Industrie 4.0: China baut Vorsprung aus, DACH-Region fällt zurück

Eine neue Studie zeigt: Während China und die USA ihre Produktion konsequent digitalisieren, stagniert die DACH-Region beim Einsatz von Industrie-4.0-Technologien. Besonders beim digitalen Zwilling und bei Software-Defined Manufacturing besteht erheblicher Nachholbedarf. Die achte Auflage des Industrie 4.0 Barometers von MHP und der LMU München analysiert erstmals auch Indien und Mexiko.

Industrie 4.0 Barometer: Wert steigt 2026 auf 66%. Quelle: zvg

China gestaltet die Fabrik der Zukunft, während Europa, insbesondere die DACH-Region, mit der Vergangenheit kämpft. Gewachsene IT- und OT-Landschaften sowie fragmentierte Datenstrukturen bremsen den Fortschritt. Währenddessen übernimmt China die Spitzenposition in den Bereichen Supply-Chain-Transparenz, digitaler Zwilling, Automatisierung und KI. Das sind zentrale Ergebnisse aus dem Industrie 4.0 Barometer 2026, das die Management- und IT-Beratung MHP in Kooperation mit Prof. Dr. Johann Kranz von der Ludwig-Maximilians-Universität München veröffentlicht hat.

Für das Industrie 4.0 Barometer 2026 wurden mehr als 1200 Personen aus Industrieunternehmen in der DACH-Region, im Vereinigten Königreich, in den USA, in China sowie erstmals in Indien und Mexiko zu ihrer Einschätzung des Status quo von Industrie 4.0 im eigenen Unternehmen befragt. Die Studie macht Erfolge sichtbar, deckt aber auch Lücken in den abgefragten Themenbereichen auf.

Digitalisierungsgrad steigt weltweit auf 68 Prozent

International nimmt der ermittelte Digitalisierungsgrad der Industrie weiter zu: Der Gesamtbarometerwert erhöht sich von 48 Prozent im Jahr 2022 auf heute 68 Prozent in allen Themenbereichen. Allerdings sind dabei zwei Regionen deutlich in Rückstand geraten: DACH stagniert bei 57 Prozent, das Vereinigte Königreich sinkt auf 62 Prozent. Währenddessen erreichen China 72 Prozent, die USA 69 Prozent, Indien 68 Prozent und Mexiko 67 Prozent.

«Weltweit steigt der Digitalisierungsgrad in der Industrie, auch Europa kommt voran», sagt Dr. Johann Kranz, Professor für Digital Services und Sustainability an der LMU München. «Doch im Ländervergleich setzen USA und China digitale Produktionstechnologien schneller, integrierter und skalierbarer als europäische Unternehmen um. Auch Indien und Mexiko, die wir erstmals mitanalysieren, zeigen teilweise bessere Ergebnisse.»

Nutzung digitaler Logistik-Zwillinge steigt global. Quelle: zvg

Technische Schulden bremsen die Transformation

Wenn die digitale Transformation gebremst wird, dann meist durch technische Schulden: Heterogene Altsysteme, fragmentierte Datenlandschaften und begrenzte Interoperabilität erschweren die Einführung neuer Technologien. Beispielsweise bewerten 42 Prozent der befragten DACH-Unternehmen ihre Datensilos als Hemmnis, 52 Prozent ihre historisch gewachsenen IT-Systeme. Diese klassischen Hindernisse werden jedoch in unterschiedlichem Tempo überwunden.

Digitaler Zwilling: DACH-Region bildet Schlusslicht

Besonders bemerkenswert sind die Differenzen bei digitalen Zwillingen: Der Barometerwert für den Einsatz in Werken und Maschinen steigt von 54 Prozent auf aktuell 62 Prozent, im Anwendungsbereich Logistik von 61 auf 67 Prozent. Damit etabliert sich der digitale Zwilling schneller als jede andere der abgefragten Technologien.

Über alle Anwendungsfelder hinweg nimmt China beim digitalen Zwilling eine klare Spitzenposition ein. Besonders ausgeprägt ist der Logistik-Kontext: 84 Prozent der befragten chinesischen Unternehmen setzen dort partiell oder vollständig auf diese Technologie. Dahinter folgen Mexiko mit 74 Prozent, Indien mit 68 Prozent, die USA mit 61 Prozent und das Vereinigte Königreich mit 54 Prozent. Die DACH-Region bildet mit 42 Prozent das Schlusslicht.

DACH-Unternehmen nutzen KI-Lösungen in der Fertigung. Quelle: zvg

DACH steckt im KI-Hype-Gap fest

Auch im Umgang mit Künstlicher Intelligenz im Produktionsumfeld nehmen China und die USA eine Vorreiterrolle ein: Bei partiellem oder vollständigem KI-Einsatz liegen die chinesischen Teilnehmer mit 71 Prozent vorn, gefolgt von Indien mit 61 Prozent und den USA mit 57 Prozent. Mexiko und das Vereinigte Königreich bilden das Mittelfeld mit 51 respektive 48 Prozent, während die DACH-Region mit 37 Prozent hinten liegt.

Die Ergebnisse zeigen, dass viele europäische Unternehmen hier eher vorsichtig agieren. Sie setzen KI bislang nur pilotartig ein, die tiefe Integration in Produktionsprozesse fehlt. Gleichzeitig wird der zukünftige Einfluss von KI hoch eingeschätzt. Diese Lücke verdeutlicht: Ohne solide Grundlagen bei Dateninfrastrukturen, Sensorik und digitalen Zwillingen können smarte Algorithmen nicht produktiv wirken. So bleibt KI in der industriellen Praxis ein Zukunftsversprechen, wird aber kein wirksamer Produktivitätshebel.

Software-Defined Manufacturing als neue Schlüsselkompetenz

Software-Defined Manufacturing (SDM) entkoppelt die Produktionssteuerung von physischer Hardware und schafft einen zentralen Software-Layer, der die Fertigung flexibel, skalierbar und standortübergreifend macht. CIOs nehmen hier eine Schlüsselrolle ein: Sie werden Architektinnen und Architekten der digitalen Fabrik, verantwortlich für IT-/OT-Integration, Datenkompetenz und Investitionspriorisierung.

Vergleicht man die Vertrautheit mit dem noch jungen SDM-Konzept, sind Indien und China Vorreiter: Die Befragten bescheinigen sich mit jeweils 30 Prozent eine «sehr hohe» Vertrautheit. In der DACH-Region sind es lediglich 3 Prozent, im Vereinigten Königreich 6 Prozent. Die USA und Mexiko liegen mit 14 respektive 18 Prozent im Mittelfeld.

Markus Wambach, Group COO bei MHP: «Unsere Daten zeigen klar: Während China und die USA ihre Produktion konsequent software- und datengetrieben transformieren, generiert die DACH-Region kein Momentum. Nur 3 Prozent der Unternehmen hierzulande sind mit Software-Defined Manufacturing sehr vertraut – in China und Indien sind es 30 Prozent. Wer Produktionssteuerung, Daten und Software nicht strategisch zusammenführt, riskiert seine Wettbewerbsfähigkeit.»

Investitionsbereitschaft als Schlüsselfaktor

Voraussetzung für Digitalisierung ist eine hohe Investitionsbereitschaft: 71 Prozent der Befragten aus Indien geben an, dass ihre Unternehmen bereit sind, erhebliche Ausgaben für neue digitale Technologien zu tätigen. Mexiko folgt mit 65 Prozent und die USA mit 59 Prozent. Erschreckend ist das Ergebnis für die DACH-Region: Dort liegt die Investitionsbereitschaft bei lediglich 29 Prozent.

«Die DACH-Region fokussiert sich stark auf Effizienz und Kostenoptimierung, wodurch strategisches Potenzial für Wachstum, Flexibilität und Innovation häufig ungenutzt bleibt», kommentiert Prof. Dr. Christina S. Reich von der FOM Hochschule für Ökonomie & Management sowie Managerin bei MHP. «Derweil verfolgen Emerging Markets wie Indien, China und Mexiko differenziertere strategische Ziele.»

Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass Europa vor einer massiven Modernisierungsaufgabe steht. Der zentrale Hebel für internationale Wettbewerbsfähigkeit liegt im Abbau technischer Schulden, in der Vereinheitlichung von IT-/OT-Strukturen und in der konsequenten Ausrichtung der Produktion auf softwarebasierte, skalierbare Architekturen. SDM wird zum Gradmesser für industrielle Zukunftsfähigkeit – und zum kritischen Erfolgsfaktor im Kontext von Industrie 4.0.

Die vollständige Studie ist im MHP Newsroom verfügbar.

Nutanix präsentiert Full-Stack-Lösung für Enterprise-KI

Nutanix hat mit Nutanix Agentic AI eine neue Full-Stack-Softwarelösung vorgestellt. Diese soll Unternehmen dabei unterstützen, KI-Agenten performant, compliant und sicher bereitzustellen. Die Lösung ist mit NVIDIA AI Enterprise integriert und ermöglicht es Infrastruktur- und Plattformteams, KI-Fabriken einfach aufzubauen, zu skalieren und zu betreiben.

