Preis-Leistung und Regionalität entscheiden über die Energieversorger von morgen
Der EVU-Atlas von YouGov Schweiz zeigt ein Stimmungsbild zu Wahrnehmungen, Marktmechanismen und Erwartungshaltungen in der Energiebranche. Preissteigerungen, geopolitische Spannungen und die anhaltende Diskussion um eine vollständige Marktöffnung haben die Aufmerksamkeit für die Branche erhöht und die Erwartungen der Bevölkerung verändert, so ein Fazit.
Redaktion - 17. Dezember 2025
Wie verändert sich der Schweizer Strommarkt? Der EVU-Atlas von YouGov zeigt die Sicht der Stromkunden. (Bild: Unsplash.com)
Der neue EVU-Marktatlas von YouGov Schweiz (früher bekannt als LINK Marketing Services AG), basierend auf über 18’000 Befragten aus den Jahren 2021, 2023 und 2025, untersucht, wie die Bevölkerung die 29 grössten Energieversorger der Schweiz wahrnimmt, und worauf es bei einer möglichen Anbieterwahl ankäme.
Mediale Sichtbarkeit bei den Grossen – lokale Verankerung bei kleinen EVU
Die Ergebnisse zeigen eine bemerkenswerte Stabilität der Bekanntheit: Nationale Anbieter wie Axpo oder Alpiq bleiben im Bewusstsein präsent, obwohl sie keine Privatkundschaft beliefern, während grosse regionale Energieversorgungsunternehmen (EVU) wie BKW, EKZ, IWB oder CKW ebenfalls hohe Sichtbarkeit geniessen. Kleinere Anbieter bleiben lokal verankert, während gezielte Kommunikation bei mehreren EVU zu spürbaren Steigerungen geführt hat.
Die Regionalitätswahrnehmung bleibt ein emotional wichtiger Faktor und zeigt deutlich, wie stark sich viele Schweizerinnen und Schweizer mit ihrem lokalen Anbieter identifizieren. EVU wie SAK, Elektra Baselland oder EKS Schaffhausen erhalten hier besonders hohe Werte. In der Westschweiz zeigt sich eine deutlich höhere Volatilität, was auf eine stärkere Reaktion der Bevölkerung auf politische und preisbezogene Debatten hinweist. Noch dynamischer entwickelt sich die Wahrnehmung der Preis-Leistung, die sich zwischen 2023 und 2025 bei mehreren EVU deutlich verbessert hat, während nationale Anbieter weiterhin klar zurückliegen.
Preis-Leistung und regionale Verankerung sind grösste Treiber der Consideration
Ein zentrales Ergebnis des statistischen Modells von YouGov Schweiz ist, dass unter den erhobenen Merkmalen vor allem zwei Faktoren die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ein EVU in die engere Wahl kommt: die wahrgenommene Preis-Leistung und die regionale Verankerung. Beide zeigen einen klaren und statistisch robusten Zusammenhang mit der Consideration. Wird ein Anbieter als preislich attraktiv wahrgenommen, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Consideration deutlich; wird er als regional verankert empfunden, erhöht dies zusätzlich das Vertrauen und die Auswahlbereitschaft. Gleichzeitig zeigt sich ein leichter negativer Trend über die Jahre: Die Bevölkerung wird beim Einschätzen möglicher EVU insgesamt vorsichtiger – eine mögliche Folge der energiepolitischen Unsicherheit der vergangenen Jahre.
Unzufriedenheit in der Westschweiz höher, Wechselbereitschaft in der Deutschschweiz höher
Die Zufriedenheit mit dem eigenen EVU sank 2023 spürbar, erholte sich 2025 jedoch wieder leicht. Besonders auffällig ist die Westschweiz, wo der Anteil klar Unzufriedener dreimal so hoch ist wie in der Deutschschweiz. Dennoch ist ausgerechnet dort der Anteil der Personen mit sehr tiefem Wechselrisiko am höchsten. Dieses paradoxe Muster ist typisch für regulierte Märkte: Einstellungen ändern sich auch ohne Wahlfreiheit, aber sie übersetzen sich erst in Verhalten, wenn echte Alternativen bestehen. Die hypothetische Wechselbereitschaft steigt seit 2021 deutlich an und liegt 2025 bei rund 17 Prozent. Damit wäre heute jede sechste Person sicher wechselbereit, wenn sie könnte.
Die Studie zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen den erhobenen Faktoren Preis-Leistung und Regionalität und der Wahrscheinlichkeit, dass ein EVU in die engere Wahl kommt. Gleichzeitig unterscheiden sich die Regionen deutlich: Während in der Deutschschweiz die Wechselbereitschaft höher ist und aktives Bindungsmanagement gefragt ist, könnte in der Westschweiz im Fall einer Marktöffnung ein plötzlicher und starker Wechselimpuls entstehen. Insgesamt zeichnet sich ab, dass der Stromkunde von morgen informierter, anspruchsvoller und wählerischer sein wird als der Kunde von gestern. Wem er gehört, entscheidet sich nicht durch historische Strukturen, sondern durch Transparenz, Preisfairness und echte Nähe zur Bevölkerung.
Was passiert, wenn Chefs KI verbieten? Stéphanie Kioutsoukis im Podcast
Wenn Führungskräfte KI verbieten, schwächen sie ausgerechnet jene Bereiche, die am stärksten um Aufmerksamkeit kämpfen: Marketing und Kommunikation. Darüber spricht die Bieler KI-Strategieexpertin Stéphanie Kioutrsoukis im Podcast der Stftung Text Akademie.
Redaktion - 15. Dezember 2025
Stéphanie Kioutsoukis ist Unternehmerin und Innovationsexpertin aus Biel. Sie hat sich auf künstliche Intelligenz, Organisationsentwicklung und strategische Innovation spezialisiert. Als Gründerin und CEO von zwei Unternehmen – Fresh Strategy und Fresh Solutions AI – hat sie sich als einflussreiche Stimme in der Schweizer und internationalen KI- und Innovationslandschaft etabliert.
Stéphanie Kioutsoukis ist zu Gast in der neuesten Folge des AI-Podcasts der Stiftung Text Akademie. Die Bieler Unternehmerin und Innovationsexpertin beobachtet ein paradoxes Muster. Der Druck, mehr Content in kürzerer Zeit zu produzieren, steigt. Gleichzeitig blockieren Verbote den strukturierten Einsatz von KI-Tools, die genau hier Entlastung bringen könnten. Mitarbeitende reagieren mit Schatten-IT, nutzen private Accounts und testen Kampagnenideen ausserhalb jeder Kontrolle.
Der Podcast auf Youtube:
Gerade im Marketing zeigt sich das Potenzial deutlich. Viele Teams nutzen ChatGPT, um Postings oder Newsletter-Ideen zu erstellen. Kioutsoukis sieht darin nur den Anfang. Wirklich «ai-native» werde Kommunikation erst, wenn ganze Content-Prozessketten neu gedacht werden. Ihr Team lässt Opinion Leader analysieren, Themen clustern und daraus Post-Vorschläge generieren. Menschen kuratieren, schärfen Tonalität und passen Beispiele an, während die KI Vorarbeit und Variantenproduktion übernimmt.
