In der KI-begeisterten Schweiz nimmt Desinformation zu

2025 nutzten mehr als zwei von fünf Personen künstliche Intelligenz (KI) zur Erstellung von Inhalten wie Texten oder Bildern. Bei den 15- bis 24-Jährigen waren es sogar vier von fünf Personen. Gleichzeitig sieht sich die Bevölkerung online vermehrt mit Desinformation, Hassreden oder Betrug konfrontiert. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der jüngsten Befragung des Bundesamtes für Statistik (BFS) zur Internetnutzung in den Schweizer Haushalten.

Im Frühling 2025 gaben 43% der Bevölkerung zwischen 15 und 88 Jahren an, bereits einmal ein generatives KI-System genutzt zu haben. Dieses erstellt anhand einer Anweisung Text-, Bild- oder Toninhalte.

Generative KI-Tools verbreiten sich rasant

3,2 Millionen Personen in der Schweiz haben in den drei Monaten vor der Befragung generative KI genutzt – und bei vielen von ihnen kamen die entsprechenden Tools sogar sehr häufig zum Einsatz: 36% der Personen, die KI nutzten, griffen täglich auf sie zurück, 34% taten dies mindestens einmal pro Woche. Angesichts der Tatsache, dass KI-Systeme lediglich seit drei Jahren für die breite Öffentlichkeit verfügbar sind, erscheinen die Anzahl der Nutzenden und die Nutzungshäufigkeit umso höher.

Am häufigsten werden die Systeme zu privaten Zwecken eingesetzt (38% der Bevölkerung), gefolgt von beruflichen Zwecken (31%). Innerhalb des formalen Bildungssystems (z. B. Schulen und Hochschulen) wird eine Nutzungsquote von 75% erreicht.

KI verdeutlicht den digitalen Graben

Die Nutzung generativer KI-Tools variiert stark je nach soziodemografischem Profil. Die bestehenden Ungleichheiten bei der allgemeinen Nutzung digitaler Technologien treten bei dieser neuen Technologie noch verstärkt auf.

So greifen besonders junge Menschen auf generative KI zurück: 79% der 15- bis 24-Jährigen nutzen entsprechende Tools, bei den 25- bis 34-Jährigen sind es lediglich 66%. Dieser Anteil sinkt mit zunehmendem Alter weiter (55- bis 64-Jährige: 28%). Auch mit Blick auf das Bildungsniveau zeigen sich deutliche Unterschiede. 63% der Personen mit einem Hochschulabschluss verwenden generative KI, gegenüber 17% der Personen ohne nachobligatorische Ausbildung. Zwar nutzen Männer generative KI insgesamt häufiger als Frauen, in den Altersgruppen unter 30 Jahren bestehen jedoch keine geschlechtsspezifischen Unterschiede.

Die Hälfte der Bevölkerung nutzt keine generative KI

Auch wenn sich die generative KI rasant verbreitet, wird sie noch nicht flächendeckend beansprucht. Ein Drittel der Bevölkerung sieht für sich keinen Nutzen in den entsprechenden Anwendungen und 7% haben Datenschutz- und Sicherheitsbedenken. Lediglich 7% geben an, dass es ihnen an den notwendigen Kompetenzen mangelt, was zeigt, dass die Mehrheit der Bevölkerung der Ansicht ist, KI-Systeme seien relativ einfach in der Anwendung. Nur 2% der Bevölkerung geben an, keine Kenntnis von der Existenz solcher Tools zu haben.

Zunehmend problematische Inhalte und Sicherheitsprobleme

Die Ergebnisse zeigen einen weiteren wichtigen Aspekt: Zwischen 2023 und 2025 haben Sicherheitsprobleme, Desinformation und Hassrede im Internet stark zugenommen. Diese Entwicklung verdeutlicht die zunehmende Verbreitung problematischer Online-Inhalte sowie den Anstieg der Risiken und Gefahren bei der Internetnutzung.

Der Anteil der Personen, die in den drei Monaten vor der Befragung betrügerische Nachrichten (Phishing) erhalten haben, ist von 51% auf 61% angestiegen (4,4 Mio. Personen). Die Zunahme dieser Art von Online-Betrug zeigt sich auch beim Anteil der Nutzenden, die angeben, in den zwölf Monaten vor der Befragung finanzielle Verluste erlitten zu haben. Deren Anteil lag 2021 noch bei 1,7% und verdoppelte sich bis 2025 auf 3,4% (250 000 Personen).

Desinformation auf dem Vormarsch

Auch Desinformation nimmt zu. Der bereits zwischen 2021 und 2023 beobachtete Aufwärtstrend bestätigt sich: 2025 gaben 58% der Bevölkerung an, auf Websites oder in den sozialen Medien Inhalte angetroffen zu haben, die sie für falsch oder fragwürdig hielten (2021: 45%; 2023: 51%). Junge Menschen unter 30 Jahren und Nutzende sozialer Medien sind besonders häufig Desinformation ausgesetzt (68% bzw. 67%).

Der Umgang mit Falschinformationen bleibt im Wesentlichen unverändert: Rund die Hälfte der Nutzenden überprüft den Wahrheitsgehalt der angetroffenen Inhalte. Die Mehrheit derjenigen, die dies nicht tun (38%), glaubt, bereits zu wissen, dass es sich um Falschinformationen bzw. eine unzuverlässige Quelle handelt. 15% räumen hingegen ein, nicht über die notwendigen Kenntnisse oder Fähigkeiten zu verfügen, um die Inhalte zu prüfen.

Hassrede nimmt zu

Immer mehr Internetnutzende werden mit Hassbotschaften konfrontiert. 2025 gaben 42% der Bevölkerung an, in den sozialen Medien oder auf Informationsseiten feindselige oder abwertende Botschaften gesehen zu haben, die sich gegen Gruppen oder Einzelpersonen richteten. Dies entspricht einem Anstieg von 4,5 Prozentpunkten. Wiederum berichteten am häufigsten die unter 30-Jährigen sowie Nutzende sozialer Medien von solchen Inhalten (61% bzw. 50%).

Ein besonders starker Anstieg ist bei Hassbotschaften im Zusammenhang mit politischen oder gesellschaftlichen Meinungen sowie Religion zu verzeichnen, ebenso wie bei fremdenfeindlichen Inhalten. Hassbotschaften, die sich auf die sexuelle Orientierung oder eine Behinderung beziehen, treten in etwa so häufig auf wie 2023.


Diese Medienmitteilung und weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Website des BFS.

Finger weg von Alkohol am Steuer: Stichhaltige BFU-Kampagne von Ruf Lanz

Bei jedem achten schweren Verkehrsunfall ist Alkohol im Spiel. Deshalb warnt die BFU mit einer auffälligen Plakatkampagne von Ruf Lanz: Finger weg von Alkohol am Steuer.

Auf Schweizer Strassen sind fast 4 % aller Autolenkenden unter Einfluss von Alkohol unterwegs. Von diesen wiederum fahren 11 % mit einem Pegel, der den gesetzlichen Grenzwert von 0,5 Promille überschreitet. Das ist das Resultat von «Roadside Survey Alkohol», einer Erhebung der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) zum Autofahren unter Alkoholeinfluss.

Fazit: Alkohol ist einer der grössten Risikofaktoren für schwere Unfälle. Bei jedem achten schweren Unfall ist Alkohol im Spiel.