Nutanix zeigt seine Agentic AI Architektur. Quelle: zvg
Nutanix zeigt seine Agentic AI Architektur. Quelle: zvg

Nutanix, Spezialist für hybrides Multicloud-Computing, hat die Lösung Nutanix Agentic AI vorgestellt. Der Full-Software-Stack wurde speziell dazu entwickelt, Kunden dabei zu unterstützen, Agentic AI beschleunigt einzuführen und für die Transformation des Geschäfts zu nutzen.

Mit der Entwicklung hin zu Agentic AI hat die Verbreitung von KI in Unternehmen einen Wendepunkt erreicht. Die Hürden auf dem Weg zum Erfolg sind nicht länger das Modell oder die Entwicklung einzelner Agenten. Das Hindernis heisst vielmehr Komplexität, die beim Managen der erforderlichen Infrastruktur entsteht, um Tausende von KI-Agenten sicher zu betreiben und zu skalieren.

Neue Anforderungen an KI-Infrastrukturen

Infrastruktur- und Plattformteams benötigen vor diesem Hintergrund bessere Lösungen, um KI-Fabriken zu bauen und zu betreiben, um allgemeinen Zugriff auf deren Ressourcen zu ermöglichen, um Leistung und Sicherheit zu maximieren und die Anforderungen hinsichtlich digitaler Souveränität zu erfüllen. Zudem erwarten Datenwissenschaftler und Agentic-AI-Entwickler einfachen Zugriff auf Tools und Services, um Modelle zu betreiben und deren Feinabstimmung vorzunehmen, KI-Agenten zu entwickeln und diese mit den Unternehmensdaten zu verknüpfen.

«KI-Infrastrukturen für das Trainieren von Modellen wurden dafür optimiert, eine einzelne grosse Aufgabe zu erledigen. Infrastrukturen für KI-Agenten im Produktivbetrieb hingegen müssen mit der Skalierung und hohen Änderungsrate von Tausenden von KI-Services, -Agenten, gleichzeitigen Nutzern und Entwicklern zurechtkommen», so Thomas Cornely, Executive Vice President of Product Management bei Nutanix. «Nutanix Agentic AI erweitert den Hypervisor AHV, Flow Virtual Networking, Nutanix Kubernetes Platform und Nutanix Enterprise AI. Im Ergebnis entsteht ein Cloud-Betriebsmodell für Enterprise-AI-Fabriken. Es erleichtert Infrastruktur- und Plattformteams die Aufgabe, KI-Fabriken zu bauen, zu betreiben und einer Governance zu unterziehen. Gleichzeitig profitieren Agentic-AI-Entwickler von dem Leistungsgrad, einer reichhaltigen Modellpalette und den KI-Plattformdiensten, die sie benötigen.»

Integration mit NVIDIA AI Enterprise

Die Lösung ist mit NVIDIA AI Enterprise auf dem Agent-Builder-Layer integriert und orchestriert das NVIDIA-zertifizierte KI-Fabrik-Ökosystem für unterstützte Konfigurationen. Kunden profitieren dadurch von dynamischen Multiuser-KI-Umgebungen und können Agentic-AI-Anwendungen erstellen, betreiben und schützen. Dazu dient ihnen eine umfängliche Softwaresuite für die Orchestrierung und Sicherheit von Infrastrukturen im Verbund mit KI-Plattformservices und einem Model-as-a-Service-Angebot für Datenwissenschaftler und Agentic-AI-Entwickler.

Darüber hinaus arbeiten Nutanix und NVIDIA gemeinsam an der Integration mit dem NVIDIA Toolkit einschliesslich der quelloffenen Laufzeitumgebung NVIDIA OpenShell, um die Basis für autonome KI-Agenten im Unternehmenseinsatz zu schaffen.

Optimierung von Leistung, Sicherheit und Kosten

Nutanix Agentic AI reduziert Komplexität und bietet optimierte Performance sowie Sicherheit. Das Design dient dazu, Token-Kosten zu senken und planbar zu machen. Die neueste Version 2.6 von Nutanix Enterprise AI enthält neu einen KI-Gateway-Service für eine einheitliche Regelkontrolle über private LLMs und solche in der Cloud. Neu ist ebenfalls die Unterstützung für Model Context Protocol-Server und Fine Tuning. Sie erweitert die bestehenden robusten Model-as-a-Service-Funktionalitäten, damit KI-Agenten sichere Verbindungen zu Unternehmenstools und -datenquellen herstellen können.

Ferner unterstützt Nutanix Enterprise AI jetzt die NVIDIA-Nemotron-Familie an quelloffenen KI-Modellen, Datensätzen und Trainingstools. Mit ihrer Hilfe können Entwickler Agentic-AI-Systeme erstellen, die eigenständig Schlüsse ziehen, sicher auf Tools zugreifen und komplexe, mehrteilige Aufgaben erledigen können.

Offene Kubernetes-Plattform und Infrastrukturoptimierung

Nutanix vereinfacht den Weg zu Agentic AI und erweitert zu diesem Zweck die CNCF-konforme Nutanix Kubernetes Platform um einen umfangreichen Katalog an vorgefertigten quelloffenen KI-Entwickler-Tools einschliesslich Notebooks, Vector-Datenbanken, MLOps-Workflow-Engines und Frameworks für KI-Agenten. Die Komplettintegration in NVIDIA-AI-Enterprise-Software versetzt Entwickler in die Lage, NVIDIA NIM Microservices einschliesslich Nemotron auf Knopfdruck bereitzustellen und dadurch die Entwicklung von hoch performanten KI-Anwendungen für den Produktivbetrieb zu beschleunigen.

In der Early-Access-Version, die NVIDIA-Topologien erkennt, ist der Nutanix-AHV-Hypervisor in der Lage, die Allokation physischer Ressourcen für virtuelle Maschinen auf Servern mit hoher GPU-Dichte zu optimieren und zur Maximierung der Performance beizutragen. Mithilfe der erweiterten Lösung Nutanix Flow Virtual Networking lässt sich die Network-Dataplane auf NVIDIA BlueField auslagern. Das bedeutet Hochleistungs-Networking und eine reduzierte Beanspruchung von CPU- und Hauptspeicherressourcen.

Basisdienste für KI-Daten

Agentic-AI-Anwendungen benötigen Basisdienste für KI-Daten. Die Lösung Nutanix Unified Storage folgt dem Referenzdesign der NVIDIA AI Data Platform und liefert eine linear skalierbare Lese-Schreib-Leistung für Tausende von GPU-Clients. Nutanix stellt eine Schicht mit hoher Kapazität für KV-Cache-Offloading und S3-over-RDMA- sowie NFS-over-RDMA-Unterstützung bereit. Dadurch entsteht eine skalierbare Data-Fabric mit niedriger Latenz und grösstmöglicher GPU-Effizienz in sämtlichen KI-Workloads von Unternehmen.

Nutanix Agentic AI umfasst Produkte, die allgemein erhältlich sind oder sich im Early-Access-Stadium befinden und voraussichtlich demnächst erhältlich sein werden. Mehr als 30’000 Kunden weltweit vertrauen auf Nutanix bei ihrer digitalen Transformation und beim konsistenten, einfachen und kosteneffektiven Betrieb ihrer hybriden Multicloud-Umgebungen.

Weitere Informationen zu KI und Nutanix sind auf der Nutanix-Website verfügbar.

Dentsu-Studie: Marketing im Algorithmuszeitalter erfordert AI-Fokus

Eine globale Dentsu-Umfrage unter 1950 CMOs zeigt: Neun von zehn Marketingverantwortlichen melden, dass KI ihre strategische Planung nachhaltig verändert hat. Die Studie «CMO Navigator – Media Edition 2026» liefert wichtige Orientierung für Schweizer Marken in einem stark fragmentierten Medienmarkt.

Lara Jelinski, CEO Austria & Media Switzerland. Quelle: zvg

Dentsu hat den «CMO Navigator – Media Edition 2026» veröffentlicht. Die internationale Umfrage unter Marketingverantwortlichen zeigt, wie CMOs weltweit auf den technologischen und kulturellen Wandel reagieren – und liefert zugleich wichtige Orientierung für Marken in der Schweiz, die in einem stark fragmentierten, hochdigitalisierten und premiumorientierten Medienmarkt agieren.

Die im Oktober 2025 erhobene Studie unter 1950 CMOs in 14 Märkten macht deutlich, wie tiefgreifend sich Marketingorganisationen im Spannungsfeld aus technologischer Disruption, veränderten Konsumentenerwartungen und einem dynamischen Medienökosystem neu positionieren müssen.

Steigende Umsätze und Optimismus trotz wirtschaftlicher Unsicherheit

Neun von zehn CMOs weltweit melden für das vergangene Jahr steigende Umsätze. Und der Optimismus hält an: Viele erwarten deutlich wachsende Marketingbudgets – zunehmend sogar mit zweistelligen Zuwachsraten. Dabei zeigt sich, dass das Marketing-Mandat breiter geworden ist. Das Redesign von Marketing im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz nimmt inzwischen eine ähnlich gewichtige Rolle ein wie Kundenzufriedenheit oder die Gewinnung neuer Segmente. Neun von zehn CMOs bestätigen, dass KI ihre strategische Planung bereits nachhaltig verändert hat.