Wer hier mit Verboten reagiert, schadet seiner Marke doppelt. Kampagnen dauern länger, Reaktionen auf Trends kommen später, Tests bleiben sporadisch. Gleichzeitig verzichtet das Unternehmen darauf, systematisch aus Daten zu lernen. KI kann Resonanzmuster erkennen, Zielgruppenpräferenzen sichtbar machen und Strategien nachschärfen. Ohne diese Signale bleibt Kommunikation beim Bauchgefühl.
Kioutsoukis plädiert für klare Rahmenbedingungen statt Verbote. Marketing- und Kommunikationsteams sollten ermutigt werden, mit KI zu experimentieren – auf definierten Systemen, mit Guidelines zu Daten und Inhalten. Fehler seien unvermeidlich, aber lehrreich. Entscheidend sei, dass Führungskräfte diese Lernprozesse schützen, statt sie zu sanktionieren.
Besonders Schweizer KMU stehen vor einer Weichenstellung. Ihre Sichtbarkeit hängt immer stärker von digitaler Kommunikation ab, während Budgets begrenzt bleiben. KI kann helfen, Inhalte häufiger und gezielter zu produzieren – von der Themenrecherche bis zu personalisierten Botschaften. Wer sich dieser Option verschliesst, riskiert, kommunikativ den Anschluss zu verlieren.
So wird KI im Marketing weder Heilsversprechen noch Bedrohung, sondern ein Standardsatz an Werkzeugen. Verbote zementieren alte Strukturen und treiben Nutzung ins Verborgene. Klare Leitplanken, Trainings und Mut zum Ausprobieren machen aus KI einen Verstärker für Marken, Botschaften und Dialog.
Die Podcastfolge auf Spotify:
Der Videopodcast «AI und Gesellschaft – Wege in die neue Welt» wird produziert von der Stiftung Text Akademie. Monatlich erscheinen zwei Folgen, auf Spotify, Youtube und weiteren Podcast-Plattformen. Darüber spricht die Bieler KI-Strategieexpertin Stéphanie Kioutrsoukis im Podcast der Stiftung Text Akademie.
Brandschutzplanung trifft Engineering: Tagung am 10. März 2026
Mit den kommenden Brandschutzvorschriften (BSV 2026) stehen wichtige Veränderungen bevor. Neue rechtliche Grundlagen, technische Entwicklungen und zunehmender Kostendruck verlangen nach smarten Lösungen im Spannungsfeld von Sicherheit, Nutzung und Innovation. Die Tagung «Brandschutzplanung trifft Engineering» vom 10. März 2026 gibt dazu einen kompakten Überblick und zeigt praxisnah auf, wohin sich der Brandschutz bewegt.
Redaktion - 15. Dezember 2025
Diverse Referierende sprechen am 10. März 2026 über Veränderungen bei den Brandschutzvorschriften. (Bild: zVg / SAVE)
Im Fokus stehen aktuelle Fragen wie: Wie helfen risikobasierte Wirtschaftlichkeitsbewertungen, Overfitting im Brandschutz zu vermeiden? Welche Erwartungen hat die Intervention an Planung und Engineering für einen wirksameren Einsatz? Wie nutzt die Brandschutzbehörde den leistungsbasierten Ansatz, etwa im Rauch- und Wärmemanagement?
Einen weiteren Schwerpunkt bilden Naturbrandsimulationen, die neue Möglichkeiten in der Bemessung von Tragwerken aufzeigen – etwa für Hochhäuser mit ungeschütztem Stahl- oder Verbundbau. Zudem werden die wichtigsten Neuerungen der BSV 2026 vorgestellt: Rückmeldungen aus der Vernehmlassung, Inhalte des neuen Model Code sowie organisatorische Ansätze der Behörden für anspruchsvolle Nachweise. Anhand konkreter Beispiele wird aufgezeigt, wie der Model Code in der Praxis angewendet wird.
Auch die Unterscheidung zwischen Entfluchtung und Evakuierung sowie der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Umgang mit Vorschriften und Nachweisen bilden zentrale Themen. KI macht komplexe Regelwerke verständlicher und eröffnet neue Chancen für die Fachwelt.
Die Tagung liefert kompakte Impulse, fundierte Einblicke und klare Perspektiven für die Zukunft des Brandschutzes.
Was YouTube als Benchmark über Markenführung im KI-Tempo verrät
YouTube ist nicht die Botschaft, sondern der Spiegel: Wer im Video-Overload bestehen will, braucht Tempo im Workflow, Kreativität mit Handwerk, Vertrauen statt Vanity – und Messung, die Marke nicht kaputtoptimiert.
Redaktion - 14. Dezember 2025
(Bild: Nano Banana)
Fünf Sekunden. Dann erscheint der Skip-Button – und mit ihm eine simple, brutale Marktprüfung: Hat eine Idee in der Gegenwart überhaupt Relevanz? Das ist keine “YouTube-Logik”. Das ist Moderne-Logik. YouTube macht sie nur sichtbarer als andere Orte – weil dort schneller, öffentlicher und gnadenloser entschieden wird, was hängen bleibt und was verschwindet.
Genau deshalb taugt die Plattform als Benchmark zum Adaptieren. Als Blaupause für Prinzipien, die heute überall über Überlebensfähigkeit entscheiden. Dieses m&k-Learning stammt aus zahlreichen Reportagen zu Video, Kreativität, Markenführung, Marketing, KI und Plattformen. Wir haben es in sieben Treiber für werbe- und marketingbasierten Geschäftserfolg verdichtet.
1) Geschwindigkeit ist keine Tugend, sondern die neue Strategieebene
Der eigentliche Shift ist nicht “mehr Video”. Es ist mehr Iteration. Das Publikum konsumiert in Feed-Taktung, die Konkurrenz reagiert in Echtzeit, Trends kippen in Tagen statt Quartalen. Wer da noch in klassischen Kampagnenzyklen denkt, wirkt nicht “solide”, sondern langsam. Und langsam ist in digitalen Märkten nicht neutral – langsam wird zur Schwäche.
Geschwindigkeit meint dabei nicht Hektik, sondern Systematik: kurze Schleifen, klare Verantwortlichkeiten, schnelle Versionen, frühes Lernen. Die Marke bleibt stabil, aber die Ausführung wird beweglich. Genau hier entsteht die neue Form von Wettbewerbsfähigkeit: nicht durch Lautstärke, sondern durch Taktung.
Adaptierbar:
Kreation als Iterationsmaschine (Testen, Lernen, Nachschärfen)
Produktionslogik: weniger “Masterpiece am Schluss”, mehr “Versionen am Start”
Schnelle Feedback-Schlaufen zwischen Kreation, Media, Data und Community
2) Kreativität braucht Handwerk: Das ABCD-Prinzip als Transfer-Modell
Wenn Aufmerksamkeit knapp ist, wird Handwerk zur Rettungsleine. Kreativität allein reicht nicht – sie muss unter Druck funktionieren: in den ersten Sekunden, in unterschiedlichen Formaten, auf verschiedenen Screens, mit wechselnden Kontexten. Genau deshalb ist das ABCD-Prinzip so wertvoll: Es übersetzt “gute Idee” in eine Struktur, die in der Realität hält.
ABCD ist nicht die Kreativ-Idee selbst. Es ist das Raster, das verhindert, dass eine Idee im falschen Timing, im falschen Einstieg oder ohne klare Führung verpufft. Kurz: Es ist Storytelling als Disziplin – nicht als Bauchgefühl.
A – Attention: Der Einstieg ist der Pitch. Kein Vorspann, kein “erst mal Kontext”.