Die BFU empfiehlt deshalb: Finger weg von Alkohol am Steuer. Dies unterstreicht die neue Plakatkampagne von Ruf Lanz auf stichhaltige Art. Die Kreativen präsentieren Bier-, Wein- und Cocktailgläser in Form giftig grüner, stacheliger Kakteen.

Dazu Olivia Guler, Kampagnenleiterin, bei der BFU: «Ruf Lanz hat die Erkenntnisse unserer Unfallforschung schon mehrfach prägnant auf den Punkt gebracht. Diese Idee fanden wir bestechend, weil sie unsere Botschaft auffällig und glasklar kommuniziert. Schliesslich stehen unsere Plakate am Strassenrand und müssen vom Auto aus gesehen und verstanden werden.»

Die neue BFU-Kampagne wird ab Dezember in allen drei Landessprachen einfahren. Auf über 7000 an Strassen platzierten Plakatstellen in der ganzen Schweiz.

 


Verantwortlich bei der BFU: Jürg Beutler (Leiter Kommunikation, Mitglied der Geschäftsleitung), Franziska Hartmann (Leiterin Kampagnen), Olivia Guler (Kampagnenleiterin), Patrizia Hertach (Forschung Strassenverkehr). Verantwortlich bei Ruf Lanz: Markus Ruf, Danielle Knecht-Lanz (Creative Direction), Mario Moosbrugger (Art Direction), Markus Ruf (Text), Sherif Ademi (DTP), Gian Marco Juon (Beratungsleitung), Tobias Stierli, Flaeck (CGI & Motion Design), Mario Moosbrugger (Sound Design).

Smarte Öko-Etikette soll Lieferketten revolutionieren

Forschende von Empa, EPFL und CSEM haben eine batterielose, vollständig biologisch abbaubare Sensoretikette entwickelt, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit überwacht und dokumentiert, ob Kühlketten verletzt wurden – etwa bei Impfstoffen oder Lebensmitteln.

Unauffällig: Die bioabbaubare Etikette ist so dünn wie ein Blatt Papier. Dennoch kann sie die Temperatur und die relative Luftfeuchtigkeit messen. (Bild: Empa)

Eine neuartige, smarte Etikette misst in Echtzeit Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit und erkennt, wenn eine definierte Temperaturschwelle überschritten wurde. Damit schliesst sie eine zentrale Lücke in globalen Lieferketten, in denen sensible Güter wie Medikamente oder verderbliche Lebensmittel bislang nur punktuell kontrolliert werden. Das Projekt «Greenspack» wurde in den vergangenen vier Jahren von Empa, EPFL und CSEM entwickelt und im Rahmen des BRIDGE-Discovery-Programms von SNF und Innosuisse gefördert.​

Technisch ähnelt der Aufkleber einem RFID-System: Auf einem speziellen Biopolymer-Cellulose-Substrat sind leitfähige Leiterbahnen aufgedruckt, die ohmsche und kapazitive Elemente zu Resonanzkreisen kombinieren. Wird die Etikette kontaktlos ausgelesen, verändern sich Resonanzfrequenzen je nach Umgebungstemperatur und Feuchtigkeit, sodass ohne eigene Energiequelle Messwerte gewonnen werden können. Überschreitet die Temperatur 25 Grad, schmilzt ein winziges Element im Leiter, der Stromkreis bricht irreversibel – ein eindeutiges Signal, dass die Sendung einmal zu warm war.​

Die Forschenden sehen darin einen Hebel, um Ausschuss und CO₂-Fussabdruck in der Logistik deutlich zu senken. Potenziell geschädigte Waren können frühzeitig erkannt, gestoppt oder an nahegelegene Einsatzorte umgeleitet werden, wenn sich lediglich die Haltbarkeit verkürzt hat. Je nach eingesetztem Material lässt sich die Temperaturschwelle auch für Tiefkühlprodukte oder andere sensible Anwendungen anpassen.​

Besonderen Wert legte das Team auf die ökologische Bilanz: Substrat und Leiterbahnen sind so konzipiert, dass die Öko-Etikette nach Gebrauch kompostiert oder mit Karton recycelt werden kann. Dazu entwickelten die Forschenden ein neues Trägermaterial aus Biopolymer und Cellulosefasern sowie eine Drucktinte mit dem biologisch resorbierbaren Metall Zink. Während CSEM am Aufbau und der Auslesetechnik arbeitete, treiben zwei EPFL-Forschende die Kommerzialisierung im Start-up «Circelec» voran. Perspektivisch sollen die smarten Etiketten auch als Sensoren in Landwirtschaft und Umweltmonitoring eingesetzt werden.

Quelle: Empa

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/smarte-oeko-etikette-soll-lieferketten-revolutionieren/

450 Millionen: Black-Friday-Tagesumsatz sinkt weiter

Das 10-jährige Jubiläum des Black Friday liegt hinter uns. Unsere Hochrechnung ergibt, dass der Umsatz mit 450 Millionen Franken leicht tiefer lag als im Vorjahr. Wir ziehen eine Bilanz zum Event und geben einen Ausblick auf das kommende Jahr und auf den Cyber Monday am Montag.

Am Montag ist Cyber Monday, das letzte der grossen Shoppingevents. Der Tag bietet Kauffreudigen nochmals eine Gelegenheit, attraktive Rabatte im Onlinehandel zu finden. Nach dem Umsatzrückgang vom Black Friday erwarten wir für den Cyber Monday ebenfalls eine negative Entwicklung.

Black Friday: Umsatz sinkt zum zweiten Mal in Folge

Am gestrigen Black Friday wurde gemäss unserer Hochrechnung innerhalb von 24 Stunden ein Umsatz in Höhe von 450 Millionen Franken im Schweizer Non-Food-Detailhandel erzielt. Das sind rund 10 Millionen Franken weniger als im Vorjahr. Während der stationäre Handel spürbare Einbussen verzeichnete, stagnierte der Onlineumsatz. Damit geht der zweijährige Abwärtstrend weiter.

Ein zentraler Grund für den rückläufigen Absatz ist die inzwischen gängige Praxis vieler Händler, ihre Aktionen über mehrere Tage oder gar Wochen auszudehnen, statt sich auf die 24 Stunden des Black Friday zu konzentrieren. Zusätzlich sorgten die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit und der starke Schweizer Franken, der Importe billiger macht, für einen gedämpften Umsatz.

Detailhandelsexperte Julian Zrotz von blackfridaydeals.ch meint: «Der Umsatzrückgang in den 24 Stunden des Black Friday zeigt die anhaltende strukturelle Veränderung im Markt. Die frühere massive Umsatzspitze flacht etwas ab, zugunsten einer breiteren Verteilung der Einkäufe über die ganze Black Friday Woche und den Rest des Novembers.»

Für das kommende Jahr prognostizieren wir, dass dieser Trend weitergeht und nahezu alle Händler den Black Friday auf mehrere Tage oder gar Wochen ausdehnen werden. Die klassischen 24 Stunden des Black Friday verlieren damit weiter an Relevanz. Für die Händler unrentable Rabattaktionen, wie sie vor einigen Jahren noch öfters vorkamen, erwarten wir aufgrund des anhaltenden Margendrucks und der deutlich früheren und strategischeren Planung der Aktionen kaum mehr. Stattdessen werden die Detailhändler bei den Shopping-Events verstärkt auf den Ausbau ihrer Loyalitätsprogramme und ihrer personalisierten Angebote setzen.