Media als strategischer Wachstumstreiber

86 Prozent der CMOs bewerten Media als kritischen oder sehr wichtigen Treiber für das eigene Unternehmenswachstum. Marketingverantwortliche stehen jedoch vor neuen Herausforderungen: Geschlossene Plattformen reduzieren Transparenz, neue Technologien müssen schneller integriert werden und Creator-Ökosysteme entwickeln sich rasant weiter. Parallel dazu etabliert sich Attention als neue Leitwährung im Marketing. Eine deutliche Mehrheit der CMOs hat das Thema bereits fest in Planung, Kreation und Mediaoptimierung verankert – ein Trend, der auch in der Schweiz an Dynamik gewinnt, da Marken vermehrt nach belastbaren Messmodellen jenseits klassischer Reichweiten suchen.

Entertainment und Gaming entwickeln sich zu weiteren wichtigen Wachstumsfeldern für Marken. Vor diesem Hintergrund fahren zahlreiche CMOs ihre Investitionen in Sport-, Entertainment- und Gaming-IP deutlich hoch. Laut Studie planen 91 Prozent von ihnen, Partnerschaften mit starken Marken- und Content-Rechten auszubauen – von etablierten Sportligen über Musik- und Entertainment-Franchises bis hin zu wachsenden Gaming-Ökosystemen. Ihr Ziel: Reichweitenpotenziale besser ausschöpfen, neue Zielgruppen erschliessen und Markenbotschaften in hochwertig kuratierten Umfeldern verankern.

Chancen für den Schweizer Markt

Für den Schweizer Markt bieten sich hier besondere Chancen: eine hohe Affinität zu globalen Sportereignissen wie Fussball und Wintersport, eine stark wachsende Gaming-Community sowie Premium- und Lifestyle-Brands mit überdurchschnittlichem Schweizer Marktanteil profitieren überproportional.

Perceptive CMOs als Wachstumstreiber

Besonders dynamisch wächst derzeit die Gruppe der sogenannten Perceptive CMOs. Sie macht inzwischen 17 Prozent der Befragten aus und gilt als klarer Wachstumstreiber. Charakteristisch für diese Gruppe ist nicht nur ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum, sondern auch eine ausgeprägte Bereitschaft, frühzeitig in neue Media-, Technologie- und Kulturökosysteme zu investieren.

Während viele Unternehmen noch abwarten, setzen Perceptive CMOs gezielt auf innovative Formate, datengetriebene Tools und neue kulturelle Touchpoints, um Marken schneller und relevanter im Markt zu verankern. Unternehmen unter ihrer Führung wachsen nicht nur spürbar schneller als der Durchschnitt, sondern planen zudem deutlich häufiger Budgeterhöhungen – oftmals im zweistelligen Prozentbereich.

Für Schweizer Unternehmen bedeutet dies: Frühzeitige Investitionen in KI, Messmodelle, Creator-Ökosysteme und Entertainment-IP zahlen sich strategisch aus – besonders in einem kleinen, stark umkämpften Markt.

Orientierung im komplexen Marktumfeld

Lara Jelinski, Chief Growth Officer Central Europe & CEO Media Switzerland: «Der aktuelle CMO Navigator zeigt deutlich, wie stark Technologie, Media und Konsumkultur das Marketing neu ausrichten. Auch in der Schweiz beobachten wir, dass Marken in diesem Umfeld zunehmend Orientierung suchen – besonders wenn es um die Integration von KI, die Messbarkeit von Media und den Einsatz neuer kultureller Touchpoints geht. Unsere Aufgabe ist es, Unternehmen durch diese Entwicklung zu begleiten und ihnen dabei zu helfen, in einem komplexen Marktumfeld sichtbar und wirkungsvoll zu bleiben.»

Die vollständige Studie bietet detaillierte Einblicke in regionale Unterschiede, branchenspezifische Trends und konkrete Handlungsempfehlungen für Marketing-Verantwortliche.

Quelle und weitere Informationen unter www.dentsu.com.

Elektrofahrzeuge lohnen sich für Firmenflotten zunehmend

Der neue Ayvens Car Cost Index 2026 zeigt: Batterieelektrische Fahrzeuge entwickeln sich europaweit zur wirtschaftlichsten Option für Firmenflotten. Die Schweiz bleibt zwar eines der teuersten Länder für Fahrzeugleasing, doch auch hier lohnt sich der Umstieg auf Elektrofahrzeuge immer häufiger, wenn Unternehmen die Gesamtkosten über mehrere Jahre betrachten.

Car Cost Index 2026: Kosten steigen weiter. Quelle: zvg

Ayvens hat die zweite Auflage seines Car Cost Index veröffentlicht. Dieser jährliche Index ist eine umfassende Analyse der Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) eines Autos, vom Kleinstwagen bis hin zu grösseren Oberklasse-Autos für Unternehmen. Er beruht auf Veranschlagungen im vierten Quartal 2025 in 30 europäischen Ländern. Der Car Cost Index berücksichtigt die verschiedenen Kosten, die mit dem Besitz und Betrieb eines Firmenautos im jeweiligen Land verbunden sind, darunter Abschreibungen, Zinsen, Reparaturen, Wartung, Reifen, Energie/Kraftstoff, Steuern (ohne Mehrwertsteuer) und Vollkaskoversicherung.

Auch wenn eine komplexe Mischung aus Regulierungsdruck, ungleicher Marktreife und Infrastrukturengpässen den europäischen E-Mobilitäts-Markt prägt, zeigt die diesjährige Ausgabe einen deutlichen Wandel in der europäischen Mobilitätslandschaft auf. Batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs) entwickeln sich in so vielen Ländern und Fahrzeugsegmenten wie nie zuvor zur wirtschaftlichsten Leasing-Option.

Elektroautos in West- und Nordeuropa günstiger

In den meisten west- und nordeuropäischen Ländern ist das Leasing eines batterieelektrischen Autos in der Regel günstiger als das eines Benzin- oder Dieselfahrzeugs. Dieser Trend gewinnt nun auch in Südeuropa an Fahrt, wo BEVs gegenüber Fahrzeugen mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren zunehmend wettbewerbsfähig werden.

Im Jahr 2025 war das Autoleasing über alle Fahrzeugkategorien hinweg in der Schweiz am teuersten, während es in Portugal, Belgien und Rumänien mit Kosten von monatlich unter CHF 739 am günstigsten war. Portugal und Belgien waren mit Kosten von unter CHF 595 im Monat die preisgünstigsten Länder in Europa, wenn es darum geht, ein batterieelektrisches Fahrzeug zu fahren.

BMW i4 überzeugt mit besserer Kostenbilanz

Im Vergleich zu den TCO von Verbrennern haben BEVs heute in immer mehr Segmenten in europäischen Ländern eine wettbewerbsfähigere TCO-Rate. So ist ein High-End-BEV wie der BMW i4 bereits in 66 Prozent der untersuchten Länder (20 von 30) günstiger im Unterhalt als das nächstvergleichbare Modell mit Benzinmotor.

Schweiz: Höchste Leasingkosten in Europa – Elektrifizierung lohnt sich trotzdem

Für Schweizer Unternehmen fällt das Ergebnis eindeutig aus: 2025 war die Schweiz eines der teuersten Länder Europas für das Leasing von Firmenfahrzeugen – unabhängig vom Anbieter. Aufgrund generell höherer Fahrzeug-, Energie- und Steuerkosten liegen die durchschnittlichen Gesamtbetriebskosten hier deutlich über dem europäischen Mittel. Gleichzeitig zeigt der Index, dass batterieelektrische Fahrzeuge auch in diesem Hochkostenumfeld zunehmend mit Benzin- und Dieselfahrzeugen mithalten können und in einzelnen Segmenten bereits die wirtschaftlichere Wahl sind.

«Mit dem sich schnell wandelnden Markt soll der Ayvens Car Cost Index unseren Kundinnen und Kunden helfen, fundierte Entscheidungen bei der Auswahl ihrer Flottenfahrzeuge zu treffen», sagt Antonio Arcaro, Commercial Director bei Ayvens Switzerland. «Für Unternehmen in der Schweiz ist der Blick auf die Gesamtkosten über vier Jahre entscheidend: Wer nur die monatliche Leasingrate betrachtet, zieht oft die falschen Schlüsse. Denn sobald man Energie, Wartung und Steuern einrechnet, wird das Elektrofahrzeug, das am ersten Tag teuer erscheint, über den gesamten Lebenszyklus häufig zur wirtschaftlichsten Option.»

Methodologie der Studie

Die 30 Länder, die im Car Cost Index berücksichtigt wurden, sind: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Ukraine und das Vereinigte Königreich.

Die Daten basieren auf veranschlagten TCO (Gesamtbetriebskosten) von Ayvens aus dem vierten Quartal 2025. Im Index 2026 werden die TCO basierend auf einer Laufzeit von vier Jahren und einer jährlichen Laufleistung von 30’000 km gemittelt. Im Rahmen des Index wird der Begriff «wettbewerbsfähig» wie folgt definiert: Elektrofahrzeuge, die nicht mehr als 5 Prozent teurer sind als ihre Pendants mit Verbrennungsmotor.

Weitere Informationen finden Sie unter ayvens.ch

Phänomena on Tour startet in Dietikon mit Fokus auf KI und Robotik

Nach 42 Jahren feiert die legendäre Schweizer Wissenschaftsausstellung ihr Comeback als mobile Erlebniswelt. Am 14. März startete die Phänomena on Tour in Dietikon und macht Themen wie Künstliche Intelligenz und Robotik interaktiv erlebbar. Bundespräsident Guy Parmelin wohnte der feierlichen Eröffnung bei.