B – Branding: Marke früh als Cue, nicht spät als Absender-Stempel.
C – Connection: Emotion als Wirkungstreiber, nicht als Deko.
D – Direction: Klarer nächster Schritt, sonst bleibt es Unterhaltung.
Adaptierbar:
ABCD ist ein universelles Briefing- und Qualitätsraster für Bewegtbild – egal ob CTV, Social, Pre-Roll, DOOH-Screens oder Produktfilm.
3) Kultur als Wettbewerbsvorteil: Das kulturelle Delta
Die härteste Währung im Markt ist nicht Reichweite, sondern Bedeutung. Produkte lassen sich kopieren, Features auch, Preise sowieso. Was schwer kopierbar bleibt, ist kulturelle Relevanz: das Gefühl, dass eine Marke “weiss, was los ist” – und nicht nur “auch noch etwas dazu sagt”. YouTube zeigt als Benchmark besonders klar, wie Kultur entsteht: durch Reibung, Remix, Kommentar, Gegenrede, Wiederholung. Wer kulturelle Signale früh erkennt und sauber übersetzt, baut ein kulturelles Delta: einen Vorsprung, der nicht aus “Trend-Hopping” entsteht, sondern aus echtem Verständnis. Wichtig ist die Haltung dahinter: nicht künstlich Trends erfinden, sondern vorhandene Energien aufnehmen – und glaubwürdig in Markenhandeln, Tonalität und Storytelling überführen.
Adaptierbar:
Kultur nicht als Trend-Deck behandeln, sondern als Input für Positionierung
“Repurposing” als Königsdisziplin: vorhandene kulturelle Energien aufnehmen, nicht künstlich erfinden
Storytelling nicht nur als Verkaufsinstrument, sondern als Statusarbeit: Marken bauen kulturellen Rang, indem sie Meaning schaffen, nicht nur Messages
4) Vertrauen schlägt Aufmerksamkeit: Creator als Betriebssystem, nicht als Beipackzettel
Attention ist verfügbar. Trust ist knapp. Genau hier liegt der Kern der Creator-Logik: Creator sind nicht “Reichweitenlieferanten”, sondern Vertrauensarchitektur. Ihr Publikum folgt nicht, weil es muss, sondern weil es will – und weil es die Codes kennt: Ton, Rhythmus, Haltung, wiederkehrende Formate, ein Gefühl von Nähe. Das hat Konsequenzen für Marken: Wer Creator wie austauschbare Mediaflächen behandelt, bekommt oft austauschbare Resultate. Wer Creator als Partner mit eigenem System denkt – Format, Community, Redaktion, Produktion – kann Authentizität skalieren, statt sie zu zerdrücken. Und genau da verschiebt sich das Spiel von kurzfristigen Peaks hin zu langfristiger Präferenz.
Adaptierbar:
Partnerschaften wie Medienprojekte denken (Formatlogik, Kontinuität, Autonomie)
Creator nicht als Verlängerung der Brand, sondern als eigenständige Publisher behandeln
Erfolg nicht an Likes, sondern an nachhaltigen Signalen messen (Wiederkehr, Suche, Markenpräferenz, Empfehlungen)
Mateo Price, Chief Strategy Officer MrBeast, im GML 2025 Bühnentalk in Dublin mit Aarthi Scott, Managing Director bei Google.
5) Premium ist ein Kontext, kein Sender: Das Wohnzimmer als neues Qualitätssiegel
“Premium” ist nicht mehr das, was im linearen TV läuft. Premium ist das, was im richtigen Modus konsumiert wird: Ton an, grosser Screen, Lean-back, gemeinsame Aufmerksamkeit. Das Wohnzimmer ist damit nicht einfach ein weiterer Screen – es ist ein anderer mentaler Zustand. Und dieser Zustand ist für Marken Gold wert, weil er Storytelling wieder erlaubt: länger, dichter, emotionaler, weniger flüchtig. Die strategische Lehre: CTV ist kein Format-Baustein, sondern ein Funnel-Baustein. Oben baut es Vertrauen und Erinnerung, unten übersetzen andere Devices in Aktion. Wer das trennt, verschenkt Wirkung. Wer es integriert, baut eine moderne Full-Funnel-Dramaturgie.
Adaptierbar:
CTV als Upper-Funnel-Motor für Storytelling und Markenaufbau
Mobile/Desktop als Lower-Funnel-Maschine für Aktion und Conversion
Kreation so bauen, dass der Sprung zwischen den Screens mitgedacht ist (z.B. klare Handlungsführung, QR, Suchimpulse)
YouTube EMEA Press Event in Zürich: Dyana Najdi, Managing Director, Google Advertising UKI (Bilder: Beat Hürlimann)
6) Messung ohne Markenverlust: Brand Lift statt Klick-Fetisch
Viele Organisationen optimieren Performance, bis Marke verdunstet – oft nicht aus Dummheit, sondern aus Messdruck. Was sich kurzfristig sauber zählen lässt, gewinnt intern. Was langfristig wirkt, aber indirekter ist, wird zur “weichen” Grösse. Das Resultat ist bekannt: kurzfristige Effizienz, langfristige Erosion.
Die Benchmark-Lehre ist deshalb: Messung muss Marke schützen, nicht ersetzen. Brand-Lift-Logiken, saubere Kontrollgruppen, midflight Learnings – all das ist weniger Glamour, aber es ist die Grundlage, um Branding-Investments im Unternehmen zu legitimieren und gleichzeitig Performance nicht zu vernachlässigen. Entscheidend ist die gemeinsame Sprache: Full-Funnel als System, nicht als Team-Krieg.
Midflight-Lernen ermöglichen (nicht erst “Reporting nach der Beerdigung”)
Full-Funnel als gemeinsames Zielbild, nicht als Grabenkampf zwischen Teams
7) KI ist kein Tool, sondern ein Taktgeber
KI verändert nicht nur die Produktion. Sie verändert die Erwartungshaltung: mehr Varianten, schnellere Anpassung, kürzere Halbwertszeiten. Damit wird KI zur neuen Taktungsebene – wer sie ignoriert, ist nicht “vorsichtig”, sondern operativ im Nachteil.
Gleichzeitig gilt: KI ersetzt nicht das, was Marken unterscheidbar macht. Sie beschleunigt das, was ohnehin gemacht werden muss: Prototyping, Testing, Adaptionen. Der eigentliche Engpass bleibt menschlich: Tonalität, Wahrheit, Mut zur Idee, kulturelles Verständnis, Qualitätsfilter. Die Gewinner sind nicht die mit den meisten Tools, sondern die mit dem klarsten Zusammenspiel aus Tempo und Marke.
Adaptierbar:
GenAI als Prototyping-Schicht (Schnelligkeit)
Menschliches Handwerk als Qualitätsfilter (Marke, Tonalität, Ethik, Differenzierung)
Governance, die Kreativtempo zulässt statt es zu blockieren
Fazit: Der Benchmark, der weh tut – und gerade deshalb hilft
YouTube ist der Härtetest. Es zeigt, was in einer video-first Realität überall gilt: Tempo + Handwerk + Kulturverständnis + Vertrauen + Premium-Kontext + Messung = Markenführung. Alles andere ist “Ausspielen”. Und Ausspielen ist heute die bequemste Form, langsam zu verschwinden.