Am Montag ist Cyber Monday: Umsatzrückgang im Onlinehandel auf 75 Millionen Franken

Der Cyber Monday schliesst die drei grossen Shoppingtage ab. Anders als am Black Friday stehen an diesem Tag vor allem Elektronik-Artikel und der Onlinehandel im Mittelpunkt. Die Attraktivität der Angebote ist jedoch vergleichbar. Zahlreiche Händler verlängern ihre bestehenden Black-Friday-Rabatte, während andere Anbieter ihre Aktionen ergänzen oder sogar komplett neue Promotionen lancieren.

Für den Cyber Monday prognostizieren wir im Non-Food Onlinehandel einen leichten Umsatzrückgang. Dieser wird sich voraussichtlich auf 75 Millionen Schweizer Franken belaufen, was einem Minus von rund 5 Millionen Franken im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Hauptgrund für diese Entwicklung ist die Umsatzverlagerung weg von den einzelnen Shoppingtagen auf die umliegenden Tage und Wochen. Verstärkt wird diese Entwicklung durch die anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten. Besonders betroffen von diesem Rückgang ist der Absatz von nicht essenziellen Produkten, wie beispielsweise Unterhaltungselektronik.

Wenig Auswirkungen zeigt die Nähe der Shoppingtage zu Weihnachten. Eine im Auftrag von blackfridaydeals.ch durchgeführte, repräsentative DemoSCOPE-Umfrage zeigt: Knapp die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer findet, dass die Shoppingtage zu nahe an Weihnachten liegen und die Adventszeit damit unnötig kommerzialisiert. Ein Drittel hingegen empfindet diese Nähe als praktisch. Für viele Konsumentinnen und Konsumenten bieten die Aktionstage nämlich die Möglichkeit, Geschenke zu besonders günstigen Preisen zu kaufen. Händler wiederum nutzen die erhöhte Nachfrage gezielt und rücken typische Geschenkartikel in den Fokus.

Kein Randthema mehr: Cybersicherheit in Chefetagen

In den Jahren 2022, 2024 und 2025 hat Sophos im Rahmen seiner grossen Managementstudie C-Level-Verantwortliche zu Themen der Cybersicherheit befragt. Das Ergebnis zeigt eine steigende Sensibilisierung der Führungskräfte (jenseits des IT-Fachpersonals) und eine Entwicklung von anfänglicher Gelassenheit über strategische Relevanz bis zu persönlicher Betroffenheit.

Cyber Awareness hat in den letzten Jahren zusehends die Chefetagen erreicht und ist dort kein Randthema mehr. (Bild: Depositphotos.com)

Die Sophos-Managementstudie «Chef, wie hältst du’s mit der Cybersicherheit?» zeigt über drei Erhebungsjahre hinweg (2022, 2024, 2025), wie sich Wahrnehmung, Verantwortung und persönliche Nähe der Chefetagen zum Thema verändert haben. Cybersicherheit ist heute auf der Führungsebene etabliert und bleibt ein Thema, das Chefinnen und Chefs gleichermassen beschäftigt wie beunruhigt.

2022: Hohe Selbstsicherheit, geringe Verunsicherung

Im Jahr 2022 bestätigten 32,3 Prozent der Unternehmen in Deutschland, 37,3 Prozent in Österreich und 47,1 Prozent in der Schweiz, dass die Relevanz von IT-Sicherheit weiter zugenommen habe. Dennoch galt Cybersicherheit damals überwiegend als operative IT-Aufgabe; nur 1,9 Prozent der Firmen mit mehr als 200 Beschäftigten verorteten die Verantwortung auf Geschäftsführungsebene.

Trotz der angespannten weltpolitischen Situation und des Kriegs in Europa – der bereits früh auch auf der Cyberebene ausgetragen wurde – reagierten viele Unternehmen noch vergleichsweise gelassen. Nur rund ein Drittel der befragten Führungskräfte berichtete, dass die geopolitische Lage den Blick auf IT-Sicherheit geschärft habe.

Die Mehrheit hingegen sah sich beim Cyberschutz ihres Unternehmens gut aufgestellt: 53 Prozent der kleineren und knapp 70 Prozent der grösseren Unternehmen sahen (noch) keinen Anlass, ihr Sicherheitsbewusstsein oder die strategische Bedeutung von Cybersicherheit zu überdenken. Viele gingen davon aus, dass ihre bestehenden Massnahmen ausreichend seien, und kein zusätzlicher Handlungsbedarf bestehe. Das legt nahe, dass Cybersicherheit 2022 zwar als relevant betrachtet wurde, aber noch nicht als akute strategische Herausforderung wahrgenommen wurde.

2024: Cybersicherheit gewinnt strategisches Gewicht

In der Erhebung aus 2024 wurde Cybersicherheit zunehmend als geschäftlicher Faktor betrachtet. In Deutschland hielten 55 Prozent der Führungskräfte sie für sehr wichtig für ihre Geschäftsbeziehungen, in Österreich sagten dies 46 Prozent und in der Schweiz 60 Prozent. Weitere 28 Prozent der deutschen, 34 Prozent der österreichischen und 32 Prozent der Schweizer Führungskräfte stuften das Thema als wichtig ein. Die Zahlen deuten darauf hin, dass Cybersicherheit stärker mit Vertrauen, Zusammenarbeit und unternehmerischer Stabilität verknüpft wurde.

2025: Cybersicherheit erreicht das Top-Management

In der Befragung aus diesem Jahr zeigt sich: Cybersicherheit ist nicht nur strategisch etabliert, sondern auch näher an die Führungsebenen herangerückt. In Deutschland waren 29,5 Prozent der C-Level-Verantwortlichen innerhalb der vergangenen sechs Monate persönlich in die Lösung eines Cybersicherheitsvorfalls involviert; in Österreich lag dieser Anteil bei 26 Prozent, in der Schweiz bei 34 Prozent. Weitere 32 Prozent der deutschen, 34 Prozent der österreichischen und 20 Prozent der Schweizer Führungskräfte berichten von einer länger zurückliegenden persönlichen Erfahrung. Gleichzeitig bestätigen viele, dass operative Vorfälle weiterhin überwiegend unterhalb der Top-Ebene bearbeitet werden: Dies gaben 36 Prozent der deutschen, 38 Prozent der österreichischen und 42 Prozent der Schweizer Befragten an. Das legt nahe, dass sich strategische Verantwortung und operative Umsetzung zwar annähern, eine Aufgabenteilung aber fortbesteht: Die strategischen Leitlinien entstehen oben, die konkrete operative Umsetzung erfolgt überwiegend in nachgelagerten Ebenen.

Staatliche Angriffe rücken ins Bewusstsein

Auffällig ist die gestiegene Sensibilität gegenüber geopolitischen Risiken. Medienberichte über staatlich organisierte Cyberangriffe scheinen heute stärker zu verunsichern als noch 2022. Obwohl Cyberschutz inzwischen als fester Bestandteil der Unternehmensführung angesehen wird, lässt die aktuelle Bedrohungslage viele Führungskräfte nicht kalt: 27,5 Prozent der deutschen, 30 Prozent der Schweizer und 36 Prozent der österreichischen Managerinnen und Manager berichten 2025, dass entsprechende Meldungen sie verunsichern. Dies kann darauf hindeuten, dass geopolitische Dynamiken inzwischen stärker in den Führungsetagen ankommen als noch vor wenigen Jahren.