Exponat Tethy zeigt Fortschritte der Meeresbodenforschung. Quelle: zvg

Am Samstag, 14. März, hat die Phänomena 2026 ihre Tour gestartet. In sechs aufblasbaren Kugeln in Dietikon ist eine Erlebniswelt entstanden, die Erwachsene und Kinder für Wissenschaft begeistern will. Im Mittelpunkt stehen Künstliche Intelligenz und Robotik – zwei Technologien, die den Alltag bereits grundlegend verändert haben, deren Funktionsweise aber nur wenige verstehen.

Wissenschaft zum Anfassen

Bereits am Freitag, 13. März, lud die Phänomena Partner:innen und Sponsor:innen zur feierlichen Eröffnung ein, an der auch Bundespräsident Guy Parmelin teilnahm. In den interaktiven Stationen warten Roboter und Pflanzen-Installationen, die sichtbar machen, wie Algorithmen funktionieren, wie KI «denkt» und welche ethische Verantwortung mit neuer Technologie einhergeht.

Besucher entdecken Kunst, die KI aus Bewegung generiert. Quelle: zvg

«Als Kind hat mich die Phänomena gelehrt, dass die Welt voller Wunder ist», sagt Urs Müller, Gesamtleiter der Phänomena und Sohn des Gründers Georg Müller. «Dieses Erbe weiterzuführen, bedeutet für mich, die Faszination meiner eigenen Kindheit an die Zukunft weiterzugeben.»

Laut Bundesamt für Statistik nutzen 80 Prozent der 18- bis 24-Jährigen in der Schweiz KI beim Texten. Doch wie Sprachmodelle funktionieren, verstehen die wenigsten. Genau hier setzt die Phänomena an. Naturphänomene, digitale Prozesse und gesellschaftliche Entwicklungen werden immersiv inszeniert. Aus Erleben wird Staunen, aus Staunen wird Verstehen.

Erfolgreicher Start am Eröffnungswochenende

Viele Besucher:innen folgten am Eröffnungswochenende dem Ruf der Wissenschaft und testeten die Exponate, programmierten Roboter für einen Kampf oder navigierten Unterwasserroboter durch ein Becken. «Wenn nur ein Besucher oder eine Besucherin durch die Phänomena inspiriert ist, eine wissenschaftliche Karriere einzuschlagen, haben wir alles richtig gemacht», sagt Urs Müller.

Bundespräsident Guy Parmelin testet interaktive Rennstrecke. Quelle: zvg

Vom festen Standort zur mobilen Tour

Dass die Phänomena on Tour heute Realität ist, war nicht immer selbstverständlich. Die ursprüngliche Idee einer festen Ausstellung in Dietikon wurde verworfen und in ein mobiles, zeitgemässes Konzept überführt. «Wir haben unsere Ursprungsidee neu gedacht und ein Format entwickelt, das zur heutigen Welt passt», erklärt Urs Müller. «In 42 Jahren hat sich vieles verändert: Wissen muss flexibler, zugänglicher und näher bei den Menschen sein. Mit der Tour bringen wir die Phänomena direkt in die Regionen und schaffen neue Begegnungen mit Wissenschaft.»

Das Konzept trifft den Nerv der Zeit. In einer Welt, die immer digitaler, schneller und komplexer wird, schafft die Phänomena einen Ort, an dem Technologie nicht abstrakt bleibt, sondern greifbar wird. Als wandernde Erlebniswelt bringt sie Wissenschaft direkt zu den Menschen.

Tour durch die Schweiz

KI und Robotik sind das erste Thema der Phänomena on Tour. Jedes Jahr wird ein neuer Schwerpunkt gesetzt. Nach Dietikon, wo die Ausstellung bis zum 19. April zu sehen ist, folgen weitere Standorte: Basel, Yverdon, Luzern, Altstätten, Zürich und Biel. Ergänzt wird das Angebot durch die App Phänomena Spot, die Naturphänomene, technische Innovationen und kulturelle Besonderheiten schweizweit digital erlebbar macht.

Mit dem Start in Dietikon ist der Auftakt gelungen. Die Phänomena 2026 ist damit nicht nur eine Erlebniswelt, sondern ein wanderndes Zukunftslabor, das Wissenschaft dorthin bringt, wo sie hingehört: mitten in die Gesellschaft.

Weitere Informationen und Tickets: www.phaenomena.ch

Jeder sechste Schweizer plant Einsparungen bei Gesundheitsprodukten

16 Prozent der Schweizer Bevölkerung beabsichtigen 2026, ihre Ausgaben für Gesundheitsprodukte wie freiverkäufliche Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel oder Medizinprodukte zu reduzieren. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage von Yougov Schweiz. Verzicht auf nicht notwendige Produkte und der Kauf von Generika stehen als Sparmassnahmen im Vordergrund.

Yougov
Quelle: zvg

16 Prozent der Schweizer Bevölkerung beabsichtigen im Jahr 2026, ihre Ausgaben für Gesundheitsprodukte wie frei verkäufliche Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel oder Medizinprodukte zu reduzieren. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage von Yougov Schweiz unter 1046 Personen, die vom 18. bis 23. Februar 2026 durchgeführt wurde.

Verzicht und Generika als häufigste Sparmassnahmen

Von den Befragten, die Einsparungen planen, geben 94 Prozent an, wahrscheinlich auf Produkte zu verzichten, die nicht unbedingt notwendig sind. 80 Prozent planen, verstärkt auf Aktionsprodukte zu setzen. 76 Prozent würden wahrscheinlich günstigere Generika in Apotheken oder Drogerien kaufen.

Der Kauf von vergleichbaren Produkten im Detailhandel, beispielsweise bei Migros, Coop oder Müller, anstatt in Apotheken oder Drogerien, wird von 68 Prozent als wahrscheinliche Massnahme genannt. Der Kauf günstigerer Produkte im Ausland kommt für 47 Prozent in Frage.

Unterschiede nach Altersgruppen

Die Bereitschaft zu Einsparungen sinkt mit zunehmendem Alter: Bei den 18- bis 29-Jährigen planen 23 Prozent Reduktionen, also knapp jede:r Vierte. In der Altersgruppe 45 bis 59 Jahre liegt der Anteil bei 13 Prozent, bei den 60- bis 79-Jährigen nur noch bei 9 Prozent.

Finanzielle Situation als Hintergrund

34 Prozent der Befragten gaben zu Beginn der Befragung an, dass sich ihre finanzielle Situation nach Abzug von Fixkosten im Vergleich zu den Vorjahren verschlechtert habe. 49 Prozent berichten keine Veränderung, 17 Prozent eine Verbesserung.

«Die Daten zeigen, dass ein relevanter Teil der Schweizer Bevölkerung aktiv nach Möglichkeiten sucht, bei Gesundheitsprodukten zu sparen. Dabei stehen pragmatische Massnahmen wie der Verzicht auf nicht essenzielle Produkte und der Wechsel zu günstigeren Alternativen im Vordergrund, unter anderem durch den Kauf von Alternativen im Detailhandel. Zwar ist eine massive Abwanderung aus dem Fachkanal nicht zu erwarten, aber es zeigt sich dennoch eine schleichende Erosion durch Verzicht auf margenstarke Produkte, Wechsel zu Generika und besagte Abwanderung in alternative Kanäle», so Christian Rieder, Head of Health bei Yougov Schweiz.

«Der Wettbewerbsdruck im Fachhandel steigt weiter. Es wird immer wichtiger die Zielgruppen im Markt und deren Motive genau zu verstehen, um mit validen Daten eine solide Markenstrategie umzusetzen. Unser Produkt medic*scope bietet genau hier einen entscheidenden Informationsvorsprung. medic*scope trackt quartalsweise wer was kauft und vor allem warum, damit frühzeitig auf Veränderungen im Markt reagiert werden kann. Zudem bietet medic*scope wichtige Kennzahlen für das Category Management, die nicht nur für alle Anhänger von Byron Sharp («how brands grow») Must-have-KPIs abbilden», ergänzt Rieder.

Zur Methode

Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des Yougov Schweiz Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden zwischen dem 18. bis 23. Februar 2026 im Rahmen einer Omnibus-Studie von Yougov Schweiz insgesamt 1046 Personen in der Schweiz befragt. Die Erhebungen wurden nach Alter, Geschlecht und Sprachregion quotiert und die Ergebnisse anschliessend entsprechend gewichtet, inklusive Randsummengewichtung nach Haushaltsgrösse und Erwerbstätigkeit. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in der Schweiz zwischen 15 und 79 Jahren.

Studie der Universität Zürich: Gold als sicherer Wert im Vermögensaufbau

Eine finanzwissenschaftliche Analyse des Department of Finance der Universität Zürich im Auftrag der Bank von Roll zeigt: Edelmetalle spielen eine essenzielle Rolle im langfristigen Vermögensaufbau. Schweizer Anleger sollten 20 bis 30 Prozent ihres Portfolios in Edelmetalle investieren – ein deutlicher Kontrast zur herrschenden Lehre.