NZZ festigt Position bei APG|SGA: Beteiligung soll auf 45 Prozent steigen
Die NZZ-Gruppe festigt ihre Position im Schweizer Aussenwerbemarkt und übernimmt Aktienpakete der Grossaktionäre JCDecaux und Pargesa. Der Deal ist an Bedingungen geknüpft und läutet einen Führungswechsel ein: NZZ-CEO Felix Graf soll das Präsidium übernehmen.
Redaktion - 12. Dezember 2025
Die NZZ will ihre Beteiligung an der APG|SGA von 25 auf 45 Prozent aufstocken. Wie mitgeteilt wurde, einigte sich das Medienhaus mit JCDecaux und Pargesa auf den Kauf von insgesamt 20 Prozent der Aktien zum Preis von je CHF 220. Die unabhängigen Verwaltungsräte der APG unterstützen den Schritt als „marktschonende Lösung“ zur Stabilisierung des Aktionariats.
Hürde «Opting-up»
Der Vollzug steht unter dem Vorbehalt, dass die Generalversammlung einer „Opting-up“-Klausel zustimmt. Diese würde die NZZ von der Pflicht befreien, bis zu einer Schwelle von 49 Prozent ein öffentliches Übernahmeangebot unterbreiten zu müssen. Die Entscheidung fällt an einer ausserordentlichen GV am 23. Januar 2026, wobei das letzte Wort allein bei den Publikumsaktionären liegt («Mehrheit der Minderheit»).
Souveräne Markenführung – wenn Reduktion zur Führungsqualität wird
Markenführung wird heute nicht durch mehr Botschaften entschieden, sondern durch die Fähigkeit, Relevantes vom Hintergrundgeräusch zu unterscheiden. Je lauter die Kommunikationsumgebungen werden, desto wertvoller wird das Weglassen. Reduktion ist keine Schwäche, sondern ein Akt der Souveränität – und eine Führungsqualität, die Vertrauen stabilisiert.
Redaktion - 11. Dezember 2025
Die neue Kunst des Weglassens
Über Jahre galt: Präsenz ist Macht. Doch in einem Kommunikationsraum, der nie verstummt, ist Dauerpräsenz kein Vorteil mehr – sie wird zum Risiko. Der Edelman Trust Barometer 2025 zeigt: Marken, die ihre Botschaften gezielt dosieren, erzielen signifikant höhere Vertrauenswerte als jene, die permanent senden. 71 Prozent der Befragten empfinden überinszenierte Markenauftritte als «aufdringlich».
Souveränität zeigt sich heute nicht mehr in Lautstärke, sondern in der Beherrschung des eigenen Tons. Marken, die wissen, wann sie sprechen – und wann nicht –, gewinnen an Tiefe.
Schweizer Marken mit Haltung statt Lautstärke
In der Schweiz gelingt das erstaunlich vielen Traditionsunternehmen. Geberit spricht über Präzision, nicht über Pathos. Ricola über Herkunft, nicht über Reichweite. Bühler Group und NZZ kultivieren Konstanz in einer Zeit, die jede Woche einen neuen Tonfall verlangt.
Auch andere zeigen, dass Zurückhaltung kein Verzicht ist, sondern Ausdruck von Stärke:
– Caran d’Ache steht für Handwerk und Zeitlosigkeit in einer Kultur des Tempos. – Victorinox bleibt bei schlichter Funktionalität – und wird genau dadurch weltweit begehrt. – La Prairie spricht über Qualität und Ursprung, nicht über Exklusivität.
Sie alle demonstrieren das Gleiche: Glaubwürdigkeit entsteht nicht durch Verstärkung, sondern durch Kohärenz.
Reduktion als ökonomische und kommunikative Stärke
Eine Interbrand-Analyse (2024) zeigt: Markenwert entsteht dort, wo Klarheit, Wiedererkennbarkeit und Mass zusammentreffen. Auch eine GfK-Studie Schweiz bestätigt: Vertrauen ist das wichtigste Kaufmotiv – vor Preis, Tempo und Innovation.
Wer seine Kommunikation bewusst reduziert, steigert ihre Wirkung. Reduktion ist keine Absenz, sondern eine Form von Präzision: Sie lässt nur das durch, was trägt. Das erfordert Haltung – und Führung.
Übrigens …
Vertrauen entsteht in der heutigen Zeit selten aus dem, was Marken hinzufügen – sondern häufig aus dem, was sie klugerweise weglassen.
Laura Colledani und Klaus Ammon verfügen gemeinsam über mehr als 40 Jahre Erfahrung in Consumer Research und Marketingforschung. Über die Jahre hat sich dabei ein feines Gespür entwickelt für das, was Menschen bewegt – auch jenseits der Zahlen. Beide Autoren plädieren für eine Kommunikationskultur, die zuhört, bevor sie sendet. Mit dem neuen Ansatz von Management Tools des Consumer Listening möchten sie Marketingverantwortliche dabei unterstützen, Konsumenten nicht nur in traditioneller Weise zu befragen, sondern mit diesen in einen echten Beziehungsraum einzutreten.
Cloud-Lösungen nehmen zu, doch hybride Szenarien bestimmen das Bild
Cloud-Lösungen setzen sich in den SAP-Landschaften durch, doch der Standard bleibt vorerst hybrid: Die meisten Unternehmen kombinieren On-Premises-Systeme mit Private- und Public-Cloud-Angeboten.
Redaktion - 11. Dezember 2025
Hybride Cloud-Lösungen dominieren die Systemlandschaften der SAP-Anwender. (Grafik: DSAG)
SAP-Anwendergruppen in Nordamerika, Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Grossbritannien und Japan haben gemeinsam eine Umfrage durchgeführt. Aus der DACH-Region wurden 274 Teilnehmende registriert. Als Hauptergebnis kann festgehalten werden: Mehr als zwei Drittel der weltweit befragten SAP-Anwender nutzen bereits Cloud-Dienste für Anwendungen, Workloads oder Datenspeicherung. In der DACH-Region liegt die Quote bei den DSAG-Mitgliedern bei 76 Prozent, getrieben durch RISE- und GROW-Angebote, die den Umstieg beschleunigen sollen, ohne den On-Premises-Betrieb kurzfristig abzulösen.
Hybride Landschaften dominieren
Laut Umfrageergebnissen kombinieren 78 Prozent der DSAG-Unternehmen On-Premises- und Cloud-Systeme, während reine Public-Cloud-Szenarien selten bleiben. Gründe sind hoch individualisierte S/4HANA-Systeme, Investitionsschutz, komplexe Lizenzmodelle und Unsicherheiten beim Return on Investment.
Die Zurückhaltung gegenüber der Public Cloud ist vor allem kulturell und regulatorisch geprägt. Viele DACH-Unternehmen fürchten Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern, Datenzugriffe durch ausländische Hyperscaler sowie den Verlust etablierter Anpassungen und Funktionen.
Rund 43 Prozent der DSAG-Mitglieder fordern zudem mehr Flexibilität bei den Bereitstellungsmodellen und pochen auf echte Wahlfreiheit zwischen On-Premises, Private- und Public-Cloud. Gefordert werden standardisierte, offene Betriebsmodelle, transparente Lizenz- und Kostenstrukturen sowie klare Migrationspfade.