Investitionen steigen, Anforderungen an Partner wachsen

Fast die Hälfte der Unternehmen in Deutschland (47 Prozent) und der Schweiz (48 Prozent) sowie sogar 60 Prozent in Österreich haben zudem ihre IT-Sicherheitsmassnahmen laut der Zahlen aus 2025 spürbar ausgebaut. Parallel steigen die Ansprüche entlang der Lieferketten und es werden explizite Anforderungen an die Partner etabliert: Österreich ist hier Spitzenreiter mit 36 Prozent, gefolgt von der Schweiz (22 Prozent) und Deutschland (16,5 Prozent).

DACH-Vergleich: Gleicher Trend, unterschiedliches Tempo

Die drei Studienjahre deuten insgesamt auf einen wichtigen Wandel hin: Cybersicherheit hat sich zu einem integralen Bestandteil verantwortungsvoller Unternehmensführung entwickelt. Führungsteams in der DACH-Region reagieren sensibler auf Bedrohungslagen, investieren gezielter und rücken dem Thema auch persönlich näher. Das Tempo dieser Entwicklung unterscheidet sich in den drei Ländern: Die Schweiz weist durchgehend eine besonders hohe Sensibilität auf, Deutschland betont 2025 vor allem die langfristige Relevanz des Themas, und Österreich zeigt die stärkste Reaktion auf aktuelle geopolitische Spannungen, was sich sowohl in höherer Verunsicherung als auch in ausgeprägteren Investitionen niederschlägt.

Quelle: Sophos

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/kein-randthema-mehr-cybersicherheit-in-chefetagen/

Zwischen Konsumwahn und Askese: Wie Marken klug darauf reagieren

Im Dezember gönnen wir uns mehr, im Januar schalten viele in den Modus des Verzichts. Hinter diesem Wechsel zwischen Genuss und Askese stehen klare psychologische Mechanismen. Konsumentenpsychologe Marcel Zbinden von der Hochschule Luzern zeigt auf, wie Belohnungssysteme, soziale Normen und Framing unser Verhalten rund um den Jahreswechsel steuern – und was daraus für Marken folgt.

Quelle:unsplash.com

Herr Zbinden, weshalb geraten Konsumentinnen und Konsumenten im Dezember in einen Genuss- und Konsummodus – und weshalb folgt im Januar so oft die asketische Gegenbewegung?

Der Dezember ist mehrfach emotional aufgeladen. Soziale Rituale, Familie, «so haben wir das schon immer gemacht». Man gönnt sich das bessere Essen, das Spielzeug, den Ausflug, weil es sich «richtig anfühlt» und nicht, weil es rational optimal ist. Die dunklen Tage, der stressige Jahresabschluss im Geschäft und der 13. Monatslohn tragen auch ihren Teil dazu bei, dass der Geldbeutel bzw. die Kreditkarte im Portemonnaie oder auf dem Smartphone lockerer sitzt. Im Alltag haben viele von uns implizite Regeln hinsichtlich eines gesunden und vernünftigen Verhaltens, die im Dezember als letztem Monat des Jahres bewusst oder halb-bewusst ausser Kraft gesetzt werden. Psychologisch betreiben wir eine Art mentale Buchhaltung: Heute darf ich über die Stränge schlagen, weil ich mir innerlich verspreche, es später wieder auszugleichen. In der Forschung spricht man hier von «Moral Licensing». Im Dezember verschieben wir unser persönliches Limit nach oben und erfinden gute Geschichten, warum das «jetzt schon okay» ist.

 

Und im Januar soll dann alles anders sein?

Diese Dezember-Entgleisungen ignorieren wir mental nicht. Häufig schon zwischen Weihnachten und Neujahr denken sich viele, dass im Januar alles besser werden muss. In der Verhaltensforschung spricht man von einem «Fresh Start». Häufiges Problem ist, dass das «neue Ich» im gechillten Ferienmodus definiert wird. Zurück im stressigen Alltag funktioniert die grosse Willenskraft deutlich weniger gut, weshalb viele Vorsätze schon während des Januars oder kurz danach wieder über Bord geworfen werden. Das hat auch damit zu tun, dass viele Menschen geplante Verhaltensänderungen komplett falsch angehen. Dazu mehr in unserer neuen Podcast-Folge von VOLL PSYCHO, die am 18. Dezember erscheint: «Neujahrsvorsätze: Hot oder Schrott?».

 

Welche Rolle spielen unsere internen Belohnungssysteme im Dezember, und warum sind sie in dieser Phase besonders empfänglich für Konsumreize?

Unser Belohnungssystem spielt im Dezember durchaus etwas verrückt. Alles ist ein wenig drüber. Aus der Hirnforschung wissen wir, dass schon die Erwartung einer Belohnung Dopamin ausschüttet. Im Dezember stehen wir praktisch permanent vor der nächsten kleinen «Belohnungsecke»: Black-Friday-Schnäppchen, Weihnachtsmärkte, Lichter, Firmenapéros, Adventsanlässe, das Finden eines passenden Geschenks, überall Glühwein und Guetzli. Mit jedem erlebten Reiz verstärken wir die Belohnungsschleife. Dazu kommt, dass Alkohol und Süsses fest mit dieser Jahreszeit verknüpft sind, was das Belohnungssystem zusätzlich mit schnellen, intensiven Reizen füttert.

 

Was passiert im Januar psychologisch, dass plötzlich Selbstdisziplin, Verzicht und radikale Vorsätze dominieren?

Im Januar kippt für viele der Fokus um 180 Grad. Die Völlerei im Dezember ist noch sehr präsent, die Diskrepanz zwischen Idealbild «gesund, diszipliniert» und dem, was wir gerade gelebt haben, ist maximal. Genau das macht viele Menschen in der Schweiz besonders empfänglich für Vorsätze. Dazu kommt der sogenannte Fresh-Start-Effekt. Der Jahreswechsel markiert im Kopf ein neues Kapitel. Das Verhalten des vergangenen Jahres wird dem «alten Ich» zugeschoben, das «neue Ich» soll ab 1. Januar alles besser machen. Medien, Freunde und Kampagnen wie Dry January oder Veganuary verstärken dieses Gefühl, jetzt sei der Moment für Selbstdisziplin und Verzicht. Viele planen ihre Vorsätze zudem im entspannten Ferienmodus. In dieser Stimmung wirken radikale Pläne machbar, auch wenn sie später im Alltag an Zeit, Energie und Willenskraft scheitern.

 

Wie sollten Marken diese psychologischen Muster im Dezember nutzen?

Marken sollten den Dezember als hoch emotionalen Monat verstehen, nicht als Lizenz, möglichst viel in möglichst kurzer Zeit zu verkaufen. Viele Menschen sind müde, gestresst, geben mehr aus als sonst und gönnen sich bewusst etwas. Genau dort können Marken ansetzen, indem sie Produkte und Services als sinnvolle Belohnung und echte Entlastung inszenieren, d.h. weniger Sucherei, mehr Orientierung. Botschaften wie «Wir machen dir das Fest einfacher» passen besser in diese Stimmung als das reine «Kauf noch mehr».
Wichtig ist auch der Blick über den 31. Dezember hinaus. Wer hilft, Fehlkäufe zu vermeiden, faire Umtauschmöglichkeiten bietet und auf Qualität und passende Geschenke setzt, wird nach den Feiertagen als verlässlich und vertrauenswürdig erinnert.
Marken sollten also den emotionalen und sozialen Charakter des Dezembers respektieren und so kommunizieren, dass sich die Entscheidung auch im Januar noch gut anfühlt.