Gold und andere Edelmetalle sind eine gute Wertanlage. (Bild: Unsplash.com)

Die herrschende Finanzlehre vertritt eine nüchterne, datenbasierte Sicht auf Edelmetalle. In der Asset Allokation werden sie als unproduktive Vermögenswerte betrachtet, die sich bestenfalls zur Risikodiversifikation eignen. Eine aktuelle Studie des Department of Finance der Universität Zürich zeigt jedoch, dass diese Lehre überdacht werden muss: Edelmetalle spielen im Zusammenspiel mit Aktien eine essenzielle Rolle im langfristigen Vermögensaufbau.

Prof. Dr. Thorsten Hens und MA Alvin Amstein haben im Auftrag der Bank von Roll untersucht, inwieweit Edelmetalle für den langfristigen Vermögensaufbau geeignet sind. Die Analyse basiert auf Daten seit 1972 und berücksichtigt sowohl die Perspektive eines Anlegers mit Referenzwährung CHF als auch jene mit USD. Zudem wurde die optimale Vermögensallokation mit und ohne Steuern berechnet.

Gold übertrifft den Weltaktienindex

Die wichtigsten Erkenntnisse der zweiten Studie – die erste wurde im Februar 2025 vorgestellt – zeigen deutliche Abweichungen von gängigen Annahmen. Ein Vergleich zwischen Gold und einer Anlage in den Weltaktienindex (MSCI-World) im Zeitraum von 1972 bis heute ohne Berücksichtigung der Inflation zeigt: Eine Investition von 100 US-Dollar in Gold wäre heute rund 6000 US-Dollar wert, während dieselbe Investition in den MSCI-World lediglich etwa 3400 US-Dollar erreicht hätte.

Bei einer Reinvestition der Dividenden hätte eine Investition in den MSCI-World hingegen einen Wert von rund 14 800 US-Dollar erzielt. Dieser Vorsprung reduziert sich jedoch deutlich, wenn die Besteuerung der Dividenden berücksichtigt wird. Zudem bietet Gold als Wertanlage einen Inflationsschutz, da der Goldpreis in Phasen steigender Inflation tendenziell steigt.

Gold, Silber und Platin im Wertzuwachs seit 1972. Quelle: zvg
Gold, Silber und Platin im Wertzuwachs seit 1972. Quelle: Universität Zürich / Bank von Roll

20 bis 30 Prozent Edelmetalle empfohlen

Die Studie kommt zum Schluss, dass ein Schweizer Anleger 20 bis 30 Prozent Edelmetalle in seinem Portfolio halten sollte. Ein Portfolio mit einer Gewichtung von 85 Prozent Aktien und 15 Prozent Edelmetallen erzielt langfristig eine höhere Rendite als ein reines Aktienportfolio. Im Durchschnitt sollte ein Edelmetallportfolio aus zwei Dritteln Gold und einem Drittel Silber bestehen.

Je nach Modell, Strategie und Währung variiert der Anteil an Gold und Silber, den ein Anleger in seiner Asset Allokation halten sollte, zwischen 1 bis 30 Prozent. Werden alle Szenarien seit 1972 berücksichtigt, sollte ein CHF-Anleger, der monatlich neu rebalanciert, im Durchschnitt über alle drei Allokationsmodelle (GOP – Growth Optimal Portfolio, MVA – Minimum Variance Portfolio, PT – Prospect Theory) jeweils 10 Prozent Gold und 10 Prozent Silber halten.

Investiert er nur in Schweizer Aktien, verändert sich der Anteil auf 9 Prozent Silber und 11 Prozent Gold. Unter der Berücksichtigung von Einkommenssteuern auf die Zinsen von Obligationen und Dividenden von Aktien verändert sich die Quote auf 25 Prozent Edelmetalle, bei einem international diversifizierten Anleger sogar auf 30 Prozent.

Versicherung für volatile Marktphasen

Edelmetalle, vor allem Gold, spielen eine wichtige Rolle im langfristigen Vermögensaufbau und -erhalt – im Gegensatz zur herrschenden Lehre. Silber unterstützt Gold in einem Portfolio, welches monatlich neu gewichtet wird. Platin spielt hingegen keine wesentliche Rolle.

Die Forscher kommen zum Schluss, dass Edelmetalle im Vergleich zu Aktien nicht primär ein Renditetreiber des Portfolios sind, sondern als Versicherung dienen. Sie ermöglichen es dem Anleger, auch in Phasen stark volatiler Aktienkurse handlungsfähig zu bleiben und gestärkt aus solchen Perioden hervorzugehen.

Edelmetalle werden heute sowohl als Rohstoffe für die Industrie und Hochtechnologie als auch als Wertanlagen genutzt. Während Gold vor allem als Wertaufbewahrungsmittel gilt, finden Silber und die Metalle der Platingruppe breite Anwendung in Elektronik, Medizin, Katalyse und Energietechnologien. Insbesondere Silber dürfte dabei von der Energiewende profitieren.

Da in der Schweiz Kursgewinne steuerfrei sind, jedoch Dividenden und Zinsen der Einkommenssteuer unterliegen, kann Gold einen strukturellen Vorteil aufweisen. Die Inflationsraten für die Schweiz stammen von der Webseite des Bundesamts für Statistik, für die USA von den Online-Daten von Robert Shiller, die Aktiendaten von Bloomberg.

Die Bank von Roll mit Sitz in Zürich wurde 2009 als Aktiengesellschaft gegründet und ist FINMA reguliert. Der Hauptaktionär August François von Finck garantiert die Unabhängigkeit der Bank, deren Fokus auf dem klassischen Vermögensverwaltungsgeschäft für vermögende Privatpersonen, Family Offices sowie selektiv institutionellen Investoren liegt. Die Bank ist ausschliesslich in der Schweiz für eine ausgewählte nationale und internationale Kundschaft tätig.

https://www.bankvonroll.ch

Friction-Maxxing als Gegenmittel zur KI-Müdigkeit in der Arbeitswelt

Nach der anfänglichen Euphorie über KI-Tools macht sich in Unternehmen zunehmend eine gewisse KI-Müdigkeit breit. Der Trend «Friction-Maxxing» setzt auf bewusste Verlangsamung durch kleine Hindernisse in Arbeitsprozessen. Das kann Urteilsvermögen schärfen, Engagement vertiefen und die mentale Resilienz stärken.

Arne Sjöström von Culture Amp. Quelle: zvg

Künstliche Intelligenz hat sich innerhalb kürzester Zeit in nahezu allen Lebensbereichen etabliert – allen voran in der Arbeitswelt. Doch gleichzeitig kommen in den Unternehmen zunehmend Zweifel auf, ob KI tatsächlich alles vereinfacht oder ob sie nicht vielleicht zum sinkenden Mitarbeiterengagement und schlechten Motivationswerten beiträgt. Der Trend «Friction-Maxxing» könnte eine Antwort auf diese Entwicklung sein.

Was ist Friction-Maxxing?

Arne Sjöström, Regional Director People Science EMEA bei Culture Amp, erläutert das Konzept: «Friction-Maxxing ist ein Trend aus dem Lifestyle-Bereich, der jedoch auch grosses Potenzial für die Arbeitswelt und den strategischen Einsatz von KI in Unternehmen hat. Gemeint ist ein Verhalten, bei dem man mehr kleine Hindernisse und Hürden in Arbeitsprozessen akzeptiert. Der Vorteil: Durch eine bewusste Verzögerung kann das Urteilsvermögen geschärft, das Engagement vertieft und die mentale Resilienz gestärkt werden.»

Persönliche Begegnungen statt digitale Beschleunigung

Insbesondere für Führungskräfte und das mittlere Management bietet Friction-Maxxing die Möglichkeit, produktive Reibung in Entscheidungsprozesse zurückzubringen. Durch die Rückkehr zu mehr persönlichen Begegnungen und analogen Arbeitsabläufen entstehen konzentrierte Aufmerksamkeit, psychologische Sicherheit und nonverbale Signale, die in digitalen Formaten schlicht verlorengehen. Persönliche Begegnungen ermöglichen konstruktiven Austausch und helfen Teams dabei, ein gemeinsames Verständnis von Qualität zu entwickeln.

Am Ende geht es nicht darum, unnötige Hürden aufzubauen, sondern das richtige Mass an Reibung zu gestalten: Analoges für einen besseren Umgang mit Ambiguität, Kreativität und richtungsweisenden Entscheidungen – Digitales für die Umsetzung.

Mehr Sinn und Relevanz der eigenen Arbeit

Positive Reibung kann als Gegengewicht zur KI-getriebenen Beschleunigung in der Arbeitswelt fungieren und den Fokus wiederherstellen – sei es durch das gründliche Überdenken eines Briefings oder den bewussten Wunsch nach persönlichem Austausch. Dadurch entsteht auch ein besseres Bewusstsein für den Sinn und die Relevanz der eigenen Arbeit. Wer sich Zeit zum Denken, Begegnen und Gestalten zurückerobert, ermöglicht es Teams, sich wieder mit ihrem eigentlichen Auftrag und ihren Ansprüchen zu verbinden – Qualitäten, die KI-Automatisierung allein nicht erreichen kann.

Dieses geänderte Verhalten kann zu mehr Präsenz, weniger Angst und einem gestärkten Gefühl der Kontrolle führen. Der bewusst gewählte, nur vermeintlich umständlichere Weg kann somit zu mehr Autonomie und tieferer Zufriedenheit beitragen.