Business Suite und Business Data Cloud
Mit der neuen Business Suite von SAP sind bislang nur rund ein Drittel der Befragten wirklich vertraut; viele vermissen klare Roadmaps und Support-Zeithorizonte. Noch grösser sind die Wissenslücken bei der Business Data Cloud: Unternehmen verlangen Orientierung zu Integrationsfähigkeit, Lizenz- und Preismodellen sowie zur Abgrenzung zu bisherigen SAP-Datenlösungen.
Die Umfrage von Juli und August 2025 bestätigt also: Die Cloud gewinnt, aber der hybride Ansatz bleibt auf Sicht dominierend. Ob Business Suite und Business Data Cloud diesen Kurs weiter beschleunigen, hängt stark von besserer Kommunikation, Transparenz und verlässlichen Rahmenbedingungen seitens SAP ab. «Der DACH-Raum zeichnet sich durch gewachsene On-Premises-Landschaften, hohe Anforderungen an Datenschutz und ein starkes Bewusstsein für Investitionssicherheit aus. Das erklärt die vorsichtigere, aber dafür nachhaltige Herangehensweise vieler Unternehmen an die Cloud-Transformation», sagt Jens Hungershausen, DSAG-Vorstandsvorsitzender.
YouGov-Umfrage: Sieben von zehn spenden, fast die Hälfte arbeitet freiwillig
Während der Weihnachtszeit kommt das Thema des Teilens und der Zusammengehörigkeit oft zur Sprache. Gemäss der neuen YouGov-Umfrage „Spenden und Freiwilligenarbeit in der Schweiz“ haben im vergangenen Jahr 72 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer irgendeine Form von Spende geleistet, 64 Prozent davon Geld und 13 Prozent materielle Güter.
Redaktion - 11. Dezember 2025
Am häufigsten wird für humanitäre Hilfe nach Krisen gespendet (41 Prozent). Frauen unterstützen solche humanitären Themen deutlich häufiger als Männer (47 vs. 35 Prozent). Für Natur- und Umweltschutz (40 Prozent) spenden Männer dagegen überdurchschnittlich oft (45 vs. 36 Prozent). Gleichauf folgen soziale Zwecke (40 Prozent) sowie Gesundheitsorganisationen (36 Prozent). Regional zeigen sich Unterschiede: In der Deutschschweiz wird häufiger Geld gespendet (68 Prozent)
Persönliche Werte als stärkster Antrieb – aber nicht für alle gleich
Die wichtigste Motivation für eine Spende sind persönliche Werte oder Lebenserfahrungen (65 Prozent). Hierbei gibt es relevante Altersunterschiede: Während für alle Befragten persönliche Werte klar entscheidend sind, ist dieser Faktor bei den 18- bis 29-Jährigen weniger zentral (54 Prozent), aber immerhin für rund die Hälfte wichtig. Emotionale Verbundenheit (29 Prozent), die Nähe zum Thema (24 Prozent) und sichtbare, messbare Ergebnisse (25 Prozent) folgen mit deutlichem Abstand. Regional ist die Bedeutung von Nähe besonders hoch im Tessin, wo lokale Verbundenheit für Spenden stärker gewichtet wird (40 Prozent).
Warum manche nicht spenden
Der wichtigste Grund gegen Spenden ist mangelndes verfügbares Budget (36 Prozent). Dies betrifft besonders jüngere Menschen: In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen ist der Anteil der Nicht-Spendenden deutlich höher als in allen älteren Gruppen. Weitere häufige Barrieren sind mangelndes Vertrauen für gemeinnützige Organisationen (27 Prozent) sowie Unsicherheit über den Einsatz der Mittel (26 Prozent).
Beim Vertrauen in Organisationen zeigen sich regionale Unterschiede. Nur 11 Prozent der Menschen in der Deutschschweiz geben an, kirchlichen Organisationen nicht zu vertrauen – in der Westschweiz (23 Prozent) und im Tessin (22 Prozent) ist dieser Anteil deutlich höher.
Freiwilligenarbeit: Fast jede zweite Person engagiert sich ehrenamtlich
Fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung hat im vergangenen Jahr Freiwilligenarbeit geleistet (47 Prozent). Unter jenen geschieht dies besonders häufig in Sportvereinen (31 Prozent). Danach folgen soziale Organisationen (22 Prozent), Gemeinde- und Quartierorganisationen (20 Prozent), Kirchen, Freizeitvereine und Kulturvereine (jeweils 19 Prozent).
In der Deutschschweiz wird Freiwilligenarbeit überdurchschnittlich häufig in kirchlichen Organisationen geleistet (22 Prozent gegenüber 11 bzw. 9 Prozent in Westschweiz bzw. im Tessin).
Beweggründe für Freiwilligenarbeit – Gemeinschaft stärker als bei Spenden
Wie bei den Spenden sind persönliche Werte und Lebenserfahrungen der wichtigste Antrieb (65 Prozent). Doch im Gegensatz zu den Spenden spielt bei der Freiwilligenarbeit das Gemeinschaftsgefühl eine deutlich grössere Rolle (45 Prozent vs. 24 Prozent beim Spenden). Persönliche Betroffenheit (30 Prozent) ist vor allem für Menschen in der Westschweiz (55 Prozent) und im Tessin (62 Prozent), im Vergleich zu 21 Prozent der Deutschschweiz, bedeutsam. Messbare Ergebnisse (24 Prozent) folgen dahinter.
Aktiviert wird Freiwilligenarbeit insgesamt oft durch das direkte Umfeld: durch persönliche Anfragen (48 Prozent) oder Kontakte im eigenen Umfeld.
Supply Chain Management: 10 Trends und Strategien für 2026
Im Bereich Supply Chain hat die künstliche Intelligenz eine Schlüsselrolle: Agentische KI übernimmt immer häufiger operative und strategische Entscheidungsprozesse, automatisiert das Sourcing und analysiert Daten in Echtzeit. Unternehmen können dadurch nicht nur ihre Effizienz steigern, sondern auch Risiken deutlich minimieren. Parallel dazu rückt das Thema Diversifizierung weiter in den Fokus.
Redaktion - 10. Dezember 2025
Lieferketten stehen vor einem grundlegenden Wandel: KI-Prognose, Bedarfs- und Bestandsplanung bis hin zur Beschaffungs- und Produktionsfeinplanung sind Kernaufgaben. (Bild: Unsplash.com)
Geopolitische Spannungen, regulatorische Anforderungen und volatile Handelsbedingungen führen dazu, dass Unternehmen ihre Beschaffungsstrategien neu ausrichten und verstärkt auf Multi-Sourcing sowie Nearshoring setzen, um flexibler und unabhängiger zu agieren.
Paradigmenwechsel in der Supply Chain
Das deutsche Software-Unternehmen Remira ein Anbieter für Lösungen im Bereich Supply Chain und Omnichannel Commerce mit Sitz in Dortmund, sieht jedoch neben der Künstlichen Intelligenz weitere bedeutende Trends: «Die Supply Chain insgesamt steht vor einem Paradigmenwechsel. Die Globalisierung wird zunehmend durch Lokalisierung abgelöst. Unternehmen verlagern ihre Produktion näher an die Absatzmärkte, um Risiken zu reduzieren und Lieferketten robuster zu gestalten. Gleichzeitig steigen Lagerbestände, um der Volatilität des Marktes entgegenzuwirken», sagt Birger Klinke, Vice President Sales Supply Chain des Unternehmens. Die Harmonisierung von Sales & Operations Planning Prozessen mit Hilfe von Echtzeit-Simulationen gewinnt dabei an strategischer Bedeutung, da sie präzise Szenarien-Analysen, eine proaktive Steuerung sowie einen nachhaltigen Ressourceneinsatz ermöglicht. Gleichzeitig optimiert KI die Planung und Prognose entlang der gesamten Lieferkette unter Berücksichtigung diverser Einflussfaktoren wie bspw. Markt-Indexe, Zölle oder Energiepreisen – vom Einkauf bis zum Point of Sale – und sorgt so für genauere Prognosen und messbaren wirtschaftlichen Nutzen.