 

Welche Fehler machen Marken im Januar besonders häufig, weil sie den asketischen, reset-orientierten Mindset falsch einschätzen?

Ein häufiger Fehler ist, dass Marken den Januar genauso behandeln wie den Dezember, einfach in gesund. Statt Genuss wird dann Verzicht verkauft, aber mit derselben Logik: «In 30 Tagen zum neuen Ich», radikale Diäten, Fitness- oder Sparprogramme, die im Alltag kaum realistisch sind. Damit sprechen Marken zwar das Reset-Gefühl an, aber sie überschätzen massiv, wie viel Willenskraft Menschen im echten Januar zwischen Job, Familie und grauem Alltag haben. Psychologisch sinnvoll wäre, an das anzuknüpfen, was realistisch umsetzbar ist: kleine, machbare Schritte, flexible Einstiege, Unterstützung beim Dranbleiben. Das erzeugt Vertrauen und Markenbindung.

 

Welche wiederkehrende Fehlannahme oder Gewohnheit im Marketing begegnet Ihnen persönlich am häufigsten – und überrascht Sie jedes Jahr aufs Neue?

Dies ist eine schwierige Frage, nicht einfach zu beantworten. Was mich aber jedes Jahr von Neuem erstaunt, ist die zu starke Fokussierung von Marketingansätzen, die den radikalen Neustart betonen. Es wäre wünschenswert, die Menschen dort abzuholen, wo sie Mitte Januar stehen. Mit realistischen Zielen, die machbar sind und zu Erfolgserlebnissen führen. Zum Beispiel ein Fitness-Abo, das mit einem Training pro Woche startet, oder Sparziele, die kleine Schritte belohnen statt den Totalverzicht. Auch wenn sie nicht speziell auf den Januar zielt, finde ich eine Kampagne wie «Du musst nicht perfekt sein, um das Klima zu schützen» vom WWF sehr gelungen. Sie nimmt den Druck aus der Perfektion, setzt auf kleine, machbare Schritte und holt die Menschen dort ab, wo sie tatsächlich stehen.


Kurse an der Hochschule Luzern zum Thema

CAS Digital Customer Engagement

CAS Customer Psychology

CAS E-Commerce Management 

Sergio Ermotti und Walter Frey neu in der «Hall of Fame» der Schweizer Wirtschaft

Das Wirtschaftsmagazin BILANZ hat UBS-CEO Sergio Ermotti und Walter Frey, Verwaltungsratspräsident der Emil Frey AG, in die «Hall of Fame» der Schweizer Wirtschaft aufgenommen. Mit dieser jährlichen Auszeichnung ehrt das Magazin Persönlichkeiten, die durch aussergewöhnliche Leistungen, nachhaltigen Erfolg und prägende Führung hervorgetreten sind. Die Preisverleihung fand am Mittwochabend im feierlichen Rahmen des Petit Palais im Hotel Baur au Lac in Zürich statt.

Sergio Ermotti (links) und Walter Frey

Alt Bundesrat Kaspar Villiger hielt die Laudatio auf Sergio Ermotti. Er würdigte Ermotti als Führungspersönlichkeit, die die «komplexe Integration der Credit Suisse in die UBS überzeugend geleitet hat». Villiger betonte insbesondere Ermottis Leadership, die von Vertrauen, Verantwortungsbewusstsein und einer konsequent gelebten Unternehmenskultur getragen sei, und hob seine klare, ethische und verlässliche Art hervor.

Bundesrat Albert Rösti ehrte Unternehmer Walter Frey, der mit seiner Emil Frey Gruppe «den Autoimport in der Schweiz revolutionierte». Trotz der Grösse des Unternehmens mit rund 26 000 Mitarbeitenden sei dieses ein diskreter Familienbetrieb geblieben. Er beschrieb Frey als «idealtypische Verkörperung des Schweizer Unternehmertums und des Milizprinzips: weltläufig und zugleich heimatverbunden».

In seiner Dankesrede betonte Walter Frey die Stärke des Standorts Schweiz: «Die Schweiz hat eine gute Bodenhaftung.» Das sei zum Teil Glück – aber vor allem harte Arbeit jener Menschen, die uns eine stabile Basis geschaffen haben. Besonders optimistisch stimme ihn der Nachwuchs: «Wenn ich unsere Lernenden sehe und was sie leisten, bin ich überzeugt: Die Schweiz hat eine gute Zukunft.»

Sergio Ermotti sprach über seinen persönlichen Antrieb. «Ein Glas ist für mich nicht halb voll – sondern immer voll.» Mit Blick auf Spekulationen über einen möglichen Wechsel ins Verwaltungsratspräsidium betonte er, dass seine Mission bei der UBS noch nicht erfüllt sei. «Ich bringe zuerst meinen Job zu Ende – erst danach denke ich über einen Wechsel nach.»

Hochkarätige Jury

Über die Auszeichnung entscheidet eine Jury aus prominenten Vertreterinnen und Vertretern der Schweizer Wirtschaft und Politik, darunter Alt-Bundesrätin Doris Leuthard, Patrick Odier (Lombard Odier), Martin Naville, Bjørn Johansson, Barbara Rigassi-Schneeberger sowie Dirk Schütz (BILANZ). Bewertet werden die langfristige Performance der Unternehmen, Leadership nach innen und aussen, nachhaltiges wirtschaftliches Handeln und die Glaubwürdigkeit im öffentlichen Auftreten.

Rund 100 Führungspersönlichkeiten nahmen an der dritten Award Night teil. Zu den bisherigen Preisträgern zählen WEF-Gründer Klaus Schwab, ABB-Verwaltungsratspräsident Peter Voser, Ex-Nestle VR-Präsident Paul Bulcke sowie Unternehmer Peter Spuhler.

European Sustainability Week setzt starkes Zeichen für Nachhaltigkeit

Trotz wachsenden politischen Gegenwinds in Europa haben während der European Sustainability Week (ESW) 2025 auf dem Petersberg bei Bonn mehr als 500 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ein deutliches Bekenntnis zu Nachhaltigkeit und verantwortungsvollem Wirtschaften abgelegt. Im Mittelpunkt standen der ESG Summit 2025, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Nachhaltigkeitsberichterstattung und mehrere Auszeichnungen für Vorreiterunternehmen.