Intentionale Reibung gezielt einsetzen

Die Aufgabe moderner Führungskräfte ist es daher, bei menschenzentrierten Tätigkeiten bewusst so genannte intentionale Reibung herbeizuführen und gleichzeitig KI zu nutzen, um den täglichen administrativen Arbeitsaufwand zu minimieren. Unternehmen, die klar benennen, wo KI ihre Stärken hat und eingesetzt werden soll und wo menschliche Fähigkeiten wie Empathie, Urteilsvermögen und kritisches Denken unersetzlich sind, geben Mitarbeitenden die Möglichkeit, sich auf die Arbeit zu konzentrieren, die wirklich zählt und echten Mehrwert schafft.

Friction-Maxxing ist weniger ein Plädoyer gegen die Technologie, sondern vielmehr ein Aufruf zur Intentionalität – also zum bewussten Abwägen darüber, wann Prozesse automatisiert werden sollten und wann gerade der Widerstand den entscheidenden Unterschied machen kann.

Dr. Arne Sjöström ist Regional Director People Science EMEA bei Culture Amp mit dem Schwerpunkt Organisationspsychologie und angewandte Forschung. Er nutzt Erkenntnisse aus dem Bereich der Psychologie und Verhaltensforschung bei der Anwendung von HR-Technologien, um Firmen bezüglich Personalauswahl und -entwicklung sowie Mitarbeiterfeedback zu beraten.

Weitere Informationen: Culture Amp

Warc Creative 100: Ogilvy und Heineken führen globales Kreativranking an

Die Warc Rankings 2026: Creative 100 sind publiziert. Das unabhängige globale Benchmark für Marketing-Kreativität zeichnet die am meisten ausgezeichneten Kampagnen und Unternehmen aus. Ogilvy führt die Agenturnetzwerke zum sechsten Mal in Folge an, während Heineken erstmals zur kreativsten Marke gekürt wird.

Heineken führt die Top 10 der kreativsten Marken 2026 an. Quelle: zvg

Die Warc Rankings 2026 haben die weltweit führenden Kampagnen und Unternehmen im Bereich Kreativität ausgezeichnet. Das am 10. März 2026 veröffentlichte Ranking wird jährlich von Warc erstellt und aggregiert die Ergebnisse der wichtigsten globalen und regionalen Kreativpreise des Jahres 2025. Die ausgewählten Wettbewerbe werden in Zusammenarbeit mit dem Warc Rankings Advisory Board und durch eine jährliche weltweite Panelumfrage ermittelt.

Drei zentrale Trends prägen die Kreativbranche

Amy Rodgers, Head of Content bei Warc Creative, erklärt: «Die Warc Creative 100 feiert die vielfach ausgezeichneten Kampagnen und Unternehmen, die die Zukunft der Marketingindustrie gestalten, indem sie die Kraft der Kreativität als Treiber für Differenzierung und Veränderung nutzen.» Drei Hauptthemen zeichnen sich im diesjährigen Ranking ab: Kreativität über verschiedene Medienkanäle hinweg, Advocacy durch Kreativität sowie kreatives B2B-Marketing als Differenzierungsmerkmal.

Die erfolgreichsten Kampagnen demonstrieren kreative Innovation über diverse Medientypen hinweg. Besonders bemerkenswert: Zwei B2B-Kampagnen schafften es in die Top 10 des Creative 100 Rankings – «Spreadbeats» für Spotify und die Verkaufsförderung von Aussenwerbeflächen für JCDecaux. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung von Kreativität als Differenzierungsfaktor im B2B-Marketing.

«Three Words» als kreativste Kampagne ausgezeichnet

Die meistprämierte Kampagne 2025 war «Three Words» für die Versicherungsmarke AXA, entwickelt von Publicis Conseil Paris. AXA fügte drei Worte – «and domestic violence» – zu seinen Versicherungspolicen in Frankreich hinzu, um Opfern häuslicher Gewalt sofortigen Zugang zu Umzugsversicherungsschutz im Rahmen ihrer Police zu gewähren.

Warc kürt Le Pub zur kreativsten Agentur 2026. Quelle: zvg

Marco Venturelli, CEO und Chief Creative Officer von Publicis Conseil, erklärt den Erfolg: «Ich glaube, der Grund, warum diese Idee bei so vielen Menschen Resonanz fand, ist der Kontrast zwischen ihrer Einfachheit und ihrer exponentiellen Wirkung. Mit nur drei Worten verändern wir Millionen von Hausratversicherungen, um sie inklusiver für ein Risiko zu machen, das Frauen stärker betrifft als Brände oder Überschwemmungen.»

Auf Platz zwei folgt die B2B-Kampagne «Spreadbeats» von FCB New York für Spotify. Der Musikstreaming-Dienst veränderte damit die Wahrnehmung seiner Werbemöglichkeiten unter Mediaplanern. Den dritten Platz belegt «Lap of Legends» von FCB New York und 160over90 New York für Michelob Ultra, bei der die Biermarke mit der Formel 1 zusammenarbeitete und ein reales gegen ein virtuelles F1-Rennen inszenierte.

LePub Milan übernimmt Spitzenposition bei Agenturen

LePub Milan steigt vom zweiten Platz des Vorjahres auf und führt das Kreativranking erstmals an. Die Agentur platzierte zwei Kampagnen für Heineken in den Top 100 sowie zahlreiche weitere Kampagnen, die zum Gesamtergebnis beitrugen. Bruno Bertelli, CEO und Chief Creative Officer von LePub Worldwide, kommentiert: «LePub Milan fühlt sich geehrt, auf Platz 1 der Warc Creative 100 gerankt zu werden. Diese Auszeichnung würdigt unsere visionären Kunden und unser aussergewöhnliches Team, die mutige, kulturell relevante Ideen inspirieren.»

Die unabhängige Agentur Serviceplan München springt vom siebten Platz des Vorjahres auf den zweiten Platz. Publicis Conseil Paris belegt mit einem weiteren starken Jahr den dritten Rang. Serviceplan München führt auch das Ranking der unabhängigen Agenturen an, gefolgt von Rethink Toronto und Klick Health Toronto.

Ogilvy verteidigt Netzwerk-Spitzenposition

Top 10 der kreativsten Agenturnetzwerke 2026. Quelle: zvg

Ogilvy ist zum sechsten Mal in Folge das am meisten ausgezeichnete Netzwerk. Das Netzwerk hat 15 Kampagnen in den Top 100, wobei sieben Büros aus aller Welt zum Ranking beitrugen: Ogilvy New York, Singapore, Mumbai, Ogilvy Health New York, David Madrid, New York und Circus Grey Lima.

Liz Taylor, Global Chief Creative Officer von Ogilvy, sagt: «Sechs Jahre an der Spitze der Warc Creative 100 sind mehr als ein Meilenstein – es ist ein Beweis dafür, wie sich unser Netzwerk präsentiert. Die beste Arbeit, für die grössten Marken, in jedem Markt weltweit.» DDB Worldwide, das bald aufgelöst wird, belegt den zweiten Platz für seine Arbeit im Jahr 2025, gefolgt von VML auf Platz drei.

Serviceplan führt zum zweiten Mal in Folge das Ranking der unabhängigen Netzwerke an. Alexander Schill, Global Chief Creative Officer und Partner der Serviceplan Group, erklärt: «Ich glaube, dass in unserer wettbewerbsorientierten, technologiegetriebenen Branche Kreativität der wahre Differenzierungsfaktor bleibt. Deshalb bedeutet es uns so viel, erneut auf Platz eins der Warc Creative 100 gerankt zu werden – sowohl als unabhängiges Netzwerk als auch als Agentur.»

WPP bleibt führende Holdinggesellschaft

WPP hat seine Position an der Spitze des Rankings der Holdinggesellschaften zum vierten Mal in Folge verteidigt. Drei Netzwerke befinden sich in den Top 50: Ogilvy und VML auf den Plätzen eins und drei sowie AKQA auf Platz 28. Rob Reilly, Global Chief Creative Officer von WPP, kommentiert: «Unsere anhaltende Anerkennung in der Warc Creative 100 ist ein Zeugnis für WPPs unglaubliches Talent und die harte Arbeit unserer engagierten Teams weltweit.»

Omnicom Group rangiert auf dem zweiten und Interpublic Group auf dem dritten Platz für ihre Unternehmensleistung vor der Fusion.

Heineken erstmals kreativste Marke

Nachdem Heineken in den letzten vier Jahren zu den Top-Ten-Marken gehörte und im vergangenen Jahr den zweiten Platz belegte, erreicht die Biermarke nun erstmals die Position der kreativsten Marke. Heineken hat zwei Kampagnen in den Top 100 und weitere 19 Kampagnen in der vollständigen Creative-100-Datenbank aus 12 verschiedenen Ländern weltweit, was die globale Reichweite der Marke unterstreicht.

Nabil Nasser, Head of Global Heineken Brand, sagt: «Wir sind unglaublich demütig und stolz, dass Heineken als weltweite Marke Nummer eins in der Warc Creative 100 zum ersten Mal in unserer Geschichte anerkannt wird. Die Warc Rankings sind eine der angesehensten Benchmarks der Branche und würdigen Arbeiten, die Geschäftsergebnisse und kulturelle Wirkung erzielen.»

Apple belegt den zweiten Platz, McDonald’s klettert auf den dritten. Vaseline ist ein neuer Einstieg in die Top 50 in diesem Jahr, getrieben durch die Kampagnen «Vaseline Verified» und «Transition Body Lotion» in Asien.