Vielschichtige Herausforderungen in der IT
IT-Bereiche vieler Unternehmen stehen vor grossen Herausforderungen: angefangen bei der Digitalisierung papierbasierter Prozesse, Informationen per Excel-Listen bis hin zur Konsolidierung von IT-Architekturen und vorhandener redundanter Daten. Auch auf Fachbereich-Seite müssen hierzu Geschäftsprozesse vereinfacht und harmonisiert werden. Zwangsläufig verändern sich die Qualifikationsansprüche an den Arbeitsplatz der heutigen Anwender. Zudem führen neue Regularien und hohe bürokratische Anforderungen in der Beschaffung sowie entlang der Lieferketten zu hohen Ressourcenaufwänden und Kosten.
Ausserdem sind Cyberangriffe bereits Normalität, weswegen IT-Sicherheit ebenfalls ein zentraler Erfolgsfaktor in der Supply Chain und Logistik ist. Unternehmen investieren in Cyber-Resilienz, um ihre Netzwerke und Daten nachhaltig zu schützen. Schliesslich setzen viele Akteure auf mehr Kostentransparenz, indem sie durch sogenannte «Cost-to-Serve»-Analysen ihre Ausgaben granular nach Produkt, Kunde und Route aufschlüsseln. So lassen sich gezielte Optimierungspotenziale erschliessen und Entscheidungen auf fundierter Basis treffen.
Überblick der 10 wichtigsten Trends und Strategien im Supply Chain Management für 2026
Datenintegration in Cloud-Technologien für den Einsatz von agentischer KI: Künstliche Intelligenz unterstützt mittels Agenten die Planungs- und Entscheidungsprozesse. Unternehmen konsolidieren hierzu Daten in Middelware, Data Warehouses oder Data Lakes, um Sicherheit, Effizienz und Echtzeit-Zugriff zu gewährleisten, angetrieben durch Cloud-Technologien.
Diversifizierung durch Nearshoring: Um geopolitischen Risiken sowie Tarif‑ und Transportkosten besser zu begegnen, verstärken Unternehmen Multi‑Sourcing‑Strategien und setzen vermehrt auf regionale Lieferanten.
ESG (Environmental, Social and Governance) & Transparenzpflichten: Nachhaltigkeit, ethische Arbeitsbedingungen sowie CO₂‑Reporting avancieren zu zentralen Kriterien bei der Auswahl von Lieferanten.
Modulare Liefernetzwerke: Flexible, rekonfigurierbare Netzwerke mit regionalen Puffern ermöglichen eine schnelle Reaktion auf Störungen in der Lieferkette.
Strategische Lagerhaltung «Just‑in‑Case» statt «Just‑in‑Time»:Vor dem Hintergrund zunehmender Volatilität bauen Unternehmen verstärkt Sicherheitsbestände auf, um Lieferengpässe besser abzufedern.
Risikomanagement vor Kostenoptimierung: Produktion und Beschaffung werden näher an Konsum‑ und Märkte verlagert; Risikomanagement rückt damit stärker in den Fokus als reine Kostenoptimierung.
Sales and Operations Planning mit Echtzeit‑Simulation: Grundlegende Digitalisierung, Integration und Harmonisierung von Organisation und End-to-End-Prozessen, um effizientere und nachhaltigere Lieferketten mit Hilfe von Szenarien-Analysen zu ermöglichen.
KI‑gestützte Planung & Prognose: Mit Hilfe von KI können bei Bedarfsprognosen weitere externe Einflussfaktoren wie Indexe hinzugezogen werden, um die Qualität zu optimieren.
Cybersecurity & Resilienz: Angesichts wachsender Cyber‑Bedrohungen wird die IT‑Sicherheit entlang der Supply Chain zur strategischen Priorität.
Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsplatz: Unternehmen müssen ihre Arbeitsweisen durch die Automatisierung von repetitiven Planungsaufgaben mittels KI neu definieren und das Personal hierzu qualifizieren – um gezielt Optimierungspotenziale zu heben.
Transportmanagement gewinnt an strategischer Bedeutung
81 Prozent der Verlader und Logistikdienstleister werten Transportmanagement als Wettbewerbsvorteil – die strategische Relevanz erreicht ein Rekordniveau. Dies zeigt eine Benchmark-Studie des Logistiksoftware-Dienstleisters Descartes.
Redaktion - 10. Dezember 2025
81 Prozent der befragten Verlader und Logistikdienstleister betrachten Transportmanagement als Differenzierungsmerkmal oder strategischen Wettbewerbsvorteil. (Bild: Descartes)
Die Descartes Systems Group, ein führender Software-as-a-Service-Anbieter für Logistikunternehmen, hat die Ergebnisse ihrer neunten jährlichen globalen Benchmark-Umfrage zum Transportmanagement veröffentlicht. Für die Studie befragten Descartes und SAPIO Research 616 Teilnehmende, die zu gleichen Teilen aus Logistikdienstleistern (Makler, Spediteure und 3PL-Anbieter) und Verladern (Herstellern, Händler und Einzelhändler) bestehen und einer Vielzahl unterschiedlicher Branchen angehören. Ziel der Umfrage war es, die aktuelle Rolle des Transportmanagements einzuschätzen, die wirkungsvollsten Technologien und Wettbewerbsstrategien zu identifizieren und einen Ausblick auf zukünftige Investitionen in Transport-IT zu geben. Die Befragten kamen aus den USA, Kanada und Westeuropa.
Transport nicht mehr nur Kostenfaktor
Die Studie zeigt, dass 81 Prozent der über 600 befragten Verlader und Logistikdienstleister Transportmanagement als Differenzierungsmerkmal oder strategischen Wettbewerbsvorteil betrachten. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Studie und zeigt, wie stark Transportmanagement inzwischen zur Unternehmensentwicklung und zur Zufriedenheit der Kunden beiträgt. Gleichzeitig sinkt der Anteil derjenigen, die Transport lediglich als Basisdienstleistung oder als unwichtig einstufen, auf 19 Prozent und erreicht damit den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung.
«Die diesjährige Befragung zeigt deutlich, dass der Transport in den Unternehmen nicht mehr nur als Kostenfaktor gesehen wird, sondern immer stärker als strategischer Treiber für Kundennutzen und Geschäftswachstum», sagt Mike Hane, Direktor für Produktmarketing im Bereich Transportmanagement bei Descartes und ergänzt: «Dieser Wandel wird laut den Studienergebnissen durch verstärkte Investitionen in Transportmanagementsysteme (TMS) unterstützt: Die Unternehmen streben an, Automatisierung und KI noch stärker in ihre Transportmanagementprozesse zu integrieren, um die Leistung und Wertschöpfung zu steigern.»