V.l.n.r.: Philipp Bächstädt, Gelkha Buitrago (GRI), Andrea Sternisko (KPMG AG), Katja Wachter (Ecovadis) und Prof. Dr. Holger Hoppe (Technische Hochschule Ingolstadt). (Bild: EUPD Group)

Vom 25. bis 27. November 2025 versammelte die EUPD Group, ein auf Nachhaltigkeit spezialisiertes Marktforschungs- und Beratungsunternehmen aus Bonn, im Steigenberger Icon Grandhotel & Spa Petersberg führende Fachleute, um über aktuelle Herausforderungen in der europäischen Nachhaltigkeitspolitik zu diskutieren. In einem Umfeld, in dem regulatorische Vorgaben unter Druck geraten und Initiativen teils zurückgefahren werden, sollte die ESW Nachhaltigkeit als geschäftskritische Notwendigkeit und nicht als Luxus positionieren.​

ESG Summit 2025 als Herzstück

Höhepunkt der Woche war der ESG Summit 2025 am 26. November mit Fachvorträgen und interaktiven Panels in sechs Themenblöcken, unter anderem zu sozialer Nachhaltigkeit, Finanzierung im Umbruch, neuen Berichtstandards und dem Potenzial von KI in der ESG-Berichterstattung. Führende ESG-Stimmen aus Europa teilten ihre Einschätzungen und betonten, wie wichtig Vernetzung und Austausch für glaubwürdige und wirksame Nachhaltigkeitsstrategien sind.​

Ein zentrales Querschnittsthema war der rasante Fortschritt von Künstlicher Intelligenz und seine Bedeutung für Datenqualität, Wirkungsmessung und Führungskultur. In einem prominent besetzten Roundtable zur Dekarbonisierung der europäischen Industrie diskutierten unter anderem Robert Habeck, Vertreterinnen und Vertreter von Goldbeck Solar, TÜV Rheinland, Deutscher Telekom und der Ruhr-Universität Bochum über die realen Kosten von Unsicherheit im Vergleich zu konsequenter Emissionsminderung.​

Preise für Transparenz, Energiewende und Corporate Health

Begleitet wurde die Konferenz von Break-out-Sessions, einer Fachausstellung und mehreren Preisverleihungen, darunter der ESG Transparency Award, der Energiewende Award und der SolarProsumerAward für besonders transparente und zukunftsorientierte Unternehmen. Bereits am 25. November wurden bei einer Galadinner-Veranstaltung zudem die Gewinner des renommierten Corporate Health Award geehrt, der vorbildliches betriebliches Gesundheitsmanagement auszeichnet und die wachsende soziale Bedeutung gesunder Arbeitsbedingungen unterstreicht.​

Unternehmen sehen Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktor

EUPD-Group-CEO Markus A.W. Hoehner berichtete von wachsender Verunsicherung im Markt über die Rolle von ESG, sieht aber gleichzeitig eine steigende Zahl von Unternehmen, die Nachhaltigkeit strategisch im Kerngeschäft verankern wollen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die European Sustainability Week solle diese Entwicklung unterstützen, kritische Fragen stellen und den branchenübergreifenden Dialog weiter vorantreiben – mit einer Fortsetzung im Rahmen der ESW 2026.

Quelle: www.eupd-group.com

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/european-sustainability-week-setzt-starkes-zeichen-fuer-nachhaltigkeit/

Leicht steigende TKP bei klassischen Medien: MPLI-Update 2025 zeigt differenziertes Bild

Die Verbände SWA und LSA veröffentlichen ihr aktuelles Update zur Entwicklung der Schweizer Mediaangebote im Vergleich zum Vorjahr. Der neue Preis-/Leistungsindex (MPLI) bestätigt: Die Tausenderkontaktpreise (TKP) steigen 2025 in vielen klassischen Mediengattungen leicht – jedoch mit markanten Unterschieden zwischen den einzelnen Kanälen.

Seit 2017 publizieren der Schweizer Werbe-Auftraggeberverband (SWA) und Leadin Swiss Agencies (LSA) einen unabhängigen und transparenten Preis-/Leistungsindex für Mediakontakte. Der MPLI ermöglicht der Werbeauftraggeberschaft, Agenturen und Mediaanbietenden einen klaren Leistungsvergleich innerhalb des Schweizer Mediageschehens.

Print: stabile Entwicklung – Sonntagspresse sticht heraus

Bei 95 beobachteten Zeitungs- und Zeitschriftentiteln zeigt sich insgesamt lediglich eine minimale Teuerung von 0,4 Punkten. Auffällig ist jedoch die Preisentwicklung einzelner Segmente: Die Sonntagspresse (+9,6) und die regionale Wochenpresse (+5,4) verzeichnen deutliche Steigerungen.

TV: steigende TKP durch sinkende Nutzung bei jungen Zielgruppen

Im Fernsehen, wo alle sprachnationalen Sender ohne Spartensender einbezogen sind, steigen die TKP in beiden Planungszielgruppen. Die 15–59-Jährigen verzeichnen ein Plus von 2,2 Punkten, die 15–49-Jährigen von 4 Punkten. Grund dafür ist die stärker rückläufige TV-Nutzung jüngerer Zielgruppen, die vermehrt digitale Kanäle bevorzugen.

Kino: moderate Teuerung – stärkerer Anstieg bei jungen Zielgruppen

Der gesamtschweizerische Kino-Index nimmt um 1,9 Punkte zu und setzt damit die moderaten Preisbewegungen der letzten Jahre fort. Spürbarer ist die Entwicklung bei den 15–49-Jährigen: Der Index steigt von 103.0 auf 109.9 Punkte (+6,9).

Radio: erste Effekte nach der UKW-Abschaltung stehen noch aus

Untersucht werden alle Schweizer Radiosender mit mindestens 1 % Marktanteil in der jeweiligen Region. Die UKW-Abschaltung per Ende 2024 liegt noch ausserhalb der MPLI-Analyse, die beim Radio aktuell nur bis 2024 reicht. Im Jahresvergleich zeigt sich eine Teuerung von 4 Indexpunkten schweizweit und 6 Punkten in der Deutschschweiz.

OOH: Index steigt moderat, DOOH neu im MPLI

Das im Swiss Poster Research (SPR+) erfasste Out-of-Home-Angebot zeigt eine Indexsteigerung von 3,2 Punkten. Neu wird auch das DOOH-Inventar erfasst – mit identischer Berechnungsmethode wie «MPLI OOH». Der Startwert liegt bei 100 Punkten; erste Entwicklungen können in einem Jahr beurteilt werden.

Cookie-Banner als Compliance-Minenfeld

Cookie-Banner sind längst mehr als lästige Klick-Hürde – sie haben sich zu einem scharfen Prüfstein für Datenschutz-Compliance entwickelt, der Unternehmen in Europa schnell in gefährliche Haftungssphären bringen kann.

Standard auf vielen Websites: Annehmen oder Ablehnen von sog. Cookies. (Bild: Depositphotos.com)

Wir alle kennen es: Das mehr oder weniger lästige «Wegklicken» von Cookie-Optionen. Was für Besucherinnen und Besucher von Websites zur Gewohnheit geworden ist, bedeutet für die Betreiber dieser Seiten einen nicht unerheblichen Aufwand. Und rechtlich sind Cookies alles andere als trivial, wie ein Experte nachfolgend erläutert – erst recht, weil man sich im Internet schnell auf internationaler Ebene bewegt.