Unilever übernimmt Spitze bei Werbetreibenden

Unilever erreicht erstmals die Position des führenden Werbetreibenden in der Creative 100. Der FMCG-Riese ist mit 15 verschiedenen Marken in der vollständigen Creative-100-Datenbank vertreten, wobei Vaseline und Dove die Top 50 der Marken auf den Plätzen neun und zehn erreichen.

Leandro Barreto, Chief Marketing Officer von Unilever und Beauty & Wellbeing, erklärt: «Diese Anerkennung ist eine kraftvolle Bestätigung der mutigen, kulturell relevanten Arbeit, die unsere Teams in die Welt bringen – Arbeit, die inspiriert, verbindet und echte Wirkung erzielt. Kreativität ist einer unserer stärksten Wettbewerbsvorteile.»

Anheuser-Busch InBev fällt auf den zweiten Platz zurück, Heineken rückt auf den dritten vor.

USA verteidigt Länderranking

Die USA behalten ihren ersten Platz – eine Position, die sie seit 2006 innehaben. 30 der Top-100-Kampagnen stammten aus den USA, gleich viele wie 2025. Grossbritannien auf dem zweiten Platz generierte 11 der Top-100-Kampagnen. Brasilien steigt um einen Platz auf und sichert sich den dritten Rang.

Die Warc Creative 100 wurde unter Anwendung einer rigorosen, unvoreingenommenen und transparenten Methodik erstellt. Das vollständige Ranking umfasst die 100 meistausgezeichneten Kampagnen für Kreativität, die Top 50 der Kreativagenturen, Agenturnetzwerke, Marken, Werbetreibenden, Länder sowie die führenden Holdinggesellschaften. Die Fallstudien und der zusammenfassende Bericht stehen Warc-Mitgliedern zur Verfügung. Die Warc Media 100 wird am 13. März und die Warc Effective 100 am 18. März bekannt gegeben.

Weitere Informationen unter https://www.warc.com/creative/rankings/creative-100

Pablo Koerfer wird CEO und Partner von Serviceplan

Das House of Communication Zurich verstärkt sich mit Pablo Koerfer als CEO von Serviceplan. Der langjährige Agenturexperte beteiligt sich als Partner an der Agentur. Nach einer einjährigen Auszeit tritt Koerfer die Nachfolge an und bringt seine strategische Beratungskompetenz ein.

Pablo Koerfer und Nathalie Diethelm von Serviceplan Suisse AG. Quelle: zvg

Das House of Communication Zurich erweitert seine Führung mit Pablo Koerfer als CEO von Serviceplan und verstärkt damit die Agentur mit einer erfahrenen Führungskraft samt strategischer Beratungskompetenz. Koerfer beteiligt sich als Partner: «Serviceplan ist unabhängig und komplett inhabergeführt mit einem gelebten Partnermodell. Dass ich mich hier unternehmerisch engagieren kann, war für mich ausschlaggebend.»

Von Rod Kommunikation zu Serviceplan

Nach Stationen bei Euro RSCG (heute Havas), Advico Young & Rubicam/Y&R Group stieg Pablo Koerfer als Partner und Geschäftsführer bei Rod Kommunikation ein und baute die Agentur zusammen mit seinen Partnern zu einer der prägendsten Agenturen des Landes auf. Nach dem Verkauf der Agentur an Farner trat er ins Management Board ein und übernahm die Rolle des Co-CEO.

Pablo Koerfer hat in London Marketing und Werbung studiert und ein EMBA an der Universität in St. Gallen (HSG) abgeschlossen. Er lebt mit seiner Familie in Zürich.

Rückkehr nach Sabbatical-Jahr

Nach seinem Austritt bei Farner und Rod hat Pablo Koerfer eine einjährige Auszeit genommen. «Das Sabbatical-Jahr hat mir unglaublich gutgetan und mit etwas Abstand aufgezeigt, wie sehr ich den Agenturalltag mit den unterschiedlichsten Kunden und Mitarbeitenden vermisse. Ich freue mich sehr auf die spannenden Mandate, alle neuen Kolleg:innen und insbesondere darauf, mit Kreativchef Raul Serrat wegweisende Kampagnen zu entwickeln.»

Auch Nathalie Diethelm, CEO House of Communication Zurich, freut sich auf die Zusammenarbeit: «Ich bin überzeugt, dass Pablo perfekt zu uns passt und das Management ideal ergänzt. Seine Expertise, sein Gespür für innovative Kommunikation und seine unternehmerische Denke sind ein echter Gewinn für unser Team und unsere Kund:innen.»

Technologie und Kreation im Fokus

An der Serviceplan Group überzeugt Koerfer die Agentur-DNA «Creative+Media+Technologie» mit dem Ziel, bestmögliche Wirkung für die Auftraggeber und ihre Kommunikationsaufgaben zu erzielen. «Serviceplan ist zukunftsweisend. Als erste Agenturgruppe hat sie alle zentralen Workflows mit AI standardisiert und investiert mit der Partnerschaft mit Luma AI substanziell in Technologie. Ich habe viele Agenturen gesehen und komme zum Schluss, dass die Serviceplan Group in Sachen Technologie dem Wettbewerb mindestens einen Schritt voraus ist», erklärt Koerfer.

Das House of Communication in Zürich verbindet die Marken Serviceplan, Plan.Net und Mediaplus mit einem gemeinsamen Ziel: Building Best Brands. Die Agenturen arbeiten für namhafte Kunden wie BMW Group Switzerland, Denner, Schweizerische Post, Sika, WWF, Rega, Hornbach oder C&A. Sie bieten wegweisende Markenführung mit höchstem Wirkungsgrad auf allen Kanälen.

www.house-of-communication.ch

Nahost-Krieg als Bewährungsprobe für Lieferketten

Management-Expertin Jane Enny van Lambalgen sieht im Nahost-Krieg eine «Bewährungsprobe für resiliente Lieferketten». Sie empfiehlt Unternehmen, interkontinentale Abhängigkeiten zu reduzieren und auf lokale Beschaffung zu setzen. Digitale Zwillinge sollen helfen, faktenbasierte Entscheidungen zu treffen.

Jane Enny van Lambalgen äussert sich zu den aktuellen Herausforderungen für die Lieferketten als Folge des Nahost-Kriegs. Quelle: zvg

Der Nahost-Krieg stellt eine Bewährungsprobe für die Resilienz industrieller Lieferketten dar, sagt Jane Enny van Lambalgen, CEO der Beratungs- und Managementfirma Planet Industrial Excellence. Nach der Corona-Pandemie haben viele Industrieunternehmen auf Local Sourcing umgestellt, um ihre Abhängigkeit von Zulieferern aus Übersee zu reduzieren. Beim trumpschen Zoll-Chaos haben viele dieser Firmen bereits von der Neuausrichtung profitiert. «Aber erst der Nahost-Krieg ist die Nagelprobe, wie gut die Regionalisierung der Versorgungsstrukturen tatsächlich gelungen ist», erklärt die Management-Expertin.

Blockierte Seewege zwischen Asien und Europa

Die Management-Expertin verweist darauf, dass derzeit praktisch alle relevanten Seewege zwischen Asien und Europa blockiert sind: die Strasse von Hormus, der Persische Golf, der Golf von Oman, das Rote Meer einschliesslich Bab al-Mandab als einziger südlicher Zugang zum Suezkanal und der Suezkanal selbst. Die Umleitung über das Kap der Guten Hoffnung ist mit zehn Tagen bis zwei Wochen längerer Transitzeit verbunden. Bei den Frachtraten ist mit Steigerungen von 30 bis 60 Prozent zu rechnen – auch im Luftfrachtverkehr, der ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen ist.

«Neben höheren Kosten und deutlichen Verzögerungen stellt die Überlastung der Häfen ein riesiges Problem dar», sagt Jane Enny van Lambalgen. Sie spricht von einem «Lieferketten-Chaos, das zu Produktionsstopps und höheren Endverbraucherpreisen bei vielen Produkten führen wird». Als Beispiele nennt sie Industrieteile, Elektronik und Konsumgüter aller Art.

Weckruf für Europa

Für die europäische Politik sollte der Nahost-Krieg ein Weckruf sein, die interkontinentale Energieabhängigkeit zu reduzieren. «Ähnlich wie die Rolle von Starlink im Ukraine-Krieg ein Aufbruchsignal für die europäische Satelliten- und Raumfahrtbranche war, sollte der aktuelle Flächenbrand im Nahen Osten ein Weckruf für die europäische Energieversorgung und Industrieproduktion werden», sagt Jane Enny van Lambalgen. Dabei sollte neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien auch eine Rückkehr zur Kernkraft nicht ausgeschlossen werden, rät sie der Politik insbesondere in Deutschland.

Für die industrielle Produktion der Unternehmen hat sie vor allem einen Rat: «Local Sourcing». Die Besinnung auf Zulieferer vor Ort oder jedenfalls auf dem eigenen Kontinent erhöhe nicht nur die Resilienz gegenüber geopolitischen Störungen, sondern senke auch die Kosten. Zudem sei die lokale Beschaffung gut für die Umwelt. Die Managementberaterin empfiehlt daher allen Industrieunternehmen, ihre Lieferketten regionaler aufzustellen.