Digitalisierte Abläufe: Noch Steigerungspotenzial
Obwohl die befragten Spediteure und Logistikdienstleister TMS zunehmend als essenzielle Lösung in modernen Technologielandschaften anerkennen, bestehen nach wie vor erhebliche Lücken bei Automatisierung und digitaler Reife. Nur 17 Prozent der Befragten haben ihre Abläufe vollständig automatisiert, während über ein Drittel stark oder überwiegend auf manuelle Prozesse angewiesen ist. Diese digitale Kluft ist besonders ausgeprägt zwischen Unternehmen mit branchenweit führender Finanzleistung (51 Prozent vollständig automatisiert) und solchen mit unterdurchschnittlicher Finanzleistung (fünf Prozent vollständig automatisiert). Letztere liegen in den Bereichen Automatisierung, KI-Nutzung und Wachstumserwartungen deutlich zurück.
Beim Einsatz generativer KI zeigt sich ein sehr hohes Aktivitätsniveau: 96 Prozent aller Befragten nutzen diese in ihren Betriebsabläufen. Die drei häufigsten Anwendungsfälle sind Dateneingabe (41 Prozent), Routen- bzw. Ladungsoptimierung (39 Prozent) und KI-gestützte Frachtprognosen sowie die automatisierte Ladungszuordnung beziehungsweise Kapazitätsplanung (jeweils 35 Prozent). Die wenigen Unternehmen (vier Prozent), die generative KI nicht nutzen, ordnen Transportmanagement eher als Pflichtfunktion ein und erwarten in den kommenden zwei Jahren mit höherer Wahrscheinlichkeit geringeres bis kein Wachstum.
Bereitschaft für Investitionen in Logistik-IT
Weitere zentrale Ergebnisse der Studie umfassen steigende TMS-Investitionen, mehr Fokus auf Sicherheit sowie positive Wachstumsaussichten: 80 Prozent der Befragten planen höhere IT-Ausgaben für TMS mit Schwerpunkten auf Performance-Management, Transparenz und Flottensteuerung. Die Überwachung von Spediteuren und Frachtführern (Versicherung, Sicherheit, Betrugsprävention) zählt zu den wichtigsten TMS-Funktionen, wobei die Befragten aus Nordamerika diese Funktion um sieben Prozent höher gewichten als ihre europäischen Kollegen. Insgesamt erwarten 72 Prozent der Unternehmen innerhalb der nächsten zwei Jahre ein jährliches Umsatzwachstum von mindestens fünf Prozent.
Lean-Altmeister Hitoshi Takeda zu Gast bei der SAQ
Die SAQ Swiss Association for Quality feiert aktuell ihr 60-Jahr-Jubiläum. Die Sektion Ostschweiz hatte die Ehre, einen Jubiläumsanlass zu organisieren, und konnte Hitoshi Takeda, bekannt als «Lean-Guru», als prominenten Referenten gewinnen.
Redaktion - 9. Dezember 2025
Hitoshi Takeda am SAQ-Jubiläumsanlass in St.Gallen: Störungen als Chance für Exzellenz nutzen. (Bild: Thomas Berner)
Japan trifft Schweiz: Hitoshi Takeda stand ganz klar im Mittelpunkt des Jubiläumsanlasses der SAQ, den die Sektion Ostschweiz am 5. Dezember 2025 im SQUARE, dem neuen Gebäude an der HSG – Universität St.Gallen, durchführte. Der 2022 eröffnete lichtdurchflutete Bau wurde ebenfalls von einem Japaner entworfen: Dem Stararchitekten Sou Fujimoto. Eine bessere Umgebung konnte man sich für diesen Anlass also nicht wünschen. Und dass gerade die SAQ Ostschweiz Gastgeberin war, ist ebenfalls kein Zufall: 1976 gegründet, war sie die erste regionale Sektion der SAQ.
«Mensch. Qualität. Zukunft»: So lautete das Motto des Nachmittags. Julian Mundl, Präsident der SAQ Ostschweiz und CEO von Noventa Consulting schlug den Bogen zu den Themen Effektivität, Effizienz und Innovation. Ohne diese Trias sei es nicht möglich, die Herausforderungen der heutigen Zeit zu bewältigen. Markus Bänziger, Direktor IHK St.Gallen-Appenzell, betonte die Stellung der Ostschweizer Industrie: «Qualität ist eine Überlebens-Strategie. Sie ist der Schlüssel, um als Schweizer Industriestandort global wettbewerbsfähig zu sein». In diesem Sinne gratulierte Bänziger der SAQ zu ihrem 60-jährigen Bestehen.
Mut zu Fehlern und Veränderungskultur
Dann folgte der Auftritt von Hauptreferent Hitoshi Takeda. Er zeigte auf, dass Fehler und Störungen keine Katastrophen, sondern notwendige Auslöser für Verbesserungen sind, und dass Stillstände Chancen bieten, Prozesse grundlegend zu optimieren. Er betonte Mut zum Risiko und hohe Zielsetzungen. «Durch Misserfolge verliert man nichts. Ein Misserfolg ist nur eine Durchgangsstation», und zwar auf dem Weg zu Zielen, die man möglichst hoch ansetzen sollte, so Takeda. Er verwies dabei auch auf die Pflicht des Topmanagements, sichtbar zu sein, Vorbild zu sein und Wertschätzung zu leben. Zentrale Botschaften von Hitoshi Takeda waren überdies konsequente Veränderung, der Fokus auf «1 Prozent besser» und die grosse Bedeutung von Geschwindigkeit: lieber schnell und lernbereit handeln als perfekt zögern.
Hitoshi Takeda gab den Anwesenden eine Fülle an Anregungen auf den Weg, wie Organisationen sich stetig verbessern können. (Bild: Thomas Berner)
Im Kontext von KI empfiehlt Takeda, digitale Technologien zügig in die Unternehmenskultur zu integrieren und Routinearbeiten mit KI-Agenten zu unterstützen, warnt jedoch vor Denkfaulheit und dem Verlust analoger Kompetenzen. Er plädiert für Digital Detox, handschriftliche Notizen und mehr Menschlichkeit im KI-Zeitalter. Und: «Solange man nur aufs Smartphone schaut, bleiben die Träume fern», gab Hitoshi Takeda dem Publikum zum Schluss auf den Weg.
Einblicke in die Praxis von Unternehmen
Im zweiten Teil vertieften mehrere Kurzreferate die Themen Strategie, Wandel und Geschwindigkeit in unterschiedlichen Branchen. Oberst i Gst Niklaus Jäger skizzierte die geopolitische Lage, betonte Machtpolitik, Unsicherheit und die Notwendigkeit von «Unsicherheits-Kompetenz». Marcel Mettler (Elesta AG) schilderte den Weg von der Silo- zur Wertstromorganisation und die Bedeutung transparenter Kommunikation und vorbildlicher Führung für eine erfolgreiche Strategieumsetzung.
Jörg Ammann (Heiniger AG) berichtete, wie sein Unternehmen durch die radikale Verkürzung von Entwicklungszyklen und eine klarere Aufgabenverteilung im Innovationsprozess seine Technologieführerschaft sichern konnte, wobei Kundennähe und Speed im globalen Wettbewerb im Zentrum stehen. Goar Hutter (HOCH Health Ostschweiz) zeigte am Beispiel Schlaganfall, wie entscheidend schnelle medizinische Versorgung ist, und appellierte, bei typischen Symptomen rasch den Notarzt zu rufen, denn «Time is Brain».