Ein Minenfeld jenseits der DSGVO

Viele Unternehmen unterschätzen laut dem deutschen Datenschutzanwalt Asmus Eggert, dass Cookie-Verstösse häufig nicht primär über die DSGVO, sondern über ePrivacy-Regelungen und deren nationale Umsetzungen verfolgt werden – ohne One-Stop-Shop-Schutzschirm. Damit kann praktisch jede nationale Aufsichtsbehörde zuständig sein, sobald auf Endgeräte von Nutzerinnen und Nutzern in ihrem Hoheitsgebiet zugegriffen wird, unabhängig von einer lokalen Niederlassung. Wer sich in trügerischer Sicherheit wiegt, riskiert parallel geführte Verfahren in mehreren EU-Staaten.​

Technische Non-Compliance als Hauptproblem

Das zentrale Risiko liegt nach Eggert in der Diskrepanz zwischen rechtlichen Vorgaben und der tatsächlichen Funktionsweise der Website. Häufige Fehler sind das Setzen nicht notwendiger Cookies vor einer wirksamen Einwilligung, unzureichend informierte Einwilligungstexte sowie technisch fehlerhafte oder nur scheinbar wirksame «Alles ablehnen»-Buttons. Hinzu kommen falsch konfigurierte Consent-Management-Tools, die nach Updates unbemerkt in die Non-Compliance rutschen und so über Nacht ein Bussgeldrisiko erzeugen.​

Verantwortung bleibt beim Seitenbetreiber

Der Verweis auf den Consent-Management-Anbieter hilft im Ernstfall nicht, denn rechtlich verantwortlich bleibt immer der Websitebetreiber. Probleme resultieren in der Praxis selten aus dem Tool selbst, sondern aus fehlerhafter Implementierung, falscher Kategorisierung von Cookies und fehlender regelmässiger Kontrolle. Eggert empfiehlt daher technische Funktionsprüfungen, dokumentierte Änderungen sowie klare Zuständigkeiten zwischen Datenschutz, IT und Marketing.​

Rechtsexperte Asmus Eggert: «Wer sein Consent-Management nicht regelmässig überprüft, setzt sich einem bei erheblichem Haftungsrisiko aus». (Bild: mip Consult)

Transparenz statt Dark Patterns

Transparenz ist nach Eggert keine Kür, sondern Pflicht: Nutzer müssen klar erkennen können, welche Zwecke verfolgt werden, welche Drittanbieter eingebunden sind und wie lange Daten gespeichert werden. Erforderlich sind verständliche Zweckbeschreibungen, vollständige Drittanbieterlisten, gleichwertig gestaltete Zustimmungs- und Ablehn-Buttons auf der ersten Ebene sowie eine jederzeit einfache Widerrufsmöglichkeit. Gestaltungen, die durch versteckte Ablehnoptionen oder visuell dominierende Zustimmungsbuttons zur Einwilligung drängen, können als unzulässige Dark Patterns die Freiwilligkeit der Einwilligung infrage stellen.​

Hohe Bussgelder und globaler Umsatzbezug

Die Sanktionsrisiken sind erheblich: In vielen Staaten knüpfen die ePrivacy-Bussgeldregime an den aus dem Wettbewerbsrecht bekannten Unternehmensbegriff an, sodass der weltweite Konzernumsatz relevant werden kann. Während der deutsche Rahmen für bestimmte Cookie-Verstösse formal auf 300.000 Euro begrenzt ist, erlauben andere Länder wie Frankreich, Spanien oder Italien deutlich höhere Beträge bis hin zu neunstelligen Summen oder dem vollen DSGVO-Bussgeldrahmen. Besonders für internationale Plattformen kann dies schnell existenzielle Dimensionen annehmen.​

Drei Massnahmenblöcke für mehr Sicherheit

Eggert rät Unternehmen zu einem strukturierten Dreiklang aus technischer Analyse, inhaltlicher Überarbeitung und Governance. Zunächst sollte im Detail geprüft werden, welche Cookies, Skripte und Tracking-Technologien wann und in welchen Entscheidungsszenarien aktiv werden und ob Nutzerentscheidungen konsistent respektiert werden. Darauf folgen klar formulierte Bannertexte, vollständige Listen von Drittanbietern, ein gleichwertig platzierter Ablehnen-Button und eine Consent-Architektur, die echte Wahlfreiheit ermöglicht – unterstützt durch eine Plattform, aber flankiert von juristischer und technischer Kontrolle.​

Laufende Governance als Pflichtprogramm

Abschliessend fordert Eggert einen dauerhaften Prüf- und Kontrollprozess, damit neue Tools oder Relaunches nicht unbeabsichtigt zu Verstössen führen. Wer gegenüber Aufsichtsbehörden ein ernsthaft gelebtes Prüf- und Dokumentationssystem nachweisen kann, steht im Verfahren deutlich besser da – wer Cookie-Banner dagegen als einmalige technische Pflichtübung behandelt, sitzt auf einer «tickenden Zeitbombe» der Compliance.​

Quelle: mip Consult

 

Cookie-Regelungen in der Schweiz

Die Cookie-Regulierung war bis vor Kurzem in der Schweiz noch nicht so eindeutig wie in der EU. Deshalb hat der EDÖB 2025 neue Leitlinien für das Setzen von Cookies veröffentlicht. Diese Leitlinien bedeuten eine Verschärfung der Regularien und eine Anpassung an die Rechtslage in der EU.

Nach revidiertem Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) und Fernmeldegesetz (FMG) sind Cookies grundsätzlich zulässig, solange Nutzer transparent über Art, Zweck und Widerspruchsmöglichkeiten informiert werden und ihre Persönlichkeitsrechte nicht verletzt werden. Notwendige Cookies dürfen ohne Einwilligung eingesetzt werden, während für nicht notwendige Cookies strengere Anforderungen gelten: Je nach Risiko genügen ein Opt-out oder eine auf berechtigte Interessen gestützte Rechtfertigung, bei Profiling mit hohem Risiko oder der Bearbeitung besonders schützenswerter Daten ist jedoch eine ausdrückliche Opt-in-Einwilligung mit klarer Information, Freiwilligkeit und Widerrufsmöglichkeit erforderlich.​

Sanktionen richten sich primär gegen verantwortliche natürliche Personen; vorgesehen sind Bussen bis zu 250.000 CHF, in einfacheren Fällen bis 50.000 CHF, wenn die Ermittlung der konkret verantwortlichen Person unverhältnismässig wäre. Zusätzlich drohen aufsichtsrechtliche Massnahmen des EDÖB wie Anordnungen zur Anpassung oder Unterlassung bestimmter Tracking- und Cookie-Praktiken.

Quellen: 

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/cookie-banner-als-compliance-minenfeld/

CH Media investiert in modernste Zeitungsdruckerei der Schweiz

An ihrem Hauptstandort in Aarau investiert CH Media einen tiefen zweistelligen Millionenbetrag in die Druckinfrastruktur. Damit entsteht bis 2027 die modernste und leistungsfähigste Zeitungsdruckerei der Schweiz. Bereits ab dem kommenden Jahr druckt CH Media zudem neu das «Bieler Tagblatt».

 

CH Media tätigt eine substanzielle Investition in die Druckinfrastruktur und entwickelt am Hauptstandort Aarau die modernste und leistungsfähigste Zeitungsdruckerei der Schweiz. Zusammen mit der Druckerei am Standort St. Gallen entsteht bis 2027 ein Verbund, der in Technologie, Automatisierung und Servicequalität neue Massstäbe im Schweizer Zeitungsdruck setzt.

Zusätzlicher Falzapparat und Ersatz der Versandlinie

Kern der Investition sind ein zusätzlicher Hochleistungsfalzapparat von Koenig & Bauer sowie der Ersatz der Versandlinie durch eine moderne, flexible Lösung von Ferag. Ergänzt werden diese Investitionen durch weitere Modernisierungen entlang der gesamten Produktionskette. Dazu zählen die Optimierung der Drucklinien, innovative Robotik-Lösungen in der Logistik sowie neue, durchgängig vernetzte Prozesse von der Vorstufe bis zur Distribution.