Re-Regionalisierung als strategischer Weg

Nach Corona hat Planet Industrial Excellence etliche Anfragen aus dem industriellen Mittelstand zur Diversifizierung und Regionalisierung der Lieferketten erhalten. «Leider hat nur ein Teil der Unternehmen, für die wir entsprechende Konzepte entwickelt hatten, diese auch umgesetzt», berichtet die CEO. Der Grund: Für viele mittelständische Unternehmen, die oft tief in globalen Nischenmärkten verankert sind, kann es ein langwieriger und teurer Prozess sein, neue Zuliefererbeziehungen aufzubauen und unter Umständen sogar eigene Produktionsstätten zu verlagern.

Dennoch stuft die Management-Beraterin die «Re-Regionalisierung von Lieferketten» als den «strategisch besten Weg ein, um sich mehr Unabhängigkeit von geopolitischen Unsicherheiten zu verschaffen». Sie sagt: «Unternehmen sollten interkontinentale Dependenzen so weit wie möglich vermeiden.»

Digitaler Zwilling als Grundlage für Entscheidungen

Als zweite wichtige Lehre aus Corona, die sich angesichts des aktuellen Kriegs im Nahen Osten «leider bewahrheitet hat», stuft sie die Einrichtung eines sogenannten «Digitalen Zwillings» ein. Dabei handelt es sich um eine digitale 1:1-Simulation der Fertigung und der Supply Chain. Jane Enny van Lambalgen erklärt: «Anhand eines digitalen Zwillings lässt sich jederzeit durchspielen, welche konkreten Auswirkungen aktuelle Krisen von Zöllen bis Kriegen auf die eigene Versorgungslage und die Produktion haben. So erhält die Unternehmensführung binnen kürzester Zeit verlässliche Daten als Grundlage für faktenbasierte Entscheidungen.»

Jane Enny van Lambalgen sagt: «Die aktuelle Entwicklung im Nahen Osten zeigt erneut, dass Resilienz in Lieferketten nicht nur ein Nice-to-have, sondern eine absolute Notwendigkeit ist. Die deutsche Industrie steht vor der Aufgabe, die Vorteile ihrer globalen Vernetzung weiterhin zu nutzen, gleichzeitig aber strategische Abhängigkeiten zu reduzieren.»

Jane Enny van Lambalgen ist Founding Partner und Geschäftsführerin der Firma Planet Industrial Excellence sowie Mitglied bei United Interim, der führenden Community für Interim Manager im deutschsprachigen Raum, und im Diplomatic Council, einer globalen Denkfabrik mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen (UNO). Für Unternehmen ist sie tätig als Interim Manager für Strategie, Operational Excellence, Turnaround, Supply Chain Management und Digital Transformation. Als Managerin auf Zeit übernimmt sie Positionen als CEO, Managing Director, COO, Delegierte des Verwaltungsrats, Aufsichtsrat und Beirat in der mittelständischen Wirtschaft. Schwerpunkte ihrer Tätigkeit sind internationale Operations-Einsätze mit Fokus auf Produktion, Supply Chain und Logistik. Jane Enny van Lambalgen wurde sowohl 2025 als auch 2026 als «Top Interim Manager des Jahres» ausgezeichnet.

Weitere Informationen: www.planetie.ch

Influencer-Marketing Schweiz: Gagen verdoppelt, Markt wächst weiter

House of Influence veröffentlicht zweiten Gagen Report zum Schweizer Influencer-Markt. Trotz stark gestiegener Honorare – die Preise haben sich in gewissen Segmenten nahezu verdoppelt – verzeichnen über die Hälfte der befragten Influencer:innen mehr Kooperationen. Zwei Drittel der aktiven Profile stammen von Frauen.

Neuer Influencer-Gagenreport von House of Influence. Quelle: zvg

Die Influencer-Marketing Agentur House of Influence hat ihren zweiten Gagen Report zum Influencer-Markt in der Schweiz veröffentlicht. Das Fazit: Der Markt ist weiblich, wachsend und im Wandel. Zwei Drittel der aktiven Profile stammen von Frauen, die Preise haben sich in gewissen Segmenten gegenüber 2024 nahezu verdoppelt und trotzdem verzeichneten mehr als die Hälfte der befragten Influencer:innen mehr Kooperationen.

Die Erkenntnisse stammen aus der schweizweiten Auswertung der auf Influencer-Marketing spezialisierten Agentur mit Sitz in Zürich. Zusätzlich zur Kampagnenauswertung führte die Agentur eine anonyme Umfrage unter Schweizer Influencer:innen in der Deutschschweiz, der Westschweiz und dem Tessin durch. Die Kombination aus Kampagnendaten und Influencer:innen-Perspektive liefert damit eine der detailliertesten Bestandsaufnahmen des Schweizer Influencer-Markts.

Preise fast verdoppelt – Markt boomt trotzdem

Trotz stark gestiegener Honorare sind die Kooperationsvolumen weiter gestiegen: Mehr als die Hälfte der befragten Influencer:innen gibt an, im vergangenen Jahr mehr Zusammenarbeiten mit Marken realisiert zu haben als zuvor. Ein deutliches Signal dafür, dass Unternehmen bereit sind, mehr in Influencer-Marketing zu investieren.

«Seit wir den Report erstmals vor zwei Jahren publiziert hatten, ist viel passiert. Die regelmässige Erhebung der durchschnittlichen Gagen und Jahreseinkommen von Influencer:innen bringt Transparenz in den Markt und bietet Orientierung – für Brands und Influencer:innen in der Schweiz», bestätigt Tanja Herrmann, Geschäftsführerin und Gründerin von House of Influence.

Die Gagen für ein Reel auf Instagram liegen im Durchschnitt zwischen 700 und 3400 Franken. Auf TikTok sind die Gagen leicht tiefer und liegen im Schnitt für ein Video zwischen 530 und 3150 Franken.

Instagram dominiert – TikTok mit grossem Potenzial

Instagram bleibt die dominierende Plattform im Schweizer Influencer-Markt. Nur die Hälfte der Influencer:innen ist aktuell auf TikTok vertreten – für jene, die noch nicht auf der Plattform aktiv sind und über die nötigen Ressourcen verfügen, besteht hier erhebliches Wachstumspotenzial.

Die Analyse von House of Influence beschränkt sich nicht auf die Entwicklung der Honorare. Die Agentur untersuchte ebenso die Performance-Daten der Kampagnen sowie die Nutzung und Dynamik der einzelnen Plattformen. Neben Gagen wurden somit auch Reichweitenstrukturen, Engagement-Werte und Wiedergabedauern systematisch ausgewertet. Ziel war es, nicht nur Preisentwicklungen aufzuzeigen, sondern auch zu verstehen, wie und wo Influencer-Content tatsächlich wirkt.

Längere Videos performen besser

Die Daten belegen: Je länger ein Video, desto länger wird es auch tatsächlich angeschaut. Bei Videos, die über 60 Sekunden lang sind, wurde auf Instagram eine durchschnittliche organische Wiedergabedauer von 18 Sekunden gemessen, auf TikTok von 15 Sekunden.

Im Vergleich zur Benchmark von zwei Sekunden bei klassischen Ads bedeutet dies, dass Brands durch Influencer-Content sieben bis neun Mal mehr Zeit erhalten, ihre Botschaft zu platzieren.

«Was mich an diesem Markt besonders fasziniert, ist die ständige Weiterentwicklung. Während eine klassische Ad kaum zwei Sekunden Aufmerksamkeit bekommt, schauen Menschen bei Influencer-Content im Schnitt 18 Sekunden zu – freiwillig. Das ist kein Zufall, das ist Vertrauen», ergänzt Kerry Stieger, Director of Strategy bei House of Influence.

Frauenpower im Schweizer Influencer-Markt

Die Auswertung zeigt klar: Influencer-Marketing in der Schweiz ist weiblich. Zwei Drittel der aktiven Profile stammen von Frauen, und ein Grossteil der Influencer:innen ist in der Stadt Zürich zu Hause. In der Westschweiz liegt der Standort Genf an erster Stelle. Die drei meistbearbeiteten Themenfelder sind Lifestyle, Fashion und Travel – Bereiche, in denen authentisches Storytelling besonders wirkungsvoll ist.

Die 2017 gegründete Schweizer Influencer Marketing Beratungsagentur hat ihren Sitz im Zürcher Seefeld. Das mehrsprachige Team berät Kund:innen bei ihren Influencer-Projekten und baut für sie eigene Pools an Content Creators passend zur Branche, Sprache und den gesetzten Zielen auf. Von der Strategie, zur Konzeption über die Selektion, Gagen- und Vertragsverhandlungen, dem Kampagnenmanagement hin zu individuell aufbereiteten Reportings und Workshops bietet die Agentur alle Influencer-Marketing Services aus einer Hand.

Neben den Kampagnen, die House of Influence für Kunden wie Migros, Helvetia, Swiss oder Mercedes-Benz umsetzt, ist die Agentur auch Veranstalterin der grössten Social Media Marketing Konferenz der Schweiz: dem Social Media Summit, welcher am 4. und 5. November 2026 erneut in Engelberg stattfindet. Seit 2025 sind sie zudem Veranstalterin der ersten AI in Marketing Konferenz der Schweiz, welche am 29. April 2026 im The Circle am Zürich Flughafen stattfindet.

https://www.house-of-influence.ch

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