den ersten Platz. Das Ostschweizer Unternehmen überzeugt mit Spitzenwerten in nahezu allen Reputationsdimensionen – insbesondere bei Innovation, Management und Nachhaltigkeit. Dahinter folgen Holcim und ABB, die ebenfalls stark in den Medien präsent sind und positive Resonanz für ihre Innovations- und ESG-Aktivitäten erzielen.

In der Kategorie der Taktgeber liegt die Bühler Group mit einem Reputation Score von 99 klar vorn. Das Familienunternehmen aus Uzwil erreicht Bestnoten in allen sechs Bewertungsdimensionen: Products & Services, Innovation, Economic Performance, Management & Leadership, Workplace sowie ESG & Sustainability. Auf den Rängen zwei bis fünf folgen Geberit, VAT, V-Zug und Hilti.

Bei den Wegbereitern setzt sich Dormakaba an die Spitze. Das Zuger Unternehmen punktet mit seiner Innovationskraft und einer klaren Positionierung in der nachhaltigen Gebäudetechnologie. Dicht dahinter folgen Belimo, Temenos, SFS Group und Huber+Suhner.

In der Gruppe der Hidden Champions sichert sich der Sensorhersteller Sensirion den ersten Platz. Das Unternehmen aus Stäfa überzeugt durch hohe Innovationsleistung und eine positive Berichterstattung über ESG- und Managementthemen. Auf den weiteren Plätzen finden sich Schneider Electric, Garaventa, Mikron und Liebherr.

KI-gestützte Analyse von über 65 Unternehmen

Die Studie – die umfassendste ihrer Art in der Schweiz – untersuchte die mediale Reputation von 65 führenden Industrie- und Technologieunternehmen. Die Methodik basiert auf Künstlicher Intelligenz: Beiträge aus sämtlichen Schweizer Online- und Printmedien wurden nach thematischen und tonalen Aspekten ausgewertet. Das Reputationsmodell differenziert sechs Dimensionen, die den Ruf eines Unternehmens prägen: Produkt- und Servicequalität, Innovationsfähigkeit, wirtschaftliche Leistung, Führung, Arbeitgeberattraktivität sowie Nachhaltigkeit.

Durch die Einteilung in vier Präsenzgruppen – von omnipräsenten Marken bis zu spezialisierten Hidden Champions – wird ein realistisches Benchmarking möglich. So können sich Unternehmen innerhalb ihres Sichtbarkeitsniveaus vergleichen und ihre Kommunikationsstrategie gezielt optimieren.

Sichtbarkeit allein genügt nicht

«Mediale Sichtbarkeit ist die Grundlage für Wahrnehmung, doch entscheidend ist der Ton», erklärt Lukas Zihlmann, Geschäftsführer der Swissreputation.group. «Positive Berichterstattung formt den guten Ruf – und der hängt zunehmend mit Innovation, Nachhaltigkeit und Leadership zusammen.

Auch Katrin Frei, Geschäftsführerin von Pressrelations Schweiz, betont die gesellschaftliche Relevanz: «Viele Industrieunternehmen sind B2B-orientiert. Medien sind oft der einzige Kanal, über den sich die Öffentlichkeit ein Bild ihrer Leistungen machen kann.»

Ein klarer Trend

Das Ranking 2025 zeigt einen deutlichen Trend: Unternehmen mit konsequenter Kommunikationsstrategie und klarer Innovationsagenda gewinnen Vertrauen. Stadler Rail, Bühler, Dormakaba und Sensirion demonstrieren, wie sich Technologiekompetenz und gesellschaftliche Verantwortung zu einem starken medialen Profil verbinden lassen – und damit zur wichtigsten Währung der Reputation werden.

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