«Diese Grossinvestition ist ein Leistungsversprechen an unsere Kundinnen und Kunden: Wir bieten höchste Kapazität, Qualitätssicherheit und Liefertreue. So sichern wir die Produktion für unsere eigenen Titel sowie für Drittkunden auf Jahre hinaus», erklärt Stefan Wabel, als COO von CH Media verantwortlich für den Geschäftsbereich Zeitungsdruck.

«Bieler Tagblatt» druckt neu bei CH Media

Die Investition erfolgt zum einen vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Konsolidierung im Printmarkt. Nach der Schliessung verschiedener Schweizer Druckzentren übernimmt CH Media zusätzliche Verantwortung für die Versorgungssicherheit und Planbarkeit im nationalen Zeitungsdruck. Zum anderen unterstützt die Investition eine konsequente Wachstumsstrategie: Bereits seit Anfang 2025 druckt CH Media die «Luzerner Zeitung» mit ihren Regionalausgaben und den «Boten der Urschweiz» zusätzlich zu den bisherigen Publikationen in Aarau. 2026 kommt das «Bieler Tagblatt» der Gassmann Media AG hinzu. Damit druckt CH Media in ihren Druckereien in Aarau und St. Gallen insgesamt 25 Tageszeitungen, die Wochenendpublikation «Schweiz am Wochenende» sowie 27 Gratisanzeiger und eine Vielzahl an weiteren Publikationen, darunter das «Migros-Magazin», die «Coopzeitung» und das «Touring»-Magazin des TCS.

«Der Zeitungsdruckmarkt in der Schweiz verändert sich gerade fundamental, und diese Chance wollen wir nutzen. Denn unsere Vision ist klar: Wir sind das führende Kompetenzzentrum für die gedruckte Zeitung in der Schweiz. Mit modernen, effizienten Anlagen, hoher Automatisierung und klaren Qualitätsstandards sind wir für unsere Kunden ein verlässlicher Partner. Aus diesem Grund ist die neuste Investition für uns von zentraler Bedeutung», sagt Michael Wanner, CEO von CH Media.

Faktoren für gute Datenbank-Monitoring-Lösungen

Ohne effektives Monitoring droht Datenbanken der Performance-, Sicherheits- und Zuverlässigkeitsverlust. Insbesondere Unternehmen, die grosse Datenmengen verarbeiten, benötigen daher eine leistungsstarke Überwachungslösung. Redgate, ein Anbieter von DevOps-Lösungen für End-to-End-Datenbankmanagement, nennt vier entscheidende Faktoren für die Wahl des richtigen Tools.

Datenbankmanagement benötigt die richtigen Tools für das Monitoring. (Bild: Depositphotos.com)

Die Wahl der richtigen Datenbank-Monitoring-Lösung ist alles andere als trivial: sie kann den gesamten Geschäftsablauf nachhaltig beeinflussen. Einen Aufschub der Entscheidung können sich Unternehmen kaum leisten, denn zunehmend dynamische Serverlandschaften, heterogene Hosting-Umgebungen und die steigende Datenkomplexität machen den Einsatz eines Datenbank-Monitoring-Tools unverzichtbar. Die folgenden vier Faktoren zeichnen die besten Lösungen aus.

Zukunftsfähigkeit durch Skalierbarkeit

Mit dem explosionsartigen Anstieg der Daten- und Speichermengen wächst auch die Notwendigkeit, Datenbanklandschaften effizient zu verwalten. Gute Monitoring-Lösungen erleichtern die Skalierung, da sie plattformübergreifend arbeiten und unabhängig vom Hosting-Standort in der Cloud oder on-premises sowie von der Anzahl der Datenbanken einsetzbar sind. Transparenz spielt dabei eine zentrale Rolle: Ein effektives Monitoring-Tool ermöglicht Administratoren, alle Datenbanken zentral und konsistent über ein einziges Dashboard zu überwachen. Nur so können IT-Teams den Überblick über immer komplexere Umgebungen behalten und deren Zuverlässigkeit sicherstellen. Ist die Monitoring-Lösung dann auch noch durch Zusatzmodule erweiterbar, bietet sie ausreichend Flexibilität und ist entsprechend zukunftssicher.

Intuitive Kontrolle trotz komplexer Umgebungen

Eine starke Monitoring-Lösung erfüllt die Anforderungen des gesamten Teams und sorgt für eine konsistente User Experience (UX) über alle Plattformen hinweg. Intuitive, Web-basierte Benutzeroberflächen, klare Handlungsempfehlungen und frei konfigurierbare Benachrichtigungen helfen, Probleme schnell zu erkennen und zu beheben. Datenbank-Teams behalten so selbst in hybriden oder komplexen Umgebungen den Überblick, ohne von Informationen überflutet zu werden. Teams, die mehrere Plattformen überwachen, profitieren besonders von dieser Einheitlichkeit. Vorsicht ist jedoch geboten: Viele Hersteller versprechen eine einfache Bedienbarkeit, adressieren mit ihren Dashboards aber vor allem Einsteiger. Wichtige Funktionen und Informationen für Expertinnen und Experten verstecken sich oft in Untermenüs oder erfordern spezifische Abfragen. Daher sollte eine Monitoring-Lösung im besten Fall frei konfigurierbar sein, sodass Administratoren aller Erfahrungsstufen effizient arbeiten können.

Präventive Problembehebung durch proaktives Monitoring

Proaktives Monitoring spart Zeit, reduziert Stress und steigert die Leistung von Datenbanken, denn moderne Lösungen erkennen potenzielle Probleme, bevor sie Nutzer betreffen. So bleibt für Administratoren mehr Freiraum, um Performanz und Sicherheit gezielt zu optimieren. Exzellente Tools überwachen unter anderem den Speicherplatz, Backups sowie Updates und Patches und liefern die Informationen übersichtlich an ein zentrales Dashboard. Zudem prognostizieren sie künftige Anforderungen anhand von Trends, wodurch Engpässe vorhersehbar werden. Administratoren können so frühzeitig Massnahmen ergreifen und kostspielige Ausfälle verhindern, bevor sie entstehen.

Database DevOps aktiv fördern

Datenbank-Monitoring beginnt klassischerweise erst nach dem Deployment – also lange nach der Entwicklungsphase. Das muss nicht sein und ist sogar schädlich, denn wird eine Datenbank erst im Live-Betrieb überwacht, sind Probleme oft längst implementiert. Moderne Monitoring-Lösungen fördern hingegen die Zusammenarbeit zwischen Datenbankadministratoren und -entwicklern. Entwickler erhalten beispielsweise Zugriff auf Diagnosedaten der Server und können so die Auswirkungen von Änderungen am Quellcode besser einschätzen. Zudem können Teams, die alle gleichermassen Zugriff auf die Informationen aus dem Monitoring haben, Wissenssilos aufbrechen und gemeinsam an optimierten Datenbankabfragen arbeiten – bevor die Änderungen live gehen.

«Die Komplexität von Datenbanklandschaften nimmt stetig zu – ebenso wie die Datenmenge. Ohne leistungsstarke Monitoring-Lösung verlieren Administratorenteams schnell den Überblick», warnt Oliver Stein, Geschäftsführer DACH bei Redgate. «Unternehmen sollten daher auf ein holistisches, intuitiv bedienbares, skalierbares und erweiterbares Tool setzen. In Kombination mit einem engagierten Team entsteht so das perfekte Match.»

Quelle und weitere Informationen

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf m-q.ch - https://www.m-q.ch/de/faktoren-fuer-gute-datenbank-monitoring-loesungen/

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