Podium mit den weiteren Referenten des Nachmittags (v.l.n.r.): Goar Hutter, Oberst i Gst Niklaus Jäger, Philipp Amstutz, Marcel Mettler, Jörg Ammann und Rolf Keller. (Bild: Thomas Berner)
Zukunftsfähige Organisationen schaffen
Rolf Keller (Glatz AG) erläuterte, wie durch die Ausrichtung der Produktion auf individuelle Kundenbedürfnisse und ein Flow-Production-Konzept Just-in-Time-Prozesse etabliert und Durchlaufzeiten stark verkürzt werden konnten, was intensive Überzeugungsarbeit im Team erforderte. Philipp Amstutz (Schott Pharma) demonstrierte, wie konsequentes Shopfloor Management im Krisenfall schnelle Reaktionen ermöglicht und langfristig die Performance des Betriebs steigert.
In der abschliessenden Diskussion mit allen Referierenden wurde deutlich, dass eine offene Fehlerkultur, das Einbinden der Mitarbeitenden, klare Ziele und wirksame Führung zentral sind, um Effizienz, Effektivität und Qualität gleichzeitig sicherzustellen. Hitoshi Takeda betonte zum Schluss nochmals die Bedeutung von schnellem Lernen und hob hervor, dass nicht umfangreiche Strategien, sondern Tempo, Mut und Lernbereitschaft den Unterschied für die Zukunftsfähigkeit von Organisationen ausmachen.
2026 bringt Schweizer Unternehmen an die Belastungsgrenze
Mit dem Generationenwechsel verabschieden sich 2026 zahlreiche Babyboomer in die Pension und hinterlassen eine spürbare Lücke an dringend benötigtem Fachwissen. Viele Unternehmen reagieren bereits mit höheren Löhnen, um qualifizierte Mitarbeitende halten oder neue Talente gewinnen zu können. Gleichzeitig treten weitere Herausforderungen für die Schweizer Wirtschaft zutage. Was bedeutet das für die Betriebe – und für die Consulting-Branche?
Redaktion - 8. Dezember 2025
Kommen immer mehr Schweizer Betriebe 2026 an ihre Belastungsgrenze? (Bild: Depositphotos.com)
2026 stehen Schweizer Unternehmen vor zahlreichen Herausforderungen: Angehörige der geburtenstarken Jahrgänge bis 1964 (Babyboomer) treten im kommenden Jahr in den Ruhestand und hinterlassen spürbare Lücken in zentralen Funktionen. Gleichzeitig belastet der starke Franken die Exportbetriebe. Diese müssten sich oft entscheiden, ob sie Preiserhöhungen im Ausland vornehmen, mit der Gefahr, Marktanteile zu verlieren, oder ob sie sich mit geringeren Margen zufrieden geben. Hinzu kommen die Folgen der US-Strafzölle, die Schweizer Exportgeschäfte in die Vereinigten Staaten nicht nur verteuern, sondern auch operative Abläufe erschweren. Patrick Sommer, Managing Director bei CNT Management Consulting, weiss aus seiner Praxis, womit Schweizer Betriebe aktuell zu kämpfen haben: «Die Zölle lösen einen bürokratischen Albtraum aus – Unternehmen müssen lückenlos nachweisen, woher jedes einzelne Schräubchen stammt», erklärt er. «Die zusätzlichen Kosten müssen entweder durch Preiserhöhungen kompensiert oder durch Margenverzicht getragen werden. Gleichzeitig entsteht ein politisch gewollter Druck, zu prüfen, ob eine Produktionsverlagerung in die USA langfristig wirtschaftlich attraktiver ist als der Verbleib in der Schweiz.» Er sieht viele Firmen in einem schwierigen Balanceakt: «Einerseits müssen die Betriebe ihre Personalressourcen umsichtig planen und die bevorstehende Pensionierungswelle, sowie Exportproblematiken berücksichtigen, andererseits dürfen sie den technologischen Anschluss nicht verlieren. Das bedeutet, digitale Lösungen in bestehende Systeme einzubinden, in KI zu investieren und Mitarbeitende gezielt weiterzubilden.»
Bürokratie beschränkt Handlungsspielraum – gerade für KMU
Politische Entscheidungen wie die jüngsten US-Strafzölle verstärken die Unsicherheit für Schweizer Unternehmen: Sie erschweren langfristige Planung, erzwingen laufende Kostenanpassungen und stellen so ein Geschäftsrisiko dar. Vielen Unternehmen fehlen trotz des steigenden Modernisierungsdrucks die Mittel für dringend notwendige Digitalisierungs- und Automatisierungsprojekte. «Obwohl den meisten Betrieben klar ist, dass digitale Innovation ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken würde, stehen hohe Lohnkosten, umfangreiche Nachhaltigkeitsinvestitionen und die angespannte Wirtschaftslage solchen Vorhaben oft im Weg», sagt der Experte von CNT Management Consulting. Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geraten dabei in eine zusätzliche Belastungssituation. Die zunehmenden ESG- und Nachhaltigkeitsanforderungen verlangen von ihnen Daten, die grosse Konzerne heute voraussetzen – darunter CO₂-Fussabdrücke von Produkten, Herkunftsnachweise oder Angaben zur Lieferkettentreue. «Viele KMU verfügen über diese Informationen nicht oder müssen sie zeitaufwendig manuell zusammentragen. Das bindet Personal, das ohnehin knapp ist, und kostet wertvolle Zeit im Tagesgeschäft», weiss Sommer.
KI «keine Spielerei»: Warum sie heute echte Entlastung bringen muss
Angesichts steigender Kosten, knapper Personalressourcen und wachsender Berichtspflichten rückt die Digitalisierung 2026 stärker in den Fokus. Für viele Betriebe steht dabei im Mittelpunkt, wie sich mit weniger Personal mehr Output erzielen lässt. KI ist in diesem Zusammenhang für den unternehmerischen Erfolg zu einer zentralen Voraussetzung geworden. Sommer mahnt dabei jedoch ein zielgerichtetes Vorgehen ein: «KI ist keine Spielerei, sondern ein Werkzeug, das in Zeiten des Fachkräftemangels messbar entlastet.» Entscheidend sei daher, konkrete Anwendungen zu schaffen. Process Mining – etwa mit SAP Signavio. Das macht Engpässe sichtbar, während integrierte digitale Prozesse Wartezeiten und Fehlerquellen reduzieren. Voraussetzung dafür sind bereinigte Abläufe und verlässliche Daten, denn ein schlechter Prozess bleibt auch automatisiert schlecht.
Drei relevante Consulting-Branchentrends im neuen Jahr
Für seinen eigenen Bereich, Consulting mit Fokus auf digitale Transformation in Unternehmen, macht CNT-Experte Sommer drei wesentliche Trends aus. Erstens müsse bei der KI-Implementierung der Fokus auf den «Hard-ROI» gelegt werden: «Gefragt sind keine abstrakten Strategien, sondern die messbare, operative Implementierung von KI, die einen klaren, kurzfristigen Return on Invest verspricht», so Sommer. Zweitens würden Beratungsfirmen, die nicht auf KI setzen, riskieren, schnell an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Und drittens, meint Sommer, müsse S/4HANA Cloud die Wende zum Business Case schaffen: «Die laufenden SAP-Transformationen müssen den Beweis antreten, dass sie Prozesse tatsächlich verschlanken und nicht nur die IT modernisieren», sagt Sommer abschliessend.